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r* «- Prag, 27. Juli. Unser Const. Blatt aus Böhmen meldet mit folgenden dürren Worten die schau­derhafte Situation, in welcher die dortige Presse sich befindet:Die Prager Presse wird auf Anordnung des böhmischen Landeskommando's unter die Obhut (Obhut", ein schöner Ausdruck für die Sache!) der f. f. militärischen Untersuchungs - Commission gestellt." Die Pressen unter das Standrecht, die Schulen unter die Jesuiten: wenn das nicht hilft, um unsern Czechen die Augen zu öffnen, so ist ihnen nicht zu helfen. Drei unserer bischöflichem Consistorien sind bereits so weit vorgeschritten, daß sie das dringende Verlangen aus­gesprochen haben, es möge in Zukunft bei schwer ^er­krankten Katholiken kein jüdischer Arzt mehr zugelassen werden Alles zur Wahrung der ewigen Seeligkeit!

S ch le s w i g - H o l ft e i u.

* Die Dänen verschanzen sich in und um Schles­wig und scheinen die Schleswig-Holsteiner ruhig heran« kommen lassen zu wollen. Hoffentlich werden die deut­schen Offiziere diese Waffenfrist benutzen, um dem Mangel an kräftigen Führern abzuhelfen. Freiwillige strömen von allen Seiten herbei, aber die Herren von der Statthalterschaft wollen immer noch nichts von Freilchaaren wissen, obwohl "sie grade am Nützlichsten werden könnten. Denn die Reiterei und Artillerie hat in der letzten Schlacht wenig gelitten, die Infanterie und namentlich die Jägerkorps haben empfindliche Lücken erhalten. Noch immer zögert die Statthalterschaft auch mit dem Aufgebot der gesammten Mannschaft von 18 bis 30 Jahren mit Einschluß der Verheiratheten und der Unverheiratheten von 30 bis 40 Jahren. Scheint diese Maßregel noch immer zu revolutionär?

Dem WienerNeuigkeits-Bureau" zufolge ist mehreren österreichischen Offizieren, welche um Erlaub­niß einkamen, den Feldzug in Schleswig-Holstein mit­zumachen, zustimmend geantwortet. Aus Hannover meldet die O.-P.-A.-Z., daß die hauvöver'sche Negie­rung den Oberstlieutenant Glünder vom Jugenieurkorps nach Altona geschickt habe; doch erfahren wir nichts über den Zweck dieser Mission. Ein übrigens noch sehr unverbürgtes Gerücht läßt gleichfalls 400 ausge­diente Hannoveraner in Altona ankommen. Ein an­deres Gerücht, das die in Altona erscheinende Lith. Korrespondenz bringt, läßt die preußischen grünen Hu­saren in Lübeck einenMilitäraufstand" machen, des­gleichen die hannöver'sche Besatzung in Stade, welche verlangen, gegen die Dänen geführt zu werden. Aber die Weser-Ztg. meldet, daß die Husaren Lübeck bereits auf ihrem Rückzüge nach der preußischen Grenze pas- sirten.

Von der Jämmerlichkeit der deutschen Zustände wird der Weser-Zeitung aus Oldenburg folgender schla­gende Beweis geliefert:

In Folge der Entsendung einer bedeutenden Anzahl Ma- rossn auf dieG e f i o n" liegen mehrere Schiffe der Nord- secstottille entmannt im Hafen oder auf der Rhede. Die DampffregattcErzherzog Johann", welche auf der Hierherreise bekanntlich bedeutend beschädigt und zur schleunigen Reparatur in das Braker Drydock ge- dracht wurde, ist ihrem Schicksale überlassen worden |

und geht ihrer Auflösung entgegen. Nach einemvon der Bundtscommlsion vor einiger Zeit eingetroffenen Befehle sind nämlich alle Reparaturen eingestellt worden."

Ueber die Dänenwirthschaft in dem armen Schles­wig erfahren wir aus den Hamb. Nachr., daß die dortige ganze männliche Bevölkerung zum Schanzen gezwungen, die jüngeren Leute aber assentirt werden. Auch spricht man von enormen Kontributionen. Die Hauptarbeiten der Dänen gelten dem alten Dänen­walle (Danevirke), der von Neuem befestigt wird. Aus Rendsburg sind am 28. Juli einige Ersatz­bataillons zur schleswig-holsteinischen Armee marschirt. Ein Extrablatt der Nord. Fr. Presse bringt die erste Namensliste von 302 Verwundeten, die sich in Altona befinden.

