nur Holstein bei dem Bunde zu behalten, und, meine Herren, ein Bundestag, der zu seiner Completirung den Feind Deutschlands, welcher mit den Waffen in der Hand Deutschland bekämpft, mit seinem Gesandten zuläßt, von diesem weiß man zum Voraus, wie er gegen jenes heldenmüthige Volk gesinnt ist, das allein noch die Ehre Deutschlands gegen außen aufrecht hält! (Beifall.)
Also, meine Herren, auch hier ist vorausjulchen, daß diese Waffenmacht nicht gegen den äußern Feind aufgeboten wird, nein, gegen Jene, welche Deutschland gegen das Ausland vertheidigen, und dazu, m. H., sollen wir die Waffen liefern!
Meine Herren, dies ist ein Theil der äußern Frage _ denn leider sind die deutschen Verhältnisse von einem Staate zum andern wiederäußere BeiHältnissegeworden — aber es ist nur ein Theil dieser äußeren Frage. Ihre Kommission hat angedeutet, daß es mit dieser Zusammenziehung von Truppen gegen Preußen, daß es mit dem Zwiste zwischen Preußen und Oesterreich wohl nicht so gefährlich gemeint sei. Ich will dahin gestellt sein lassen, ob dieser Zwist der beiden deutschen Großmächte für Deutschland nicht gefährlich werden könnte, wenn sie nicht beide ihr Recht in—Warschau holten; aber unter diesen Umständen glaube ich, wird der Zwist zwischen diesen beiden deutschen Großmächten, nicht gefährlich sein, und es werden wohl beide aus diesen Gründen nicht gerüstet haben; aberwennein- ma l 700,000 Bajonette dastehen, dann allerdings werden die Theorien von der Fortdauer des Bundestags, die Theorien von der Fortdauer der unumschränkten Herrschaft der Dynastien über 40 Mill. Deutsche praktisch werden, und dieß haben wir in erster Linie andeuten wollen. Vielleicht werden auch noch gegen Nachbarländer von Deutschland, in welchen die Freiheit noch eine Zufluchtsstätte hat, Maßregeln ergriffen werden, um die „Ruhe und Ordnung" in Europa gründlich wieder herzustellen.
^Meine^Herren , die dritte Seite d.r Frage j|l die innere Seite. Die innere Seite ist die: ,daß der Bundestag, wenn er einmal wieder allgemein anerkannt und wenn er einmal mit Heeren gehörig unterstützt ist, alsdann an die Stelle alles Desjenigen, was die einzelnen Regierungen in den Jahren 1848 und 1849 auf das bündigste und mit den heiligsten Versprechungen in den Gesetzen zugesichert haben, die Bun- deS-Akte von 1815 thatsächlich wieder mit allen ihren Wirkungen treten lassen wird. Sowie der Bundestag wieder in volle Wirksamkeit getreten ist, so wird es — und dies, meine Herren, ist die innere «Seite für Würtemberg — so wird es sich fragen, wie es mit einer Revision der Verfassung, den feierlichen Verheißungen und Gesetzen entsprechend, aussehen wird. Haben wir doch erst vorgestern von dieser Tribüne aus einen Gesetzentwurf einbringen sehen, der direkt gegen die. Grundrechte geht! All dieses beweist, daß fman bereits .glaubt, die Grundrechte verwerfen, sie direkt im Gesetzgebungswege wieder abschaffen zu dürfen. Meine Herren, wenn der Bundestag reaktivirt ist, wenn er in seiner ganzen Macht und Glorie wieder da steht, wenn er jeden Widerspruch niedergeschlagen, wenn er ssogar alle Aeußerungen in den Ständeversammlungen über Bundesverhältnisse wieder verboten hat, wenn er die Censur, wenn er den Artikel 14 der Bundesakte mit den Standesherrn und der Ritterschaft uns wieder oktroyirt hat, wenn er sein Recht, „Ruhe und Ordnung" in Deutschland zu schaffen und alle Maßregeln unter diesem Titel zu ergreifen, die aufs Tiefste in alle bürgerlichen und menschlichen Rechte eingreifen, wieder in Geltung bringt, dann glaube ich, wird sich zeigen, wdßu jetzt die Heere ausgestellt werden. Ein Redner hat uns gesagt, er sei geneigt, der Ergigenz der Regierung zuzustimmen, wenn die Regierung die Versicherung gebe, daß der Bundestag nicht zu den alten Zuständen zurückkehren wolle, daß er nur eine neue Verfassung für Deutschland schaffen werde. Meine
Herren, diese Zusicherung haben die Regierungen am 1. September in der s. g. Bundesversammlung der Reihe nach gegeben; eine nach der andern hat erklärt, sie werde nicht zu den alten Zuständen zurückkehren. Meine Herren, sind es dennIaber bereits nicht die alten Zustände, wie jetzt gegen Hessen und Schleswig- Holstein verfahren wird? Sind denn nicht wenige Wochen nach jenen Erklärungen diese Zustände wieder eingeführt? Und werden nicht gerade jetzt wieder Schritte gethan, um den altenZBundestag wieder vollends ins Leben zu rufen? Der Herr Vorredner hat gesagt, er selbst habe Mißtranen in die^Zusicherung, daß der Bundestag etwas Neues schaffen werde. Ich weiß nicht, wird er etwas Neues schaffen oder nicht; daß er nichts Gutes schaffen .wird, davon bin ich überzeugt, denn seine Vergangenheit von 35 Jahren bürgt mir für die Zukunft.
