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Entschluß gefaßt, He Schlacht abzubrcchcn und zurück- zuqehkn. Der Mckzuq wurde zwischen ! und 2 Uhr Mittags angetretru, ohne andern Verlust an Material, als 3 demantiitr Geschütze. Der Verlust an Mann- schast hat aus den Ersatzkompagnieu gedeckt werden können. Gefangene haben wir wenig verloren, deren aber zwischen 4- und 500 gewacht."

Am 28. hat Willisen folgende Proklamation erlassen:

An die Armee! Wir haben die Schlacht ver­loren; aber wir sind nur geschlagen, wenn wir uns selbst dafür ausehen und den Muth verlieren. Das wollen und werden wir nicht. Wir haben kein Ma­terial verloren und finden in Rendsburg Alles, was wir brauchen, um so stark zu sein, wie vorher. Also nur Muth rind Vertrauen! Thut Ihr alle Eure Pflicht, seid Ihr standhaft und gehorsam, so ist noch nichts verloren,

Hauptquartier Rendsburg, den 28. Juli 1850.

Euer kommaudirender General (gcz.) v. Willisen. "

Am 29. hat die Statthalterschaft folgenden Aufruf bekannt gemacht:

Mitbürger! Das Glück der Schlachten ist wech­selnd; es hat diesmal unserer in früheren Kämpfen be­währten Armee nicht zur Seite gestanden. Aber durch einen Verlust wird ein Volk nicht gebeugt, das den entscheidenden Kampf für die Existenz des Vaterlandes begonnen hat, das Heer ist zurückgedrängt, aber nicht besiegt worden; die Verluste sind erheblich, aber sie werden ersetzt; eine Position ist verloren, aber sie kann wieder genommen werden ; unsere Brüder in Schleswig seufzen unter dem Joche des Feindes, aber zum zweiten Male wird mit Gottes Hülfe für sie die Stunde der Erlösung schlagen. Unser Heer steht ungeschwächten Muthes und kampfbereit in fester Stellung.

Mitbürger! Es ist nichts verloren, wenn wir fest zusammensteheu, unerschüttert im Entschlusse, Alles zu wagen für Recht, unsere Ehre, unsere Freiheit. Richt die' Zahl allein Entscheidet im Kampfe, sondern vielmehr der Muth und die Führung. Unsere Väter haben sich in widrigen Geschicken am größten bewährt; wir ver­trauen, daß die Söhne nicht kleiner sein werden. Das Vaterland erwartet, daß jeder seine Pflicht thue.

Kiel, den 29. Juli 1850.

Die Statthalterschaft der Herzogth. Schleswig-Holstein.

Reventlow. Besel er.

Boysen. Francke. Krohn. Rehhof. Fontenay." ~ Wäre es nicht schmählich, wenn nach solchen Worten Schleswig dennoch ohne neue Schlacht aufgegeben würde? In der Ztg. für Norddeutschland fordert Jakobus Ve­nedey den edlen Wrangel auf, sich an die Spitze einer Subskription des preußischen Heeres für Schwswig- Holstein zu stellen oder von den ruhenden Händen seiner Soldaten Charpie für Schleswig - Holstein zupfen zu lassen! Es ist weit gekommen, daß sogar der gut­müthigste aller Deutschen, daß Venedey grimmig wird.

Die neuerdings in den dänischen Gewässern erschie­nene zweite Abtheilung der russischen Ostseeflotte soll dazu bestimmt sein, die erste abzulösen. Die Flotte steht unter dem Oberbefehl des Großfürsten Constantin. 72 Einwohner Schleswigs , welche die Dänen zu Schanzarbeiten gepreßt hatten, sind ihnen, ihren Weg i über Haide und Moor nehmend, glücklich entwischt

und nach Rendsburg gelangt. In Altona sind jetzt 5 Lazarethe mit Blcssirtrn und Kranken besetzt; nach einem derselben wurden am Sonnabend von Hamburg aus 100 (geschenkte) Betten geschasst. Auch ein drin­gendes Bedürfniß an Aerzten stellt sich mehr und mehr »in. Viele Leichtverwundete werden übrigens bald zur Armee zurückkehren können.

