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Freit Leitung.

Dreiheit und Recht!"

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^ 2DZ. WiesdaSen. Dienstag. 8. September 1850.

DitFreie Zeitung" erscheint, mit Ausnahme des Montags, ta^u# in einem Äogen. Oer Adonnementspreis wârtS durch die Post bezogen mit verhältntßmâßigem Aufschläge. Inserate werden bereitwillig ausgenommen und find bei der samem Erfolge. Dir InserationSgedü-ren betragen für die vterspalttge Petttzeitr 3 Kreuzer.

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deträgt vtert«ltä-rtg hier ta Wiesbaden 1 fl. 45 kr ans großen Berbrettimg derzr,ten Zeltnng" stets von wirf.

Die praktische Durchführbarkeit der sozia­len Ideen.

^: Wer nach den Auseinandersetzungen unseiec letz­ten Artikel noch immer an der Lebensfähigkeit der so­zialen Ideen zweifeln sollte, den verweisen wir auf die im großartigsten Maßstabe angelegte über ganz Deutschland âuSgebreitète A ssoz i a ti o n ver Ciga r re n a rb e i ter. Wie wir vernommen habe», ist diese Assoziation von den größern Fabrikherrn sehr begünstigt worden, da dieselben in iyrdas Mittel erblickten, das Auftauchen allzuvieler kleiner Fabrikanten zu verhindern. Im gegenwärtigen Augen­blicke ist diese Assoziation aber schon so mächtig, daß sie den größten Fabrikanten ebenbürtig gegenübersteyt. Die Bei­träge der äußerst zahlreichen Mitglieder waren bald zu einer solchen Summe angewachsen, daß einigeB erei n s fabri- kcn gegründet werden sonnten. Die Verwaltung dieser Fabriken wird durch Mitglieder der Assoziation besorgt. Jedes Mitglied kann in einer solchen Fabrik Beschäf­tigung finden, wenn ihm dies auf den: Privatwege nicht gelingt. Damit aber nur Diejenigen die Ver- einsfabriken als Zufluchtsstätte aufsuchen, welche trotz aller Anstrengung keine Arbeit finden konnten, zahlt jede solche Fabrik einen etwas kleineren Vohn als die Privatfabriken. Diese letzteren stehen aber in der Weise mit den Fabriken der Assoziation in Ver­bindung, daß sie sich an diese wenden, wenn sie Arbeiter nöthig haben. Außer vieler Garantie der Ar­beit bietet die Assoziation ihren Kranken und Arvcits- unfähigen Pflege und Unterstützung. Auch hat der Verein sein eigenes Organ,Concordia", in welchem die Aereinsangci egen neuen sowie die sozialen Ideen allseitig besprochen werden. In diesem glatte wird zugleich das siuliche Verhalten der Mitglieder überwacht. Jeder, von dem es bewiesen ist, daß er durch irgend eme Gemrm- bdt sich beschmutzt hat, wird sofort aus der Micgliedcr- biie gestrichen.

So kann der Arbeiterstand sich selbst helfen, so kann er durch vernünftiges Verbinden seiner Kräfte eine Achtung gebietende Macht werden. Wie mächtig muß, ganz abgesehen vom materiellen Gewinn, das Selbstgefühl des Arbeiters und Damit sein Werth als arbeitendes und sittliches Wesen gehoben werden, wenn er sich als Glied einer so kräftigen Genossenschaft, als Theilnehmer eines großartigen Unternehmens fühltV Alle octroyirte Glückseligkeit, alle von außen kommen­den Erlösungswerke vermögen dieses Gefühl, daS zu­letzt die Mutter alles Großen und Schönen lst, nicht hervorzurufen. Es ist von unendlichem Werthe für dieGe- staltung der Zukunft, daß der Arbeiterstand diesen Weg der Selbsthülfe gefunden, daß er ihn hie und da bereits mit großem Mr folge deichritten hat. Hat er nur ein­mal seine Kraft erprobt, hat er nur einmal in den Assoziationen sich alsStand" gefühlt, ich möchte sa­gen: die Bekanntschaft seiner Selbst g e- ma cht, dann wird er nicht mehr nach Erlösung seuf­zen, er wird sofort das Erlömngswerk selbst in An­

