sucht werden. Flückuüugsfamillcn stehen unter den Kau- ivnalpvlizeigescyeu. D>e binnen vier Wochen dem Buu- desrath nicht »»gemeldeten Flüchtlinge fallen lediglich den Kantonen anheim, welche sie biv dahin geduldet haben. Mit dem 1. Septcinber hvet die Unterstüyung von Seite der Eidgenossenschaft auf. Wie Arbeitsfähigen Flüchtlinge sind zur Arbeit anznhalt n; Lüderlichen k.-nu das Asyl entzogen werden. Die Kantone haben unter eigener V rantwortliâit die Flüchtlinge st r e n 5 z u ü b e r w a ch e n und Ri- derlastungsbe- willigungen kein Bnndesrath anzuzeigcn. Tessin erhält keine deutsche Flüchtlinge, sondern behält soweit thun- lech , die Italiener. Dieser Beschluß bezieht sich indes; zunächst blos auf die lehtjährigen Flüchtlinge. Die Kantone haben die Rechnungen über Verpflegung und Uutcr- stühung re. bis zum 31. August abzuschließen.
Republik Frankreich
* Paris, 17. August. Der Präsident meldet durch den Telegraphen, daß seine Aufnahme in Lyon „alle Hoffnungen der Ordnungsfreunde übertroffen habe." Die Börse zeigte, daß sie an diese Hoffnungen glaube: die Fonds stiegen. Freilich war dieser Empfang des Präsidenten in Lyon zu erwarten, denn erstens ist dort die besiyende Klaffe von der arbeitenden nicht blos durch Vermögen, sondern mehr noch durch die Furcht, dasselbe zu verlieren, scharf geschieden! die Bourgeoisie ist nltraconscrvaliv, die Arbeiter sind Social steu. Zweitens stehen in Lyon die sogenannten „Junischlächtet", jene Regimenter, welche sich im Kampfe gegen den Arbeiler- aufstand lebhaft bethciliglcn; endlich hat der Sladlraih e.ni der Regierung in Lyon Alles aufg boten, was diesen Empfang ermöglichen kann, weil man dadurch auf Ma s illc und Straßburg zu imponiren hofft.
General Sacken, Adjutant des Kaisers von Rußland ist in einer geheimen Mission hier eingetroffen.
* Paris, 18. August. Die Reise des Präsidenten der gestern früh'Lyon verließ, ist fast der c.nzige Gegenstand des Tages. Die offiziellen Berichte übertreiben stark. Rach Allem, was unparteiische Augenzeugen melden, kann von Enthusiasmus durchaus keine Rede sein. Gl. ichgültigkeit oder Neugierde sind die häufigsten Symptome, mitunter kamen Demonstrationen offener Antipathie
oder affektirter Sympathie vor; im Ganzen ist die Haltung der Bevölkerung eine würdige, man möchte sagen nordamerikanische. Den besten Beleg bietet wohl die Sprache des „Pouvoir", der ein Manifest der bonapar- tistischen Partei bringt, worin aus allen Kräften gegen jeden Gedanken an einen Staatsstreich Protest i r t iv i r d. —
In Lyon traf unvermutet der .'sardinische Kriegsminister General La Marmora ein, der von Viktor Emanuel eigends hergesandt war, um den Präsidenten zu beglückwünschen. Dieser Vorfall ist nicht unwichtig, da der päpstliche JnternuiitiuS dem Ministerium eineNote der römischen Kurie in der Turiner Klerikalange- legenheit mitgetheilt und Frankreichs Vermittlung in dieser Frage angesprochen hat, indem er behauptet, der König v. Sardinien habe beschlossen, alle geistlichen Kapitel und Klöster auf die Verfassung beeidigen lassen zu wollen, was dem heiligen Vater ein Gräuel ist. Der Mi- nisterrath beschloß, vor einem Beschlusse erst noch den sardinischen Gesandten zu hören und beide zu konfron- tiren. Dies geschah heute, doch verlautet darüber noch nichts. — Auch zwischen Neapel und Spanien ist der vollständige Bruch jetzt als definitiv zu betrachten.
