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* In Hannover wurden am Abend des 24. Juli die Kammern durch ein Negierungsschreiben bis auf Weiteres vertagt, wie gewöhnlich, unter Anerken­nung ihrer rastlosen Thätigkeit.

Stuttgartt, 24. Juli. Gestern Abend ist vom Ausschusse der Laudesversammlung der Entwurf der revidirten Verfassung vollständig, in 14 Abschnitten bestehend, ausgegeben worden.

* Zu Freiburg ist Rechtspraktikant Schenzinger, Civilkommissär während des Aufstandes, zu 6 Jahren Zuchthaus, in Rastatt, gleichfalls als Theilnehmer am Aufstande, C. Reiter zu 3 Jahren Zuchthaus ver- urtheilt worden. Reiter befindet sich außer Landes in Sicherheit.

Münster, 23. Juli. (K.Z.) Ganz unerwartet erhielt gestern das hier seit länger als 30 Jahren ste­hende 13te Infanterieregiment Befehl zum Abmarsch nach dem Oberrheine. Ucbcrmorgcn wird dasselbe dort­hin schon abgchcn. Dem Vernehmen wird ein Theil des 25ten Infanterieregiments mit dem Reservebatail- lvn von Minden hier künftig die Garnison bilden.

Köln, 23. Juli. (Köln. Ztg.) Es werden zwei Detachements formirt, eines bei Kreuznach, und das zweite bei Wetzlar, jedes in der Stärke von 6 In­fanterie-Bataillonen, 1 Cavalerie-Regimente und 1 Baterie, das erste unter den Befehlen des Generals v. Bonin und Obersten v. Herwarth. Angeblich kom­men dazu u. A. das 17. und 29. Jnf.-Regt. und das 5. Uhlanen -Reg.; zu dem Wetzlarer Detachements stoßen das 1. und 2. Bataillon des 13. Jiif-Regts. aus Münster.

* Laut der Elberf. Ztg. soll dasObservations­corps", das bei Kreuznach zusammengezogen wird, 20,000 Mann stark werden. Auch aus Wetzlar wird in der O.-P.-A.-Z. auf 5. August eine Verstär­kung der dortigen Garnison um 2 Bataillons und der reitenden Batterie Nro. 19 angekündigt. Das zweite Bataillon des dortigen Gardcreserveregiments erwar­tete am 25. Abends Ordre zum Marsche nach Frank­furt oder Koblenz. DerOberpostamts-Zeitung" zufolge sollen die zwei Armeecorps, welche bei Kreuz­nach und Wetzlar gebildet werden jedes vorerst aus 5 Bataillons und 3 Batterien bestehen und jenes von General Bonin, letzteres von General Hirschfeld, einem Bruder des in Koblenz stehenden Generals, befehligt werden.

Berlin Der Oberbürgermeister Ziegler hat gegen das Erkenntniß des Schwurgerichtshofes zu Bran­denburg vom 27. v. M. die Nichtigkeitsbeschwerde ein­gelegt.

Berlin, 22. Juli. Der Major Graf v. Mün­ster-Meinhövel, welcher im Jahre 1848 den Fcldzug in Schleswig mitmachte, ist zum Flügeladju­tanten des Königs ernannt. Der deutsch-dä­nische Vertrag ist, so viel man weiß, bis jetzt nur von Meâlcnburg-Strelitz, Lübeck und Sachsen ratifi- cirt. Die Diplomatie ist übrigens sehr ruhig. Herr v. Usedom ist nach Kissingen gereist; Graf West­moreland geht mit längerem Urlaub nach London, Herr v. Meyendorf reist ins Bad Gastein.

DieSpener'sche Ztg." schreibt: Der k. russi­sche Ukas, nach welchem auf jeder der in Rußland vor­handenen sechs Universitäten nur 300 Studirende sich befinden dürfen, soll, Privatmittheilungen zufolge, wirklich zur Ausführung kommen. Demnach dürfen in dem ungeheuren Russenreiche gegenwär­tig nicht mehr als 1800 Personen sich den Wissenschaften widmen.

