Mit Bettung.
„âerhert und Recht!"
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â MO» Wiesbaden. Samstag, L» Juni 1850,
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*t* Die Noth des Handwerkers — ein Fragcze theil tes Sozialismus.
IV.
Es fallt uns nicht ein, eine weitläufige Abhandlung über die Zünfte schreiben zu wollen. Wir wollen nur reu Einen Hauptgrund ins Auge fassen, den die Zünftler vorzugsweise für sich aufüyreu. Sie sagen: der schlechten Arbeit, der Pfuscherei muß eutgegengewirkt werden, denn diese ist's, die unsre Arbeit in Mißkredit bringt, uns den Eonsnin entzieht, uns ritiiiirt ; dies ist aber nur möglich, wenn die Arbeit beaufsichtigt wird, d. h. wenn eine bestimmte Zahl von Lehr- und Wanderjahren, wenn Gesellen und Meisterprüfungen festgesetzt werden.
Hinter dieser ganzen, das wärmste Mitgefühl fürs Wohl der Konsumenten athmenden Phrase birgt sich aber weiter nichts, als — der Egoismus der kleinen Unternehmer. Damit die vorhandene Kundschaft nicht allzusehr getheilt werde, damit der Konsum bestäudig ihrer eigenen Produktionsfähigkeit entspreche, damit ihnen die Mittel des Lebensunterhalts nicht entzogen werden, damit sie selber die Selbstständigkeit ihres Haushalts, ihrer Familie, ihrer bürgerlichen Stellung nicht einbüßen, sollen Andere darauf verzichten, eine Familie, einen eigenen Haushalt zu gründen, soll Andern verwehrt sein, auf eigene Faust zu arbeiten, sollen Andre fortwährend ihren Arbeitslohn von fremden Unternehmern erhalten, sollen Andere beständig den Verfolgungen und Schikanen der Gewerbepolizei ausgesetzt sein!
„Beaufsichtigung der Arbeit": — aber sind die Konsumenten nicht die besten, die strengsten , die unparteiischsten Beaussichter ? Werden sie so thöricht sein, die schlechte Arbeit vor der guten, die sogenannten Pfuscher vor den „geprüften" Handwerksmechern AU begünstiZen? Und steht etwa das Wohl des Staates auf dem Spiele, wenn mir ein Schneider einmal einen schlechten Nock, ein Schuster ein Paar schlechte Schuhe liefert? Aber auch das bedenkt ihr nicht, daß in vielen Fällen jene sogenannter Pfuscher für einen Kreis von Konsumenten arbeiten, der ohne dies — gar nicht im Stande wäre, zu konsumiren. Ihr bedenkt nicht, daß ihr euer mit so vieler Ostentation gepriesenes Panier: Heilig ist das Eigenthum ! selbst vernichtet, wenn ihr dem Armen sein einziges Eigenthum, das heiligste und ursprünglichste aller Eigenthumsrechte, wie es ein berühmter Britte nennt, wenn ihr ihm das Recht auf den Genuß der Früchte seiner Arbeit raubt, daß die Freiheit in euern Händen zu einer Metze wird, die nur dem Einen dient, den Andern verschmäht.
Schon Datum also, weil euer Interesse die Menschenrechte mit Füßen tritt, weil cs ein der Demokra- rie feindliches Jntcreffe ist, mußte es fallen. Aber wäre euch denn in Wahrheit auch mit Zunftbestim- mungen geholfen? Würdet ihr nun im Stande sein, mit den Waaren zu konkurriren, die der Kapitalist durch
die Anwendung der Maschine und die Theilung der Arbeit auf den Markt schleudert, und die ihr in dem Laden jedes Kaufmanns finden könnt? Wurdet ihr vermögen, all den Vortheilen die Spitze zu bieten, die das große Kapital in den großen Städten voraus har, und die euch den besten Theil eurer Konsumenten ent» fremdet haben? Kurz hättet ihr, wenn ihr den einen gefährlichen Nachbarn, die Pfuscherei, beseitigt, damit euch auch des andern bei Gott nicht weniger gefährlichen Nachbarn, des großen Kapitals, entledigt?
Seltsam; der Handwerker sieht ruhig zu, wie der Kaufmann seine eigenen Waaren zu Märkte bringt; aber wenn es einem ungeprüften Maune seines Gewerbes einfällt, dieselbe Arbeit zu liefern, dieselben Waaren feilzubieten, dann kennt sein Zorn keine Grenze, dann bietet er Alles auf, um den Feind aus seiner Stellung zu vertreiben, dann liebäugelt er mit der Polizei, mit den Landjägern, mit den höhern Admi- nisirativbehördeu, deren Druck er sonst tausendmal verwünscht. Ist cS vielleicht eine heilige Scheu vor den „Großwürdenträgern" des Eigenthums, deren kleine „Vasallen" sie nur sind, eine heilige Scheu, die den kleinen Meister abhält, sich dem Feldzuge gegen das große Kapital anzuschließen . . .? Freilich wird dieser Feldzug grade von Denen eröffnet, die der kleine Kapitalist als seine erklärtesten Gegner betrachtet, und es wäre am Ende zu viel verlangt, auf die Wollust jener Unterdrückung zu verzichten die j e v e r Kapitalist dem Lohnarbeiter bereitet.