Börse: Die Befürchtungen von Staatsstreichen von Seiten der Bonapartisten sowohl wie von Seiten der Legitimisten schwinden mehr und mehr. Die Tendenz zum Steigen ist konstant. 3pCt. 58, 40 (Hauffe 15 C.); 5pCt. 97, 15 (Hausse 30 C.); Bankaktien 2347—50 (Hausse 17 4 Fr.)
Belg t e ii.
Brüssel, 19 August. Die Nachrichten von Ueberschwemmungen stellen sich minder beklagenswerth heraus, als gestern befürchtet wurde. Hier in der Stadt und den Vorstädten ist das Wasser bedeutend im Abnehmen; nur einige Straßen sind noch überschwemmt; morgen hoffen wir wieder bis auf die Keller frei zu sein. Die Verwirrung im ersten Schrecken war unbeschreiblich, doch haben wir hier keinen Verlust an Menschenleben zu beklagen, wie 'in der Stadt Hal, wo mehre Leute ertranken. Im Dorfe Stenockerzeel brannten zwei Häuser ab, tu die der
Blitz schlug. Ans Löwen, Antwerpen, Gent, Brügge, kurz ans allen Orten laufens Berichte von gleicher Wassersnoth ein. — Zwischen hier und Baine-la-Coutre ist die Staatseiskilbahn unterbrochen, doch nur momentan. — Die Verluste des ganzen Landes du ich tiefe ^unermeßlichen Regengüsse sind schr^beträchtliw. 1
Niederlande.
* Häug , 16. August. Die Unruhen,"welche auf mehren Punkten ter Insel Java a ungebrochen waren, sind "glücklich niedergekämpft worden. Der General Penning-N<ârwland wird von Pamvia täglich hier erwartet. — Das „Ha welsblad" meldet, daß Hannover mit Holland zur Caualisirung der Ems Unterhandlungen angeknüpft habe. — Die Karcoffelkraukheit greift an vielen Orten wieder um sich.
Notdamertkarttsch- Union,
* Die neuesten Nachrichten aus New-Dork bis zum 8. August melden, daß die Sklaverei- oder Compromiß- bill am 2. im Senate zu Washington mit 32 gegen 19 Stimmen durchgegangen ist, jeood) mit wesentlich veränderter Gestalt, nämlich mit Streichung der auf Kalifornien und Teras bezüglichen Klauseln. Man sah einer die Rechte Nen-Merikos wahrenden Botschaft des Präsidenten in den terailischen Grenzfrage entgegen. In Teras hatten sich bereits 1500 Freiwillige zum Zuge gegen Neu-Mercko augeboten. Aus Kalifornien waren wie der mit zwei Dampfern für 3 Millionen Dollars Goldstaub und große Hoffnungen zu neuen glänzenden Golderndten eingetroffen.
Asien.
Hongkong, 22. Juni. (Lloyd.) Der neue Kaiser von China hat die Duldung der christlichen Religions- secten anbefohlen wird wahrscheinlich den Betrieb des Opiumhandels gegen Zollabgabe gestatten.
B e k a n n t m a ch u n g e n.
Hols) Edictalladung.
Ueber das Vermögen des Andreas B r u m - hard zu Sonnenberg ist der Concuröpro- zeß erkannt worden.
Dingliche und persönliche Ansprüche an demselben sind Dienstag den 17. September I. I.,
Morgens 8 Uhr, hier zu liquiviren, der Vermeidung dcsRechts- nachtheiles des Ausschlusses.
Wiesbaden, den 30. Juli 1850.
Herzoglich Nassauisches Justiz-Amt.
Winter.
(1036) Edictalien.
