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Wiesbaden. Freitag. V1. Juni

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1850

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^ Die Noth des Handwerkers ein Fragezeichen des Sozialismus.

Hl.

Der kleine Kapitalist erscheint dem großen gegen­über, wie der kleine Bauer oder Pächter gegenüber dem großen Grundeigenthümer. Dieser bezahlt seine Grundrente an den Eigenthümer, seinen Zins an den KapitalWn; jener bezahlt seine Hausmiethe an den Hausbesitzer oder seinen Zins an den Kapitalisten. Der kleine Kapitalist bezahlt, wo der große einnimmt. Jener muß in den Produkten, die er zu Markt bringt, den Zins abrechnen, den er für das geliehene Kapital schuldet, dieser hat keinen abzurechnen, weil daS in der Unterrechnung steckende Kapital ihm selber gehört.

Das großeKapital wächst durch den Zins ungleich schneller, als das kleine Kapital. Der große Kapitalist fährt gleichsam auf dem Dampf­wagen, während der kleine mit einem elenden Klepper hintenherkroUert. Der Vorsprung, den bas große Ka­pital durch den Zins voraus hat, ist so gewaltig, daß verhältnißmäßig nicht viel dazu gehört, um mittelst des Zinses dem Besitzer seinen genügenden Unterhalt zu verschaffen. Das heißt: das Kapital hat in sei­nen Besitzern eine Klasse von im produkti­ven Konsumenten geschaffen, von Leuten, die ohne eigenes Zuthun, blos auf ihren Titel als Kapi- taleigenthiimer, die Arbeit Anderer verzehren. Und daß nun nicht Einer so pfiffig ist, und uns entgegnet: aber der Kapitalist, der zugleich Unternehmer ist, wer be­zahlt ihm denn den Zins? Wer wird leugnen, daß der Grundeigenthümer darum weniger seine Grund­rente bezahlt bekomme, weil er sie nicht von einem Pächter erhält, sondern in dem Preise der von ihm selbst kul- tivirten Bovenerzeugnlsse? Unv vergleichen^ empfängt der Kapitalist darum weniger seinen Zins, weil er das sich in unmittelbaren Verbrauchsgegenständen reprodu- zirende Kapital, die Produkte, in die sich das Kapital unter seiner Leitung gleichsam verwandelt hat, selbst zu Markt bringt? Wir bezahlen im Preise der weit- meisten Gegenstände unseres Verbrauchs außer dem Arbeitslohn noch eine Grundrente und einen Ka­pitalzins.

Wir können aber nicht umhin, unS hier im Vor­aus gegen gewisse Schlüsse zu verwahren, die man leicht machen könnte. Wir wollen zunächst blos alle die natürlichen Vortheile des großen Kapitals gegen­über dem kleinen, soweit sie sich auf die gewerbliche Produktion beziehen denn es gibt ihrer außerdem noch viele! aufzählen, um die Position des kleinen Kapitals, d. h. des gewerblichen Mittelstandes, der kleinen städtischen Bourgeoisie, vollständig bloszulegen. Unsere Folgerungen aber werden wir seiner Zeit schon machen.

Wir erwähnen endlich noch des Kredits als eines nicht gering anzuschlagenden Hebels der Produktion. Mag es nun ein Realkredit sein, der seine Basis in

