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JKUML Wiesbadsn. Samstag, 17 August 1850.

Die |$ reie Zeit ung " erscheint, mit Ausnahme deS Montag», tagh$ in -mein Dogen. Der AbonnementSpretâ beträgt v letteljährig hier in Wiesbaden 1 fl. 45 fr auf« wärtS durch die Post bezogen mit verhältnißmäßigem Aufschläge. Inserate werden bereitwillig ausgenommen und find bei der großen Äerbreitung derFreien Zeitung" stets von wir!- samem Erfolge. Die JnserationSgebühren betragen für die vierspaltige Petttzetl« 3 Kreuzer.

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Zur Domänenangelegenherk

ff Vom Westerwald. Es wird Niemand leug­nen wollen, daß mit dem Jahr 1848 ein neuer Zeit­abschnitt für die Domäne beginnt, daß dieses Jahr Vieles den Domänenertrag Abänderndes in seinem Ge­folge hat. Die Ermittelung des mutmaßlichen Do­mänenertrages für die Zukunft besteht daher in der Beantwortung der zwei Fragen: 1) Wieviel wäre per Jahr zu erwarten, wenn das Jahr 48 nicht gekommen wäre? 2) Wie ist der Einfluß dieses Jahres in Rech­nung zu bringen? Die erste Frage hat die Domänen- Commission im Domänenbericht auf Seite 33, 34 u. 35 in der Weise beantwortet, daß sie den jähr­lichen Reinertrag nach Durchschnittspreisen zu 999,867 fl. 32' kr. berechnete, dann diese Rechnung durch den Durchschnitt der Erträgnisse von 1817 bis 1847, der 900,000 fl. beträgt, controUirte. In der Bestimmung nach Durchschnittspreisen liegt gewiß sehr viel Schwankendes und Unsicheres, während im Durchschnitte der wirklichen Erträgnisse alle Einflüsse, alle Zufälligkeiten mitberücksichtigt, nutbeyacht sind. Wir halten demnach die 900,000 fl. für das End- rcfultctt der im Domänenbericht angcsteUten Berech- »n»g; diese Summe ist uns nicht nur der Durchschaut der jährlichen Erträgnisse, sondern auch der revi- dirte Reinertrag aus Durchschnittspreisen. 900,000 fl. ist demnach die Summe, auf der allein gefußt werden kann, als mutmaßlichem Ertrag für die Zukunft, wenn das Jahr 1848 nicht gekommen wäre. Die zweite Frage beantworteten wir einfach so: Die Einflüsse des März haben den Domänenertrag in den Jahren 1848 lind i849 um ungefähr 200,000 fl. herabgestimmt; diese Einflüsse dauern noch fort, sind in einzelnen Gesetzen sogar permanent gemacht, folg­lich kann für die Zukunft nicht wohl mehr als 700,000 fl. erwartet und also auch bei Bestimmung der Civilliste auf keine größere Summe spekulirt werden. Will man aber auch die obengenannte Controlle gar nicht berück­sichtigen, sondern 999,867 fl. als Durchschnittsertrag ohne Weiteres nehmen, so müßte doch die im Domä- nenbericht ihr angefügte Bemerkung hinzugenommen werden:Hieran wird sich jedoch in Zukunft ein bedeutender Ausfall ergeben. Derselbe wird, ab- gesehen davon, daß bei den jetzigen Zuständen die Preise und der Absatz viel geringer ist, als nach dem bisherigen Durchschnitte, vorzüglich dadurch entstehen, daß durch die Gesetzgebung über Zehn­ten, Grundzinsen, Schäferei und Weidrechte, Müh- lenbannrechre, sowie über den Mainzoll die Ein­künfte aus diesen Objekten sehr geschmälert wer­den, sodaß der jährliche Ausfall jedenfalls 100,000 fL, vielleicht auch 200,000 fl. und noch mehr be­tragen wirb." Der Inhalt dieser Stelle bringt uns eben wieder in die Nähe der vcrhängnißvollen 700,000 fl. Das in Betreff des Vorwurfs der Akten­

