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J^ 1?â2. Wiesbaden. Dienstag, 18. Inni INSO.
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*i* Die Noth deS Handwerkers — ein Fragezeichen des Sozialismus.
VI.
Die Anlagen von großen gemeinsamen Werkstätten der Arbeit beseitigen die Kostspieligkeit so vieler bis ins Unendliche wiederholten kleinen Werkstätten und Arbeitsinstrumente: billige Produktion.
Sie bewirken vortheilhafte Noheiukäufe: — billige Produktion!
Sie eignen sich die Wirkungender Arbeitsteilung, der Maschine an: — billige Produktion I
Sie treiben die Arbeitstheilung so weit, daß sie die bei allen kleinen Unternehmungen unvermeidliche Bereinigung der Geschäfts le itu n g und der jeweiligen Hand arbeit, die grade bei j e v e r kleinen Unternehmung zum Nachtheil der Produktion wieverkehrt, nur einmal sehen: — billige Produktion!
Also billige Produktion, das ist das Ideal der Handwerker, ihr Ideal darum, weil ihr Bedürfniß!
Aber ist ihnen nun auch damit der Absah ihrer Produkte gesichert.
Wir haben gesehen: Die Konkurrenz der Produzen» ten unter sich dauert fort, nur daß die Konkurrenz des kleinen Kapitals sich jetzt unter der Form der Assoziation geltend macht, indem diese ihm erst erlaubt, neben dem großen zu wetteifern. Und anderutheilS ist es die Masse der Käufer, der Konsumenten, welche durch ihre Nachfrage auf den Preis der Produkte bestimmend einwirkt. Das heißt: der Marktpreis der Waaren re- gulirt sich nach wie vor durch die Konkurrenz, durch die Konkurrenz der Produzenten unter sich, durch das Verhältniß der Nachfrage zur Produktion. Es bleiben dieselben Schwankungen deS Preises, dasselbe uuger^ gelte Verhältniß zwischen Produktion und Konsumtion, es bleibt — der soziale Krieg. Wie eine Handelskrise, d. h. eine UeberfüUnng der Märkte durch Ueberpro- duktion, regelmäßig eine große Zahl von Fabrikanten und Unternehmern dem Bankerott in die Arme schleudert, Tausende von Arbeitern in die Gefängnisse, die öffentlichen „Arbeishäuser", die Gräber des Hungers wirft, so vermag ein einziges Jahr der Theurung, nämlich des Mißwachscs, eine veränderte Richtung des Handels, eine neue Steuer, so vermögen unzählige Zufälle die Produzenten zu zwingen, weit unter dem Produktionspreise die Waaren zu verkaufen, auS dem einfachen Grunde, weil cs an Konsumenten mangelt, oder weil diejenigen, welche konsumiren würden, wegen Armuth es nicht können. Mit andern Worten: die billige Produktion sichert den Produzenten keineswegs einen fortwährenden Absatz, einen genügenden Markt, eine dauernde Konsumtion!
Alle von uns vorgeschlagenen Reformen sind nur Reformen im Sinne des Kleinbürgerthums, des kleinen Kapitals. Das wahre Stichwort unserer modernen Gesellschaft heißt: Herrschaft über die Produktion durch as Kapital! Diese Herrschaft ist es allein, die demo- ratisirt wird, an der eine größere Masse theilnimmt:
das gesummte Kleinbürgerthum, diese Herrschaft ist es, die vervollkommnet, befestigt wird. RovbermS erscheint mit seinen Vorschlägen nur als ein einfacher Bour- geoisdemokrat Aber so lange das Kapital die Produktion beherrscht, ist die Lohnarbeit aohangig vom Kapital, ist der Arbeiter ein Sklave, ist die Hervorbringung wie die Verzehrung der Güter dem Zufall preisgegeben, sind fortwährende Krisen und Stockungen unvermeidlich.
Der großen Bourgeoisie und den unvermeidlichen Spießbürgern mögen also die entwickelten Ansichten über alle Begriffe radikal erscheinen, weil sie die bisherige Konstitution der Bourgeosie umwersen, — für die Frage des Proletariats erscheinen sie nur als einfache Hebel ihrer eigenen Bewegung.