Meine Herren, ich möchte noMeinen Gesichtspunkt berühren. Ist ein Deutscher, dem das Herz nicht blutet, wenn er sieht, daß die Frage: ob deutscher Bund, ob Union, daß die Frage, wie Deutschland konstituirt werden soll, heute nicht in Deutschland, nicht einmal von Seiten der deutschen Großmächte entschieden wird, nein, daß Fürsten und Minister um die Wette in's Ausland reisen, um dort die Parole zu holen? (Beifall!) Meine Herren, niemals seit tausend Jahren war Deutschland in dieser Erniedrigung! (Beifall!) Niemals, seit Tausend Jahren niemals hat es sein Versassungsrecht auswärts — in einem Staate geholt, der um Tausend Jahre gegen uns zurück ist! Meine Herren, wenn Sie abstimmen, erinnern Sie sich der Worte, „Alles verloren, nur die Ehre nicht verloren!" (Rauschender Beifall!)
B e k a n n t m a ch ungen.
'™- Bekanntmachung.
Donnerstag den 14. d. Mts., Vormittags 11 Uhr, werden in der Allee zur Taunus, straße circa 100 Stück Kugclacazienstämme, welche sich zu Werkholz für Schreiner, Wagner, Dreher ic. vorzüglich eignen, meistbietend versteigert.
Wiesbaden, den 10. November 1850. Der Bürgermeister
________________________________________________________________Fischer.__________
Geborne, Proclamirte, Getraute und Gestorbene in der Stadt Wiesbaden.
Geboren: Am 5. Oktbr. dem Feldwebel Philipp Haus eine Tochter, N. Anne Luise
Josephine Helene — Am 6. Oktbr. dem h. Lehrer Anton Lietz eine Tochter, N. Katharine. — Am 10. Oktbr. dem H. B. u. Maurer Johann Christian Dormann eine Tochter, N. Philippine Sophie Katharine. — Am 12. Oktbr dem h. B. u. Schreinermeister Georg Wilhelm Göbel ein Sohn, N. Karl Bernhard. — Am 19. Oktbr. dein Sergeanten Johann Heinrich Fischer, B. zu Alpenrode, eine Tochter, N. Christine Anne Therese. — Am 20. Oktbr. dem H. B. u. Gassabrikarbeiter Johann Andreas Moog ein Sohn, R. Karl Heinrich. — Am 25. Oktbr. dem Schneidermeister Johann Philipp Jacobi, B. zu Himmighofen, eine Tochter, N. Karoline Katharine Wilhelmine Elisabethe Christiane Henriette, — Am 3. Novbr. dem h. B. u. Brief- tiäycr Johann Wilhelm Anton Enders eine todtgeborne Tochter.
