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diplomatischen Vermittlerin zwischen Deutschland und Dänemark an. Die Negierung des Kaisers glaubt am ehesten in der Vage zu sein, sowohl den Ansprüchen Wiens, als jenen Berlins zu genügen. Ueöngens wolle es steinen Schritt thun , ohne Frankreich und England fortwährend zu Rathe zu ziehen, und durfte die schleswig-holsteinische Angelegenheit wie dies schon in früheren Auseinandersetzungen jenes Cabinets ausgesprochen wurde nicht aus dem Zusammenhänge mit der deutschen Angelegenheit gerissen werden. La, hüte, der mehrere Male das Wort genommen, unter­stützte die Ansicht des russischen Cabinets und glaubte, Frankreich solle auf den Antrag desselben eingehen, falls England auch damit einverstanden wäre. Die anderen Minister sowohl, als auch der Unter-Präsident bestan­den darauf, die ganze Angelegenheit bis auf die Rück­kehr des Präsidenten zu verschieben. Es ist wahrschein­lich, daß Ludwig Napoleon mit dem Minister der «nswärtigeu Angelegenheiten sich für Rußland ausspre­chen wird.

Paris, 28. Aug. (Köln. Ztg ) Der Minister des Innern hat dem Präfekten in einem Rundsti).eiben an- empfohlcu, in den Sitzungen ter Generalräthe keinen Vorjchlag zu außerordentliche» Ausgaben zu machen oder zu unterstützen, wenn dieselben nicht durch die augenfäl­ligste und dringen sie Nothwendigkeit gerechtfertigt sind. Man kündigt das nahe Erscheinen einer Flugschrift des Grafen von Chamhord,über Frankreich und seine Ge­schicke, über die Organisation des Proletariats und seine ^wzielmngen^ , an. DerNätwnai" enthält ein Schreiben eines Hauptmannes der Nationalgarde zu Montbarb, Chevaune, worin dieser behauptet, daß er auf die Wagendeichsel gestiegen, L. Napolton unter dem Rufe :Es lebe die demokratische Republik!* die Hand gereicht, und daß der Präsident, dieselbe frenndlich an- nehmend, auf sein der demokratischen Republik darge- brawtes zweites Vivat laut genug, um von den Nächst­stehen den gehört zu werden, genantwortet habe:Ja, mein Freund, es lebe ine demokratische Republik!"

Nach demAbend-Moniteur" wird L. Napoleon heute Abends im Elysee eintreffen. Dasselbe Blatt schildert die Fahrt des Präsidenten von Metz nach Ehalons als einen ununterbrochenen Triumphzug, for­dert aber zugleich, weil es das im Allgemeinen un­günstig ausgefallene Ergebniß der präsidciitiellen Reise |

nicht verkennen Za m, die Generalräthe auf, Frankreich zu retten, von dessen Lage und Gefahren es ein ab schreckendes Bild entwirft. Nach den amtlichen Mittheilungen eines Mitgliedes des diplomatischen Corps scheint es gewiß zu sein, daß das Zerwürfniß zwischen den Höfen von Rom und Turin in diesem Augenblicke von Neuem ernste Verwicklungen darbietet. Die auf diplomatischem Wege zur Bewirkung einer freundschaftlichen Beilegung versuchten Unterbaut*hingen sind ohne Ergebniß geblieben.

Paris, 29. August. (K. Ztg.) Heute Morgens um 8 Uhr hat sich General Changarmer nach dem Elysee begeben, wo er eine lange Conferenz mit dem Präsidenten der Republik gehabt. Um 9 Uhr fanden sich die Minister ein, um unter dem Vorsitze Louis Bonaparte's eine Sitzung zu halten. In derselben hat man sehr viel über den Aufenthalt des Grafen von Chambord in Wiesbaden und über die Ankunft des Herrn v. Salvandy daselbst gesprochen. Es scheint, daß man die Verhandlungen der sich dort aufhalten­den Legitimisten überwachen läßt. Einige geheime Polizei-Agenten, die hier in Paris Zutritt in den ari­stokratischen Kreisen haben, sollen sich in Wiesbaden aufhallen, und die französische Regierung soll von al­lem, was dort vorgeht, genau unterrichtet sein. Bei dem Besuche, den der Präsident der Republik dem Erzbischöfe bei seinem Aufenthalte in Rheims machte, kündigte er demselben an, daß er vom Papste 3 Carbi­nalshüte für Frankreich erhalten habe, wovon der erste für ihn bestimmt sei.