«° Neuestes aus den Herzogthümern. Erst am Nachmittag des 28. haben die Dänen Eckernförde be­setzt. An demselben Tage fand ein Reitergefecht bei Jagel, eine halbe Stunde südlich von Schleswig, statt, wobei anderthalb Schwadron holsteinischer Dragoner sich mit einigen Schwadronen dänischer Dragoner und Husaren mehrere Stunden hernmschlugen und letztere, weil überlegen, ihre Gefangenen immer wieder herauszu­hauen wußten. Das Gefecht war von den Schleswig- Holsteinern, die den Angriff mit 1 Offizier und 3 Mann leicht Verwundeten und den Verlust von 5 Ge­fangenen büßten, provocirt worden. Man wollte die Dänen durch eine scheinbare Flucht an das Defile von Sorgbrück locken, der Plan mißlang jedoch. Der Ver­lust auf deutscher Seite in der Jdstetter Schlacht bleibt mit Todten, Verwundeten, Gefangenen und Verspreng­ten, auf höchstens i 100 Mann. Gefangene haben oie Danen mehr abgeben müssen, als die Unsrigen, die auch eine Fahne und mehrere Standarten eroberten. Die Berling'sche Ztg. schlägt den Verlust der Dänen selbst auf 1700 allein an Todten an, jedoch wohl übertrieben. Thatsache ist, daß die dänischen Berichte bei Weitem nicht rosenrot^ lauten. Fädrelandet, der über daö dänische Herr sonst trefflich unterrichtet ist, behauptet,daß fast alle gemachten Gefangenen weder Schleswiger noch Holsteiner, sondern Bayern, Sach­sen, Badenser und andere Deutsche seien." Klingt das nicht, als wollte die dänische Presse dadurch die Theilnahme von Schweden, Norwegen u. s. w. auf dänischer Seite vor ihren eigenen Landsleuten beschö­nigen V

Am 28. zeigte sich die gesammte russische Flotte, 14 Linienschiffe und Fregatten, vor dem Kieler Hafen. In die Schlei haben die Dänen Kanonenböte gelegt, um den Uebergang des Feindes zu wehren.

Aus Rensburg 31. Juli meldet der Telegraph dem Fr. I., es heiße, die schleswig-holsteinische Ar­mee werde noch im Laufe des Tages vorrücken. Zwei Offiziere wurden kriegsrechtlich verurtheilt, das 13te Bataillon bestraft. Der Grund wird nicht all- gegeben.

Italien.

Rom, 29. Juli. Mehrere junge Leute, Drosti, Bruni, Föoli, Sabbatini, sind von der päpstlichen Justiz zu zwanzigjähriger Einsperrung in die Engels­

burg verurtheilt, weil sie die Nachricht von der Er^ wählung Eugene Sue's zum Mitgliede der französischen Nationalversammlung mit bengalischem Feuer gefeiert haben.

Großbritannien.

