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steht.) AuS Coburg ist Regierungspräsident Heß ciugetroffcn , um sich hier wegen der deutschen Frage jtt verständigen.

Wien , 26. August. (Augsb. Allg. Ztg.) Fürst Schwarzenberg ist gestern nach Salzburg und Ischl gereist. Von den Fragen der äußeren Politik berührt unS jetzt sehr nahe die Differenz zwischen Rom und Piemont. Fürst Schwarzenberg hat vor drei Tagen Depesche» des Cardinals Antonelli erhalten, worin derselbe offiziell um eine Intervention Oester« re ichs zur Wahrung der päpstlichen Gerechtsame an« spricht, da sonst die Wiedereinsetzung des heiligen Va­ters auf seinen Thronein unvollständiger Akt" n'äre. Wie eS scheint, ist diese Aufforderung von Seiten deSpäpstlichen Stuhles a n alle ka t hol i sch e n Regie- Zungen gerichtet worden; da aber die Beziehungen zwi- scheu Spanien und Rom sehr kühl geworden, so stützt sich die ganze Hoffnung auf die Hülfe Oesterreichs und Frankreichs. Was Neapel betrifft, so unterhandelt der König in diesem Augenblick mit der Curie um Abso­lution für die Verletzung seines Eides durch Rück- nahme der Verfassung. Den letzten sichern Nachrich­ten zufolge fängt das sardinische Ministerium an, sich nachgiebiger zu zeigen; auch der König wünscht die Streitigkeiten beigelegt zu sehen. Es ist daher zu er­warten, daß auf die Vermittelung Oesterreichs ein güt­liches Uebereinkommen zu Stande kommen wird.

Salzburg, 28. August. (Augs. Allg. Ztg.) Kö­nig Otto von Griechenland ist gestern in Ischl einge­troffen, und wird morgen hier bei der Kaiserin-Mut­ter erwartet. Die HH. Fürst Schwarzenberg, Graf Nesselrode und Baron Meyendorf haben sich gestern von hier nach Ischl begeben. Auch die russischen Ge­sandten in München und Neapel, Hr. v. Severine und Graf Chreptowitsch, haben unsere Stadt wieder verlassen.

Wien , 28. August. (Tel. D. d. B. T.-B.) Nach­mittags 3 Uhr. Die heutige ministerielle Oesterr. Cor resp." erklärt sich für die dä­nische G e sa in in t in o u a r ch ie, vorbehaltlich deut­scher Bundesrechte. Ein Verzeichniß von 467 durch Ungarns Revolutions-Negierungen Hingerichteten Offizieren wurde publizirt.

Aus Bukarest schreibt man: Das Finanzministe­rium hat eine für die Geldverhältnisse des Landes höchst wichtige Verordnung bekannt gemacht. Der Sul­tan genehmigte, daß der Ein- und Ausfuhrzoll in der Walachei auf alle Waaren von 3 auf 5pCt. erhöht werde und die Negierung hat den Anfangstermin die­ses veränderten Zolltarifs auf den 1. September fest­gesetzt. Der amnestirte Graf Stephan Bathiauy ist nebst Gemahlin aus Constantinopel hier augekommen.

S ch l e s w i g - H o l st e i n.

# Es sind laut der Köln. Ztg. wieder Unterhand­lungen zwischen der Statthalterschaft und Dänemark im Gange! Während Schleswig-Holsteins Geschick von der Diplomatie entschieden ist, und nur das blanke Schwert noch im Verzweiflungskampfc Rettung schaffen kann, knüpfen diese Menschen wieder Unterhandlun­gen an und haben dann noch die eiserne Stirn, vom Deutschen Volke Zuzug und Geld zu verlangen und mit stolzen Redensarten zu prunken. Wahrlich, diese Statthalter verdienten, preußische Minister zu wer­den unter dem Präsidium Radowitz!

Ueber die Fürsteüpläne mit den Herzogthümern bringt die Dtsche Vlkshlle. folgende Andeutung, die ihr aus London zugegangen ist:Sobald der jetzige König von Dänemark die Krone niedergelegt, was er lieber heute, als morgen thun würde, sobald man nur erst die Frage über die Ebfolge in Ordnung gebracht, ist nicht der Prinz Peter, sondern der jetzige Großher­zog von Oldenburg, und falls dieser nicht annehmen sollte, sein Sohn, der Erbprinz von Oldenburg, zum Könige von Dänemark und zuin Herzoge von Schles­wig und Holstein bestimmt. Dänischerseits ist man