DieDebüts" führen heute folgende Aeußerung Louis Philippe's aus seinen letzten Momenten au: Sagen Sie Allen, daß die Eintracht, welche ich un­ter allen Prinzen meiner Familie zu erhalten mich be­müht habe, und die mich hoffentlich überleben wird, das Symbol des unauflöslichen Einvernehmens ist, das zwischen allen rechtlichen Menschen, welches auch ihre Fahne sei, der Partei der socialen Auflösung ge­genüber herrschen muß. Denn leibn", setzte er hinzu, hat die Desorganisation ihre Partei." Mehrere Re­präsentanten von der republikanischen Partei haben be­schlossen, der National-Versammlung die Aufhebung der Verbannungs-Gesetze gegen die Bourbonen mit dem Beifügen vorzuschlagen:daß die Mitglieder der Fa­milie der Bourbonen bei ihrer Ankunft auf dem Ge­

biete der Republik in der gewöhnlichen Form Gehor- sam gegen die Gesetze schwören sollen, bei Strafendes Verlustes der Erlaubniß zu ihrer Rückin-b." Wie mm sagt, wäre dieser Antrag darauf berechnet, den Apfel der Zwietracht zwischen die Orleanisten und Legiy- misten, und zwischen die Prinzen des Hauses Orleans und den Grafen von Chambord selbst zu schleudern, indem er vielleicht die Rückkehr des Prinzen von Zoin! Ville und des Herzogs von Aumale zur Folge haben könnte.

Handels- und Börsennachrichten

Mainz, 30. August. (M.-Ztg.) Wir hatten im Laufe dieser Wache wieder ein sehr belangreiches Geschäft in Getraire und ist solches seit unserem jüngsten Berichte vom 23. V aber­mals bedeutend im Preise gestiegen. Es herrscht dafür eine sehr animirte, fast aufgeregte Stimmung, wie wir salches seit langer Zeit nicht mehr wahrgenammen hatten. Lieseide Erscheinung zeigt sich an fast allen fremden Getraivemäckteu, sa am Nieder­rhein , im Norden, in Holland, weniger in England, ailwa v^e Warenpreise nicht der Art sind, daß wir dermalen dahin erpar- tiren können. Die lebhafte Kauflust findet ihren Grund in dein bereits früher von uns Gesagten: nämlich weniger in Mn mehr aber minder starken Ansfall der Crndie im Allgemeinen, wel­cher zwar immer dazu beitrug, die Spekulation rege zu motten, als in dem beklarenswerthen Umstande, daß die seitherigen aika- gen über Kartasfelnfâulniß sich nicht nur erhalten, sondecu sich vervielfältigen. Die Berichte ans Frankreich , Belgien uns Hei­land, sa wie jene vom Niederrhein, von Westphalen melken uv-u- einstimmend, daß die Kartaff, lfelder von dieser Seuche angesteckt sind, doch gibt man der Hoffnung Raum, daß bei »»haltens trockenem und marinem Wetter dieser Hauptnahrungsstoff sich auch wieder erholen könne, von welchem Umstände der fernere Bei lauf des Getraidchandels hauptsächlich abhängen wird. Wir natire» heute: Waizeen effektiv 9 V4 fl., per Oftober 9% fl., per März 10 fl., Korn effektiv 6 */2 fl , per Oktober 7 fl., per März 7 3/4 fl., Gerste effektiv 6 V6 fl,, per Oktober 6fl. per 100 Kilogr., Hafer effeklik 3 % fl., per Oktober 3 % fl. per Malter. Hülsenfrüchte sind in Folge der Erhöhung von Getraide ebenfalls beliebter und verlangen Eigner für Linsen 5 fl, für Erbsen 5% fl., für Bohnen 7 3 4 fl. per Malier. Auch für Rüböl herrscht dermalen sehr v ele Kauflust und ist solches bei sehr lebhaftem Umsätze bedeutend im Preise gestie­gen, indem solches heute kostet: Effkiiv per 280 Pfund leicht Gewicht mit Faß 39 Rihlr., per 29n Pfund leicht Gewicht ohne Faß 39% Rthtr., per Oktober 39 1 2 Rthlr. per Mai 40 % Rthlr. Der Grund dieser plötzlichen Preiserhöhnng liegt darin, daß auch in Holland so wie in Köln, Berlin re. dieses Fett an- sehulich im Preise gestiegen ist und dadurch sich viele Blauckover- fänfer veranlaßt fanden, sich zu decken. -- Reps 14 % st. Mohnöl 23%. Mohnsamen 12 % fl. Leinöl sehr gefragt und wenig Dorrath mit 41 % Rthlr. bezahlt.