Wie es heißt, soll v. d. Tann geneigt gewesen sein, den Kampf schon am 26ßen Morgens' wieder aufznnehmcn , wodurch die durch die letzte Schlacht be­deutens mitgenommenen Dänen gewiß unangenehm überrascht worden wären. General Willisen soll jedoch dagegen gewesen sein.

* Aus Rendsburg, 1. August, wird auf telegra­phischem Wege gemeloct, daß die Schleswig- holsteinische Armee diesseits uns jenseits der Eider, mit den Vor­posten bis Sehestedt, kouzcutrirt |n; das Hauptquar­tier befand sich noch in Rendsburg, doch war der Zu­gang zu dieser Festung gesperrt. Die dänischen Vor­posten schwärmten bis an die Eider. Die Armee der Herzogthümer ist frisch koncentrirt.

Am 29. nahm die zweite Brigade eine Recognos. cirurig gegen Eckernförde vor, wobei einige Schüsse gewech­selt wurden, jedoch ohne irgend welchen Erfolg; Die Altonaer erzählten sich bereits von Räumung der Stadt durch die Dänen. In Eckernförde haben die Dänen sogleich angefaiigen zu schanzen.

Die Nachrichten, welche mit dem DampferLübeck" von Kopenhagen e.ngetroffen sind, reden von an die 4000 Todten und Verwundeten, darunter 120 Offi­ziere, welche die Dänen bei Idstedt und Helligbeck ge­habt haben sollen, was wohl eben so übertrieben sein wird, als wenn diePostnachrichten" ihren dänischen Lesern vorlügen, es seien schon 2 bis 3000 gefangene Deutsche nach Kopenhagen gebracht worden, oder wenn in dem dänischenvorläufigen" Rapport gesagt wird: lieber 1000 Gefangene sind eingebracht. Im SchleS- wig'schen Lazareth befinden sich 2000 verwundete In­surgenten u. s. W." Dervorläufige" Rapport gibt mindestens 12 todte und 73 verwundete Offiziere, 104 getödtete (nur?) und 2300 verwundete Unter­offiziere und Soldaten" an.

Eine Flensburger Korrespondenz derFlyvepost", die von 1200 dorthin gebrachten Gefangenen spricht, erzählt, daß unter den Gefangenen sich 13 Bauern und 3 Frauen hefinden, die auf die Truppen geschossen und jetzt mit zusammengebundenen Beinen aus dem Kloster­platze liegen, unter ihnen ein Schullehrer und ein 70jäh- riger Greis, der General Schleppegrell erschossen haben soll. In Flensburg soll bereits ein Standrecht über jene 12 Bauern aus Angeln und den Mörder Schleppe­grells niedergesetzt worden sein. Der König ist gestern Nachmittag in die Hauptstadt gekommen. Auch der schwedische General Malmborg ist wieder in Kopenhagen angekommen. DieNeuesten Postnachrichten" er­zählen, daß ein kleines englisches Dampfboot mit 2 Schoonern Sonnabend Abend 1200 Gefangene gebracht. (Reisende, die Kopenhagen Sonntag Mittag verlassen, erzählen bestimmt, daß dort damals nur die 105 Ge­fangene mit demZephyr" angekommen waren.) Heute Morgen, meldet dasselbe Blatt, hat ein großes Dampf­schiff mit mehreren kleinen Schiffen 560 leicht Verwun­dete gebracht. DieCaroline Amalia" hat 104 Ver­

wundete gebracht." Aus Kolding wird vom 27 d) M. berichtet, Idstedt sei dem Boden gleich gemacht. (?)

Skandinavien.

Kopenhagen, 27. Juli. (T.C B.) An der Spitze der Sturincolonne, welche das holsteinische Centruin durchbrach, fanden den Tod: General Schleppegrell, welcher bereits unter Napoleon gedient, Obrist Trepka und Obrist Lafföe, früher Chef des dänischen General­stabs und Adjutant Cavaignacs in Algier.

Christiania, 27. Juli. Bis heute sind noch im­mer keine weiteren Transporte unserer von Flensburg abgegangenkn Truppen und ihres Materials hier an- gekommen.

Großbritannien.

