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â 148. Wiesbaden. DLeuötag, 25. Juni 1^4^.

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DieStete Zeit »ng " ersinnt, mit MMiHfte dc» tVoitu.j», irju^ tn einem ö*ßen. - Otr ÄbonnemenUptHl beträgt o 11 r t <! i -i»r t ,3 ^er in LSuSdäveti I ,1. 45 fr. au», wärt» 6ur® die Post bezogen mit vrr-aUnltrmâßmfin Äusschiage. Znseraic werden bereitwillig dufjtttDmmni anv Sue oet der großen Serbreuung der ,S reieit Zeit« ng" stet» von roiri< samcm Erfolge. Die ZnserationSgedührcn betragen für die vierspaltige Petitzeile 3 Kreuzer. nMf'Wiinrnanna.«^>.«^^i' e'-^n^i^>.i»>Bi,yT»r.iiwawg,-rins-' gT^T.^trirwtf^ai.t'i, «Wr^«»»^»!»»-«»«»«»«^«»,».»!^»«^»,»««»««««»»«!-««»»^-^- rt , nj' ^ - - n---^ t-,

Ginladung zum Abonnenrent.

Mit dem Ende dieses Monats beginnt ein neues Abonnement, auf welches wir die Aufmerksamkeit der Volkspartei, und insbesondere derjenigen in Nassau, lenken wollen. Jetzt, da der demokratischen Partei zur Wbive^m auf sie gerichteten Angriffe und zur Verfechtung ihrer Grundsätze fast nur noch das einzige Mittel der Presse übrig geblieben, gebietet es geradezu die Pflicht der Srlbsterhaltung, daß die Volkspartei die freie Presse, soviel es nur immer möglich ist, unterstützt, und zwar um so mehr, als auf der Seite der Gegner Alles aufgeboten wird, um die freisinnigen Blätter zu Grunde zu richten.

Wir können uns daher wohl der Hoffnung hingeben, daß die Demokraten unseres Landes, deren Vermöge,isverhältnisse es zulassen, dieFreie Zeitung" nicht bloß lesen, sondern durch Abonnement auch thatkräftig unterstützen werden. Ganz besonders sollten die Demokraten, ehe sie sich zur Bestellung von halben farb­losen Neuigkeitsjournalen, oder gar von reaktionären Tagesblättern entschließen, erst auf Die Anschaffung der demokratischen Zeitungen bedacht sein.

Die Verhandlungen der Landstände sowie des Schwurgerichts zu Wiesbaden werden so schnell wie möglich zur Kenntniß der Leser gebracht. Auch die Ver­handlungen des Schwurgerichts zu Dillenburg werden wir von nun an ausführlicher mittheilen. Die Redaktion.

Der Preis derFreien Zeitung" bleibt der bisherige. Bestellungen auf das mit dem 1. Juli beginnende dritte Quartal beliebe man hier in Wiesbaden in der H. W. Ritter'schen Buchhandlung, auswärts bei den zunächst gelegenen Postämtern, zu machen.

Mehrfachen Wünschen zu begegnen, geben wir den resp. Abonnenten, welche jetzt für das nächste Quartal cintreten, die Nummern dieses Monats vom Tag der Bestellung an unentgeldlich. Die Expedition.

Lügen und Denunziationen der Nas­sauischen Kreuzzeitung.

BG. AuS dem Lande der Maßregeln. Die Kunde von der Maßregel gegen den Lehrer Rühl, weckte nicht nur in unserem Thale, sondern in weiteren Kreisen neben einer tiefen Entrüstung das bittere Gefühl der Unsicherheit vor den Folgen irgend einer beliebigen Denunciation; denn wenn man so ge­radezu einen anerkannt tüchtigen, pflichttreuen und streng sittlichen Mann von seiner Stelle entfernt, so ist auch der ruhige Bürger in seinem Eigenthum» und in.seiner Ehre nicht mehr sicher.

Um ihre Sympathien dem Verfolgten zu zeigen, auch etwaigem Mangel der Familie vorzubeugen, ha­ben mehrere Gemeinden Beiträge gesammelt und ;sie der Frau des Genmßregelten überbracht. Rühl selbst weilte bisher am Rheine, um nach Vorschrift des Arz­tes Rheinbäder zu nehmen, denn seine Körperkraft ist der ewigen Verfolgung derSchwarzen" erlegen. Siech schlich er am Stocke umher, schien seiner Auflösung nahe, da verordnete der Arzt als dringendes Bedürfniß kalte Flußbäder. Der Kranke machte ein Gesuch um Urlaub an daS Ministerium, legte das ärztliche Zeug­niß bei und erhielt seine Entlassung. Die Maß­regel hat also auch den besten Zeitpunkt gewählt, und erhält erst hierdurch ihr volles Verständniß.