widrigkeit, den Hr. V. Eck in seiner Erklärung uns zuschleudert. Wir wiederholen, uns sind die 900,000 fl. das, was der Domänenbericht als Dnrchschnittsertrag ermittelt hat; uns sind die 900,000 zugleich das, was von den 999,867 fl. nach geschehenem Controlli- ren verbleibt, diese Summe ist also, die Mârzein- flüsse ungerechnet, der m n t h in a ß l i ch e Ertrag für die Zukunft. Daß leider die geschriebene Ver­waltungsordnung der Domänen noch nicht abgeändert ist, wissen wir so gut, wie Herr v. Eck. Wir sind aber der Meinung, daß in allen Fällen, in denen die verwaltende Persönlichkeit freien Spielraum hat, im Hinblick auf den März" nach neuen, das Landesintereffe fördernden Grundsätzen verfahren werde. Sollte auch in dieser Beziehung wieder das Alte da sein, so müßten wir Westerwälder uns das allerdings hinter die Ohren schreiben.

Wenn Herr v. Eck sagt, das Allgemeine bilde sich aus dem Besonderen, ,o kann ich eben so gut sagen, bas Besondere liegt im Allgemeinen. Ich ka n ll übrigens die trostreiche Versicherung geben, daß voin Westerwald eine gründliche, alle Einzel­heiten umfassende Bearbeitung der Do- m â ne ausgehen wird und daß bet dieserGe­legenheit auch die Persönlichkeiten, welche Herr von Eck veröffentlicht wünscht, die geeignete Berücksichtigung finden werden. Die Erklärung des Herrn v. Eck ist so gehalten, bay, wer sie verstehen will, Alles über diesen Gegenstand in derFreien Zeitung" Geschriebene nachlesen muß. Wer sich aber diese Mühe gibt, wird Stoff genug in Händen haben, um entscheiden zu können zwischen Hrn. v. Eck und mir.

Der Westerwälder.

Deutsch!««».

(D Wiesbaden, 13. August. Aus der Note, welche dem Artikel Q Wiesbaden vom 4. Aug. in Nrv. 190 der Freien Z uunq v. 13. Aug. beigefügt ist, ersehe ich, daß ich der geehrten Redaktion dankbar zu sein Ursache habe, zuerst für die Aufnahme jenes Artikels, den sic ihrer Tendenz nicht ganz angemessen hielt und sodann dafür, daß sie mich an ein Mißverständnis; aufmerksam gemacht hat, welches nach dieser Note möglich zu sein scheint und verhütet werden muß. Wenn dort in der 2teil Spalte 6ten Zeile von oben das bei dem Druck auogt lassene WortUnivus" vor dem WortePolitik" eingeschaltet, wenn in der lOten Zeile v. o. daselbst statt des Druckfehlersendliche" gelesen wirdeudlvsc, in Z. 16 das. v. v. stattallerpossigste" allerpassivste" und in Zeile 27 v. o. daselbst stattBedürfniß"Bündniß", so wird man schon weit weniger in Versuchung seyn, die Beförderung der in dem Artikel selbst so hart angcklagteu Unionspolitik als Zweck desselben auf Kosten demokratischer Grundsätze anzusehen.