Proclamirt: Der Apotheker Johann Friedrich Christian Ebel, ehl. lcd. Sohn des Herzog! Ober -Appellationogenckts- Prokurators Christian Philipp Ebel, und Maria Theresia Sahl, ehl lcd Tochter des Gastwirthes Adam Sahl zu Rübecheim. — Der H. B. u. Brief- ttäßtr Johann Peter Envers, ehl. lcd. Sohn des Wagenmeisters Johann Peter Enders', und Marie Dorothee Göttel, chl led. Tochter des H. B. u, Landwirthes Johann Daniel Göttel. — Der h. B. u. Swlossermeister Ma Haus Friedrich Karl Lchwffer, ehl. led. Sohn deS H. B. u. Schlosscrmeistcrs Konrad Schlosser, und Friederike Elisabeche Magdalene Bull, ehl. led. Tochter deS Woffcnlchmicdcmctsters Christian Friedrich Bull zu Durlach.
Copulirt: Am 29. Oktbr. der Herzogliche Justizamto»Accejfist Joseph Anton Adolf Padelinctti zu Eltville und El.sabctde Müller. — Am 3 Novbr. der H. B. u. Gasfabrik- Arbeiter Johann Andreas Moog und Charlotte Christiane Katharine Wüsten. — Am 3. Novbr. der Muficus Matthias N.hren, B. zu Lorch, und Gertrude Johanne Röver. — Am 3. Novbr. Johann Philipp Knauer von Kassel und Marie Katharine Cornelie NooS. — Am 9. Novbr. der h. B. u. Musikus Joseph Flohr und Dorothee Elisabethe Philippine Maurer.
Gestorben: Am 2. Novbr. Johanne Henriette Karoline Wilhelmine, des H. B. u. Schreinermeisters Gottlob Friedrich Leißring Tochter, alt 25 J. 3 M. 23 T. — Am 5. Novbr. der pensionirte Feldwebel Konrad Christian Hinkel, B. zu Hachenburg, alt 73 I. 9 M. 7 T. — Am â Novbr. Margarethe Rasel aus Lipporn, alt 30 I. — Am 6. Novbr. der h. B. u. Schneidermeister Heinrich Stroh, alt 40 I. 7 M. 18 T. — Am 7. Novbr. Dorothee Elisabethe, geb. Blum, deS h. B. u. Goldarbciters Wilhelm Ludwig Neuendorf Ehefrau, alt 36 J. 4 M.
26 T. — Am 7. Novbr. Marie Katharine, des Johann Georg Häuser in Rambach Ehefrau, alt 55 I. — Am 7. Novbr. der Taglöhner Lorenz August Graubner, alt 2l I. 5 M. 19 T.
Ziehung der Vereins IO fL Loose, am 13 November ». v.
(1373) auf dem LatüHausjaale zu Wiesbaden. Haupttreffer 'fl. 5000, 1500, 500 etc.
Loose coursmäßig, für diese Ziehung gegen Abschlagszahlung von 24 Kreuzer das Stück, bei Wiesbaden, den 4. November 1850. Hermann Strauss,
I 4! M. DREYFUS In I ilSZ,
(Ecke der Schuster- und Jesuitengasse.) (131V) empfehlen ihr wohl affortirtes Lager in allen Arten Douple Châles und Umschlagtücher unie und fanorirt in feinster Qualität zu sehr billigen Preisen, wobei namentlich eine Sorte 1% groß a 3 fl. per Stück besonders hervorgehoben wird.
In der H. W. Ritter'schen Buchhandlung in Wiesbaden ist erschienen: Sozialismus, Communismus und
Aristokratenthum, mit besonderer Rücksicht auf das Assoziationsweseu
erläutert von Friedrich Mann Preis 12 kr.
(1367) Bei Parthieabnahme findet ein bedeutender Rabatt statt.
Ankündigung und Einladung zur Subscription
auf (1384)
Heinrich Zschokkes Gesammelte Schriften. Neue vermehrte Ausgabe. Fünfzehn Bändchen in Taschenformat mit gefälligem Unischlag.
Diese fünfzehn Bändchen zerfallen wieder in zwei Sammlungen, und zwar:
Erste Sammlung. (Bändchen 1 bis 10.)
Diese zehn Bändchen enthalten meistentheils den Inhalt der bisherigen Ausgaben der Novellen, Erzählungen und Dichtungen in IQ Bändchen; sie bilden daher ein Ganzes, und werden, obschon während ihrem Erscheinen lieferungsweise berechnet, nicht einzeln abgegeben. Wer die erste Lieferung behält, macht sich zur Annahme aller zehn Bändchen verbindlich.