Aber dennoch ragt die Frage der Verbeyerung des Handwerkerstandes mit ihren äußersten Spitzen in Die soziale Frage hinein, und darum sowohl, als um Verwechslungen und Täuschungen zu meiden, h.ben wir den Unterschied Beider nachzuweisen versucht.
Noch hätten wir Zeit, die Einwirkung des Besteu- rungssystems auf die Produktion, der Progressivsteuer auf die Hebung des kleinen Kapitals zu entwickeln; aber wir behalten uns diese Aufgabe für ein andermal vor.
So wiederholen wir denn: der Handwerker bedarf nicht nur eines Schutzes gegen den großen Fabrikanten, den Kaufherrn, den Mauufakturisten, sondern auch der Lohnarbeiter vor Allem gegen den Unternehmer, der ihn besoldet, ihm seine Arbeit abkäuft. Was den kleinen Kapitalisten einseitig nur schützt, das yat für den Lohnarbeiter eine sehr unschuldige Bedeutung. Wollt ihr aber den Einen in Stand setzen zu provuziren, so thut es nicht auf Kosten des Anderen; wollt ipr die Hand- . werter heben, so vergeßt nicht dessen, der nur um Lohn bei Andern arbeitet, wollt ihr deswillen Standes Lage verbessern, so verbessert auch die des andern, wollt ihr die Noth der Handwerker aufheben, weil es Bedürfniß eurer Menschenliebe ist, so hebt Die ganze Noth auf, die allgemeine Noth, die Alle drückt, so zeigt dem Volke, Dem armen Volke die Wunden, daran es sich verblutet, so lehrt ihm die Mittel, sich seiner Krankheit zu entledigen!
Derrtfcht««».
« Wiesbaden, 17. Juni. Nach einem Schreiben der „Augsb. AUgem. Ztg." soll der nassauische Unionsbevollmächigte beim Staatenkongresse noch ohne Instruktion sein. Der Bericht fügt hinzu: „Es heißt, daß der Herzog nicht dazu zu bewegen sei, dieselbe im Sinn der Berliner Verab r e d ii n g e n z u vollziehen. Nach dem, was man früher von Aeußerungen dieses Fürsten vernommen, würde das nicht verwundern. Da Kurhessen und Großherzogthum Hessen ihre Bevollmächtigten der Versammlung bereits haben beitreten lassen ohne die im preußischen Sinn gestellten Bedingungen erfüllt zu haben, so stehen Dem preußi
schen Bevollmächtigten für jetzt nur noch die Abgeordneten von Oldenburg und Braunschweig und der thüringischen Länder zur Seite. Danach gewinnt es den Anschein, als ob die Union zusammenschrumpfe. An das Verharren Oldenburgs bei derselbe ist ohnehin wegen der Identität der Landesin- terepen mit denen von Hannover und des Widerspruchs des Landtags nicht zu denken. Ob Braunschweig dabei verharren wird, ist zweifelhaft. Daß die thüringischen Länder sich, auch wenn die Union nicht zu Stande kommt, an Preußen anlehnen werden und müssen, kann nicht bestritten werden. Sie waren schon früher dergestalt im politischen System Preußens, daß dieser ©taut damit keinen Machtzuwachs erhält.
* Wiesbaden, 17. Juni. Die Abhaltung des mittelrheinischen Volksfestes, welches am 7. und 8. Juli auf dem Neroberge stattsinden sollte, ist durch Verfügung des H. Kreisamtes zu Wiesbaden untersagt worden. — Wir werden auf dies Verbot zurück- kommen, nachdem wir die „Motive", deren Mittheilung unsere Nachbarin verspricht, werden vernommen haben. Auch auf die perfideDenunziation gegen Schap- p er und die Arbeiter, welche heute das Blatt der nn- übertroffenen Gesinnungslosigkeit und Erbärmlichkeit, genannt „Frankfurter Journal", bei Gelegenheit der Erzählung des Verbotes des Nerobergfesies, loszulassen sich unterfängt, werden wir morgen dienen.