*-+-* London, 29. Juli. Das Unterhaus hat in heutiger Sitzung die wichtige Diskussion über die Roth- schildsche Wahl beendigt. Bekanntlich hatte die Regie­rung zweimal Schritte gethan, eine Veränderung der Eidesformel in dem Sinne zu veranlassen, daß Roth­schild seinen Sitz einnehmenj könne, und zweimal wurde die von: Unterhause angenommene Bill vom Oberhanse verworfen. Rothschilds Freunde trieben hierauf die Frage zur Entscheidung, indem sie den Ge­wählten veranlaßten, an der Barre des Hauses zu er­scheinen und die Leistung des Eides aufs alte Testa­ment zu verlangen. Dieser Schritt, gerechtfertigt durch einen ähnlichen Vorgang bei O'Eounels Wahl vor der Emancipationsbill der Katholiken, brachte die anglika­nische Partei in Harnisch, und das Organ dersel­ben, Sir Rpbert Inglis, Abgeordneter der stock­steifen Oxforder Universität, beantragte, daß Roth­schilds Eid nicht als gültig angenommen werden solle, wenn er nicht auch auf's neue Testament sich beeidi­gen lasse, ein Antrag, welcher einer Ausschließung des Gewählten gleich kam, wenn derselbe sich nicht taufen ließ. Hume beantragte hiergegen, Rothschild solle in der Weise schwören, welche er selber für die bin­dendste halten werde, d. h. natürlich nur aufs alte Testa­ment. Nach einer Diskussion, welche zwei Sitzungen füllte, ward Sir. Robert Jegli's Antrag heute ver­worfen und das Hume'scheAmendement mit 113 ge­gen 59 Stimmen angenommen. Wegen bereits sehr vorgerückter Zeit wurde die Eidesleistung auf morgen verschoben. Dieser Beschluß ist ein glänzender Sieg der Toleranz Das Oberhaus kann hiergegen nichts machen, da es sich jetzt nicht mehr um eine Bill han­delt und das Unterhaus allein Richter über die Zu- lassungsfähigkeit seiner Mitglieder ist.

Mepublik Frankreich.

^ Paris, 30. Juli. Die N. V. hat sich heute mit 352 gegen 194 Stimmen nicht gescheut, die Wie­dereinführung der Theatercensur zu beschließen. So­dann sprach sie die Dringlichkeit der Gesetzentwürfe über die Eisenhahnen von Tours nach Nantes und von Orleans nach Bordeaux ans und begann sofort die Verhandlungen über dieselben. Mehrere Oppositions­blätter sprechen heute von einer auf Veranlassung des Präsidenten verfaßten Denkschrift des General Preval über den Constikt zwischen dem Oberbefehlshaber den Pariser Armee, und dem Kriegsminister. Preval soll sich sehr heftig gegen Changarnier aussprechen, doch sein Memoire bei Louis Bonaparte den erwarteten Er­folg nicht gehabt haben. Die Regierung hat ihrem Gesandte» in London Befehl geschickt, Frankreichs Ver­mittlung in der schleswigschen Sache anzubieten, natür­lich ganz im dänischen Interesse! Das nach der Ost­see bestimmte Mittelmeergeschwader soll Contreordre erhalten haben. 3pC. 58, 20 (Baise 105 ); 5pCt. 96, 80 (Hausse 5 C.); Bankaktien 2,350 kr.

B e k a n u t m a ch u n g e n.

Wiesbaden.

Programm

der

Donnerstag den 8. August 1850 stattfittdende» Feier zuv Enthüllung der Hggiea ^ Gruyxe.

Morgens 9 Uhr finden sich die eingeladenen Gäste, sowie die sonst an dem Feste Theil- nchmcnden auf dem Marktplatze ein. Dort bildet sich der Festzug und begibt sich um % nach 9 Uhr durch' den Uhrthurm, die Langgaffe, Webergaffe, den Theaterplatz, die Wilhelms- und Taunusstraße auf den Kochbrunnenplatz. Morgens um 10 Uhr findet die EnthüUungsfcier in folgender Weise statt:

1) Fest-Ouvertüre,

2) Gesang der vereinigten Sängerchöre unter Instrumentalbegleitung,

3) Fest-Rede,

4) Enthüllung der Gruppe,

5) Gesang der vereinigten Sängerchöre unter Instrumentalbegleitung,

6) Fest-Marsch.

Abends 6 Uhr: Fest-Vorstellung im Theater,

Abends %9 Uhr: Erleuchtung der Hygiea-Gruppe durch bengalische Flamme,

Abends 9 Uhr: Festessen zu Ehren des Bildners der Hygiea-Gruppe.

Das Comit^.

,Mx Regelmäßige Paketschifffahrt.

coneessionirte Auswanderung - Bureau

von C. J< Biegel 4' Comp. in Limburg

befördert Auswanderer durch die bekannten regelmäßigen Paket-Boote am 8. 18. und 28. jeden Mo­nats von Havre, sowie durch Dreimaster-Schiffe erster Classe von Antwerpen nach New-Vork, sowie nach New-OrleanS und werden dieselben durch Condukteure vom Rhein bis in die Häfen begleitet.