Bekanntmachungen.

Das Geschâftslvkal der Herzoglicken Landoberschultheiserei befindet sich vom 31. b. M. an im unteren Stock im Hause des Hrn. Receptur-Accessisten Körpen in der oberen Schwabacher

Straße.

Wiesbaden, den 28. August 1850. (H 18)

Herzogliche Landoberschultheiserei. Usenet.

Donnerstag den 5. September, Morgens A 10 Uhr, werden 8 noch

brauchbare Pferde in dem Artillerie - Kasernen - Hof dahier öffentlich ver­steigert.

Wiesbaden, den 31. August 18-50.

41123) Herzvgl. Landjäger-Eommando.

WernversLeigermlg in dem Saale des Hrn. Gottschalk, Lndwiafiraße in Mainz.

Mittwoch den 18. September I. Js., des Vormittags 9 Uhr, laßt H-rr. C. I. ' Fritzdorf, Gutsbesitzer , seine in den besten Lagen der Gemarkungen Rackenheim und Nier­stein erstellen und rein gehaltene Weine durch den unterzeichneten Notar öffentlich versteigern, nämlich:

21 Stück 1845t 1

15 1846r f Nackenheimer und

15 1847t ( Niersteiner.

3 1848t )

Die 1845t und 1846t lagern in Nierstein.

Die !847r und 1848t in Mainz in dem Branhause zu den drei Mohren.

Die Proben an den Fässern tonnen Montag den 16. September in Nierstein und Dienstag den 17. September zu Mainz, jedesmal des Vormittags 10 bis 4 Uhr Nachmittag« genom­men werden und beliebe man, sich in Nier­stein an den Kiefermeister Herrn Friedrich Schuch Sohn und in Mainz an den Kiefer- meister Herrn K. Kaufmann in derQuinlins- gasse z» wenden.

Mainz, den 20. August 1850.

(IO56) Br. Klein, Notar.

Auswanderungsanzeigen.

[Villmar.] Seligmann Isaack Acker­mann von Villmar, Justiz-Amts Runkel, ist gesonnen mit seiner Familie nach Amerika aus- zuwandern.

Zur Wahrung etwaiger Rechtsansprüche an denselben wird dies mit dem Anfügen zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß nach secks Wochen das Entlassungsdecret ertheilt werden wird.

Limburg, den 14. August 1850.

Herzogliches KreiS-Amt.

(1124) Langen.

sH allgartcnZ Georg Kremer von Hall­garten, Justiz-Amts Eltville, beabsichtigt mit feiner Familie nach Amerika auszuwandcrn, ebenso Michael Hell von da. Es wird die­ses hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht. Rüdcsheiiu, den 21. August 1850.

Herzogliches Kreis - Amt. C1125)Lautz a A.

(1121) In einer Amtsstadt des Her- zogthums Nassau ist ein gut rcntiren- des Wohnhaus, worin eine Gast- Wirthschaft mit dem besten Erfolg be­trieben wird und welches sich auch zu jedem andern Geschäft und Fabrik eignen wurde, un­ter annehmbaren Bedingungen zu verkaufen. Näheres in der Erped. d. Bl.

(1119) Mehrere Gymnasiasten können in der Schwalbacher Straße Rro. 25 Kost und Logis erhalten. Näheres in der Erped. d. Bl.___________________________________________

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Mainz, den 1. August 1850 G. IL. Paulsen. Special-Agent,

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15.

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