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eschen Truppen, die Statthalterschaft zur Reduktion per schleswig-holsteinischen Armee auf ein Minimum ru bestimmen suchen. Man wird Holstein mit Bun­destruppen besetzen und wird alsdann die Ausgleichung und die .definitive Regelung der Verhältnisse der Her- -oathümer durch Vermittelung des Bundes eintreten lassen. Es ist wahrscheinlich, daß man die Ausfüh­rung dieses Planes bis auf den Zusammentritt des engern Raths aufschieben wird. Auch die Ratification des Friedens wird man der Bundesacte gemäß durch die engere Versammlung vorbereiten lassen. Es ver­steht sich, daß der Beschluß des Plenums unter eifri­ger Mitwirkung des dänischen Gesandten zu Stande kommt. Allein man erwartet auch mit Sicherheit, daß Massa» und Braunschweig den restaurirte» Bundestag beschicken werden. Oesterreich, schreibt man uns endlich, sieht es als eine ausgemachte Sache an, daß Herr von Manteuffel, der ewi­gen Schwankungen müde, sich zurückziehen werde, um die räth sei haften Combinationen des Hrn. v. Radowitz nicht zu stören.---Hr. V. Radowitz (sagt man in Frankfurt) gehe gegenwärtig damit um, die deutsche Frage zum Zweck der Erhal­tung des Friedens an einen europäischen Con- greß zu verweisen-- Hr. von Radowitz fügt unser Korrespondent hinzu, welcher einst den Ausspruch that, daß Preußen den Krieg nicht zu fürch­ten brauche, vor nichts aber sich mehr zu hüten habe, als vor einem europäischen Kongresse'."

Berlin, 14. August. Das Corresp.Bur. meldet: In der gestrigen Sitzung des provisorischen Fürstencol­legiums wurde demselben von Seite der Ministeriums des Auswärtige» die Rückantworten auf die letzten österreichischen Depeschen, betreffs des Durchzugs der badischen Truppen durch das Bundesgebiet und der Einberufung resp. Bildung des engern Bundeörathes mitgetheilt. Dieselben sprechen sich auf energische Weise gegen die Zumuthungen Oesterreichs aus. Sodann wurde noch der Entwurf eines Gesetzes über das Ver­einsrecht vorgelegt.

Auffa leub ist das Verhalten Nassan's zur Union. Während nämlich sämmtliche Vertreter der Unionsstaaten mit Vollmacht versehen sind, weilt der nassauische Be­vollmächtigte, Präsident Vollpracht, noch immer hier ohne eine solche und ist von seiner Regierung ohne jede Nachricht in dieser Hinsicht."

Berlin, 14. August. (K. Z.) Man ist von der Minister-Krisis noch immer etwas erregt. Der Kö­nig hat au Herrn v. Manteuffel einen Brief gerich­tet, in welchem er es ausspricht, daß die Union un­ter keiner Bedingung aufgegeben werden dürfe.

ff Berlin, 14. August. Die Sache macht sich! Schon gestern konnte man sagen:Freude herrscht in Troja's Hallen, eh' die hohe Feste siel!" Am Mor­gen kamen Andeutungen, daß Fürst Schwarzenberg auf Rußlands Rath gelindere Seiten aufgezogen habe. Bald darauf folgte die Note des Wiener Kabinettes selbst. Oesterreich will Preußen nicht länger zappeln lassen, es will den streitigen Punkt über das Festungs- reglement wegen des Truppendurchmarsches durch ein Schiedsgericht lösen lassen, das aus drei österreichischen und drei preußischen Mitgliedern und einem Obmann von einer neutralen Macht bestehen soll. Es wäre nicht mehr als billig, wenn zu dieserneutralen" Rolle ein Däne oder Russe befördert würde! Auch über die Einsetzung des engern Bundeöraths ist eine Note an­gelangt. Wie Oesterreich auf das von Preußen vor- 'geschlagene Schiedsgericht eingegangen ist, so wird Preußen gleichfalls jetzt Konzessionen machen, Alles um des lieben Friedens willen. Kein Haar breit vom Wege der preußischen Ehre; ein Ehrenpunkt Preußens ist die Union!" rufen unsere Ehren-Unions-Politiker aus. Es wird sich bald zeigen, wie schwer die preu­ßische Ehre nach Unionsgewicht wiegt. Man­teuffelsDeutsche Reform" bestätigt diebefriedigende