griff nehmen. Man wird dann sagen können:der R l e s e hat w i e d e r die Mutter berührt und es wuchsen ihm neu die Kräfte." Das Räthsel, daß so oft und so lange die große Mehrheit des Vol­kes von einer geringen Minderheit beherrscht werden konnte, findet ganz einfach in dem Umstande seine Er­klärung, daß die Majorität zersplittert war, die Min­derheit aber organisirt als Assoziation dastand. Das Mönchswesen, das Soldatenthu in die B u- r e a u k r a t i e sind lauter Assoziationen gegen das Volk. Der F u r ft e nd u n d bildet die Spitze dieser Assoziationen. Dem unorganisirten Volke sind sie gewachsen, dem orga- nisirtenBolke, denverbünveten Völkern ge­genüber werden sie auseinanderstieben, wie die Spreu vor dem Sturme. Für das Volk, das nun hie und da angefangen hat, sich zu assoziren, wäre es âußerft lepr- reich, wenn ihm die Assoziationen seiner Feinde in allen ihren Einzelheiten vor Augen geführt würden. Eine Geschichte, welche das ganze Wesen derAssozia­tionen gegen das Volk" enthüllte, wäre derprak- tischste Ftkhrer und Leiter in die Zukunft.

Deutsche«» E.

* Wiesbaden, 2. Sept. Heute wurden dahier die außerordentlichen Assisensiyungen eröffnet. Sie heutige Prozedur werden wir in der morgigen Nummer aus- füyrliw mitlhellen.

Frankfurt, 1. Sept. (Fr. I.) Gestern Abend ist ein f. öftere. Gwiuelscvnrier Hier ringet rossen und hat Depeschen für Graf Thun und die österreichischen Bun- ccscommissarnn überbracht.

Frankfurt, 2. Septbr. Der eugeri: Bundesrath wird sich heute Vormittag constituiren, sofort in Thä­tigkeit treten und die zur Ausübung der zu seiner Com- petenz gehörigen Befugnisse erforderlichen Maßregeln ergreifen.

# Köln, 1. Sept. Die schonungslose Polemik der Kölnischen Zeitung sowohl gegen die stets zunehmende Schwachheit des Berliner Kabinettes, wie gegen die Politik Oesterreichs in allen deutschen Fragen verdient Beachtung, weil sie ein sicherer Beweis von der zu­nehmenden Erbitteaung der Bourgoifie in Preußen ist. Bis zu welcher Heftigkeit der Zorn des konservativen Blattes bereits gediehen ist, beweist folgende Corre- spondenz der Köln. Ztg. aus Berlin Vom 29. August: Sie haben in Ihrem Blatte bereits die Unterzeichnung des LondonerRaub-Protokolls" durch Oesterreich ge­würdigt. ES ist allerdings dabei bemerkt worden: ohne den Rechten Deutschlands etwas zn vergeben"; aber was bedeutet diese Phrase im Munde eines Schwarzenbergs Die Rechte Deutschlands schließen in sich das Recht der legitimen Erbfolge in den Herzog- thümern, das Recht ihrer Untrennbarkeit. Diese Rechte gedenkt Oesterreich um einen Judas-Schilling zu ver-

