yoHdknr inan den nächsten Zweck dieser Demonstration erreicht hat, auf Reklamation der französischen Neqie- rimg die Erklärung erfolgt, das Manifest sei unecht und der Graf von Chambord denke nicht an Politik.
* Paris, 22. September. Das Manifest der Le- gitimisten, das jetzt als echt und offiziell betrachtet werden darf, bildet das Creianiß des Tages. Herr von Larochcjacquelin hat seine Ercomimlnifation ans dem Rath der Fünf („comité des cinq“) nicht ruhig hninehinen wollen, sondern auf die an ihn im Eve* nement gerichtete Frage, was er gegen die Verdam- mung seiner Lieblingsidee, der Berufung ans Volk ein- wenden wolle, nachdem dieselbe vom Graf Chambord selbst als „eine Verleugnung des großen nationalen Prinzips der monarchischen Erblichkeit" bezeichnet worden sei? Larochejacqutlin hat sogleich in schonender Sprache, doch in energischen Ideen geantwortet. Er erkennt das Manifest als offiziell an, erklärt sodann aber daß die in demselben niedergelegten Grundsätze sowohl dem Prinzip der Freiheit, wie der Autorität zuwider liefen, und daß seine Grundsätze denjenigen, für welche
man hier von ihm Gehorsam heische, jchnnrstraks zu- wider seien. Sodann vertheidigt er die von ihm vorgeschlagene Berufung an die Ration, die kein revoln- tionarer Akt, sondern eine Maaßregel sei, ganz geeignet, daß das Volk den Repräsentanten der 900 Jahre alten Monarchie zurückweise. Schließlich erklärt er: „Es wird mir erlaubt sein, zur Befriedigung meines Gewissens daS politische Symbol, welches bis jetzt den Glauben meines ganzen Lebens hatte, zu behalten; aber dasselbe wird nie- mals Geltung finden, wenn dieses Manifest in Ausführung gebracht wird!" Es unterliegt wohl kaum einem Zweifel, daß diese Erklärung kein vereinzelter Schritt bleiben wird: die übrigen jüngeren Mitglieder der.National-Versaminlnng werden gleichfalls das sich Joch des Herzogs von Levis und des Marquis von Pastorat nicht aufbürden lassen können, ohne sich jede politische Zukunft zu rauben. Es ist jetzt offenkundig, daß der Prätendent keine Ahnung von dem Umschwünge hat, der seit 1848, geschweige denn von dem, der seit 1789 in Frankreich erfolgt ist. Das Manifest führt
ginz die Sprache, welche Lonis XIV. in seinem Pg, laste zu Versailles etwa geführt hätte, wo Frankreich noch für eine bloße Domäne des Königs qalc. Stibstrie .Assrintilee nationale" kann nicht umhin dirseüMa- nifksi für eine Dummheit zu erklären , sie meint, vas Aktenstück, welches die oft ntliche Meinung io leidig bp. fdmftige, könne unmöglich vffizn'lle» Charakter haben, dem, „unmöglich könnten vie R thgeber des Herrn v. Cham, bord das 19. Jahrhundert mit der politischen Sprache des 17. überzeugen und erobern wollen. Da Frankreich eines Sully so sehr bedürfe, wie könne man ihm da eitlen Herzog von Macas anfznzivängen sich ein fallen lassen? Aber die Herren vergessen, daß Chamboed ein „hoinme-principe“ ist, ein Pemzipawnsch, der so reden muß, wenn er überhaupt noch mitteten will.
Die piemontesischen Blätter beobachten noch immer tiefes Schweigen über die Vorgänge in Cagliari; wir erstatten noch immer keine Gewißheit, ob der Erzbischof in Haft ist oder nicht; nur die Gerüchte von einem blutigen Kampfe werden als grundlos bezeichnet.
Bekanntm a ch u n g e n.
«186) Edictalladung.
Den Concurs über das Vermögen des Wilhelm Heilhecker und seiner Ehefrau Philippine, geb. Schön von Rückershausen betr.
Nachdem das amtliche Concurserkenntniß gegen den Wilhelm Heilhecker und dessen Ehefrau Philippine, geb. Schön, nunmehr rechtskräftig geworden ist, wird Termin zur Geltendmachung dinglicher und persönlicher Ansprüche auf
Donnerstag den 31. Oktober l. I., Morgens 9 Uhr, dahier anbcraupit, bei Vermeidung des ohne weiteres Dekret cintretcnden Ausschlusses von der vorhandenen Masse.
