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kommen, zur Muttergottes zu Bornhofen beten, nm ähnliche Gnaden zu erhalten.

Ferner erzählten sie, eine Mutter habe öfter ge­flucht und gewünscht, daß der Teufel ihr Kind hole, und als sie einmal wieder diese Flüche und Verwünsch­ungen ausstieß, sei plötzlich ihr Kind verschwunden. Ferner wurde in einer Predigt erwähnt, ein Unglück­licher sei von einem Mörder verfolgt worden und in großer Gefahr gewesen, erdolcht zu werden, als jener seine Zuflucht zu einer Muttergotteskapelle nahm Der Mörder folgte ihm dorthin, jener aber kniete sich vor eine schmerzhafte Muttergottes, die ihren Sohn auf dem Schooße hatte und plötzlich entsank dem Mörder der Dolch und der leidende Heiland streckte seinen Arm aus als Zeichen des Schutzes über den Verfolgten.

Man darf sich nun nicht wandern, daß diè Liguo- rianer solche Ammenmährchen erzählten, da die Schriften des Ordensstifters Liguori davon strotzen. Darf man nun solche Vorträge nicht eine geistliche Quacksalberei nennen, für deren Verhütung, nach unserm Dafür­halten, der Staat die Verpflichtung noch in einem weit höhern Grade hat, als für die Entfernung der medicinischen Quacksalberei zu sorgen?

Sonach spricht nicht nur nichts für die Einführung des Liguorianerordeus in die Diöcese Limburg, sondern das geistige Wohl des Volkes erheischt es, daß das Ministerium auf seinem Beschlusse beharrt, der Bischof von Limburg solle die Liguorianer abberufen und den Wallfahrtsdienst in Bornhofen durch tüchtige inländische Geistlichen versorgen lassen. Daß die Liguorianer mit den freien Predigern, wie Graf in Wiesbaden, in gar kein Verhältniß gesetzt werden können, werden wir, wenn es nicht in diesen Tagen von einer andern Seite geschieht, zur Genüge darthun.

* Frankfurt, 28. Okt. Ueber die Ernennung des von der Bundesversammlung zum Civilkommis- sär für den Kurstaat ernannten Grafen Nechberg er­fahren wir aus demSchw. Merk.", daß sich der Kurfürst in Begleitung desselben, vielleicht auch ge­folgt von dem Garde-JnfWterie-Negiment, nach Kas­sel begeben werde, sobald das bayerische Korps an der Gränze diejenige Stärke erlangt haben wird, um in die Provinzen Hanau und Fulda einrücken zu können. Der erste Akt des Kurfürsten in Kassel würde dann die Aufhebung der jetzigen Verfassung seyn. Aus derselben Quelle erfahren wir, daß Hassenpflug seit den letzten Tagen sehr niedergedrückt sei, jedoch nicht, weil er an Durchführung seiner Politik verzweifelte, sondern, weil der Kurfürst ihmdie Aussicht auf le­benslängliche Pension genommen hat." Wir haben oft gelesen, diese 7000 st seien Hassenpflug garan - tirt", aber freilich, mit der garantirten Verfas- snng geht so manches Garantirte den Weg alles Flei­sches, warum nicht auch die Garantie der 7000 fl. ? Dennoch würden wir diesen kurfürstliche Dankbarkeits­beweis kaum glauben, wenn er nicht imSchwb. Mrk." stände. Hassenpflug mag sich übrigens mit Klüber oder noch Höheren trösten! Was hat z. B. der Prinz von Preußen für den badenschen Hof gethan und wie wird ihm jetzt dafür gedankt?

Frankfurt, 28. Oktober. Die Unterhandlungen zwischen der Krone Würtemberg und der fürstlich Thurn- und Taris'schen Postanstalt wegen Auflösung des Post­pachtsvertrags sind seit einiger Zeit wieder ausgenom­men und der fürstliche Commissarius ist deshalb nach Stuttgart wieder zurückgekehrt.