Wie weit übrigens die VerfolgungSwuth und kecke Verkaumdung geht, beweist ein bübischer Artikel des nassauischen perfiden Denunziantenblattes, derNass. Allg. Ztg.", d. h. der Zeitung, die über alle Begriffe gemein ist.

Der Correspondent nimmt einen weiten Umschweif, spricht von persönlicher Bekanntschaft, die er erst mit dem Redakteur machen will und erzählt dann, daß die Dienstentlassung Rühl's bei dem Volke desCam- berger Grundes, der Aemter Idstein, Limburg, Wall­merod, Montabaur allgemeinen Beifall gefun­den, muntert zu weitern Absetzungen auf, indem er meint, man solle nicht viel Federlesens mit den Schulmeistern machen und denunzirt schließ­lich wohlgefällig einige Lehrer, welche noch als Opfer fallen müßten. Erinnert das nicht an die Zeiten des Bischofs Conrad von Mar­burg, der Unglück dringend durch Deutschland zog, vor ihm her eine Denunziantenschaar, welche die Opfer bezeich- nete? Ober ist dieAllgemeine" blos das Sterbe- glöcklein, das man in Wiesbaden erst zieht, wenn ein Urtheil vollzogen werden soll?

Es sei dem, wie ihm wolle! Wir wollen hier nur die Kühnheit der Verläumdungbetrachten. Einer gan­zen Bevölkerung diese.Gesinnungcn andichten, öffentlich derselben ins Gesicht schleudern, ist doch wohl der höchste Grad der Verhöhnung des Volkes und seiner Sym­pathien! Das Volk, das gegen seine Feinde sich stets großmüthig gezeigt, soll so roh sein, sich zu freuen über die Verfolgung seiner Freunde? Rühl lebte für das Volk und das Volk, so weit es ihn kannte, fühlte seine Liebe und liebt ihn wieder.

Und das Volk hat durch die That seine Liebe aus­gesprochen und dieser That gegenüber ist diese Keck­heit der Lüge der übermüthigste Hohn über die Ge­sinnung des Volkes. Ein solcher Artikel kann nur von

einem abgehärteten Praktiker im Lügen, der nicht mehr roth werden kann, abstammen. Nun es sind Persön­lichkeiten bekannt, von deren Aussage eine gewisse Men- scheuklasse längst gewöhnt ist stets das Gegentheil für wahr zu halten.

Der kühne Verfasser sagt auch, daß die Geistlichen sich über Rühl's Dienstentlassung freuten und schon bedauert hätten, daß die Regierung denselben im vori­gen Jahre tu die Schulcommission zugelassen, und das wollen wir im Allgemeinen glauben, obwohl eS auch unter ihnen Gottlob noch Leute gibt, die sehr be­dauern wenn Die Gesetze und Die Humanität ver­gessen werden.

In Kamberg selbst gibt eS allerdings eine Parthej, die mit Hohnlachen Die Kuntze vernahm. Aber wer bildet diese Parthei? Die Leibeigenschaft dreier Fak­toren, die die Gesellschaft untergraben. Drei schlimme Kobolde hausen in Kamberg: der übermäßige Besitz, der Fanatismus und die kluge Berechnung, die den Grundsatz:der Zweck heiligt das Mittel!" auszubeu­ten versteht, mit anderen Worten: der Ueberrest der Feudalherrschaft, die Hierarchie und Die besoldete Anwaltschaft der Hierarchie. In ihrem Gefolge ist Die Abhängigkeit und Geistcservrückung. Diese verbundene Macht fürchtet die Aufklärung und die Charakterfestig­keit. Alles, was nach Kamberg kommt, soll ihr Sklave sein und soll die chinesische Mamr der Dummheit be­wachen helfen. Daher das Entsetzen vor Rühl's Na­men. Unb überall gibt es geschäftige Müßiggänger, die für Abfälle vom Tische des Herrn heulen nach Commando. Da gibt es feine Pinseler, Nabeler und Kronbauern, die Der Herrn Wink beachten.

Aber die Mehrzahl der Bürger ist denn doch nicht so entartet um sich zu freuen an den modernen rettenden Thaten. Die Beziehung auf DieNass. All­gemeine" hielten wir für nöthig; denn da bas Volk das feige Denunziantenblatt nicht lieSt, so wurde es im Volke nicht bekannt, auf welcher Stufe der Huma­nität man in gewissen Klassen steht. Es muß zum ewigen Gedächtnisse eonstatirt werden, was sich ein Blatt im Jahre der Gnade 1850 gegen das Volk, ge­gen seine Sympathie und gegen Die Sittlichkeit über­haupt erlaubt.

Auszug

aus dem Protokoll über die letzte General­versammlung der Mitglieder des Nassau­ischen Zweigvereins für Auswanderung und Ansiedelung, mitgetheilt von dem Vorsitzenden, Prokurator Ver- fl assen in Limburg.