Künftigen Donnerstag den 26. Septbr., des Nachmittags 2 Uhr, läßt der Besitzer der Mühle zu Clarenthal eine Quantität Aepfel von den vorzüglichsten Sorten auf seinen ganz in der Nähe des Klosters gelegenen, zur Gemarkung Dotzheim gehörigen Grundstücken, bauinweise an den Meistbietenden versteigern.
Der Sammelplatz ist in dem Wirthshause zu Clarenthal.
Dotzheim, den 20. Septbr. 1850. (1214) Der Bürgermeister Schwein.
(1210) Bei Metzger Hees — Nerostraße — können einige junge Leute, die das Gymnasium, oder den Hof Gcisberg besuchen, Kost und Logis erhalten.
Wehe», den 9 September 1850.
Herzoglich Nassauisches Justiz-Amt | Sid)tbllbét Hilf ^Üpt^p, Appel. I Kirchgaffe Nro. 31 zu Wiesbaden. (936)
(1209)
Theatevanzeige.
Die aus der diessahrigen Gewerbeausstellung zur Verlosung ausgewählten Gegenstände bleiben noch während dieser Woche zur Uuentgelvlichen Ansicht ausgestellt und sind fortwährend Loose im Lokal der Ausstellung und bei Hrn. I Haas zu beziehe».
Wiesbaden, den 23. September 1850.
(1206) , ______________________ Die Gewerbe - Ausstellungs - Commission.
'^ Frankfurter Journals
Auf das „Frankfurter Journal" und die „Didaskalia" beginnt am 1. Oktober ein neues Abonnement. — Die ausgebreiteten Verbindungen des Blattes, zu welchen in neuerer Zeit die von uns direkt bezogenen telegraphischen Nachrichten und Bsrsencourse von ver. schiedenen Hauptplätzen des europäischen Coutlnents kommen, sowie drei durch Dampfkräfte getriebene Doppel-Schnellpressen setzen es in den Stand, alle Nachrichten aus der Nähe und Ferne aufs Schnellste und in möglichster Vollständigkeit mitzutheilen. Das „Frankfurter Journal" erscheint regelmäßig zwei Mal des Tages; treffen wichtige Nachrichten ein, so wird ein Extrablatt ausgegeben.
Diese Blätter kosten vierteljährig 2 fl. 30 fr., auswärts, vermöge der neuen Post-Convention, bei allen deutschen (auch österreichischen) Postämtern 2 fl. 33 kr. oder 1 Thlr. 13 Sgr. 8 Pf. oder 2 fl. 8 kr. C.-M., ausschließlich der gesetzlich bestehenden Stempel- und Bestellgebühren. '
Durch die ungemein starke Auflage des „ Frankfurter Journals " genießen die ihm übermachten Bekanntmachungen der verschiedensten Art die nützlichste und weiteste Verbreitung.
Frankfurt a. M., im September 1850.
In diesem Blatte ist wiederholt die Behauptung ausgestellt worden, die lebhafte Betheiligung des Publikums am Winter-Abonnement des Theaters sei nur in dem Glauben erfolgt, daß Fräulein Franziska Rummel engagirt sei oder werde. Obgleich die Unterhandlungen mit der genannten Dame bereits abgebrochen waren, als die Abonnementsliste aufgelegt wurde, so erscheint cs der Thcatercommission doch als unbillig, die Abonnenten, welche sich nunmehr in ihrer Erwartung getäuscht sehen, festznhalleu und fordert sie dieselben hiermit öffentlich auf, binnen drei Tagen ihre Namen in der Liste auslöschcn zu wollen, damit über die Plätze anderweitig verfügt werden kann. Die Theatercommission.
(1205)
Einladung zum Abonnement auf das Mainzer Tagblatt.
Mit dem I Oktober beginnt das vierte Quartal pro 1850 auf das „Mainzer Tagblatt." Wir benachrichtigen daher die geehrten Leser unseres Blattes, daß sie vor Ablauf dieses Monats ihrc Bestellungen, Auswärtige bei den betreffenden Postämtern, für Mainz bei der Er- pcdition, machen wollen.
Die Tendenz d.s Blattes: politische und religiöse Aufklärung zu verbreiten, bleibt unverändert dieselbe, daß dies auch der Wunsch des aufgeklärten Theils un erer Mit- bürger ist, dafür zeigt die große Verbreitung des „Mainzer Tagdlatts" in Stadt und Land.