Nachdem über das Vermögen der Georg Schäfer lll.Eheleute von Mandeln rechtskräftig Concurs erkannt worden ist, so steht zur Liquidation persönlicher und dinglicher Ansprüche an der Masse, und zwar bei Vermeidung des Ausschlusses von derselben, hiermit Termin auf
Mittwoch den 2. October I. Zs, Morgens 9 Uhr.
Dillenburg, den 9. August 1850.
Herzoglich Nassauisches Justiz-Amt.
Krah.
Concessionirte Haupt-Agentur zur Beförderung von Auswanderer.
(129) Der Unterzeichnete befördert monatlich 3 bis 4mal Auswanderer nach den verschiedenen Häfen Amerikas über Havre, Antwerpen, Rotterdam und Bremen zn den möglichst billigsten Preißen.
Wiesbaden im Februar 1850. ft €7. Kathan auf dem Markt.
^ Reisetaschen.
R, Fridberg in V8feine. Schnstcrgasse, der Quintinskirche gegenüber, empfiehlt zu den billigsten Preisen sein großes Lager aller nur möglichen Herren- und Damen-Reisetaschen.
Verein zur Wahrung der Volksrechte.
(1672) Mittwoch den 21. August findet eine Sitzung des Vereins im Nerothal statt, wozu die Mitglieder eingeladen werden. Der Vorstand.
CW65) Ein unverheiratheter Religionslehrer, mosaischen Glaubens, der sich über sein moralisches Betragen auszuweisen vermag, sowie sich in Betreff seiner Fachkenntnisse einer Prüfung unterzieht, kann bei der hiesigen israelitischen CultuSgcmcindc Placirung finden.
Wiesbaden, den 17. August 1850.
Der Vorstand.
Lichtbilder auf Papier,
Kirchgasse Nro. 31 zu Wiesbaden. (936)
(1074) Für meine Buch- und Kunsthandlung suche ich einen Lehrling, der außer den nöthigen Schulkenntniffen eine gute Handschrift, ein freundliches Benehmen, sowie Lust und Liebe zu seinem erwählten Beruf besitzt. Der Aniritt kann sogleich geschehen.
Wiesbaden, den 20. August 1850.
Wilhelm Roth.
(1071) 30,000 st. sind ganz oder getheilt gegen doppelt gerichtliche Versicherung zu 4‘,4 Procent auüzuleieen. Georg Wolf.
(551) Soeben ist bei Otto Wiegand in Leipzig erschienen und in der H. W. Ritter'schen Buchhandlung in Wiesbaden vorrâthig:
Neue Stunden her Andacht.
Zur Beförderung wahrer Religivsität. Ein Buch zur Erbauung und Belehrung für denkende Christen.
I. und 2. Theil. Preis: 3 st 38 fr.
Frankfurt. Cours der Staatspapiere. _________________Schluss der Börse.
Den 19. August 1850.
pEr.
Papier
Geld
Den 19. August 1850.
pEt.
Papier
Geld
Oesterreich
Metalliques Obligationen ....
5
817b
81%,
Darmstadt
Obligationen........
3%
85%
84%
4%
71%
71%
4
917«
96%
»e ff • • • *
4
3
63 47%
62%
47
Lotterie-Anlehe» von 50 fl. . . .
4%
96% 76%
96% 76%
21',
—
43%
25 st. Loose........
—
29
28%
Wiener Bank-Actien.....
3
1193
1187
Kurheyen
Friedr.-Wilh.-Nordbah» ohne Zins.
4
43%
43
500 st. Loose.......
—
156
155%
40 Thaler Vooje bei Rothschild . .
-—
32
31%
250 st. L ose von 1839 .
—
100%
99%
Nay'au
Obligationen........
5
104%
1'13%
Bethmännische Obligationen . . .
4
' —-
66%
Obligationen bei Rothschild . . .
3%
87 %
87
• • •
47,
76%
——
ditto 25 fl. Loose . .