* Berlin, 23. Juli. Da die Ratifikation des zwi­schen Preußen und Dänemark abgeschlossenen Friedens nur von wenigen deutschen Regierungen erfolgt, seit dem heutigen Tage aber die Wartefrist abgelaufen ist, so fragt sich's, was Preußen nun thun wird? Es will, wenn wir derO.-P.-A.-Z." trauen dürfen, da es auch den Frieden in seinem Namen abgeschlossen, den Friedensvertrag in Bezug auf sich selbst gelten lassen und sich an einer Fortführung des Krieges nur so weit betheiligen, als seine Bundespflichten es erhei­schen. DieO.-P.-A.-Z." setzt über den Gang der preußischen Politik, wie sich derselbe in denhöheren Kreisen" kund gebe, hinzu:Der so laut aufgeschla­gene Jubel, daß die Natifikationsangelegenhett gleich­sam als der Schraubstock, um Preußen in dasBun­desplenum" hineinzuzwängen, sich bewähren werde, dürfte als ein allzu früher sich erweisen. Es ist eine völlige Verkennung der hiesigen Auffassung der Ange­legenheit, wenn man im Geringsten der Hoffnung Raum gibt, Preußen auf diese Weise zur Anerkennung desBundesplenums" zu vermögen. Preußen hat durch den abgeschlossenen Frieden erreicht, was es wollte: 1) die Sicherstellung der Rechte der Herzog- thümer, und 2) die Abwälzung der allein auf ihm ruhenden Last des Kriegszustandes. Da gegenwärtig die Stellung Preußens zu der schleswig-holsteinischen Sache dieselbe ist, wie jene der andern deutschen Staa­ten, so möchte schwerlich ein Grund für Preußen vor­handen sein, sich mittelst dieser Angelegenheit irgend einen Zwang in Bezug auf seine deutsche Politik an­thun zu lassen. Letztere wird dasselbe auch der Absicht der Einsetzung desengern Bundesraths" gegenüber unbeirrt verfolgen. Die Folge der Ausführung dieses Vorhabens seitens Oesterreichs und der ihm folgenden deutschen Staaten würde nur die sein, daß eine Spal­

tung Deutschlands thatsächlich hervorträte, indem Preu­ßen und die übrigen Unionsstaaten ihrerseits eine feste Stellung einnehmen und behaupten würden, alle Be­schlüsse des von ihnen nicht anerkanntenengern Bun­desraths" von vornherein für null und nichtig erach­tend." Es fragt sich nur, in welchen höher:: Krei­sen diese Politik als normgebend betrachtet wird? Denn bekanntlich bestehen in Preußen außer dem Ca- binctte nochzwei höhere Kreise", oder wie man sonst sagt: Cain «rillen, die sich in ihren Plänen sehr häufig durchkreuzen und dadurch die Stellung des Ministeriums so schwierig, seinen Gang so schwankend machen. Weder Manteuffel noch Radowitz macht aus Liebhaberei so viele Kreuz- und Quersprünge: sie kön­nen nicht anders, es liegt in den gegebenen Verhält­nissen, daß Preußens Politik so zweideutig ist und des­halb zu nichts kommt.

Unsere Regierung hat laut der Lith. Corresp. ihrem Gesandten in Wien in Folge der jüngsten Schritte des österreichischen Kabinettes aufgegeben, auf eine un­umwundene Erklärung zu dringen.

Berlin, 24. Juli. (Nat.-Ztg.) Die Untersuchung gegen Sefeloge ruht insofern jetzt, als die Akten nebst dem erstatteten Gutachten der Sachverständigen über den Gcmüthzustanv des Verhafteten aller Wahrschein­lichkeit nach dem Staatsanwalt vorliegen, um seine ferneren Anträge in der Sache zu formtreu. Wenn, wie bereits verlautet hat, die Geh. Räthe Martini und Casper den Sefeloge für unzurechnungsfähig er­klärt haben, so wird von Erhebung einer Anklage nicht die Rede sein können.

Der Vicekanzler von Both aus Schwerin ist hier, wie man glaubt in Angelegenheit der auf meklenbur- gischem Gebiet zu erwartenden preußischen Truppen­körper.

Hirschberg, 20. Juli. (Bresl.Z.) Herrn Lehrer Wander wurde heute Morgen vom hiesigen Land­rath-Amte die schriftliche A in t ö e u tse tz u n g übersandt, die Annahme derselben jedoch von Ersterem aus dem Grunde verweigert, weil er bereits an das Ministerium berichtet und gegen den Urtheilsspruch des Liegnitzer Disziplinargerichts, dasselbe in dieser Sache für nicht unbefangen genug haltend, protestirt habe. Der An­nahmeweigerung zu Folge wurde nun Herrn Wander dieAmtsentsetzung" heute Vormittag an die Thüre genagelt.

