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Freit Zeitung.

âeiheit und Necht!"

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M 17$. IVieIdaden. Mittwoch, 24. Juli lä,$O.

DieAr tue 3e11 unß" erscheint, mit ?Uwnâ>me des üioaujv, täglich in einem Sogen. Ler AdonaementSpreis wärts durch die Post bejogen mit öer^ältiüdmäytgem Aufschläge. Inserate werden bereitwillig ausgenommen uns finv bei oec samem Erfolge. Die InserationSgebübren betragen für die vierspaltige Petitzeile 3 Kreuzer.

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Zur Nassauischen Doukäuenaugeregenheit.

^» Vom Westerwald. Obgleich nicht weiter beunruhigt durch Herrn V. Eck und die Nassauische Allgemeine, war dennoch die Domanenangelegenheit auch in der jüngsten Zeit der Gegenstand meines Nach­denkens. Ich hielt es, nebenbei bemerkt, für keine kleine Ehre, als einfacher Westerwälder so schnell mit einem hochgeehrten Nesidenzjuristen fertig ge­worden zu sein und seitdem ich in dieser hochwich­tigen Debatte das letzte Wort behielt, halte ich es förmlich für Pflicht, alle Gedanken, die ich über die Domänenangelegeuheit habe, Ser Oeffentlichkeit zu über­geben. Da ist mir denn neulich die Idee gekommen, daß es für das Land am allerbesten wäre, wenn es gar keine Nassauische Domäne mehr gäbe. Ich muß bitten, fürs erste nicht zu er­schrecken und zweitens, meinen Plan nicht mit dem

Herrn Leisler zu verwechseln, da wir Leisler ich in der Begründung der Sache ganz aus-

emandergehen.

Herr Leisler wünscht einen Theil der Domäne veräußert, v imit der Domaniatkörper mehr als zwei Prozent trüge. Um diesen Zweck zu erreichen, dürfte man nur die Verwaltungsmaschine durch eine ein­fachere ersetzen. Unsere Ansicht geht dahin, daß cs äußerst Vortheilhaft für das Land wäre, wenn der ganze Domani alkörper zerschlagen würde, wenn es für die Zukunft gar keine Domäne mehr gäbe. Wir wollen nur im Vorübergehen er­wähnen, daß man aus dem Erlös des in angemesse- iicn Theilen an Private abgegebenen DomänenkörperS sämmtliche Staatsschulden zahlen könnte und auch ein anständiges Sümmchen übrig behielte, um gesellschaft­liche, namentlich den untern Klassen zu Gute kommende Vorkehrungen und Verbesserungen zu treffen: unser Hauptzweck ist aber für heute, darzuthun, wel­cher Vortheil den Bewohnern des Landes aus der bloßen Rich teufte 113 der Domäne, als solcher, er­wüchse.

Der Staat darf, unserer Ansicht nach, nicht Geld verdienen: seine Aufgabe ist es einzig und allein, die aus den Gaben der einzelnen Bürger entstehenden all­gemeinen Mittel und Kräfte zum Wohle Aller zu verwenden; die Gesammtmasse dieser Gaben so zu den Staatsbürgern zurückströmen zu lassen, daß jeder Ein­zelne dadurch Zwecke erreicht und Bedürfnisse befrie­digt sieht, die er mit seiner einzelnen Gabe, auf sich beschränkt, nicht hätte erreichen, nicht hätte befriedigen können. Der Staat soll von seinen Bürgern in dem Maße, in welchem jeder einzelne es vermag, Kräfte und Mittel elnziehe», und mit der so gâvonnen Staats kraft überall ergänzend und helfend eingrei­fen, wo der einzelne Bürger, die einzelne Gemeinde, zur Erreichung eines Menschen und menschheitswür- digen Zweckes für sich allein zu schwach, zu mittellos ist'. Der Staat versündigt sich an den Bürgern, die