.....
26%
26
Preußen
50 Thaler Prämien-Scheine . . .
—
—
HO1/,
Frankfurt
Obligationen........
3
81%
Staats-Schuld-Scheine a 105 . .
3% 3%
86%
86%
ditto von 1839 ....
3%
95%
91%
Bayern
Obligationen........
83%
83%
bitte von 1846 ....
3/2
92%
91%
Bexbacher Eisenbahn-Actien . . .
—
80%
80%
Tannus-Eisenbahii-Aclieu a 250 fl. .
—
301
299
Würtemb.
Obligationen........
4%
98%
98%
Holland
Jutegr.-Obligatiouen.....
2%
57
66%
3%
84%
837»
Syndikats.........
3%
—
87%
Baden
Obligationen........
5
101
100%
Spanien
Innere Schuld neue Obligationen .
3
33
32%
3%
81%
81%
Polen
Lotterie-Lovze 300 ......
—
136
Lotterie-Anlehen 5 50 st. von 1840
—
53%
52%
bitte 500 ......
—
817»
817,
*
35 fL Loose vom Jahr 1845 . . .
—
32%
32%
Sardinien
36 Frè. Loose bei Gebr. Bethmann
—
33
32%
Cours der Wechsel. Den 19. August.
Kurze Sicht
Zwei Monat
Gold- unv Silber-Sorteu.
Neue Louisd'or............
Friedrichsd'or.............
Ducaten........... . .
20 Frank-Stücke ............
Holländische 10 fl. Stücke........
Englische Souverains..........
Laublhaler .............
Preußische Thaler...........
5 Franc-Thaler............
Hochhaltiges Silber.........
st.
11
9
5
9
9
11
1
2
24
(Frk
fr.
6 51 37 32% 52 53
457b 20
30
f. 3.)
Briefe
Geld
Briese
Geld
Amsterdam, 100 fl. Ert. . . . Augsburg, 100 st. Crt. • . . Berlin, 60 Thlr...... Bremen, 50 Rthlr. in Loutsd'or. Hamburg, 100 Mrk. Bco. . . . Seipjig, 60 Thlr......
„ in der Messe .... London, 10 Livr. St. ... . Lyon, 200 Fr....... Paris, 200 Fr. ..... Mailand, 250 Lir. Austr. . . . Wien, in 20r KX) fl. C.-M. . . ................
997»
105%
98% 88
105%
119%
94% 947«
1017b
119%
119%
101%
987,
87%
119
5%
—
Verantwortlicher Herausgeber und Verleger C. Ritter. — Druck der C. Nitter'schcn Buchdruckerei.
(1075) Möbel und Bettung sind zu verkaufen und zu vermiethen. Die billigsten Preise und prompteste Bedienung verspricht Unterzeichneter. JL RÄr, obere Wcbergaffe Nro. 6, der Stadt Frankfurt gegenüber.
Metalle galvanisch vergolden und versilbern.
Der Unterzeichnete empfiehlt sich alle Metalle auf das schönste mit galvanischer Vergoldung und Versilberung, sowie auch Feuervergoldung zu den billigsten Preisen zu verfertigen. 1. Ragenberg,
(1073) Lauggasse Nro. 47.
(1060) Eine unmittelbar bei Schlangenbad gelegene Mühle mit zwei Mahlgängen, einer Oelmühle und einer vollständig eingerichteten Bäckerei, nebst drei Morgen Wiesen, ist unter billige» Bedingungen zu verkaufen. Das Nähere ist in der Expedition dieses Blattes zu erfragen.
(974) Soeben ist wieder angekommen:
Das Ungarlied.
Gedicht von C. H. Schn ausser.
■ Musik von H. Vincent. Preis: 18 kr.
H. W. Ritter'sche Buchhandlung.
(985) Steiggelder werden zu kaufen ge« sucht. Näheres in der Erped. d. Bl.