/X Dresden, 23. Juli. Der König hat sich doch, so schwer es ihm geworben sein mag, dazu be­wegen lassen, gestern den Landtag in Person zu er­öffnen. Ueber die Thronrede könnte man blutige Thrä­nen weinen oder hell auflachen, je nachdem man das sonderbare Gemisch von konstitutionellem Scheinwesen eben betrachtet. Der König beginnt damit, baß er sich freut,daß Sie zahlreich gekommen sind" und doch kennt alle Welt die Noth, eine beschlußfähige An­zahl von Mitgliedern zusammen zu treiben; er wünscht von diesen vorsündflutplichen Ständen denbewährten Beirath bei den Maßregeln, die zur Rettung des Va­terlandes dringend nothwendig sind", und doch find es gerade diese Herren, derenbewährtem Beirathe" im Jahre 48 die Rettung des Vaterlanves wahrlich wenig genug gelungen ist; er setzt hinzu:Sie sind, davon bin Ich fest überzeugt, mit Mir darüber ein­verstanden, daß es jetzt vor Allem Roth^thut, die we­sentlichen Grundsätze der conservativen Staatsordnung wieder festzustellen und dabei persönliche Ansichten und Wunfche dem unzweifelhaften Gebote des Gemein­wohls willig unterordnend an Vie Verfassung, die achtzehn Jahre hindurch das Glück Sachsens begründete, vertrauensvoll anzuknüpfen, ohne doch Abänderungen zu­rückzuweisen, welche die gemachten Erfahrungen und ver- änberten Zettverhältnisse als nothwendig erkennen lassen, und doch dringt er zur Eile, daß nur die Gesetze vor- gelegt werden sollen, deren Erledigung unbevingt nö­thig ist," v. h. ein neues Wahlgesetz, die Veränderung rettènoer Verfassungsstelten u. s. w. Nachdem der König schließlich versichert hat, daß das Vaterland in den Maßregeln, die er jüngst getroffen, eine Bürg­schaft für baldige bestimmte Wiederherstellung der 3£upe und Ordnung erblicke eine Zusicherung, welche passender den Ständen in der Ant.rortsadresse in den Mund gelegt worden wäre schließt die Rede mit den üblichen Phrasen vom Dank des Vaterlandes und der gerechten Anerkennung der Nachwelt. Kann man sich etwas Widersprechenderes als diese Rede denken? Sie sehen, daß unser Kabinet nicht einmal diploma­tische Gewandheit genung besitzt, eine Thronrede aus­zuarbeiten, die wenigstens Hand und Fuß hat. Kann ! man den alten Constttutionalismus, den man ja doch konserviren will, mehr ruiniren, als durch solche Takt­losigkeiten ?

Wien, 21. Juli. Ueber die Svccessio ns frage ; in Dänemark und Schleswig-Holstein bemerkt der jLloyd":Zwei verschiedene Jntereyen treten bei den : Großmächten hervor. Den drei Seemächten, welche eine natürliche Eifersucht gegen einander verspüren, ist es recht, daß eine kleine neutrale Macht den Sund be­herrsche. Sie müssen wünschen, daß das ohnehin schwa­che Dänemark nicht durch Abtrennung der Herzogthü- mer vollkommen ohnmächtig gemacht werde, und die Kräftigung Deutschlands, durch Holstein mit Schleswig verbunden, ist gleichfalls nicht eine Sorge, welche ih­nen nahe am Herzen liegt. Ihr Bestreben geht daher dahin, auf irgend eine Weise die Succession in den Herzogthümern und in Dänemark zu derselben zu ma­

chen und für die benachtheiligten Agi Abfindung zu ermitteln. Die beid'

Mächte haben ein vorwiegend dents ist ein anerkannter Uebelstand, daß . scher Länder zugleich Fürsten in Deutsche, wenn sich die Heilung für dieses nationu durch die Operation eines Erbfolgegefttzes ei dieses in Hannover kürzlich geschehen ist, so wäre Versündigung an der Nation, die Hand zu einer T: tion zu bieten, welche wiederum die Herrschaft üb sches Land einem fremden Fürsten überantwortt Oesterreich und Preußen haben alle Ursache, bei strebungen der drei Seemächte entgegenzutreten, sie können, ohne einen Theil an dem Kampfe in i, Herzogthümern zu nehmen, im Falle einer eintretende. Eventualität für Deutschland ein Recht wahren, sP- welches die Herzogthüiner voreilig und zur unrechten Zeit sich in einen Kampf gestürzt haben. Daß ohne die Zustimmung der deutschen Großmächte keine neue Succession, selbst in dem Herzogthum Schleswig, ge­wiß aber nicht in dem Herzogthum Holstein, giltig festgestellt werden kann, ist unbezweifelt, und keiner Frage ist es unterworfen, daß Oesterreich und Preußen Deutschland gegen einen bloßen Machtspruch der drei anderen Großmächte zu schützen berechtigt und ver­pflichtet wären."

Wien, 21. Juli. Behufs der großen Bauten für die Kriegsmarine zu Pola ist in Triest die Licitation ausgeschrieben worden, wonach eine Kaserne für 1000 Mann, ein Admiralitäts-Gebäude, dann Werkstätten, Uferbauten u. s. w. in Angriff genommen werden.