nur geringes Einkommen haben, wenn er seine Steuern nicht nach Maßgabe des Einkommens einzieht, er ver­gißt ganz und gar seihe erhabene Bestimmung, wenn er seine Mittel und Kräfte nur oder doch vorherr­schend einer Gesellschaftsklasse zuwendet, er wird seiner Aufgabe ungetreu, er arbeitet gegen seine Bür­ger, wenn er, als Staat, Geld zu verdienen sucht. Jedes Geschäft, das der Staat betreibt, ist den Bür­gern entzogen, jede Eriverbsquelle, die der Staat sich öffnet, ist für ote Staatsbürger versiegt, Alles, womit der Staat seine Industrie erweitert und belebt, ver­ringert und lähmt die Privatiudustne, d. h. benimmt den Bürgern dte Gelegenheit, Geld zu verdienen, das ihnen doch der Staat in Form von Steuern abver. langt, Und der Staat ist, da ihm so bedeutende Mittel u. Kräfte zu Gebote stehen, ein übermächtiger Gegner für jeden Bürger, er vermag eine Concurrenz zu eröffnen, der kein Privatmann gewachsen ist. Wenn es dem Staate heute einfällt, Schuster zu werden, um von seiner Uebermacht Gebrauch zu machen, so sind in kurzer Zeit alle Privatschuster ruinirt. Darum soll der Staat nicht Schuster, Schneider und Bauer, sondern er soll den einzelnen Bürgern mit seinen Mit­teln und Kräften das sein, was Licht und Luft in der Natur den einzelnen Pflanzen ist. Unser Staat aber, indem er die Domänen verwaltet, ist Bauer, Wein- Händler u. s. w. Wie der Boden durch die Aufhebung des Zehnten frei wurde, so würde die Privatindustrie durch Aufhebung der Domäne als solcher, freier und lebendiger werden. Die Bauern, die am 4. März mit Säcken nach Wiesbaden kamen und ihren Antheil an der Domäne mitnehmen wollten, waren also von einem, wenigstens theilweise richtigen Gefühle ge­leitet.

Der Mensch in seinem dunkelen Prange Ist sich des wahren Weges wohl bewußt.

De«tfchls«K.

* Wiesbaden, 22. Juli. Die Schleswig-Holstei­ner werden cs entweder bald schwer bereuen oder sich heillos lächerlich machen, daß sie die Erfahrungen ver­schmähten, welche die unglücklichen Polen mit diesem zweideutigen General Willisen bei der bekannten Rc« konstituirung Posens machten. In Posen hat W i l- lisen jedenfalls eine sehr zweideutige Rolle gespielt und schweren Verdacht auf sich geladen. Es wäre jetzt seine Sache, in Schleswig-Holstein jenen Verdacht zu widerlegen. Doch was geschieht? Sehr bezeichnend ist eine Aeußrung derD. Nef.", die bekanntlich das Manteuffel'sche Organ ist.Die Be etzung Flens­burgs durch die dänische Armee," schreibt dieD. Nef.", ist außer Zweifel. Damit die schleswig-holsteinische Armee ihr da nicht zuvor kam-, blieben die Schweden bis zur äußersten Frist, dem 17, in Flensburg stehen. Wahrscheinlich ist mit dem Einrücken in Flensburg ein einstweiliger Stillstand eingetreten. Sie Statt»

betragt v i c r l r l i a - r i g hier in Wiesbaden 1 y. 45 tu auS- groß-a Sitbreüuitg beiFreien Zeitung- stets »on wirk«

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Halterschaft scheint Willens, die Armee nicht übereilt Vorgehen zu lassen, wenn sie sich nur des En­thusiasmus der Demokraten zu erwehren wüßte. In Kiel hat bereits die Bildung eines konser­vative» Vereins nöthig erschienen, um den Letzteren entgegenzuwirken". Ist das nicht deutlich genug? Eine Sache, die nur durch den höchsten Enthusiasmus zu rette» wäre, ist unfehlbar in Den schlechtesten Hände», wenn diejenigen, welche an ihrer Spitze stehen, vor der Begeisterung des Volkes sich mehr, als vor dein Feinde an der Grenze fürchten. Für diese Herren von der Statthalterschaft ist Willisen allerdings Vorrechte Mann! Beide werden sich niemals überstürzen, wohl aber durch halbe Maßregeln dafür sorgen, daß die norddeutschen Herzogrhümer mit dem Schwert genom- men werden, um dann als eroberte Provinzey behan­delt zu werden nach dem alten Prinzipe: Vae victis!

(Wehe den Besiegten!)

Q- Aus der goldnen Grafschaft.Herrliche Fortschritte in der wahren k o » st i t u t i o »e l l e n Ge­setzlichkeit!" Hier rin neuer Beleg, eine Bekannt­machung im Limburger Kreisblatt. Sie lautet wie folgt:

Ll ii s s ch r e i b e n.

Die Anschaffung deS allgemeinen Schn^» b:athd für sie Elementar- und schulen betreff.

,/Herzgl. Staatsministerium Abth. des Innern hat gemäß Reskript vom 20. April l. 3 ad Nro. 18030 verfügt, daß für sämmtliche Elementar- und Real­schulen Die unter obigem Titel vom 1. Mai l. J. an erscheinende Zeitschrift an geschafft und nach 8. 1t und 12 der allgemeinen Schulordnung v. 24. Mârj 1817 der Kostenbetrag hierfür aus den Geuleinde- kaffen bestritten werden soll.

Unter Bezugnahme auf §. 39 pos. 4 des Gemein- degesetzes vom 12. Dez. 1848 werden die Hr». Bürger­meister aMewieseu, den hierfür angefordertcu halbjäh­rigen Betrag von 1 fl. G kr. auf die Gemeindekaffe anzuweiseii.