Zweite Sammlung. (Bändchen 11 bis 15 )
Der Inhalt dieser fünf Bändchen ist (außer einem Theil der Gedichte) bisher noch in keiner Sammel-AuSgabe erschienen; dieselben find daher sowohl zu dieser neuen Ausgabe der Novellen, als auch zu den früher in gleichem Formate erschienenen 6., 7. und 8. Auflagen derselben als eine Fortsetzung zu betrachten, deren Anschaffung den Besitzern aller genannten Ausgaben nur angenehm und willkommen sein kann.
Die fünf Bändchen auch dieser zweiten Sammlung werden, obschon lieferungsweise, sogleich nach vollendetem Druck auSgegeben, nicht getrennt, sondern wer das elfte Bändchen behält, macht sich ebenfalls zur Annahme des zwölften bis fünfzehnten Bändchens verbindlich.
Die Ausstattung dieser neuen Ausgabe in dem beliebten Taschenformat, in welchem beinahe alle deutschen Klassiker erschienen sind, ist in Umschlag, Druck und beiden Papiersorten eine schöne und gefällige.
Subscriptions ' Preis: per Band 42 Kreuzer auf weißem Maschinenpapier.
Der SubscrivtionS-Preis, wobei Baarzahlung verstanden ist, dauert bis Ende März 1851, nachher tritt ein erhöhter Ladenpreis ein.
Aarau. Ä R. Sawerlawaer, Verlags-Buchhandlung.
In Wiesbaden nimmt die H. W. Ritter'sche Buchhandlung Bestellungen an.
Ä Po st schiffe
zwischen
Havre, Uew^DorL und Aew^Orkeans.
Der Unterzeichnete Haupt-Agent der regelmäßigen Postschiffe zwischen Havre und New- Jork erpedirt in diesem Monat am 16. von hier das große Dreimaster-Schiff Gallia, 1800 Tonnen Gehalt nach New-Jork und am 24. November das Schiff Radins, 1000 Tonnen Gehalt nach New-Orleans zu billigen Preisen.
Biebrich, den 8. November 1850. B. Dieffenbach.
Durch die H. W. Ritter'sche Buchhandlung in Wiesbaden ist zu beziehen:
Nord-Amerika, Wiseonstn, Calumet. Winke für Auswanderer von Dr.
C. de Haas, Farmer in Wisconsin. 2. Auflage mit 3 Ansichten und Karte von Wisconsin. Preis 42 kr.
Berichte aus Wiseonstn von Th. Wettstein, Kaufmann aus Millwaukee. , Preis 54 kr.
Wiseonstn von C. de Haas. 2. Abth. Beschreibung und Reisebilder. Preis 42 kr.
Den 5. November, Morgens 10 Uhr, bekam ich durch zwei Landjäger, Rühl und Junker, einen Geisteskranken, mit Namen Adolf Reichart aus Kambcrg in das hiesige Arresthaus. Beide Landjäger gaben mir die Versicherung, sie hätten ihn durch und durch visitirt, er habe Nichts bei sich. Ich habe ihn pflichtgemäß abermals durchsucht, fand aber nichts, als 26 Kreuzer. Ich that ihn in die Zelle Nro. 7 und fragte den Verstorbenen, ob er ihn zu sich nehmen wollte, er sagte ja. Ich bat den Wachtmeister, er sollte ihn doch weiter schaffen; er that es aber nicht, ob er keine Leute mehr hatte, das weiß ich nicht. Drum glaube ich keine Schuld zu tragen, indem ich glaube frei davon zu sein, da ich Alles durch Zeugen beweisen kann.
Wiesbaden, den 11. Novbr. 1850. (1392) PH. Hahn.
(1393) Ein junger kräftiger Bursche, am liebsten vom Lande, kann in einem hiesigen Geschäfte als Arbeiter einen dauernden Dienst finden. Näheres in der Erpcd. d. Bl.
(1383) Bei J. D. Sauerländer in Frankfurt a. M ist erschienen und in der H. W. Ritter 'schen Buchhandlung in Wiesbaden vorräthig: âtdösumen.
Ein andere Selbstschau in poetischen G edenk blümlein von Heinrich Zschokke.
Mit dem Portrait de« Verfassers. Miniaturausgabe. Gebunden Preis 1 fl. 45 fr.
Verantwortlicher Herausgeber und Verleger C. Ritter. — Druck der d. Ritter'schen Buchdrucker»!.