damit einverstanden, eben so von Sekten GroßherzogS und des Erbprinzen von Oldenburg. Der dänische Gesandte Hr. von Bülow war unlängst in Oldenburg und hat die Einwilligung beider hohen Personen in ; bester Form erhalten. Es fehlt also nur noch an der > Einwilligung von zwei Betheiligten, an der Einwilli­gung der Augustenburger und der der Herzogthümer, und hier scheint mir allerdings einige Gefahr für das Recht vorhanden zu sein. Zu dem Protokolle steht freilich nichts davon, aber ich fürchte, daß man die Augustenburger, wenn sie nicht freiwillig nachgeben und mit gewissen Entschädigungen nicht zufrieden sind, zuletzt wenig fragen wird; ob man die Herzogthümer fragt und deren nicht vorhandene Stände, möchte im Zweifel sein. Was Ihre Landsleute aber noch weniger wissen werden, und was nach dem öffentlichen Verhalten des preußischen Gesandten in London freilich fast unglaublich erscheinen j würde, ist der Zustand, daß Niemand das Zustande­kommen dieses Arrangements lebhafter wünscht und in Stille auch lebhafter betreibt, als Preußen. Der Grund davon liegt einfach in der Hoffnung, daß auf solche - 2V eise Oldenburg vaeant werden könnte, und daß Preußen alsdann Aussicht hätte, sich durch den Zu­wachs dieses Grvßhcrzogthnms zu arrondiren u. s. w." Die Kölnische Ztg. findet diese Mittheilung auf­fallend und verdächtig; aber Herr Brüggemann scheint dabei erstens zu vergessen, daß die Deutsche Volksh. ein österreichischerseits begünstigtes Blatt ist; zweitens, daß Wiener Blätter ganz ähnliche Andeutungen brach­ten; drittens, daß schon seit einiger Zeit sich ein olden­burgischer Diplomat in Wien mit mit geheimer Mis­sion befindet; viertens, daß es jetzt keinem Zweifel mehr unterliegt, daß Oesterreich und Preußen sich über die schleswigsche Frage geeinigt haben; fünftens, daß man Preußen gern eine Entschädigung, ein Danaer­geschenk gibt, um es in Bundessachen desto willfähriger zu machen; sechstens, daß Preußen sich arrondiren will und muß und endlich siebentens, daß es Rußlands Plan ist, Preußen mehr und mehr von der Ostsee fort nach der Nordsee zu drängen, um gelegentlich das ganze Oftseebecken seinen Ostseeprovinzen einzuverleiben.

Fädrelanvet" äußerte sich sehr stark über den Her­zog von Augustenburg. Das Blatt antwortet, wie es sich ausdrückt, auf die init letzter Post ei »getroffenen Lügen": daß es einedes durchlauchtigen Erfinders" (!) würdige Lüge sei, wenn behauptet werde, daß die augnstenburgische» Gütergeplündert" würden:.- drelandes" fügt, in der diesem Blatte gegen Schles­wig-Holstein und insbesondere gegen die augustenbur- gischen Fürsten eigenen Sprache, fürSc. Durchlaucht" die Versicherung hinzu, daß er dessen gewiß sein könne, die Güter nie wieder zu erhalte» oder im Laude geduldet zu werden, und daß man ihm vielleicht nur aus Pietät gegen sein königliches Geschlecht Etwas dafür geben würde, damit er nicht werde, was er ehrlich verdiente zu sein und schon zum Theil sei ein wandernder Bettler!

* Endlich hat die Statthalterschaft sich zu dem Massenaufgebot entschlossen; es geht auf die Neige, denn diese Gothaer werden immer erst klug, wenn es zu spät ist. Der Aufruf lautet:Das Vaterland be­darf zu seiner Vertheidigung aller ihm zu Gebote stehenden Kräfte. Es ergeht demnach hiemit, im Auf­trage der Statthalterschaft, die Aufforderung an alle waffenfähige Männer und Jünglinge des Landes, die bisher nicht der Armee angehören, sich ungesäumt in Rendsburg in dem zu ihrer Annahme errichtetenEn- rollirungsbureau für freiwillige Landessöhne zu melden." Es wird bei deren Annahme nicht auf Alter Rücksicht genommen werden, sondern wird nur ihr Gesundheits­zustand und ihre körperliche Tüchtigkeit allein über die­selben entscheiden. Rendsburg, 25. Aug. 1850. Das Departement des Krieges. Krohn. Jensen." Der dänische General de Meza soll in Folge seiner bei Duvenstedt erhaltenen Wunden in Schleswig gestorben sein.