kaufen, und, was das Niedrigste dabei ist, nicht aus Haß gegen die Herzogthümer, sondern aus Neid gegen Preußen. Sollte ein deutscher Oesterreicher diese Zei­len lesen, er jei versichert, kein kindischer Partikularis- mus leitet hier die Fever, sondern die sittliche Ueber­zeugung von der Unwürdigkeit des Wiener CabinetS Ganz Preußen ruft bereits:Der Nachgiebigkeit ist genug!" aber elende Wichte spekuliren auf vas Friedens- gemüth des Königs von Preußen, um ihm neue Schwierigkeiten, neue Verwicklungen zu bereiten. Diese Worte werden die Ohren des Ezaren vielleicht nicht erreichen, aber aussprechen wollen wir, daß er gegen das Ende seiner Regierung sich selbst um den Ruhm eines selbstständigen Charakters gebracht hat, daß durch die Unterzeichnung des Lonvouec Protokolls klar ge­worden ist, wie nicht Die Prinzipien des historischen Rechts, sondern kleinliche Eifersucht gegen Preußen Die Handlungen des Kaisers leitet. Also Die Politik, nicht das Recht entscheidet. Wir meinen, die Politik ist eine sehr kurzsichtige, welche zwei Der Macht nach fast gleich starke Ratioualitäteu zusammenfesseln tvillj dürch Die Vernichtung der Rechte der einen Partei. Ja, wären Die Herzogthümer allein, es möchte gehen. Aber so lange das deutsche Volk in eigenen staatliche» Ver­bänden dahinter fiept, wird es nichts ablassen, selbst gegen den Willen der Regierungen seine Brüder in den Heezogthumern zu starken und zu stützen. AuS Ziücksichten des euivpaischen Gleichgewichts sollen ^Dic Herzogthümer der legitimen Erbfolge beraubt werden. Dänemark soll gestärkt werven. Aber kann da von einer Stärkung Die Rede sein, wo die Bewohner der Herzogthümer Die Feuwe des dänischen Staates find- Man denke, Rußlano führte Krieg gegen ein mächti­ges polnisches Königreich: ob va wohl die Polen im russischen Heere gegen ipre Stammesgenossen großen Helvenmuth entwickeln wurden - Waltet nun nicht das­selbe Verhältniß zwilchen Dänemark und Deutschland ob- Welche unsinnige Politik ist es, zu wähnen, daß Die Macht Dänemarks ourch Die Herzogthümer erstar­ken sollte! Die fremden Mächte bewirken durch Die Vernichtung der legitimen Erbfolge das Gegentheil ih­rer Absicht. So lange ein deutscher Staat besteht, werden wir Die Herzogthümer nicht verlassen! Oester­reich hat nun durch die Unterzeichnung des Protocolls den Gang vorberelten wollen, auf dem wir es in der deutschen Frage antreffen werden. ES tritt mit seinen Genossen zum engeren Rathe zusammen, ratificirt den Frieden mit Dänemark, veranlaßt dadurch die fremden Mächte zur Aufforderung, die Ruhe in Holstein herzu- stellcn, und benutzt diese Aufforderung als eine Aner­kennung des engeren Rathes, âlso der Eristenz des Bunvestages. Sie wissen bereits, daß von Preußen die Ablehnung, den Bundestag zu beschicken, erfolgt ist. Beachteuswerth ist das Einladungsschreiben, weil es einen besonderen Zusatz enthält, der ein unfreiwil­liges Verbleiben der UnionS-Genossen bei Preußen vorauSsttzt. In wenigen Tagen steht die Beröfsentli-

e r f d) i e b e n e â.

Obrist Asztalos. (Md. fr. Pr.) Es war im Anfang des ungarischen Krieges, beiläufig zur Zeit, als Windischgrätz bereits Pesth eingenommen, und die Aktivität der ungarischen Regierung etwa 30 Mei­len hinter Pesth, umgeben von einer Gesammtmacht von circa 25,000 Mann ihren Wirkungskreis bis Arad im Banat ausgedehnt hatte Hier wurden die Un­garn von den kroatischen und slavonischen Grenzregi­mentern (die österreichische Südarmee) mit großer Uebermacht gedrängt, und man sah die Nothwendig­keit ein, um jeden Preis die schwache Festung Arad, als den einzigen und äußersten Standtpuukt im Rü­cken , und mit dieser den Rücken nach Siebenbürgen zu offen zu erhalten. Es wurde also vor Arad ge­gen die längs dem linken Ufer der Donau und aus Slavonien und vom Bakonierwald her anrückenden immer stärker werdenden Oesterreicher eine Haupt­schlacht angenommen und geschlagen. Die Ungarn wurden im Centrum und rechten Flügel mit großer Uebermacht zurückgedrängt räumten Arad, und wichen auf allen diesen Punkten besiegt vor dem sie heftig verfolgenden Feinde auf eine Stunde Weite hin­ter die Stadt und in nordöstlicher Richtung zurück. Den linken Flügel der ungarischen Armee, bestehend aus einem Bataillon Houved, zwei Kanonen und ei­nem kleinen Haufen Czikos, fommauDirte der Obrist