???^Vom Westerwald, Juni. Der Eigennutz ist ein Schelm. In Westerburg sollten die zur Her- stellung einer Straße erforderlichen Arbeiten durch sogenannte Frohndienste von Seite der Gemeindebürger ausgeführt und zu diesem Zwecke in einer Gemeinve- ratySsitzung eine Liste über die von jedem Bürger zu lichtenden Fuhr- und Handdienste gefertigt und ein Beschluß über die Repartition rc. gefertigt werden.
Nach vorausgegangener Disputation bildeten sich Meinungsverschiedenheiten und zwei Partheien.
Die eine Parthei beantragte, daß diejenigen Bürger, welche mit einer doppelten Fuhre ihren Ackerbau versähen und besteuert wären, auch noch einmal so viel Frohndienste leisten sollten, als diejenigen, welche nur eine einfache Fuhre besäßen.
Die andere Partei aber, welche gewiß ganz zufällig aus den wohlhabenderen Gemeinderäthen bestand, trug darauf an, daß alle Fuhrwerk besitzenden Bürger gleichmäßig (D. h. einer so viel als der andere) Frohn- dienfte leisten sollten.
Der Führer der ersteren Partei berief sich auf eine gewisse Gcsetzesstelle, die aber von dem Sprecher der Gegenpartei verworfen wurde.
Es entspann sich ein Streit, der mit Worten begann, in Thätlichkeiten ausartete und mit einer förmlichen Schlägerei endete.
Das Volk versammelte sich in Massen um das Haus, in dem die Berathung stattfand, und nahm, anscheinend ruhig, nur durch Zuhören Antheil.
Nachdem der Führer der einen Partei von herbeigeeilten Verwandten bluttriefend aus dem Sitzungs-
Die Mutter und ihr Kind.
O Himmel, sich hernieder Beschütze dieses Kind, DaS in den Muttcrarmen Jetzt schlummert süß und lind.
Hilf Himmcl, daß im Herzen Don diesem Knaben hier Das Göttliche ersehne Und wachse für und für.
Wie schrecklich, wenn das Niedre Den Gott in ihm besiegte, Wenn seine junge Seele In Sinnenrausch sich wiegte,
Wenn er statt selbst zu schaffen, Vom Schweiß der Brüder zehrte; Dann schlaff und kraftverlassen Die Schaar der Knechte mehrte;
O Gott, das wäre gräßlich, Das bräch' mein Mutterherz^ Das zerrte an der Seele Das wäre HMenschmev.
Und sprach die Welt: „wie glücklich, Er hat sein sicheres Brod^ Ich müßte ihr erwiedern: „O schweigt, mein Kind ist todt".
Das Große und das Schöne
Es schrie, mir in die Ohren: »Beklagenswerthe Mutter, Dein Kind, es ist verloren.*
Hilf Himmel, daß im Herzen
Von diesem Knaben hier DaS Göttliche erkeime Und wachse für und für.
Ha! wenn ein göttlich Feuer In seinem Aug' erglühte, Wenn flammend die Begeisterung Von seinen Lippen sprühte,
Wenn er ein Gottgesandter, Die blinden Brüder heilte Und nur zum Wohl der Menschheit Puf dieser Erde weilte :
Ich trüge die Verfolgung, Ich trüge jede Bürde Ich wäre überglücklich, Wenn so mein Knabe würde.
Und müßte ich einst weinend An seinem Kreuze steh'n, Mich tröstete der Glaube: Sein Geist wird auferstehn;
Sein Geist kann nicht verwetten In träger Himmelsruh, Er fliehet liebetrunken Der Erde wieder zu.
Und spöttelten die Menschen: „So endet Uebermuth, Seht! wie sein Geist verbrannte In eigner Fiebergluth^â
Ich würde stolz erwiedem: „Die Selbstsucht macht euch blind, Der Geist wird ewig leben Und so auch lebt mein Kind.*
»Ich sehe seine Züge So reizend schön wie Rosen In ew'ger Jugend prangen Jm Edeln und im Großen."
O Himmel sieh hernieder,
Beschütze dieses Kind, Das iu den Mutterarmen Jetzt schlummert süß >»>d liuK.