Von den Vorstandsmitgliedern und resp. Vereins- Mitgliedern waren anwesend: 1) Herr Amtmann Kunz aus Runkel, 2) Herr Dr. Kunz aus Herborn, 3) Herr Pfarrer Hoppe von Seelbach, 4) Herr Berg- accessist Hannappel aus Montabaur, 5) Herr Accesist Dünkelberg dahier, 6) Herr Prokurator Winter daselbst, 7) Herr Kaufmann Hammerschlag daselbst, 8) Herr Hauptagent Göbel, 9) Herr Gasthalter Wal­ter, 10) Herr Kaufmann Flügel von Montabaur, 11) Herr Fabrikant, Gemeinde- und Bezirksrath I. A. Burkhart dahier, 12) Herr Joseph Schmidt daselbst, noch außerdem zahlreiche Mitglieder des Ver­eins und eine zahlreiche Zuhörerschaft.

Der Vorsitzende eröffnete die Versammlung mit Verkündigung der Tagesordnung und einem einleiten­

den Vortrag, daß die Organisation der Auswanderung eine nationale Frage Deutschlands sei, von deren ge­wandter Lösung das Glück von Millionen Deutschen abhänge, und sogar theil weise Die Fortdauer der ein­heimischen StaatSgeseUschaft, sie sei ein Auskunftsmittel dem unglücklichen Theil der Bevölkerung Deutschlands in einem anderen Welttheile eine bessere Zukunft zu bereiten, Die ihn aus seinem Herabgekommen- fein, aus dem Zustande der Bildungslofigkeit und der materiellen Armuth emanzipire, geeignet, dem rie­senhaften Umsichgreifen des Proletariats mit seinem traurigen Gefolge zu steuern, und ihm da, wo das Menschen-Capital einen höheren Werth habe, wie hier, unter dem Schirme einer freien,, großen Staatsregie­rung ein seiner Menschenwürde angemessenes Auskom- meu, eine zweite Heimath zu begründen, und daS verlassene deutsche Element dort in einer gro­ßen freien Nation zu entfalten, die mit dem deut­schen Mutterstaate in regem, geistigen und materiellen Verkehr verbleibe.

Die Wandernden, die verwaist ihr theures Vaterland ver­ließen, von der Stunde ihres Entschlusses an, ihre Heimath zu Verlassen, mit Humanität und uneigennü­tziger Menschenliebe gegen jede» lieblosen Wucher yi schützen und bis zur Stätte ihres neuen Glückes sie zu be- gleiien, sei Drang vieler edle» Deutsche». Mit solchen Gesinnungen hätten die Repräsentanten von Den Zweig- vereinen von Kurheffe», Hessen-Darmstadt, Würtem- berg und Baden den Nationalverein für deutsche Aus­wanderung und Ansiedelung gestiftet. Am 19. August 1849 sei der nassauische Zweigverein als solcher hierin ausgenommen worden.

Die Zwecke dieser Vereine seien als primäre ge­richtet auf Verbreitung Der Humanität bei Der Aus- wanverungSfrage, auf Verbreitung wiffentschaftlicher Kenntnisse durch die Presse, insbesondere das VereinS- organder Auswanderer", auch Die Organisation im Wege Der Gesetzgebung bei Den bezüglichen legislativen Gewalten Deutschlands; auch secundäre für die mora­lischen und geistigen Zwecke a) die strenge lleber- wachung des Agenturgeschäftes, b) die Stiftung eines Bankvereins zur Unterbringung von Steigschillingen der Auswandernden zum Besten derselben und zum An­kauf von Ländereien tu dein Answanderungsgebiete, c) die Absendung einer Erpertise nach den nordameri­kanischen Freistaaten zur Erhebung des erforderlichen Materials zur Entwerfung eines bei dein deutschen Volke und den deutschen Regierungen Eingang finden­de» AuSwanderungs- und Aufiedelungsplai.es, nament­lich zur Ermöglichung Der Armen-Ueberfiedelung.

Bei diesem Anlasse wurde der Wunsch ausgespro­chen, daß der Nationalverein sich eine ins Leben ein­greifende Organisation verschaffe, und die Lebens-Re­gungen in Den Zweigvereinen mit Der Absicht desselben in Einklang bringe. Dabei wurde die Umarbeitung der Statuten als nothwendig erkannt, sodann die ein­heitliche Umgestaltung des Agenturwesens, die Nmstem- pelung desselben zur Centräl-Vereinssache, die Verab- fassung einer einheitlichen Geschäftsordnung, hierbei die Stiftung der Steigschillingsbank. Darauf schritt man zur Prüfung Der vom Vorstand des Rational- Vereins verabfaßten Justruktion für die Erperten, die Amerika bereisen solle». Dabei wurde nun beschlösse» und zwar nach ausführlicher Diskussion, daß denselben noch die Beantwortung folgender Fragen bei Verfol­gung ihres Reiseplans zur Pflicht gemacht werde: 1)an allen erheblichen Orten ihrer Reise Bekanntschaften mit