Limburg, den 13. Juni 1850.

Herzgl. Nass. Knisamt Wissmann.

Der §. 39 pos. 4 heißt:

Aus der Gemeindekasse welken bestritten:

Die Kosten des Volksschulunterrichts, sowohl die Besoldungen der Lehrer, als die durch Erbauung und Unterhaltung der Schulhäuser und Anschaffung aller übrigen Schulbedürfnisse entstehenden Kosten :È

Alles nach Maßgabe Der allgemeinen Schulordnung v. 24. März 1817."

Nach §. 9 der beschwornen Instruction für Bürgermeister und Gemeinderäthe heißt es ferner wört­lich:Das Verordnungsblatt, das Reichsgesetzblatt und das Jntelligenzblatt sind zum Gebrauche für den Gemeinoerath auf Kosten der Gemeinde zu halten, und es bleibt dem Erniesfen des GemeinderatHS überlassen, welche andre öffentliche Blätter

Die Liebe.

Es zog einst die Liebe durch Berg und durch Thal In lichtem Gewände, in göttlichem Strahl, Sie pflückte sich lächelnd die Blumen der Au, Bekränzte das Haar sich mit Perlen von Thau.

So fand sie ein König am murmelnden Quell , Umarmte sic feurig und küßte sie schnell;

' 7 Er hob sie begeistert au schnaubende Roß Und führte sie heim auf sein prächtiges Schloß.

Er nahm ihr die Blumen, im Grünen gepflückt, ' Sie wurde mit Purpur und Seide geschmückt; Er nahm ihr die Perlen, so licht und so klar, y Und styl' ihr die Krone auf'S glänzende Haar.

Und rühmte voll Gluth die verschwendrische Pracht, Und sagte, nun sei sie zur Göttin gemacht; Ihn freut nicht ihr einfaches, himmlisches Wort: Geziert soll sie reden, das ziemt sich hinfort.

Da rollt' eine Thräne die Wangen herab, Da legte sie Krone und Purpurkleid ab, Und nimmt ihre Blumen und Perlen von Thau Hub wandert zur Heimath, zur grünen Au.

Sie hatte sich eben ein Röschen gepflückt, Da ward sie von einem Gelehrten erblickt ; Der faßte sie dreist an dem schwellenden Arm: Sie folgte dem schweigsamen Mann ohne Harm

Er führte sie heim in sein staubiges Haus Und sucht' ihr zur Kurzweil ein Rechenbuch aus; Er schwayt' ihr beständig von Philosophie Und pries' ihr sich selbst als das größte Genie.

Und traf sic zuweilen sein eisiger Blick, So wich sie ihm schaudernd drei Schritte zurück. Und als er einst laut einem Kritiker flucht, Da hat sie getäuscht ihre Fluren gesucht.

So saß sie am Backe und weinte vor Weh Und sehnt' sich zur Heimath, zur göttlichen Höh'! Da schmicgtch'ch ein Lämmchen ihr traulich zur Seit'; Sie koset es herzlich, vergessend ihr Leid.

Leis hat sich auf buschig verborgenem Pfad Ihr heimlich ein blühender Jüngling genaht: Am Hut' steckt ein Röschen, gepflückt auf der Au; Es strahlet sein Auge in himmlischem Blau.

Und sprachlos, doch sprechend, so schaut er sie an, Und stehet betroffen und will sich doch nah'». Jetzt hebt sie voll Milde das Haupt in die Höh.', Will fliehen, doch bannt sic des Kanbrischen Räh'.

Und eh sie sich selber des Zaubers bewußt, Liegt sie an des Jünglings lantklopfender Brust;, Er hält sie umschlungen mit kräftigem Arm Und küßt ihr im Jubel Die Lippen so warm.

Zur ländlichen Hütte am blühenden Rain

Da führt er die holde Gefundene ein Und flickt' ihr von grünenden Myrthen den Kranz, Durchstrahlt von der Blümchen entzückendem Glanz'.

Und tausendfach leuchtet ihr liebliches Bild In Perlen des Thaues im weiten Gcsild. So schmückt er tagtäglich die Himmlische neu, Dem will sie nicht fliehen, Dem bleibet sie treu.

Eine fränkische Sage.

Von Friedrich Mann.

In der Umgegend von Müggendorf, die durch ihre Tropfstein- und Zvvlit- Höhlen weit und breit be­kannt ist, thront auf schroffem Kalkfelsen die Ruine Pottenstein. Am Fuße des senkrecht ansteigenden Felsen liegt, von Buschwerk umschattet, eine alte Hütte. In dieser Hütte lebten einst drei Menschen ausnehmend