Wir sehen also: um sich vor dem Untergang, d. h. vor der Konzentration in einer gcriugeren Za hl von Besitzern, zu retten, wendet sich das kleine Kapital nicht gegen das groge, sondern gegen die Arbeit, gegen den Lohnarbeiter, der eben auf dein Sprunge steht, den Grenzstein, den Kordon zu übertreten, der die Menschheit in zwei große Lager scheidet, gegen den Lohnarbeiter, der im Begriffe ist, lln» ternehmer zu werden. Die kleine Bourgeoisie wendet sich nicht gegen die große, sondern sie bekämpft das Proletariat. Die politischen Konsequenzen sind einfach; sie sind allenthalben so nackt an den Tag getreten, daß wir sie zu offenbaren nicht nöthig haben.
Doch wir thun ihm insgesammt Unrecht. Es gibt auch eine avancirte Fraktion innerhalb desselben, die die „Großwürdenträger" deS Eigenthums direkt anzu- greifen wagt, die sich, wenn auch gegen die Arbeiter, doch nicht weniger gegen die großen Kapitalisten wendet. Diese Fraktion dringt z B. auf die Vernichtung der gefährlichen Konkurrenz der Kaufläden, welche sich mit dem Absatz der Handwerkswaareu en detail befassen. Aber welcher Unterschied liegt darin, wenn diese Art von Konkurrenz nicht mehr von dem reinen Kapitalkigenihum, sondern von gelehrten Handwerksmeistern ausgeübt wird? Sie verlangt weiter Besteuerung der Fabriken und großen Gewerbe zu Gunsten der kleinen Gewerbe, — was einer Herabdrückung deS
Arbeitslohns oder einer Preiserhöhung der Produkte gleichkäme. Sie verlangt Beschränkung des Betriebs solcher Fabriken, deren Fabrikate mit Handwerkswaaren konkurriren. Die Konsumenten werden sich ohne Zweifel hiergegen höflichst bedanken- Wozu soll die dadurch hervorgerufene Verthcuerung des größten Theils der Fabrikwaaren am Ende führen? Aber das kleine Kapital sucht sich dadurch zu befestigen, daß es dem großen seine vortrefflichsten Aulagebediuguugen abschnei- det. Die natürliche Folge wäre die gänzliche Verarmung der weitmeisten Volksklassen, die ihre Ergänzung in der beneidenswerthen Stellung des Handwerkerstandes fände. Die natürliche Folge wäre ein Auachronis- mus, ein geschichtlicher Unsinn. Wir bemerken: auch diese scheinbar avancirte Fraktion ist wo möglich noch kopfloser, als der vorher geschilderte Theil, und ob eS schon einer Rebellion der Vasallen gegen ihre Könige gleichkömmt, so würde es doch für das Proletariat nur ein Dynastiewechsel sein. Auch diese Frakiton, beherrscht vom einzigen Eigeninteresse, verschließt sich der Bewegung der arbeitenden Klasse, auch diese Fraktion will herrschen über die Produktion, will bedrücken, auSbeu- teu, leibeigene Knechte besolden, und zu alle dem — das Rad der industriellen Entwickelung zurückdrehen.
Philisteröse Selbstsucht und gänzliche Kopflosigkeit bilden vereint die Quelle der Zunftbestrebungen, die erklärte Gegnerschaft gegen jede dauernde radikal heilende Epoche ist ihr getreuer Begleiter.
Doch wo dieselben wirklich ins Leben treten ober getreten sind, da wollen wir sie wenigstens insoweit begrüßen, als sie sich selber im Leben richten.
Deutschland.
* Wiesbaden, 13 Juni. Rücksichtlich des in No 138 der Freien Zeitung enthaltenen, „die Blüthe der Polizei" überschriebenen Artikels gehen unS heute aus durchaus zuverlässiger Quelle einige, zunächst auf die Thäiigfeit der Polizeibehörde sich beziehende Erläuterungen zu, welche der Oeffentlichkeit zu übergeben wir uns im Interesse der Wahrheit verpflichtet halten müssen. — In der Nacht vom 9. auf den 10. Juni wurde dem Gensdarm, der in Wiesbaden und der nächsten Umgebung die Patrouille versah, die Mittheilung gemacht, im Freien und zwar im Dotz« Heimer Wald schlafe ein Mann. Da durch Beschluß des Krcisbczirksraths das Neberuachten im Freien bei i Strafe eines 8tägigen Arrests verboten ist, so hielt sich i der Gensdarm für verbunden, den ihm angezeigten, im Freien übernachtenden Mann aufzusuchen. Auf der Dotzheimer Straße kam ihm ein Bursche ohne Mütze entgegen, welcher auf Befragen eingestand, im Wald geschlafen zu haben und ohne Legitimationspapierc zu . sein, und welcher mit der Person des im Eingang er» ! wähnten Artikels in No. 138 identisch ist. — Dcr ' Gensdarm nahn: den Mann hierauf mit nach WieS- I baden und führte ihn Montag den 10. Juni, Morgey-
Bilder aus dem ungarischen Kriege.