liegenden Werthen : Grund und Boden, oder Häusern, , hat, oder mag es ein Personen eett sein: der kleine Kapitalist ist so gut wie davon ausgeschlossen. Dorr aber handelt es sich um die Flüssigmachung liegender Werthe, hier um die stetige Benutzung auch des klein­ste» Kapitalthcilchkns. Der Kredit ist die Seele der Spekulation, und mag er in hundert Fällen erlogen oder erschwindelt sein, so hat er in tausend ein fepr reelles Fundament. Je größer die Vermögen anschwel­len, desto gewaltiger ist seine Wirkung, vis dort, wo es sich zu immer kleineren Besitztheilen abstuft, seine Wirkung auf Null znsammenschmilzt. So hat das große Kapital fortwährend Beschäftigung, während das kleine von den âr, gewöhnlichsten Mißsällen, Verän­derungen in den Preisen der Waaren, Schwankungen des Verkehrs sofort empfindlich getroffen wird, und gar bald nicht mehr arbeitende Hände, und seien es auch nur die seines Besitzers, in Bewegung zu setzen vermag. Wie oft schallt Einem die Klage entgegen aus dem Munde des Handwerkers, des Familien- vaters, der seine Habe mehr und mehr schwinden sieht, und der schon von allen Schrecken eines gerichtlichen Verkaufs gefoltert ist: mit wenigen hundert Gulden wäre mir geholfen! Aber wo setzt man in ihn das Vertrauen einer Zurückzahlung mit Zinsen ? Sein Haus ist um die Hälfte verpfändet, fein Name fiept schon auf der schwarzen Liste seiner Gläubiger. Das bürgerliche Vertrauen hat seine einzige Garantie, sei­nen Grund, sein Fundament in Dem Besitz, in der an­erkannten Zahlungsfähigkeit.

Dazu kommt, daß die gesetzlichen Einrichtungen den großen Kapitalkredit begünstigen. Die Unteiftü^nng der Banken ist lediglich ein Privileg der großen Ka- pèlf^"" ..^ ünh nur die großen Firmen, nur die bekannten Namen, va «< vx .r lUlHitty' tun gen Unterstützung finden können; die kleineren Ge« werbtreibenden erfahren sie nichts Die enormen Be« günstignngcn aber, die in den Bankeinrichtungen liegen, brauchen wir kaum anzudeuten. Die Möglichkeit, in jedem Augenblicke beliebige Geldsummen zur Verfügung zu haben, deren Herbeischaffung auf die leichteste Weise -bewirkt wird, setzt den Kapitalisten in den Stand, mit viel mehr Vortheil zu spekuliren, als er ohnedies vermöchte. Wir erinnern uns aber nicht, daß es in Deutschland irgend welche Einrichtungen gäbe, welche auch den Kredit des kleinen Kapitals begünstigen.

Der Unterschied in den Vortheilen des großen und des kleinen Kapitals ist ein nur gradueller: Das Verhältniß der Arbeit zum Kapital wird dadurch an sich zunächst gar nicht berührt. Aber während dort alle Vortheile des Kapitals überhaupt in ihrer ganzen Ausdehnung erscheinen, sind sie hier nur dem Keime nach vorhanden; hier ist der Anfang, dort das Ende der Entwickelung; hier wirkt dieselbe Kraft, die dort nur durch ihre fortwährende Vervielfältigung nicht in' dem Maßstabe der arithmetischen Progression wirkt, sondern in dem der geometrischen. Es versteht sich

selbstredend, daß wir hiermit nur die unbestimmte Zunahme des Verhältnisses der Kraft bei der Kapi­talvermehrung andeuten wollen. Aber diesen Gesichts­punkt behaupten wir hier schon, um von vorne her­ein der ganzen Frage ihre richtige Stellung anzu­weisen.

Haben wir nun bisher auf die ungünstigen Kon­kurrenzverhältnisse Rücksicht genommen, und dieselben als Ausgangspunkt unserer Betrachtung, als Grünt« Ursache vom Ruin des kleinen Gcwerbestandes festge- halten, so wenden wir uns jetzt zu einer zweiten Ur­sache, die aber eigentlich nur eine sichtbar hervortre« tende Folge des ersteren Grundes ist: Die Verarmung der niederen Volksklasscu. Aus den Gründen, die aus dem Vorherigen leicht zu entnehmen sind, und deren Darstellung nur eine theilweise Wiederholung des Gesagten sein würde, haben sich die reicheren Kon­sumenten allmahlig den Kaufleuten der größeren Städte, d. h., den großen Kapitalisten, zugewandt, und es ist der verhältnißmäßig geringere Theil ihrer Produkte, den sie von den kleineren Gewerbetreibenden beziehen. Die Konsumenten der Handwerkserzeugnisse sind nur die ärmeren Leute, d. h., diejenigen, die weder viel konsumiren, noch einen hohen Preis für die Produkte bezahlen. Weil das Erstere der Fall iss, mangelt eS den Handwerkern an Beschäftigung, und weil daS Letztere der Fall ist, an vorthcilyafter Bezahlung, d. h., mittelbar gleichfalls wieder an Beschäftigung. Für die Handwerker als Produzenten ist die geringe Kon­sumtion ihrer Erzeugnisse eine Ursache, deren Wirkung wiederum nur die zunehmende Verarmung der Pro­duzenten selber ist.