# London, 30. Juli. Ein neuer Zwischenfall be­zeichnete die heutige Unterhaussitzung. In Folge des gestrigen Beschlusses zur Eidesleistung erschienen, sprach Herr von Rothschild die Formel der Eide wegen der Treue lind Suprematie ohne Anstand, doch als er in dem dritten Eideauf den aufrichtigen Glauben eines Christen" schwören sollte, wollte erdiese Worte als für ihn nicht bindend anslassen, sondern blos sagen :So mir Gott helfe!" Der Sprecher forderte ihn Hierauf auf, sich zu ent- ferncu, weil er die Schlußworte des Eides verweigert habe. Sir Fr. Thesiger beantragte, die Londoner Wähler sollten zu einer Neuwahl zusammenberufen werden; Wood hingegen beantragte, zu erklären, daß der Sitz, für den Herr von Rothschild gewählt wor­den, besetzt und eine Nenwahl deshalb unzulässig sei. Noch Verwerfung des Woodschen Antrages mit 221 gegen 117 Stimmen, beschloß das Haus auf Lord John Russells Antrag die Vertagung des Thesigerschen Antrages.

Belgien.

*** Brüssel, 1. August Gestern Abend traf Herr Thiers auf seiner Abreise nach Deutschland hier ein. Der geriebene Dip omat soll in Sachen der Herzogin von Orleans reisen. Herr Thiers hatte gestern Abend sogleich nach seinem Eintreffen eine Zusammenkunft mit dem Fürsten Metternich und eine Audienz bei dem Kö­nige, der zu dem Zwecke von Lacken gekommen war.

Mepnblik Frankreich.

* Paris, 31. Juli. Die National-Versammlung will doch nicht ganz so ruhig heimziehen. Die heu­tige Eisenbahndedatte war sehr heftig. Ein großer Theil der Linken und des Tiers-parti wollte die Dis­kussion der einzelnen Artikel des Gesetzentwurfs nicht; doch behielt die Regierung ihren Willen mit 320 ge­gen 267 Stimmen. 3pCt. blieben 58, 20; 5pCt. 96, 65 (Baisse 15 C.); Bankaktien 2,370 (H. 10 Fr.)

Druckfehler-Berichtigung.

In dem Bericht über den Kunstverein (siehe Feuil­leton von gestern, zweitx Sp. Z. 11 v. u.) ist statt 1 zu lesen 7 Oelgemälde.

(983) Edietalladung.

Den Concurs über Bäcker Jo­hann Thies und dessen Ehe­frau Elisabethe, geb. Kaltc- born zu Camberg betr.

Nachdem das Concurserkenntniß rechts­kräftig geworden ist, so wird zur Anmeldung dinglicher und persönlicher Ansprüche bei Mel­dung des von selbst kintretenden Ausschlusses von der vorhandenen Masse, Termin auf

Dienstag den 10. September d. I., Morgens 8 Uhr, anher anberaumt.

Idstein, den 27. Juli 1850.

Herzoglich Nassauisches Justiz-Amt.

L ors ba ch.

(975) Unterzeichneter macht die ergebene An­zeige, daß er Hühneraugen, Leichdornen, Frost­beulen, ins Fleisch gewachsene Nägel, Warzen u. s. w. ohne Blut zu vergießen und ohne den geringsten Schmerz zu verursachen,^ heilt und durch Atteste der berühmtesten AerzteFrank» rcichs und Deutschlands bezeugt, daß er der Einzige ist, der dies Uebel mit der Wurzel ausrottet.

Bestellungen sind im Pfälzer Hof abzu­geben. S. Sils.

(974) Soeben ist wieder angekommen:

Das Ungarlied.

Gedicht von C. H. Schnauffe r.

Musik von H. Vincent.

18 kr

H. W. Ritter'sche Buchhandlung.

(811) Langgaffe Nro. 21 ist ein möblirtes Zimmer zu vermiethcn

(981) Ein Mädchen, welches kochen und alle häuslichen Arbeiten versehen kann, sucht eine Stelle als Köchin oder Hausmädchen. Das Nähere sagt die Erped. d. Bl.

B e k a n n t m a ch n u g e it.

Nachricht an die deutschkatholische Gemeinde dahier.