1 Asztal os, ein junger, durch und durch gebildeter i Soldat. Dieser gewahrte, daß die Oesterreicher in der Verfolgung des un .arischen Centrums und rechten Flügels zu weit gegangen, ließ die ihn befchästigende feindliche Truppenabtheilung stehen, und schlug sich nunmehr im Rücken des Feindes mit Blitzesschnelle auf Die von letzterem eroberte Stadt.

Was hier nun geschehen, davon werden noch nach Jahrhunderten die Söhne des Landes mit heiliger Be­geisterung reden,Asztalos gewann gegen Den vier­mal überlegenen Feind im Sturm Die Stadt, machte Alles nieder, nahm die verlornen und ungarischen Ka­nonen den Oesterreichern wieder ab und rettete durch diese kühne und doch wohlberechnete That daS Vaterland."

Die Trophäen dieses Sieges waren 2 Fahnen und 2000 Gefangene. Asztalos gab hierdurch den damals schon verloren gegebenen Lerhältniffe Ungarns eine andere und entschieden günstige Wendung; wie dies der Verfolg Der ungarischen Kriegsgeschichte beweiset. Dieser junge Held, dessen nachheriges militärisches Wirken immer im Einklänge mit dieser seiner ersten Helventhat stand, sand bei dem unglücklichen Ausgange des Krieges mit vielen Andern auch die Gelegenheit, dem Henkerbeile und nach London zu entfliehen, wo er sich bis etwa vor einem Monate, fern von jeder politischen Verbindung ruhig und zurückgezogen aufhielt.

Weit vom geliebten Heimatlande, an welches ihn noch andere heilige Bande fesselten, reichten seine kar»

I gen Mittel nicht hin, den kostspieligen Unterhalt in London für die Länge zu fristen. Dazu gesellte sich denn auch noch seine unendliche Sehnsucht nach der Heimat, weshalb er, müde geworden, länger seine Emigranten-Laufbahn fortzusctzen, den freilich sehr ge­wagten Entschluß faßte: unter fremdem Namen und Paß nach Hause zu reisen. Vor etwa einem Monat also trat er dieses allerdings große Wagstück an, ver­ließ London und gelangte glücklich bis nach Berlin, wo er aber, und zwar noch im Eisenbahnhofe arretirt und unter Escorte sofort nach Wien and geliefert worden ist.

(Zur Gehei >n geschichte des preußischen Hofes) wird demWanderer* aus Berlin geschrieben: Es ist bekannt, daß unter den Personen tu der unmil- tclbarc» llmgebung des Königs, welche euren sehr wich­tigen Einfluß auf die Politik Preußens zu erhalten wissen, auch ein junger Mann, Assessor Niebuhr, der Solin eines berühmten Vaters, eine der ersten Stellen einnimmt. Hr. v. Niebuhr ist Privat- oder Geheim» secretär des Mu gs, er führt die Privatcorresponycnzen, welche begreiflicher Weise der Contrasignatur Der verant­wortlichen Minister entbehren, genießt das vollste Ver­trauen und leitet Die Geschäfte des geheimen GabinfU. Hr. v. Niebuhr ist eifriger Pietist, wie man sagt, sogar Anhänger der besäumen Seele der Irviagnmrr und steht . Li sehr vertraulichem Umgänge mit Wagener, dem