Nachdem wir auf diese Weise die nöthigen Der- ^inhmi.* »m Aeit** ntt t»n»* 1« ^i. ... ei^ ^*-

allen Seiten zur Abhülfe der Noch der Handwerker gemacht worden sind. Wir fassen zunächst diejenigen in's Äuge, welcher vom Handwerkerstande selber auS* gehen: denn gerade hier haben die Zünfte ihre 9tt* bisscnsten Vertheidiger.

^ Wiesbaden, 13. Juni. DieNass. Allg. Ztg." theilt in Nro. 134 folgendesZur Vergleichung" mit:

Der in Paris erscheinendeKorsaire" bemerkt Folgendes: Im Jahre 1848 haben Mitglieder der pro­visorischen Regierung und außerordentliche Kommissare im Zeiträume weniger Monate die Mittel gefunden, ihre Schulden zu bezahlen, deren Betrag auf der brei­testen demokratischen Grundlage jn schwindelnder Höhe sich austhürmte. Diese Menschen heißen Maeaire und Komp., es sind lauter ächte Demokraten.

Im Jahre 1850 befand sich ein ehemaliger Mi­nister der verhaßten Monarchie in der Nothwendigkeit,

Die verlorene Kirche.

Du willst eimal recht würdig Den Gottesdienst begehen, Die fromme Gottverehrung In That und Wahrheit sehn?

Gesänge willst Du hören AuS unverstellter Brust, Gesänge, die da künden Des Herzens reinste Lust?

And Beter willst Du sehen, Die, frei von Heuchelei Empor zum Himmel bliesen Tagtäglich, fromm und treu?

Du willst das wahre Opfer DaS Abendmahl erschaun Wo du dem Wort des Priester- Buchstäblich kannst vertrauen?

Du wahnst, es sei verloren. Die Kirch«, wunderbar, Wo der ersehnte Himmel Eich spiegelt hell und klar?

O komm! ich will Dich führen In solch ein Gotteshaus, Magst traurig es betreten, Du gehst gestärkt heraus.

Du brauchst Dich nicht zu richten, Nach äußrem Glockenton: Die innern SehnsuchtSglocken Erklingen mächtig schon;

Druni lenke Deine Schritte Ins Freie nur hinan-, Verlaß das Stadtgewühle, Die Straße und das HauS. Vernimmst Du nun die Sänger. Die, voll der reinsten Lust Ihr Lied zum Himmel schicken AuS unverstellter Brust!?

Ja, der Gesang der Bögel, Bewegt auch Deine Brust, Verscheuchet düstre Schwermuth, Verwandelt sie in Lust.

Sieh dort da- Heer der Pflanzen! Sie neigen sich dem Licht: Da- ist es, was die Erde An'S Licht des Himmels flicht.

ES drängt ein mächtig Sehnen Sie stets zum Lichte hin; Sie beten, aufwärts blickend. Mit unverfälschtem Sinn.

Und ihre Lebensgeister Bereiten immerdar Die Lebenslust der Thier«: Ihr Leib ist ein Altar.

Ja, ihrem Leib entsteigst Lebend'ger Opferdunst, Ein Opfer, dem die Götter Gewähren ihr« Gunst.

Sich selbst und Andre tödten Mißfällt dem Gott der Kraft: Das Opfer ist da» rechte, Das neues Leben schafft.

Der Gott, der in den Räume« Beständig lebt und webt, Der liebet nur ein Wesen, DaS lebenspendend, lebt.

Er hat aus ew'ger Liebe Hinausgehaucht fein Ich, 3m All es abzuspiegeln. Dort zu verkörpern sich.