Kassel, 25. Okt. Heute ist eine Flugschrift des pensionirten Oberappellationsgerichtsraths Dr. W. Pfeif­ferZur Würdigung des Bundesbeschlusses vom 21. September 1850" ausgegeben worden. Der berühmte Jurist und Publizist weist darin die gänzliche Unhalt­barkeit jenes Beschlusses für Jedermann überzeugend nach. Die Ergebnisse seiner Untersuchung sind: i) Eine Bundesversammlung eristirt nicht mehr. 2) Beschlüsse des den Namen Bundesversammlung sich anmaßenden Clubbs in Frankfurt sind ohne alle verbindliche Kraft. 3) Der Beschluß der ehemaligen Bundesversammlung vom 28. Juni 1832 ist in den förmlichen aufgehobenen Ausnahmebeschlüssen mitbegriffen. Dies wird nament­lich auch aus derHorm seiner Entstehung nachgewiesen, indem derselbe nur von dem engern Rathe ansgegangen ist, regelmäßige und bleibende Normen des Bundes­rechts aber nur von der Plenarversammlung gültig zu Stande gebracht werden konnten. 4) Die in dem sogenannten Bundesbeschlusse vom 21. Sept. d. I. behauptete Steuerverweigerung in Kurhessen liegt gar nicht vor, sondern ist nur eine Fiction. 5) Die von der Staatsregierung ohne ständische Bewilligung ange­ordnete Erhebung der Steuern erscheint als ungerecht­fertigt sogar nach dem alten Bundesrechte. 6) Wollte man aber selbst zugeben, daß eine Steuerverweigerung stattgefunden, so hätte doch die sogenannte Bundesver­sammlung nach der früheren Bundesgesetzgebung ihre Compcten; überschritten. Nicht einmal die in der Wiener Schlußakte aufgestellten Bedingungen sind von der angeblichen Bundesversammlung bei ihrem Be­schlusse beachtet worden. 8) Diesem Allen zufolge kann dem Beschlusse der sogenannten Vundesversamm- lung vom 21. September keinerlei Rechtsverbindlichkeit, so wenig an und für sich, als nach seiner Einwirkung auf die knrhessischen Verhältnisse zugestanden werden.

Kassel, 28. Okt. (Hornisse. 1 Diese Nacht um 12 Uhr ist die Ordre von Wilhelmsbad gekommen, daß die sämmtlichen Truppen marschiren sollen. Mitten in der Nacht wurden die Offiziere, Feldwebel rc. be­

reits aus den Betten geholt. Auf heute Morgen um 10 Uhr ist der Abmarsch der Artillerie, eines Batail­lons vom Leibregiment und der Husaren bestimmt. Im Augenblick, um 8 Uhr, ist bereits Alles auf den Stra­ßen in lebhafter Bewegung.

Morgens 11 Uhr. So eben verlassen die Hu­saren, ein Bataillon des Leibregiments und der größte Theil der Artillerie die Stadt. Der Bestimmungsort soll Frankfurt sein. Vermuthlich wird auch der Haus und Staatsschatz die Stadt verlassen. Hr. Lieutenant v. Eschwege soll während der Nacht bereits Attentate auf denselben gemacht haben.

Ein Kasseler Schreiben imHambnrgischen Kor­respondenten" erzählt von dem ins Ministerium ein- getreteneu Staatörath Scheffer Folgendes: Im Jahre 1831 noch Advocat in einem kleinen Landstädchen, kam er als Deputirter zur Fahnenweihe hierher, wo er mächtige volkstümliche Reden hielt, mit der Schluß­erklärung:Der Kurfürst von Hessen muß und soll sich dem Willen des Volks unterordnen, und wenn er es nicht thut, so haben wir hier noch ein Mittel", und dabei schlug er auf ein kolossales Schwert, das an seiner Seite hing. Ein anderes sehr im Interesse der Haffcnpflug'schkn Gewaltthaten thätiges Werkzeug soll, wie der Korrespondent ferner schreibt, der Regie- rungsrath Klinkerfues sein.

Kassel, 27. Okt. (N. H. Ztg.) Gestern Abend sind 52 Abschiede von Wilhelmsbad hier angekommen für diejenigen Offiziere, welche man zuerst entfernen wollte. Die übrigen wollte man noch im Dienst fest­halten.

* Auch in Hanau werden von den Soldaten des 3. Infanterieregiments von jeder Kompagnie 100 Mann auf Urlaub nach Hause geschickt. Das Regiment, wel­ches in Fulda lag. erhielt am 27. Nachts Ordre zum Aufbruch nach Gelnhausen, wo das Weitere zu gewär­tigen sei, d. h. die Auflösung. Die Bürgergarde hat seit dem 28. Morgens in Fulda die Wachen bezogen.

Hanau, 29. Oetober. (O.P.A.-Ztg.) In hiesi- ger Stabt ist der demokratische Kandidat, Pfarrer Theobald, gestern zum Landtagsabgeordneten gewählt worden. In Windeckeu erhielt der bisherige Abgeord­nete, Dr. Keller tu Kassel, von 83 anwesenden Wäh­lern 73 Stimmen. In Eichen wurde der Oberge­richtsanwalt Cöfter in Hanau von 80 erschienenen Wählern mit 59 Stimmen gewählt. In Gelnhausen sieleu von 227 abgegebenen Stimmen 197 auf Dr. Kellner in Kassel.