len, wenn ich ihr zuvor sage, daß ich's durchaus nicht bös meine, sondern die Hand aufs Hn-z! gut mit ihrem vorzüglichen Talente und gut mit dem Ruhme ihrer Vaterstadt, die stolz auf sie zu sein und zu bleiben wünscht; und wenn ich ihr hinterher gestehe, daß ich ihrer neuesten Richtung wenig Bei­fall zollen kann. Sie gurgelt zu viel italienischen Klingklang; sie jagt der Künstlichkeit auf Kosten der Kunst nach. Ich will Seele, Seele und Seeligkeit, wenn ich Frauengesang höre; und wenn ich die Tiefe des Gefühls den Koloraturen geopfert sehe, so thut mir's weh. Man muß sich harmonisch stimmen, ver­senken, vertiefen! In des Herzens Tiefe ruht der Born her rechten Kunst, nicht in der Fistel. Das i heitre Spiel des Herzens ist die Meisterschaft im Ge- ' sauge, nicht das Jongleurspielen mit Tonkugeln, welche hüpfen und springen, aber kalt, eisigkalt lassen! Ueber- ; Haupt, wozu so viel des italienischen Gesanges in frein- ! der Sprache. Haben wir keine deutsche Kunst, ist un- i sere Sprache für ein deutsches Mädchen zu roh oder , zn ordinär? Wer heimische Herzen beseligen will muß i heimatliche Saiten anschlagen. So denke ich's; ob unsere gefeierte Sängerin anders denkt? Aber Mun- ! eins vuk decipi, zu deutsch: Klimper gehört zum Handwerke! Ei, nicht doch, ich urtheile nicht so klein von ihr: Handwerkskunst!? Nein, das will sie ge­wiß nicht. Nun so hoffe ich, sie mißversteht mich nicht ; und das Publikum auch nicht. Ich wollte nicht weh- |

thun, ich thue keinem Kinde gern weh, geschweige denn begabten Kindern derheiligen Musica", wie unsere Väter sagten. Jeder Künstler kommt an einen Schei­deweg, wo dort die Afterkunst mit ihren falschen Triumphen, und hier die wahre Göttin des Gesanges winkt: die Wahl scheint leichter als sie ist, denn ich habe glänzende Talente fehlgreifen und nach Jahren bittere Thränen weinen sehen, daß kein Freund oder Feind das war­nende Wort erhob. Auch Fräulein Rummel ist an diesem Scheidewege angelangt!

Verschiedenes.

* Es sind sehr betrübende Nachrichten von der zur Auffindung Sir John Franklins ausgeschickten Nord- pol-Erpedition eingelaufen, die Schiffe sitzen im Treib­eise. Ein Theil der Mannschaft ist ans Land gegan­gen und hat ihre Lebensmittel aufgezehrt, ohne wieder an Bord gelangen zu können. Tage lang lebten die Leute von Fischen, die sie nach Zerhauen des Eises fingen.

* Die Banquiers in Glasgow und zwei Bank­häuser in Edinburg haben die Zinsen der ihnen an- vertrauten Gelder auf 2 pCt. herabgesetzt.

* Louis Philippes Leiche wird derAssemblee na­tionale" zufolge nicht in Dreur beigesetzt.

Die Inseln Föhr und Amrum sind bedroht, bei Sylt hat sich eine kleine dänische Flotille, bestehend auS einem Dampfer, einer Corvette und Brigg, ge­zeigt, welche neue Landungstruppen am? Land setzten, so daß die Besatzung Sylts von 120 auf 400 Mann gestiegen ist. Die Dänen machen gar fein Hehl daraus, daß sie sich auch der andern Inseln bemächtigen wollen. Die bei Föhr kreuzenden 3 Kanonenboote kommen dann in eine sehr unangenehme Lage, zumal wenn das dä­nische Dampfschiff, wie man sagt, nur 5 F. Wasser braucht.

D ä n e m a r k.

Kopenhagen , 26. Aug. (Börsenhalle.) Der Groß­fürst Constantin überbringt in Der That Dem König eine Anzahl Orden zur Bertheilung unter die, welche sich auf dem Idstedter Schlachtfelde auSzeichneten. Der Ad­jutant des Königs, General Schöler reist dieser Tage zum Heere ab mit den Orden,durch welche sagt die Berlingsche Zeitung" der Kaiser ferner und auf die swönste Weise seine Sympathien für die gerechte dänische Sache zeigt." Es sind auch Auszeichnungen für Ge­meine darunter. General v. Krogh erhält das Groß­kreuz des St. Annen-Ordens erster Klasse mit Brillan­ten , auch ist er Großkreuzritter von Dannebrog geworden.

Italien.

