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«ls StviKiftc und außerdem die Einkünfte der Kron- | domanen bezog, daß die QrlcauS'scyc Dynastie im Ganzen ebenfalls an 20 'Millionen kostete (12 'Millio­nen Civilliste, 5,800,000 Franken aus den Domänen, 1 Mill, und später 2 Millionen für den Herzog von Orleans) und daß für den Präsidenten der Republik nur 3 Millionen im Ganzen verlangt werden , rufen die Legitimisten alles Ernstes Washingion's Einfachheit, der nur 125,000 Franken Geyalt bezog, während LouiS Napoleon Bonaparte schon jetzt, die Unterhaltungs­kosten für den Pallast, die Bedienung u. s. w. einbe­griffen, 1,500,000 Frcs. jährlich bezieht, und selbst seinesruhmreichen Onkels", des ersten ConsulS,^Ge­nügsamkeit zurück, der als solcher mit 500,000 FM. auskommen mußte. Die Legitimisten eifern laut gegen denhalb republikanischen und halb monarchischen HermaphroditiSmuS", den man einführen wolle, und einer derselben, de Larochejaquelin, rief sogar bei den Abtheilungs-Debatten , als der Berichterstattungs- Ausschuß ernannt werden sollte zum großen Scaudal der anwesenden Minister Rouher und Bineau aus: Wenn Sie einen König brauchen, dann wollen wir die Sache wenigstens ernstlich machen. Reden Sie, ich bin bereit, abzuckiseu und Ihnen einen König zurück­bringen I"

Der Handels-Minister Dumas, von dem es aus­gefallen war, daß er bei den Abtheilungs»Debatten über das Dotations-Gesetz geschwiegen hatte, läßt heute imConstltutionnel" erklären, daß er sich in den vor­hergehenden Privat-Uüterhaltungen in demselben Sinne und eben so entschieden, wie seine College», geäußert habe.

General de Grammont soll bei den Abtheilungs­Debatten über seinen Vorschlag zur Verlegung des Re­gierungs-Sitzes nach Versailles geäußert haben:Wer ist der General, der heut zu Tage noch mit der Eincute Parlamentären würde? Ich für meinen Tyeil schwöre es: wenn ich berufen würde, gegen die Revolte den Degen zu ziehen,' so wurde ich ihn nicht eher in die Scheide stecken, als bis ich sie zu Boden gestreckt ha­ben würde, welches auch die Befehle wären!"

Der JustiMmister hat an sämmtliche Staats-An-

walte ein Similar über das Benehmen der FriedenS- richter bei Anfertigung der neuen Wahlliste erlassen.

Der Präsident der Republik ist von seiner Reise nach St. Quentin wieder zurück.

Hr. Thiers ist nach England zu Ludwig Philipp, der seinem Ende nahe ist, abgereist. Er versicherte dem Präsidenten, seine Reise habe seinen politischen Zweck.

Aus Vendomt sind heute Nachrichten eingelanfen, welche melden, daß Abd-el-Kater gefährlich krank sei.

Mair schreibt aus Genua vom 5. Juni, daß der Großyerzvg von Toscana abdanken wolle, um sich auf eine seiner Besitzungen in Böhmen zurück zu ziehen. Die Regentschaft soll bereits bestellt sein. (K. 3 )

21 in e r i B a.