Der AbonnemcntSprcis beträgt für Mainz monatlich (sammt Trägerlohn) 30 kr. Durch bie Post bezogen 1 fl. 15 kr. vierteljährig. Ankündigungen werden mit 1 kr. die Zeile oder deren Raum berechnet.
g^5=> Tie seither unter dem Titel Ertra - A usgabe erschienene Sonntagsnummer wird vom 1. Oktober an unter dem Titel:
Soiintagsblcitter,
zur Forderung allseitiger Aufklärung und wahrer Religiosität, erscheinen unb mit der Sonntagsnummer ausgegeben werden. Abonnenten erhalten die Sonn- tagsblättcr gratis, für Nichiabonnenten haben wir ein Abonnement von 24 kr. per Vierteljahr oder 1 ft. 36 kr. für den Jahrgang eröffnet. Bestellungen wolle man bei den betreffenden Poststellen und in Mainz bet der Erpeduion machen.
Mainz im September 1850. Die Expedition.
Hilferuf an alle Mens chenfreuride.
Ein großes Unglück ist am 17. b. M. in Elz, Herzog!. Nass. Amts Hadamar, geschehen. Mittags 12 Uhr brach Feuer aus und griff, vom Winve begünstigt, so rasch um sich, daß in einigen Stunden 52 Wohnhäuser, 25 Scheunen, 74 Viehställe und 4 HolzremiseN ablnannten. Dadurch sind 340 Personen obdachlos geworden; Viele haben alle ihre Habseligkeiten verloren und nur das, was sie auf dem Leibe trugen, gerettet. Feldfrüchte, Heu, GrummetZc. sind ein Raub der Flammen geworden. Das Elend ist unbeschreibl ch, die Nolh furchtbar, schreiend, und der Winter vor der Thüre. Unser Hilferuf ergeht au Euch, ihr Menschenfreunde, nah und ferne, eilet und helfet, soviel Ihr könnt und womit ihr könnt. Kommet Euren unglücklichen Brüdern nicht allein mit Geld, sondern auch mit Lebensmitteln, Kleidungsstücken, Saatfrucht, Fütterung, Stroh n. s. w. zu Hilfe. Die geringste Gabe nehmen wir dankbar entgegen und versprechen die gewissenhafteste Vertheilung. Ser Ausschuß zur Unterstützung der Abgebrannten:
Relserth, Prarrer. Arnold, Bürgermeister. Monno, Lehrer. Braun, Weimer, Müller, Göbel, Gemeinderäthe. Anton Schneider. Konrad Faust. Georg Berueiser. Philipp Bausch. Arnold, Wirth.
(1200)
(1195)
Einladung zum Abonnement
auf die
Mainzer Zeitung.
Wlit Anfang des nächsten Monats beginnt ein neues AbonnÄent auf die Mainzer Zeitung Die Interessen, welche sie bis jetzt vertrat, werden auch ferner eine entschiedene Vertheidigerin iit ihr finden. Die Sache des Volkes bleibt die ihrige.
Bestellungen befallen Postämtern Deutschlands (für Frankreich bei G. A. Alexandre in Strasburg, Brandgape Nro. 28, und bei demselben in Paris, rite Nötre-Dame de Nazareth 23) bitten wir möglichst bald zu machen, weil nur bei rechtzeitigem Eintreffen der Bestellung in Mainz auf vollständige Exemplare gerechnet werden kann.
Der vierteljährige Pränumerationspieis beträgt für Mainz 2 Gulden. Im Großherzvglhum Hessen, der Provinz Hanau, in Nassau, Hesse» - Homburg und Frankfurt erlassen die Postämter daS Blatt zu 2 fl. 30 kr. vierteljährig, während in entfernteren Gegenden der Postaufscblaq sich ver- hältnißmâßig erhöht.
Ankündigungin werden mit 4 Kreuzer für bie vierspaltige Petitzeile oder deren Raum berechnet.
Mainz, im September 1850. Die Expedition der Mainzer Zeitung/
Frankfurt.
Cours her Staatsp ap iere.
Schluß der Börse.
Den 23. September 1850.
vCl.
Papier
Geld
Den 23. September 1850.
pCl.
Papier
Geld
Oesterreich
Preußen Bayern b itrtemb.
Baden
Metalliqueo Obligationen .... „ „ • • • *
// " ....
Wiener Bank-Actieu..... 500 fl. Loose........