DieReichszeitung", die mehr unter höheren Ein­flüssen als irgend ein anderes Blatt schreibt, enthält heute einen Leitartikel über das von Preußen bestrittene österreichische Präsidialrecht woraus neuerdings hervor­geht, daß die Divergenz der wechselseitigen Ansichten sich jetzt schärfer als jemals ausspricht. Die hiesige Regierung hat dem Grafen Montemolin zu seiner Ver­mählung mit der neapolitanischen Prinzessin einen Jah­resgehalt von 10,000 Gulden ausgesetzt.

Wien, 23. Juli, Nachmittags 3 Uhr. (D. R.) Die Siebenbürgener Gerichtsverfayung wurde verkün­det. Neuerdings wurden wieder 209 verurteilte Un­garn amuestirt.

* Aus Prag meldet die O.-P.-A.-Z., daß der Kaiser der dortigen böhmischen evangelisch helvetischen Gemeinde das Gesuch um Ueberlassung einer alten gesperrten Kirche gänzlich abgewiesen habe: im Jahr 1850 einer reformirten Gemeinde!

Lübeck,21. Juli. (L. Z.) Das schleswig-holstei­nische Schiff v. b. Tann wäre unter dem Schutze der Neustädter Batterie in Sicherheit gewesen, wenn es nur einen Kanonenschuß weiter hätte landeinwärts kommen können. Das Schiff liegt nur so weit vom Strande, daß die Mannschaft watend das Ufer erreichen konnte. Heute Morgen strömten Laudleute in Meuge zum Wrack, und begannen es zu plündern, wohl nicht aus Hab­sucht, sondern wahrscheinlich, um sich irgend ein An­denken zu erobern. Es verschwanden auf diese Weise Pistolen, Säbel, Bomben rc., mit denen ein nicht un­einträglicher Schacher getrieben wird. Die dänische Corvette verlor währen des Kampfes das Steuerruder und ward außerdem am Rumpf und Takelage so stark verletzt, daß sie heute Morgen von einem dänischen Dampfschiff ins Schlepptau genommen werden mußte.

Kiel, 22. Juli. (N.fr.Pr.) Gestern Abend lief das große dänische KriegsdampfschiffHolger Danske" in den obern Theil des Hafens ein. ' Sofort um 11 Uhr begab sich das DampfschiffBonin" mit nur einem Kanonenboot hinaus, ohne erst den Abgang der übri­gen Schiffe abzuwartem Außerhalb der Festung Fried­richsort trafen die Schiffe aufeinander und es entspann sich ein Kampf von länger als einer Stunde. Der Holger Danske" gab fast nur glatte Lagen, von de- i neu aber laue Kugel traf, während die einzelnen wohl- ! gezielten Schiffe desBonin" und des Kanonenboots * wiederholt in die Seiten des Schiffs einschlugen. Als I daun auch das DampfschiffLöwe" und einige Kano­nenböte ansingen, sich an dem Gefecht zu betheiligen, , ergriff derHolger Danske" die Flucht, und suchte in j offener See den Schutz des LinienschiffsSkjold", der wie es schien sich unter Segel begab. DerHolger Danske" wurde diesseits in die See verfolgt und wur­den mit ihm noch in See einige Schüsse gewechselt. I Da diesen kleinen Dampfschiffen nicht einfallen konnte, ' ein Linienschiff anzugreifen, standen sie nach 1 Uhr von I der Verfolgung ab. Obwohl einzelne dänische Bomben ; gerade über dem Deck des Bonin platzten, ist diesseits Niemand verwundet. Die Mannschaft war zum er­stenmal im wirklichen Feuer und hat nach Aussage des : Commandeurs eine große Hingebung, Kaltblütigkeit ' und Tapferkeit bewiesen.

* Neuestes aus Schleswig-Holstein. Die Ha ; burger Nachrichten melden, daß der dortige 'Senat * 'Friedensvertrag vom 6. Juli ratificier habe. Hamtu i will gleich Lübeck als neutrales Gebiet betrachtet w ! den, also die Sache gehen lassen, wie's Gott und. ' i Königen gefällt. Aus Rendsburg meldet das ! Journal von einem Gefechte, das am 24. Juli M ; geiiS von 74/2 Uhr bis 8/2 Uhr Abends bei Rus" ; und Hollibruck begann und bei Gusbeck enb?

i Holsteiner verloren 150 Mann, darunter

I die meisten vielmehr nur leicht verwu ; und ein schwedischer Spion wurden ge, , erwartete man eine Schlacht. A