New . Aork, 24. Mai. Der DampferOhio", durch welchen Nachrichten aus Cuba in New - Dock eingetroffen sind, hat die Havanna am 20. Mai ver­lassen. Das Städtchen Cardenas, wo General Lopez am 17. Mai an der Spitze von 500Kreuzfahrern" gelandet ist, ließt auf der Nordseite der Insel. Die Besatzung, welche, wie bereits gemeldet, nur 60 Mann stark war, leistete nur einen kurzen Widerstand. Sie zog sich in eine Kirche zurück und ergab sich dort, nach­dem sie 3 Mann verloren hatte. Lopez hatte New- Orleans an Bord des DampfersCreole" am 7. Mai verlassen. Mehrere Schiffe mit 1200 1500 Patrioten waren schon vor ihm von dort abgegangen, doch war über den Ort ihrer Landung nichts bekannt. Wie es hieß, befand sich der General auf halbem Wege nach Matanzas. In der Havanna waren mehrere Tausend Mann unter die Waffen getreten. 800 Mann waren am 20. Mai von dort nach Matanzas abgeschickt wor­den, welches schon ohnedem über eine Besatzung von 1500 Mann zu verfügen hatte. Den 2000 Erpedi- tionsmännern so stark schätzte man sie stand also eine, wenn es ihr nicht an Muth fehlte, keines­wegs zn verachtende Macht gegenüber. Der Dampfer Pizarro" hatte 150 Gefangene eingebracht, die auf Womann's Island in die Hände des spanischen Ad­mirals, welcher sich mit mehreren Schiffen und etwa 3000 Mann dorthin begeben hatte, gefallen waren. Zum größten Theil waren es Deutsche und Irländer.

Es hieß, sie folften decimict und d e dem Erschießen Entgangenen in die Gefängnisse des Castels Del Moro eingesperrt werden. Die Kaufleute und BanKiiers der Havanna hatten ihr Geld, Silbergeschirr und sonstige wcrthvolle Gegenstände in das Fort gebracht.

New-K)ork, 25. Mai. Unsere Regierung hat den DampferSavanac" völlig bewaffnet mut/ Cuba ge­gen die Abenteurer gesandt, und in diesem Augenblicke ist man mit Ausrüstung der Kriegs-SchaluppeDale" von 16 Kanonen, meist 32-Pfündern, beschäftigt. Es sind außerdem noch sieben Kriegsschiffe mit 173 Ka­nonen dahin beordert. In wie weit die Regierung einschreiten wird, haben wir zn erwarten. Die Nachrichten aus Südainerika über die Fortschritte und Verwüstungen des gelben Fiebers sind noch immer traurig. Keine Stadt an der Küste und selbst auf den Hochebenen ist mehr verschont. Die Krankheit hat schon sehr viele Opfer unter unseren Matrosen und See-Ofsicieren gefördert. Nach den letzten Berich­ten aus Washington hat der Congreß cie Angele­genheit der Sclavenfrage noch nicht gefördert, das Kompromiß des Hrn. Clay noch nicht debattirt. Bei der Kunde von der Erpedition gegen Cuba haben ver­schiedene Congreß-Mitglieder die Anträge gestellt, daß die Vereinigten Staaten sich gar nicht in diese Ange­legenheit mischen sollten, was aber nicht angenommen wurde. Ueber dem ganzen Unternehmen schwebt noch ein gewisses Dunkel, welches im Laufe der nächsten Woche sich lichten wird; denn es wäre mehr als eine Don-Quirotiade, wenn General Lopez die Landung so ganz auf seine eigene Faust unternommen hätte. Je nachdem das Unternehmen gelingt, wenn sich Lopez nur etwa einen Monat auf der Insel hält, muß es einen entschiedenen Einfluß auf die ganze Union und besonders auf den Süden haben. (K. Ztg.)

Amtliche Nachrichten.

Der Stavtbaumeister Wolf zu Wiesbaden ist zum Domanialbaumeister, mit Bestimulung seines Wohn­sitzes zu Limburg, ernannt worden.

Verantwortlicher Redakteur: Z. Oppermann.

Veröffentlichungen -es Herzoglichen Kreis-Amts zu

(707)

Wiesbaden

Das Herzogliche Kreis-Amt zu Wiesbaden an die Herren Bürgermeister dieses Kreisamtsbezirks.

Dre Ordnung der Herzog!. Archive, insbesondere die Aufbewah­rung der Gemnndercchnungen betreffend.