Ausgleichung der Differenzen in Bezug auf den Durch- , zug der badischen Truppe» durch die Bundesfestnug Mainz, sowie in Bezug auf die Verwaltung des Bun- } deseigenthums" vollkommen. Auch soll bereits durch de» Telegraphen Weisung nach Baden zum Aufbruch der Truppen ertheilt worden sein. Zunächst wird in Frankfurt die schlesw.-holst. Frage verhandelt und durch ein Armeecorps aus Hannoveranern und Baier» unterstützt werden. Sodann wird Oesterreich als Vermittler und Erlöser sich Preußens in der Neuenburgischen Sache entnehmen, wozu bereits vorbereitende Schritte durch Herrn von Hübner in Paris geschehen sind. Was mit der Union werden soll, läßt Herr von Radowitz in seinem provisorischen Organ, derTante Voß", be­reits deutlich genug durchblicke». In der Idee der Ra­tionalität finden sich, nach Herrn von Radowitz, die Union und der Bundestag wieder zusammen; deut­licher gesagt: die Union geht im Bundestage auf! Keineswegs", schreibt der Magier derVoss. Ztg", keineswegs- will die Union einen Staat im Staate bilden." Also wird sie sich auflösen. Herr von Ra- dowitz hat dafür einen diplomatischen Ausdruck; er sagt, die Union solleden Kern des deutschen Bun­des bilden." Der deutsche Bund ist der Pfirsich, in der Mitte sitzt als Stein die preußische Union ein köst­liches Bild! Doch Herr von Radowitz wird noch deut­licher.Wie nun", fragt er,wenn das gejammte Deutschland sich dieser Auffassung zugesellteV" Was wäre dann?Offenbar wäre dann die specielle Union überflüssig! Und wie, wenn soviele Glie­der von der Union abfielen, daß sie nichts mehr als etwa eine Pfordtensche Gruppe auemadte? Offenbar wäre sie dann unmöglich!" Es ist damit ein of­fener Ruf an die kleineren Unionsstaaten ergangen, zu thun, was sie nicht lassen können, um Preußens Ehre zu retten. Das Defimtivum der Union ist also, daß sie in einem Falleüberflüssig" , im anderndurchaus un- möglich" ist, also ein etwas, das nichts ist, daß aber dieses silberneWart-ein-Weilchen" , das Provisorium , und dasgoldene NichtSchen" , das Definitivum der Union, die Christgeschenke sind, womit Herr von Radowitz die großen politischen Kincer in Deutschland nun schon ein ganzes Jahr ruhig und brav erhält. Herr von Rado­witz ist ein eminentes diplomatisches Genie oder seine Bewunderer arge Kindsköpfe.

Berlin, 15. August. DieDeutsche Reform" meldet: Die Conflicte, welche die Verlegung der ba­dischen Truppen nach Preußen überhaupt, sowie ins­besondere der Durchmarsch derselben durch die Bunves- festung Mainz hervorgerufen hat, sind aller Wahr­scheinlichkeit nach bereits ihrer Erledigung sehr nahe. Zu den preußischen Observationscorps bei Wetzlar und Kreuznach sind noch vrrschiedcne Truppencorps in Anmarsch. Der frühere griechische Oberst Theodor Peskary, der gestern hier durchreiste, um in die schles­wig-holsteinische Armee zu treten, versicherte, daß ihm sehr viele seiner Landsleute in Kurzem folgen würden. DieVoss. Ztg." bestreitet das Gerücht, daß Hrn. V. Uechtritz zum Nachfolger erhalte» werde.

w Berlin, 15 August. Wenn man die Lith. Cor. liest, so sollte man glauben, ohne Herrn von Manteuffel sei ganz Preußen bankerott. Die genannte Corr. meldet nämlich, daß durch die gestrige Andeutung der D. Ref. die Besorgnisse vieler Geschäftsleute sehr gemindert seien. Dann heißt es weiter:Es sind hier vor einigen Tagen, als die Gerüchte über den Rücktritt des Herrn v. Man­teuffel circulirten, mehrfach telegraphische Depeschen, von auswärtigen Handlungshäusern an hiesige gerichtet, ein- getroffen, welche Auskunft über die MinisterkrisiS erba­ten, und für den Fall des Rücktritts des Herrn v. Man­teuffel Verkaufsdispositionen trafen. Wie wir hören, wären auch von den Chefs der Provinzialverwaltungen mehrfach telegraphische Anfragen dieser Art eiugegangen. Gleichzeitig sollen von dieser Seite Berichte über die Sensation eingegangen sein, welche der gerüchtsweise ver­

breitete Rücktritt des Herrn von Manteuffll Hervorrufe. Man erbat sich Bescheid, um jener nachtheiligen Aufre­gung entgegen treten zu können." Die Eröffnung des Petersburger Kabinettes an das Wiener über die deutsche Frage bestätigt sich. Der Czar hat sich das unsterbliche Vercienst erworben, hier Preußen so zu Hülfe zu kom­men, wie er Oesterreich gegen Ungarn half. Die Spe­senrechnung kommt später nach.