Ich habe überhaupt nicht geglaubt, daß sich diecon- sequeiite Demokratie" während ihres faktischen Unterliegens zur Ulithätigkeit in der praktischen Politik verurtheilen, daß sie sich verpflichtet fühlen solle, der Aristokratie freies Feld und ungestörte Gelegenheit zur Schmiedung der eisernen Netze zu lassen, durch welche das Volk für im- mir, d. h. möglichst lange, niedergehalten und der mit List erlangte Besitz der Herrschaft gesichert werden soll. Die demokratische Presse darf, wie mir es scheint, auch während sie ecclesia pressa ist und gerade eben des­halb nicht aufhören oppositionelle Presse zu sein. Je praktischer, je mehr ins Einzelne eingehend sie dieß ist, je mehr jedes Blatt in seinem besondern Kreise die Kunst, griffe und Täuschungen enthüllt, wodurch das Volk auf gewundenen und dunkelen Wegen der völligen Schutz- uuD Rechtlosigkeit zu geführt werden soll, desto mehr wird sie eine Leuchte für das Volk sein und die Anschläge der Coutrerevolutivn vereiteln, welche das Licht nicht ver. tragen. Gerade das ist die Klippe, wohin die herrschend-- Kaste die als Utopisten und Ideologen verschrieenen De­mokraten und Ihre Preffe zu treiben sucht, daß sie in einem Schmottwin el ihre Utopien sich nach Gefallen aus­malte, daß sie wo ist auch über die arge inonarchiscl>-ari- stokratische Welt sich ereifere, jedoch nur nach ganz ent* feinten Beispielen und in völlig beziehungslosen allgemei­nen Phrasen. Nur durch die praktische Ueberzeugung des Volks von der Unerträglichkeit und Unhaltbarkeit unserer Zustände und von der Verwerflichkeit der Mittel sie dauernd zu machen, wird der endliche Sieg der Demo­kratie herbeigeführt. Das selbstgenügsame Vertrauen auf die der Demokratie inwohnende Allgewalt, und deren gesicherte Zukunft, womit man auf die Seeligkeit der künftigen Herrschaft derselben hinweist, kann nur erschlaf­fend wirken nicht unähnlich den theologischen Anwei­sungen auf ein besseres Jenseits, womit sich die herr­schende Klasse bisher so trefflich ihren genußreichen dies­seitigen Besiß zu sichern wußte.

Je heiliger wir unsern allein gültigen politischen Rechts- znstanv, welcher in der gesetzlich verkündigten und bc- schworncn Reichsverfassung gegeben ist, bewahren, um so mehr ist es Pflicht, verderbliche Machinationen zu dcnun- ziren, die uns immer weiter davon entfernen, und dessen Verwirklichung unmöglich machen sollen. Von der einst­weiligen Beseitigung der Reichsverfassung, bis zur Be­handlung des Volks als willenlose Sache und zur Rück- kehr auf den unerträglich gefundenen alten Zustand, ist eine weite Kluft. Die Machthaber werden dieses nur dann vergessen, wenn das Volk bei noch bestehender Freiheit der Presse zu diesem Versuche schweigt. Mit Recht wird man uns sagen: wer schweigt, wo er sprechen kann und soll, der willigt ein. In diesem Sinne würde uns die Preßfreiheit durch Schweigen zum Verderbe« gereichen.

Unser gutes Recht ist in dem Artikel vollständig ge­wahrt und es ist unmöglich die Warnung vor dem Aller- schlimmsten und vor der unklugen Beleidigung eines über­mächtigen Nachbars, als Zustimmung zu dem so energisch

San Francisco.

* San Francisco wird mit jedem Tage mehr das Rew-Aork der amerikanischen Westküste. Aber wie sich in jedem neuen Hauptsitze des Handels die Verhält­nisse der Vorgänger steigern, so auch dort. Das ver­wegenere Treiben, das von Amsterdam äuf London überging, verwegener in New-Uork wurde, wird in San Francisco eine Höhe erreichen, von der frühere Jahrhunderte keine Ahnung hatten. Alles ist in dem neuen Handelssitze neu, schwankend, chaotisch, und den­noch herrscht eine Gemüthsruhe, ein Vertrauen, eine Verwegenheit, wie sie etwa in Rom bestanden haben mag, als dieewige Stadt" von den Räubern und Abenteurern des alten Italiens gegründet wurde. Sehr interessante Einzelnheiten zur Charakteristik dieser merk­würdigen Zustände enthält das Schreiben eines Fran­zofen aus San Francisco, aus dem dieNational- Zeitung" Auszüge bringt.