Aus Thüringen, 27. Oktober. (O-P-A-Z.) Das Contingent des Großherzogthnms Weimar, 3 Batail­lone, soll ebenfalls mobil gemacht werden und einen Tyeil der Observarionsarmee bilden. 28. Oktober. Morgen treffen schon 1000 Mann Baiern in dem an der fulvaisch-welmarischen Grenze liegenden Städtchen Tann ein. Eine Meile davon, in dem weimarischen Städtchen Geisa, liegen 800 Mann Preußen, außer­dem eine große Anzahl in dem ganzen Amtsbezirk und rückt noch täglich Cavallerie und Infanterie nach. Hier ist auch die Avantgarde, welche schon eine Feldposten- linie ausgestellt. General Fürst Raziwill steht in Butt­lar, während der übrige Generalstab unter dem Gra­fen v. b. Gröben bereits in Eisenach ist. Daselbst ist auch heute General V. Bonin, der Commandeur des Wetzlarschen Armeecorps, angekommen.

Düsseldorf, 28. Oktbr. (K. Z.) Es ist plötzlich auf ungewohntem, b. h. dir ec te m Wege vom Kriegs- Ministerium an das Commando des 16. Infanterie- Regiments die Anfrage ergangen, in wie kurzer Zeit und in welcher Stärke das Regiment auszurücken im Stande sei? Das wird dem Vernehmen nach in we­niger als vierzehn Tagen und in der Stärke von 25- bis 2600 Mann geschehen können.

Coblenz, 28. Okt. (Cobl. Z.) Wir vernehmen so eben aus guter Quelle, daß der Befehl bei den Landraths-Acmtern des Regierungs-Bezirks eingetroffen ist, die jüngere Mannschaft d er Landwehr zum Dienste ein unberufen.

Hagenow, 23. Oct. DieMecklenburger Zeitung" meldet;Nach einer gestern Abend hier eingetroffenen telegraphischen Depesche aus Berlin haben sich sämmt­liche Abtheilungen des in und um Hagenow, Witten­burg, Zarrentin und Gadebusch stationirten preußischen Füsilierbataillons des 7ten Regiments heute hier ver­einigt und sind^sofort per Eiseubahu nach Berlin be­fördert worden. Dem Vernehmen nach ist dasselbe, wie auch das in und um Boitzenburg liegende Musketier­bataillon desselben Regiments, das in den nächsten Ta­gen nachfolgen wird, bestimmt, zu dem bei Erfurt ver­sammelten Truppencorps zu stoßen."

Berlin, 27. Oktober. (Lith. Corr.) Der hiesige Hannover'sche Gesandte ist, wie heute vom Neuem ver­sichert wird, zur Uebernahme eines Portefeuille in dem von Hrn. v. Münchhausen zu bildenden Cabinete berufen.

Luxemburg, 25. October. (Köln. Ztg.) Der Prinz Heinrich der Niederlande ist vorgestern hier ein- getroffen und hat durch die Eidesleistung auf die Ver­fassung seine Statthalterschaft angetreten. Sein Em­pfang war weit davon entfernt, ein freundlicher und herzlicher zu sein, ungeachtet der Prinz denselben in seiner Rede vor der Kammer als einen solchen bezeich­nete. Im Uebrigen sagte er, er wisse, wie sehr das Land an seinen Institutionen und an seiner Nationa­

lität hange und dasselbe möge seine Anwesenheit alS eine Gewähr für die Aufrechthaltung derselben ansehen und ferner,er erfülle die Intention Sr. Majestät, wenn er dem Großherzogthume die Vortheile seiner nationalen Institutionen in ihren Relationen zn Deutsch­land, mit dem es durch die Verträge des deutschen Bundes vereinigt wäre, zu erhalten suche."

München, 26. October. (N. D. Ztg.) Dastäg­lich erwartete Einrücken der Oestreicher ist bis jetzt noch nicht erfolgt, und wie inan vernimmt, hat ein Gegenbefehl den Marsch derselben auf so lange sistirt, bis die zwei Armeekorps in Mähren und Innerösterreich vollständig gebildet und die aus Italien heranziehenden Verstärkungen ein- getrosfen sein werden. So wie dieses geschehen sein wird, soll das Vorrücken der österreichischen Armee in fünf Heersäulen und zwar von Eger, Schär­ding, Salzburg, Jnsbruck über Mittenwald und von Bregenz aus geschehen.