250 fl. L.rse von 1839 .... Bethiuännische Obligationen . . .
50 Thaler Prämien-Scheine . . . Staats-Schuld-Schcine a 105 . , Obligationen........ Bexbacher Eiseubahn-Actieu . . . Obligationen ........
Obligationen . .......
Lotterie-Anlehen a 50 fl. von 1840 35 fl. Loose vom Jahr 1845 . , .
4% 4
3
2%
3
4
4%
3% 3%
4% 3%
5
3%
«0% 70% 64% 47% 43
1191
157
101
86% 84% 79% 98% 84
101% 82 53% 31%
80% 70% 63 1 47 1
42%
1181
156%' 100%
66
76
113
86% 84% 79% 98%
83%
101% 81%
52%;
31%|
Darmstadt
Kurhessen Nassau
Frankfurt
Holland
Spanien Polen
Sardinien
Obligationen........
Lotterie-Anlehen von 50 fl. . . . 25 fl. Loosè ........ Friedr.-Wilh.-Nordbahn ohne Zins. 40 Thaler Loose bei Rothschild . . Obligationen........ Obligationen bei Rothschild . . .
ditto 25 fl. Loose . . .
Obligationen........
bitte von 1839 ....
bitte von 1846 ....
Tamius-Cisenbahn-Actien â 250 fl. . Jntegr.-Obligatiouen..... Syndicats......... Innere Schuld neue Obligationen . Lotterie-Loose 300 ...... bitte 500 ......
36 Frs. Loose bei Gebr. Bethmann
3% 4
4%
4
5
3%
3
3% 3%
2% 3%
3
85% 90% 96% 79 29
42% 31% 103
88% 26% 81% 94% 92
307 57%
34%
81% 33%
85
90 95% 78% 28% 41% 31%
102% 87% 26% 81% 94% 91%
305
57 88%
34
137 81% 33%
Cours der Wechsel. Den 23. September.
Kurze Sicht
Zwei Monat
Gold- unv Silber-Sorten.
fl.
kr.
Briefe
Geld
Briefe
Geld
Neue Louisd'or............
Friedrichsd'or . ............
Ducaten..............
20 Frank-Stücke ...........
Holländische 10 fl. Stücke........
Englische Souverains ..........
Laubthaler .............
Preußische Thaler . , ...... . .
5 Franc-Thaler ............
Hochhaltiges Silber....... .
11
9
5
9
9
11
1
2
24
(Frk
6
47
36
29
50
53
45%
21
30
f.J.)
Amsterdam, 100 fl. Cn. . . . Augsburg, 100 fl. Crt. - . . Berlin, 60 Thlr...... Bremen, 50 Rthlr. in LoutsVor. Hamburg, 100 Mck. Bw. . . . Leipzig,'60 Thlr^ .....
„ in der Messe .... London, 10 Livr. St..... Lyon, 200 Fr....... Paris, 200 Fr. . < . . . Mailand, 250 Lir. Austr. . . . Aren, in 20r 100 fl. C.-M. . .
eonto . . . .....
120
98%
105%
119%
94%
94%
101%
99%
105 % 98% 88
105%
119%
99
87%
2%
^(1212) Ay Pferd ist billig zu verkaufen.
Näheres zu erfragen im Badhaus zum Schwarzen Bock
#rtiiilj|to^
dahier.
(1211) Ein schönes, gut gehaltenes, fast zusammenliegendes Wein- und Ackergut von 25 bis 27 Morgen vorzüglicher Lage im Rheingau, versehen mit 2 Wohnhäusern, Gärte» und Oekonomiegebäuden ist billig und unter annehmbaren Bedingungen zu verkaufen. Wo und wie? sagt Heinrich Philipp Roth in Wiesbaden am Geisbergweg, u. in Mainz Max Hirsch, Clarastraße.
""' Verkauf.
Es steht ein in bestem Zustande und gutem Ton befindliches Forte-Piano, s j welches 3 Veränderungen _______________hat, billig zu verkaufen. Steingasse Nro. 26, eine Stiege hoch.
(074) In der unterzeichneten Buchhandlung ist vorrâthig:
Das Ungarlied.
Gedicht von C. H. Schn ausser.
Musik von H. Vincent.
Preis: 18 kr.
H W. Ritter'sche Buchhandlung.
Verantwortlicher Herausgeber und Verleger C. Ritter. — Druck der 6. Rttter'schen Buchdruckerei.