Durch unsere direkten Verbindungen können wir den Auswanderern alle möglichen Vortheile gewähren und sie dadurch vor Prellereien sicher stellen.

Die Verbindlichkeiten werden wir billigst übernehmen und ist für die pünktliche Erfüllung der­selben bei Herzog!. Raff. Ministerium die verlangte Cantion von uns gestellt worden. (953)

Am 8. August findet die erste Expedition nach New-Orleans statt.

Um Mißverständnisse zu verhüten, zeige hiermit an, daß ich die bisher ge­führte Haupt-Agentur von Herrn F. W. Geil hausen in Coblenz zurück gegeben und daher meine Verantwortlichkeit für dieselbe aufgehört hat.

L'. .#. BSiefsel.

Sima Einsetzen hiinstlicher Sahne, sowie zu jeder in sein Fach einschlagenden Operation empfiehlt sich wäh­rend seines Hierseins Zahnarzt Brach aus Speyer,

(978) wohnt Hamburger Hof, Taunusstrasse Nr. 23.

(982) Soeben ist erschienen und in der H. W. Ritter'schen Buchhandlung in Wiesbaden vorrathig:

Hirtenbrief -es Bischofs Kettler zu Mainz.

Preis: 6 Kreuzer.

(551) Soeben ist bei Otto Wiegand in Leipzig erschienen und in der H. W. Ritter'schen Buchhandlung in Wiesbaden vorräthig: Neue Stundelt der Andacht.

Zur Beförderung wahrer Religiosität. Ein Buch zur Erbauung und Belehrung für denkende Christen.

1. und 2. Theil. Preis: 3 ff. 36 kr.

(975) Unterzeichneter macht die ergebene An­zeige, daß er Hühneraugen, Leichdornen, Frost­beulen, ins Fleisch gewachsene Nägel, Warzen u. s. w. ohne Blut zu vergießen und ohne den geringsten Schmerz zu verursachen, heilt und durch Atteste der berühmtesten Aerzte Frank­reichs und Deutschlands bezeugt, daß er der Einzige ist, der dies Uebel mit der Wurzel ausrottet.

Bestellungen sind im Pfälzer Hof abzu­geben. »S. Sils.

SPtein letztes Wort und

(976) Beantwortung.

Was Du nicht willst, das Dir geschehe, das thue auch keinem Andern.

Herr Wilhelm Zingel mein Auge ist zur Zeit noch hell, und so, daß ich noch keiner Brille bedarf. Ich sehe sogar so klar, daß Sie in der kurzen Zeit Ihres Etablissements noch nicht die Reife erlangt haben, gewerbliche Ver­hältnisse im wahren Lichte zu betrachten, sonst würden Sie wenigstens die Schicklichkeit nicht verletzt haben, das E.gcnthum eines Concurren­ten in die Gewerbe-Ausstellung auszustelleu.

Ich glaube hinlänglich dargethan zu haben,

daß die öfter besprochenen Arbeiten, welche Sie früher als Gehülfe unter Anleitung, Auf­sicht und Gehalt Ihres Prinzipals fertigten, auf keine Gewerbe-Ausstellung gehören und das nicht vage, wie Sic meinen, sondern sehr verständlich.

So viel mir bekannt, sind Sie auch von Commissions-Mitglieder der Ausstellung hier­über belehrt worden und angedeutet, daß wenn Sie die besprochenen Arbeiten nicht selbst aus der Ausstellung nähmen, diese herausge­nommen würden.

Daraus können Sie entnehmen, was Recht und was Unrecht ist.

Wie ich über die diesjährige Ausstellung geurtheilt und namentlich über Ihre ausge­stellten Arbeiten, so habe ich später auch Män­ner urtheilen hören, denen man ein compe- tentes Urtheil über diesen Gegenstand zutrauen kann und zwar Männer, deren Name Nassau mit Stolz und Hochachtung nennt.

PH. Selenka.

(981) Ein Mädchen, welches kochen und alle häuslichen Arbeiten versehen kann, sucht eine Stelle als Köchin oder Hausmädchen. Das Nähere sagt die Erpcd. d. Bl.

Verantwortlicher Herausgeber und Verleger C. Ritter. Druck der C. Ritter'schen Buchdruckerei.