= München, 27. Oktober. Daß unser Herr von der Pfordten trotz aller Prahlereien der offiziellenN. M. Z." io tollkühn nicht ist, wie diejenigen etwa glau­ben möchten^, die nicht wissen, daß er ein echter deut- ^er Professor ist, nur mit einer etwas andern Fär­bung, als Gervinus, Welcker und Dahlmann, können sie daraus ersehen, daß unsere Truppen Befehl er­halten haben, sich nicht aus Kurhessenhinauswerfen" zu lassen, sondern beim Einrücken bei etwaigem Wider­stände der Preußen nicht feindlich aufzutreten, son­dern sich freundlich zurückzuziehen, indem der Krieg noch nicht erklärt sei! Halten Sie dies für keinen fri­volen Spaß; es ist die Wahrheit! Ich will damit freilich nicht gesagt haben, daß Herr von der Pfordten sich nicht morgen vielleicht schon demHerauswerfen" widersetzen wird, doch gewiß nicht ohne die Nähe der Oesterreicher und ohne allerhöchsten Befehl aus War­schau. Die Antipathie gegen diesen Feldzug steigt im Volke mit jedem Tage; unsere Soldaten, die aus den Bräuereien ans Hinauswerfen gewohnt sind, werden diesmal gern eine Ausnahme machen und sich gern hinauswerfen lassen, wenn es zum Besten der Verfas­sung geschähe; aber dies ist leider die Frage! Wer kann Preußen vertrauen, das sich selber nicht vertraut?

München, 27. Oktober. DieAugsb. Abendz." meldet, daß Graf Bray nach Warschau gesendet und eine Ordre^an das Corps am Main und dem Rhön- gebirg erlassen sei, wonach diese vorläufig die kurhes­sische Grenze nicht überschreiten solle.

München, 27. Oct. (Agsb. Allg. Z.) Nachrichten aus Venedig und Verona vom 24. und 25. October bestätigen die Meldung von Truppenbewegungen in der Richtung von Tyrol und Steiermark.

Würzburg, 29. Oct. (W.Z.) Heute Vormittag trafen ^Bataillon des 4ten und 1 Bataillon des 6ten Jiif.-Reg. von Nürnberg hier ein, die sofort mainab- wärts weiter befördert werden. Auf morgen wird das 1te Bat. des Jnf.-Reg. König hier erwartet.

Ansbach, 26. Okt. (W. Z.) Die gestern hier eingetroffenen 4 Escadrons des 4. Chevaurlegers-Re- giments, welche von hier aus über Neustadt a. d A nach Bamberg gehen sollten, haben Gegenbefehl erhal­ten, und werden nun morgen über Markt Bürgel ih­ren Marsch nach Schweinfurt fortsetzen. Das 2. Ba­taillon des Infanterie-Regiments König, welches heute noch dahier einrücken wird, geht gleichfalls wieder morgen von hier in der Richtung gegen Würzburg ab.

Ulm, 28. Oktober. (II. Ztg.) Dem Vernehmen nach ist heute Vormittag auch hierher ein Einberu­fungsbefehl gelangt. Von den Beurlaubten der hier garnisoulrenven drei würtembergischen Infanterie- regimenter (3. 5. 8.) sind zu jeder Compagnie, beider bisher circa 50 Mann mit den Unteroffizieren präsent waren, heute 46 Mann einberufen worden, die Einbe­rufungsschreibon für die übrige Mannschaft liegen pa­rat. Diese Einberufung der Beurlaubten soll bei allen Regimentern stattfinden und Viele glauben an einen Ausmarsch auch der würtembergischen Truppen.

Karlsruhe, 26. Oktbr. (A. A. ZZ Vor eini­gen Tagen kam von der preußischen Regierung die bestimmte Forderung ein, daß die badischen Bataillone, welche noch in hiesiger Umgegend in Cantvniiirungen liegen, sofort nach Preußen abmarschiren sollen. Der badische Kriegsminister, Oberst v. Roggenbach, hat sich dieser Forderung mit Nachdruck entgegengesetzt; wahr­scheinlich ist daraus die Collision entstanden, welche die Entlassung des Herrn Klüber herbelgefüprt hat.

^Mannheim, 28. Oct. Der Würfel ist gefallen auf dessen Wurf schon lange so mancherlei hindcutct/ Daß eine Kluft zwischen dem Prinzen von Preußen und dem Hofe vorhanden sei, bewies die Ncbersiedelnng des Gefolges und Hauptquartiers vom Schlosse in Karlsruhe nach Coblenz. Aber noch immer konnte der Großherzog sich zu keiner Entscheidung entschließen da erfolgten die Zusammenkünfte in Bregenz, wo der Kö­nig von Württemberg als Befehlshaber des 8ten deut­schen Armeekorps mit Fußung auf die Bundes- militärverfassnng auf das Zurückziehen der Preußen und die Heimkehr unserer Truppen drang. Das Auf­geben der Union von preußischer Seite kam hinzu: es erhellte^daraus, daß die preußische Regierung sich in ihrer Ohnmacht jeden mutigen Schritt werde ge­fallen lassen. Dennoch nahm der Großherzog immer noch Anstand, als sehr charakteristisch eine Hof-