Nächsten Sonntag, den 4. d. M., um 11 Uhr vor Mittag, ist Gemeindeversammlung in dem Nathhaussaale dahier, wo ein Abgeordneter zu einer Synode, welche den 8. August in Oppenheim abgehalten wirds gewählt werden soll. (987) Aeltesterbefchluß.

(986) 13,000 20,000 fl. find gege» gerichtliche Sicherheit zu 5X auszuleihe».

Näheres die Erped. d. Bl.

(985) Steiggelder werde» zu kaufen ge­sucht. Naderes in der Erped. d. Bl.

Frankfurt. Cours der Staats Papiere. Schluß der Börse.

Den 1. August 1850.

pCl.

Papier

Geld

Den 1. August 1850.

pCt.

Papier

Geld

Oesterreich

Preußen Bayern Würtemb.

Baden

Metalliques Obligationen ....

Wiener Bank-Actien.....

500 fl. Loose ......

250 fl. Loose von 1839 .

Bethmännische Obligationen . . .

50 Thaler Prämien-Scheine . . . Staatè-Schnld-Scheine a 105 . . Obligationen........ Bexbacher Eisenbahn-Actien . . . Obligationen........

Obligationen........

Lotterie-Anlehen â 50 fl. von 1840

35 fl. Loose vom Jahr 1845 . . .

5 4%

4

3

2%

3

4

4%

3% 3%

4% 3% 5

3%

82»% 72»% 64

48% 44

1213

157'/, 102'4

78%

87% 84'4 81% 98% 84%

ioi»/4

82% 55% 32%

81% 71% 03% 47%

43%

1208

157

101%

67

78

107% 87% 84

81% 98

84*/e 100%

82% 54% 32%

Darmstadt

Kurhessen Nassau

Frankfurt

Holland

Spanien Polen

Sardinien

Obligationen . . .

Lotterie-Anlehen von 50 fl. . .

25 fl. Loose.......

Friedr.-Wilh.-Nordbahn ohne Zins 10 Thaler Loose bei Rothschild .

Obligationen.......

Obligationen bei Rothschild . .

ditto 25 fl. Loose . .

Obligationen.......

ditto von 1839 . , ,

ditto von 1846 . . .

Taunus-Eisenbahn-Actien â 250 fl.

Jntegr.-Obligatiouen ....

Syndikats........

Innere Schuld neue Obligationen

Lotterie-Loose 300 .....

ditto 500 .....

36 Frs. Loose bei Gebr. Bethmanr

3'/, 4 4%

4

5 3%

3

3%

3/2

2% 3% 3

85*/4 911/4 97% 76% 28% 43'% 32%

103% 87% 25%

®5% 91%

294

57

33

82 34%

84% 90% 96% 76% 27% 43

32»/, 103»/,

87 25% 81»/. 95

91%

292

56% 87% 32%

139

81% 33%

Cours der Wechsel.

Den 1. August.

Kurze Sicht

Zwei Monat

Gold- und Silber-Sorten.

Neue Louisd'or............

Friedrichsd'or.............

Ducateu..............

20 Frank-Stücke ...........

Holländische 10 fl. Stücke........

Englische Souverains..........

Laubthaler .............

Preußische Thaler...........

5 Frauc- Thaler............

Hochhaltiges Silber....... .

fl.

11

9

5

9

9

11

1

2

24

(F'

fr.

6 51% 38 34 51 58

45 »/e 21

30

EI.)

Briese

Geld

Briese

Geld

Amsterdam , 100 fl. Crt. . . . Augsburg, 100 fl. Crt. . . . Berlin, 60 Thlr...... Bremen, 50 Rthlr. in Louièd'or . Hamburg, 100 Mrk. Bco, . . . Leipzig, 60 Thlr......

in der Messe .... London, 10 Liyr. St..... Lvon, 200 Fr ....... Paris, 200 Fr...... Mailand, 250 Lir. Austr. / . . Wien, in 20r 100 fl. C.-M. . . Disconto...... .

99%

105»/.

98'/» 88'4

105%

119% 94% 94%

102%

99 119%

101%

98%

87%

119%

2%

^

Verantwortlicher Herausgeber und Verleger C. Ritter. Druck der C. Ritt er 'schen Buchdruckerei.