Rom, 15. Aug. (M. Z.) Armes Rom! gegen­wärtig die Stadt der Thränen und des Elends! Die zahlreichen Familie» der abgesetzten Beamten bilden eine ganze Bevölkerung von Unglücklichen, welche in die vollkommenste Dürftigkeit gestoßen sind. Auch hört man von Zeit zu Zeit, daß sich ein Familienvater in die Tiber gestürzt hat, nach dem Beispiel des unglück­lichen Grafen Fottiboni. Des Abends zieht sich Jedcr- mann zeitig in seine Wohnung zurück, aus Furcht, den Sbirren zu begegnen, welche unter den unbedeutendsten Vorwänden arretiren. Wenn ich von der Verwaltung der Justiz sprechen wollte, so wüßte ich nicht wie es anzufangen, um nur eine Idee der traurigen Wirklich­keit zu geben: ich spreche nicht von der Civtljustiz, in welcher alles für die Geistlichkeit privilegirt ist, sondern von der Kriminaljustiz. Man verhaftret ohne irgend welchen richterlichen Befehl, die Caprice des ersten besten Verbrechers, welcher heute unter dem Banner des Polizei- assessors Dandini sümpft, hat Vollmacht zu verhaften, wen er Lust hat. Oft müssen Verhaftete Monate lang au secret sitzen ohne irgend welches Verhör, und dann ent­läßt man sie, entweder um sie unter polizeiliche Aufsicht zu stelle» oder ihnen Hausarrest zu gebe» oder endlich sie zu erilire», und daö Alles ohne Prozeß, ohne Ver­theidigung Oft werden Unschuldige nach dem ersten Verhör, ohne vor irgend einem Tribunal zu erschei­nen, ohne die Zeugen zu erfahren, ohne Debatte, zu lebenslänglicher Arbeit in Eisen, oder zu 1020 Jah­ren Galeere verurtheilt. Die jungen Leute, welche verhaftet wurde», weil sie zu Ehre» der Wahlen des 10. Mai ein bengalisches Feuer abgebrannt hatten, sind keiner regelmäßigen Untersuchung unterworfen worden; dennoch sind sie zu 20 Jahren Zwangsarbeit verurtheilt. Als ihnen das Verdammungsnrtheil bekannt gemacht wurde, riefen sie einstimmig:Es lebe die italienische Republik!" Der Mutter des jüngsten wurde durch eine einflußreiche Person gerathen, sich an den Papst zu wenden, um Gnade für ihren Sohn zu erlangen. Die Mutter faßte die Bittschrift ab, aber der Verur- theilte weigerte sich, sie zu unterzeichnen; er wolle Recht, nicht Gnade. Auch ein junger Franzose, Mr. Duart, 19 20 Jahre alt, aus guter Familie und von ausgezeichneter Erziehung, befindet sich darunter. Dies sind einzelne Fälle; ich könnte hundert aufzählen. Das ist die geistliche Regierung, welche man wie­derhergestellt hat. Ist es zu verwundern, wenn sie von allen Klaffen der Bevölkerung tief, tief verab­scheut wird?

* Neapel. Es wird versichert, der König von Neapel habe von seine»: Beichtvater Kardinal Sforza A b s u l u t i o n für seinen E i d b r u ch verlangt, dieser habe jedoch geäußert, er könne sie nicht gewähren, sondern müsse darüber an die päpstliche Kurie eine Anfrage stellen. Ueber einen solchen Sünder wird in Non: größere Freude sein als über 99 Gerechte, die solcher Buße nicht bedürfen.

Me^udlik Frankreich.

Paris, 28. Aug. (K. Z.) Die russische Diplo­matie hat bisher den Ruf der geschicktesten gehabt. Gewiß ist, daß die Diplometen des russischen Hofes die thätigsten in ganz Europa sind. General Lahitte weiß etwas von dieser Thätigkeit zu sagen, denn der russische Gesandte hält ihn fortwährend in Athem. Seit der Intervention in Ungarn ist kein politisches Ereigniß zu gering, um dem russischen Cabinette nicht Anlaß zur Einmischung zu geben. Bisher hat es sei­nen Meister bloß in Euglaud gefunden, und seit Lord Palmerston die Versicherung erhalten, Rußland werde es sich nicht ein fallen lassen, in Schleswig-Holstein anders als durch seine Diplomatie zu interveniren, räumte auch der letzte Gegner das Feld. Rußland gibt nun in der deutschen Sache den Ton an, und' es ver­geht kaum eine Woche, ohne daß nicht eine oder meh­rere Noten in dieser Angelegenheit hierher gekommen wären. Auch gestern bereitete Lahitte dem beim Unter- Prästdenten Bouiay versammelten Ministerrathe eine russische Note unter, welche Deutschland zum Gegen­stände hatte. Rußland spricht die Ueberzeugung darin aus, daß es seinen Bemühungen gelingen werde, Oester­reich und Preußen zu versöhnen, und es trägt sich zur