* Brandenburg, 13. August. Zimmermann's Flucht aus dem Brandenburger Gefängnisse, über die uns der zu 12 Jahren Festungsarrest verurtheilte Hochverräther" wahrscheinlich bald aus Helgoland oder London nährere Auskunft geben wird, ist ein Seiten­stück zu der Flucht seines Collegen Rößler von Oels. DieDeutsche Reform" meldet nämlich, daß Zim­merinan n aus demjenigen Theil seines Gefängnisses entwichen ist, welcher nicht nur besonders verschlossen, sondern förmlich verbarrikadirt war. Die Barrikade war bis auf die Stütze unter dem Drücker stehen ge­blieben ; außer dieser Thür hatte der Gefangene noch mehrere andere Thüren zu passiren, welche auch ge­wöhnlich verschloßen waren. Um auf den Dielen ge­räuschlos zu gehen, hat Zimmermann die Betten auf solchen ausgebreitet. Der Vorsprung, den er ge­wonnen hat, ist ein jedenfalls bedeutender, da er in der Nacht entflohen ist und da er erst des Vormittags 11 Uhr vermißt wurde. Die Polizei hat nachträglich ausgekundschaftet, daß in der betreffenden Nacht um 12 Uhr ein fremdes Fuhrwerk mit zwei braunen Pfer­den durch das Nathenower Thor passirt ist, und man vermuthet daher, daß der Entflohene mit diesem Fuhr­werk nach Paulinenan und von da nach Hamburg ge­reist ist. Jedenfalls ist der Plan der Flucht lange vorher vorbereitet und von außen her wesentlich un­terstützt worden.

München, 14. August. (A. A. Z.) Die königl. Polizeioirection München hat auf Grund des Art. 19 Ziffer 5 des Vereinsgesetzes vom 26. Febr. d. J. wonach jede Polizeistelle oder Behörde befugt ist Ver­eine zu schließen wenn dieselben die religiösen, sittlichen, gesellschaftlichen Grundlage» des Staates zu untergra­ben drohen die nichtgottesdienstliche Versammlung der Deutsch-Katholiken dahier geschlossen, und dieß durch den heute erschienenenPolizeianzeiger" öffent­lich bekannt gemacht.

Wien , 11. August. (S. M.) Deutsche Blätter bringen die Nachricht von einem neuen Vierkönigs- bündnisse, dessen Zweck angeblich selbst ein bewaff­neter Beistand für die deutsche Sache in Schleswig- Holstein sein sollte. In letzterer Beziehung sind sie augenscheinlich im Irrthum. Was inzwischen eine etwaige politische Vereinbarung zwischen Bayern, Wür- temberg, Sachsen und Hannover betrifft, so liegt die Sache nicht ganz außer dem Bereiche der Wahnchein- lichkeit, wenn man sich erinnern will, daß schon früher ein von Oesterreich gut geheißenes Projekt bestanden hat, nach welchem die vier deutschen Königreiche den Kern eines sogenannten Westdeutschlands, aus den klei­neren Staaten bestehend, bilden sollten, welcher Komplex das dritte Glied mit Oesterreich und Preußen in der deutschen Union sein würde. Sollten vielleicht die i» Frankfurt gemachten Erfahrungen diesen Weg als den zweckmäßigen und erreichbaren herausgestellt haben?

Wien, 13. August. Die heutigeösterreichische Reichözeitilng" widerspricht mit aller Bestimmtheit der auf telegraphischem Wege auS Frankfurt hier ein= gegangenen Nachricht, daß sich das Plenum aufgelöst habe. Eben so nennt sic das in einer Pariser Corre- fpondenz Ler BerlinerConst. Zeitung" mitgetbeilte Ge­rücht von einem geheimen Verträge vom 29. April, in welchem Oesterreich und Preußen darüber übeieingekom- men sind, auf alle Fälle nur gemeinschaftlich aus dem Interim zu treten, eine jeder Begründung entbehrende Zeitungsente, deren Motive leicht zu errathen seyen.