Im Geschäft", schreibt der Franzose,ist hier kein bestimmter, im Voraus entworfener Plaii^ möglich. Die Gewinnung von Vermögen ist hier rein Sache des Zufalls. Zugleich ist es ein Land, wo man Alles versuchen muß und vor nichts znrückschrecken darf. Indeß haben die Franzosen viel Mühe, in Allem was Industrie betrifft, es mit den Amerikanern aufzunehmen. Einmal fühlen diese Letztereren sich zu Hause, während die Franzosen machen, daß sie das Land wieder ver­lassen können. Sodann sind die Gesetze ganz zu Gunsten der Amerikaner, Endlich haben die Amerikaner einen

Charakter, den nichts aufhält oder entmutigt; wenn die Berge ihnen im Wege stehen, nivelliren sie sie; wenn ihre Häuser zu brennen anfangen, so sind sie schon auf der einen Seite mit dem Wiederaufbau be­schäftigt, während sie auf der andern noch löschen. Nach dem Brande, der am 4. Mai um vier Uhr morgens die ganze Mitte der Stadt zerstörte, sah man Gebäude, von denen Mittags keine Spur mehr vorhanden war, um vier Nachmittags sich von Neuem erheben, so daß die, welche die Zerstörung vor zwölf Stunden angesehen, glauben konnten, sie hätten geträumt. Außerdem kennen die Amerikaner den Werth der Zeit und wissen sie zu benutzen. Seit dein 4. Mai haben wieder vier Feuersbrünste sialtge- funden. So ist es fast alle Abend. Die Amerikaner, welche schlechte Geschäfte machen, bedienen sich dieses Mittels, um ihre Rechnungen zu liquidireii oder sich der­jenigen ihrer Nachbarn zu entledigen, die ihre Eifersucht erregen. Ein Grund warum die Franzosen hier selten reuisiren, ist, weil sie ohne Geld kommen, die Meisten, weil sic keins haben, Andere, weil sie Alles, was sie an Geld hatten, in Waaren verwandelt haben. Sie wissen meist nicht, daß die Zölle sehr hoch sind und daß man sie in amerikanischer oder mexikanischer Münze zahlen muß; die Dvuane würde nicht einmal Gvldstanb dafür amiebmen. Sie sind daher beim Landen genöthigt, was sic mitbringen , zu jedem Preise zu verkaufen, oft weit unter dein Fabrikpreise. Auch sind die Pu-ladunge-kosten enorm hoch.

Der äußere Anblick San Franzisko's ist ein höchst seltsamer. Alle Flaschen, die seit dem Aufblühen Ka­liforniens geleert wurden, liegen im Schlamm, der in diesem Augenblick trocken ist, während man im Winter darin bis zu 6 Fuß einsinkt. Die Straßen sind breit und könnten schön sein, für jetzt aber sind sie mit allen möglichen Gegenständen bedeckt, mit Hemden, die man wegwirft, um nicht die theure Wäsche bezahlen zu müssen, mit Möbeln, Kisten und Aehnlichem, wofür man den hohen Miethzins ersparen will. Es gibt hier ein Justizpalais, eine Börse, ein Theater, Kirchen, zwei Kirchhöfe und glänzende Spielhäuser mit Musi­kanten. Ein Thelegraph kündigt die Ankunft der Dampfer an.

DieMission" ist das Faubourg Saint-Germain von San Francisco. Dieses Quartier ist von den Eingebornen des Landes bewohnt, die man hier in ihrer ganzen Ursprünglichkeit sieht. Sie sprechen spa­nisch, sind dick, schwarz und häßlich und hüten ihr Vieh zu Pferde; ihr Gemüse verkaufen sie ebenfalls zu Pferde.

Die Nahrung in San Franzisco ist vortrefflich. Die Umgegend der Stadt hat schöne Weiden, auf de­nen Fleisch und Milch der Thiere vortrefflich gedeihen. Man hat gutes Rindfleisch zu 4 Realen das Kilo­gramm ; aber eine Hammelkeule kostet 30 Franks. Frische Eier kosten 3 Realen das Stück, eine Zwiebel 4 bis 5 Franken, die Kartoffel», 6 Realen das Kilo­gramm, Rüben, 2 Piaster das Bund, ein Kohlkopf