(Fortsetzung.)
Nun kam der März. In der Hofburg zu Wien flogen die Völker auS und ein, wie Schwalben, die nach Futter streifen, und jede Nation suchte für sich eine Krumme Privatfreiheit neben der Allgemeinen zu erbeuten. Welchem glücklichen Zusammentreffen von Umständen die Ungarn ihr selbstständiges Ministerium verdankten — wenn jetzt von „verdanken" noch die Rede sein kann — ist früher gesagt worden. Die Kroaten und Czechen, die später ankamen, hatten dieselben Wünsche ciif dem Herzen — und werden sie ewig haben, trotz ihrer gerühmten Loyalität — aber der Hof hatte sich bereits von seiner ersten Bestürzung erholt; ihre Abgeordneten kehrten nur mit Versprechungen in die Heimath zurück.
Bevor das Ministerium Schwarzenberg-Stadion die Deputirten in Kremsier auseinander jagte, und die Phrase von dem „einigen Oesterreich" in die Welt schickte standen die Altkonservativen, Kossuth dem organisirenden nach ihrer Meinung, dem destruktiven Genius Ungarns, schroff gegenüber. Sie traten aus dem Repräsentaulen- Hause, darunter Männer, die nicht die schlechtesten in Ungarn waren.
i-Ä Mit der Oktroyirung der Charte vom März 1849 jedoch hatte die Regierung selbst den gefährlichen Boden der Extreme betreten, und der Ministerpräsident Fürst
Schwarzenberg, welcher sich rühmen kann, einmal als General in Wien und dann als verantwortlicher Minister der Krone, in Kremsier den Vertretern Oesterreichs die Thüre ihres Sitzungssaales durch Soldaten verwehrt zu haben, derselbe Schwarzenberg, der in London verachtet, in Petersburg verspottet und in Neapel geprügelt wurdet, hat mit einem graziösen Fußtritte auch die Thüre des ungarischen Repräsentantenhauses ins Schloß weisen wollen. Mit einem Federzuge wurde die ungarische Konstitution in Olmütz gestrichen. Da fühlten die altkonservativen Magyaren, wie ihnen ihr cintälovirtes noli me tangere auf der Brust blutroth unterlief, denn das hatten sie nimmer geahnt, daß der Jüngling Franz thun werde, was der Greis Franz mit seinem grauen StaatS- kanzler nie gewagt hatte. Aber zurück konnten sie nicht mehr, denn der Debrecziner Reichstag hatte sie für Ver- räther erklärt, so blieben sie denn im Lager der Feinde, scheinbar gefügig, aber für die Zukunft Todfeinde der Habsburgischen Dynastie und auf die Gelegenheit wartend , ihr verlorenes Recht zu rächen.
*) Die Prügel bekam der Fürst von Lazzaroni'S, wegen elne^
untergeordneten Tändelei. In London wurde er auf die Klage der Familie Eilenborongh zu einer Geldsumme verurtheilt. Da er abreiste, ohne sie zu bezahlen, darf der österreichische Minister der auswärtigen Angelegenheiten den britischen Boden nicht betreten. In Petersburg aber wurde er so dupirt, daß er von der Verschwörung beim Regierungsantritt deS Kaisers Nikolaus nicht eher wußte, al« bis einer der Hauptverschworenen in des Fürsten eigenem Kabinet verhaftet wurde.
Diese Konservativen wollte man zur Reorganisirung Ungarns nach österreichischen Centralfations-Tl^epric» per- wenden?! sie sollten für das Aufgehen Ungarns in Oesterreich arbeiten? — Eher Kossuth, eher Wesseleny-.
Letztere waren vielleicht im Stande, ihr Vaterland der Freiheit zum Opfer zu bringen, wenn unter tiefer Bedingung die Monarchie wirklich frei werden sollte. Jene werden dazu nie die Hand bieten. Die konservativen sind die eigentlichen Ultra-Magyaren, und von diesen erwartete die Regierung, daß sic ihre alte theure Verfassung wie einen faulen Kürbis wegwerfcn würden um in die Fata Morgana des einheitlichen Oesterreichs Einlaß zu bekommen?! Nur ganz verlorne Männer wie Babarczy und seines Gleichen werden Ungarn gegenüber sich herbeilassen, die Rolle deS Baron Kuliner zn spiele». Was sich irgend fühlt, zieht sich zurück.
Damals standen Viele von den Konservativen an der Seite des Fürsten, bewußt und unbewußt als seine falschen Rathgeber. Die allgemeinen Klagen aus jenen Komitatcn, wo sie als Kommissäre angesteklt wurde», bewiesen, in welchem Geiste sie wirksam waren. Damals hatten sie den größten Antheil an der verkehrten Politik des Fürsten Windischgrätz; von ihnen wird auch früher oder später der Stoß angeregt werden, der Oester- reich bis in sein Tiesinnerstes erschüttern muß.
Görgey's Zug durch die Karpathe«.
Die Hauptarmec der Ungarn unter Görgep haben wir ans den Augen verloren. Nicht allein die Haupl-