Daseyn brachte, welches ihren Tugenden schon das Mittelalter hätte gewähren sollen, wenn das Mittel- alter, wie die gegenwärtigen Lenker des Alpen-Kö­nigreichs, lichtvoller Vernunft und ächt-christlicher Menschenliebe fähig gewesen wäre. Herr Bender wird nicht erwarten, daß man seine Schrift in einem Zei­tungsartikel umständlich prüfe und auseinanderlege; er begnüge sich vorläufig mit der Anzeige, daß er ein gutes, gründliches, parteiloses und für viele sogar trostbringendes Buch, ja ein wahres Epos irdischer ! Glückseligkeit geschrieben habe. Die Beispiele, daß auf Wegen der Vernunft und der natürlichen Strömung der Begebenheiten das Recht und das Bessere über Bosheit und Unrecht endlich triumphire, sind unter den Menschen so selten, daß man den Verfasser um die glückliche Wahl seines Schreibgegenstandes wahr­haft beneiden muß. Wer ausharret, wie z. B. die Deutschen Anno 1849, und auch in Widerwärtigkeiten den Muth nicht sinken läßt, hat am Ende noch jeder­zeit gesiegt. Nur durch den Gedanken, die Güte des Friedens und des irdischen Glückes seien von den Schicksals­mächten wohlfeilen Preises zu erstehen oder gar umsonst zu haben, soll sich der Mensch nicht betören laffen. In man­chem kleinmüthigen und verzagten Germanen wird das Bender'sche Buch neue Kraft und frische Hoffnung wecken. Die Bemerkung aber, daß die schlimmsten und rechtswidrigsten Handlungen, durch welche von jeher soviel Unheil über die Länder kam, ihren Ur­

sprung nur selten in den Fürsten, am öftesten hinge- ; gen in de» schlechten Gefühlen des Volkes selber ihre j Quelle hatten, wird nur wenigen Lesern dieses me- , lancholischen Drama's entgehen. Ein guter verständi­ger Fürst, von schlechten und unverständigen Men­schen umgeben, vermag auch beim redlichsten Willen nir­gends etwas rechtes und gedeihliches zu schaffen.Diese Leute sind rechtlicher als ich und mein Volk," sagte Ludwig XII, und verbot seinen fanatischen Dienern die schuldlosen Tyalbewohner länger zn verfolgen. Aber nur zu schnell und zu leicht übertäubten unter den fol­gende» Regierungen, die Oppeda, die Guerin, : die Pia nesse, die Tournon im königliche» Herzen das Gefühl für Billigkeit und Recht, und ließen über 150 Jahre hindurch gegen ihre christlichen Mitbrüder solche Gräuel verüben, wie sie selbst in den Annalen christfeindlicher Osmanli und der wilden Mongoleu- horden eines Vatu-Chan nicht zu lesen sind. Die ver­derbliche Saat der Oppeda, der Gusrin, der Pia» esse und der Tour non, der unwissenden und erbosten Fanatiker des 16ten und 17ten Jahrhunderts, ist leider auch in unsern Tagen nicht ausgestorben, ' und es ließen sich, nur aus den letzten Jahren, in j Deutschland und in Baiern merkwürdige Parallelen ziehen."

Miszelle.

Die H olzka nonen, die Bem in Siebenbürgen verwendete, wenn das Kanonengut nicht ausrrichte, zeich­neten sich, wie wir imSpiegel" lesen, durch die Zweck­mäßigkeit deS Rohres und LeS Gestelles gleich, vorchcil- Haft ans. Ersteres war nicht aus einem Stück ge­macht, gebohrte Holzstämme hätten der Ausdehnung durch Pulver schlechter widerstanden,j darum ließ er sie ans mehreren Stücken verfertigen , welche durch eiserne Reifen nach Art gewöhnlicher Kufen zusam­mengehalten wurden. Innen steckte eine einfache Blech­fütterung, die ohne viel Mühe und Kosten durch eine neue ersetzt werden konnte. War Mantel und Futter nicht mehr brauchbar, dann wurden beide weggeworfen. Die Laffette war eben so einfach als wohlfeil. Vier Holzböcke, zu zweien in ein schiefes bewegliches Kreuz gebunden, bildeten das Gestell, ähnlich demjenigen, auf welchem man gewöhnlich Brennholz entzwei sägt. Durch die Beweglichkeit der beiden Holzkreuze war cs möglich, dem Rohre jede beliebige Richtung zu ge­ben, und kam es durch den Rückstoß des Schusses aus der Richtung, so war diese schnell und leicht wieder herzustellen. Vier Menschen trugen ein solches Ge­schütz ohne viel Mühe die steilsten Bergpfade hinauf. In der Ebene konnten die leichten Holzröhren zn Du­tzenden auf einem Wagen transportirt werden.