Nach Resolution des Herzogl. Sta. tsminisreriumS sollen alle abgeschlossenen Gcmcindercch- nungen von ältester Zeit bis zum Jahre 1849 nebst deren Belege als Landes -Kollegial -Akten in dem Landesarchiv zu Idstein aufgewahrt werden. Da angeblich noch manche dieser Rech­nungen und Urkundenbände fehlen sollen, so werden die Herren Bürgermeister beauftragt, in den Gemcinderegistraturen dicserbalb nachzusehen und alle Aktenstücke dieser Art zur Weiter­beförderung anher einzusenden. Jedenfalls sehe ich einer Anzeige über das Ergebniß ihrer Nach-

Aufforderung.

Da Herr Amtösecretär B .... in H.....sowohl unsere, wie des Masseku­rators Aufforderung um endliche Berichtigung der hinterlassenen Schulden aus der Verlassenschaft des dahier verstorbenen Revisor Cramer ganz unbeachtet läßt, so ersuchen wir denselben hiermit um so gewisser binnen 14 Tagen uns zu bi feie» digen, als sonsten weitere Schritte, unter Nennung seines Namens, gegen densel-

(703)

beu erfolgen werden.

Biebrich, den 11. Juni 1850. Sämmtliche hiefige Gläubiger.

(7^5) Ä ~

Forschung umgehend entgegen.

Wiesbaden, den 7. Juni 1850.

Feiger.

(708) Das Herzogliche Kreis-Amt zu Wiesbaden

an die Herren Bürgermeister dieses Kreisamtsbozirkö.

Seit einiger Zeit werden wieder die eisernen Stangen aus der UnNiiedl.,uug des Herzog­lichen Schloßgartens in Biebrich entwendet, ohne daß bis jetzt der Thäter entdeckt werden konnte.

Die Herren Bürgermeister werden nach den entwendeten Stangen und dem Thäter sorg­fältige Nachforschungen anstellen und im Falle einer Entdeckung Bericht anher erstatten.

WiesbadiN, den 8. Juni 1850. Ferger.

(699j Versteigerung.

Dienstag den 9.' Juli, Vormittags 10 Uhr, werden mit obervoriiinndschasttichkm Consenfe bie Immobilien des unter Curatel ste­henden Daniel Kilp zu Caub, bestes)enc:

1) in einem dreistöckigen Wohnbause nebst zwei Flüge!g«bâuden, einem Hinterhanse, ein an weiteren Anbau, Schoppen und Stallung;

2) in 6 Weinbergen;

3) in 3 Garten;

4) in 3 Wiesen;

auf kein Raihhanse zu Caub nieistbieteub ver­steige, t.

Das Wohnhaus, an der Hauptstraße stehend, enthält mehrere gewölbte Keller, das untere Stock­werk ist in Stein, bie weiteren Etagen wie tée fähiges- und sonstige Gebäude sind in Holz er­baut und eignet sich dasselbe nicht nur zu einer Fabrikanlage, (entern auch zu andern ausge­dehnten Mabliffdnwms.

St. Goarshausen, den 8. Juni 1850.

Herzog!. Raff. Landebetschu ltheiserei .

S ch n a b < l i u s.

(701) Entgegnung.

In Nro. 92 der Freien Zeitung finbet sich ein boshafter Angriff gegen meine Person von einem mir lieber ziemlich unbekannten Subjekt, das sichHvfbuchbindcr Ph. Se- lenf a ans Wiesbaden" nennt. Besagtes Sub­jekt preißt darin die Wohlfeilheit seiner Hp- pothekenbücher, behauptet mit großer Unver­schämthell und Frechheit, daß ich mein Ge­schäft nicht verstehe und dergl. Zur Wür­digung dieses: In Nro. 11 des Limburger Wochenblatts hatte ich Herrn Melior vor«

geworfen, daß er außer der Landoberschult- Heiserei-Verwaltung einen CommissionShandel mit Hppothrkenbüchern betreibe unb daß ich dieselben für den Gebrauch der Gemeinden ebenso gut und weit billiger liefern könnte. Herr M elior war nicht geneigt, auf diesen, lediglich gegen feine Person gerichteten Angriff Etwas zu erwiedern; es wäre auch hier, wo ihn Jedermann kennt, sehr unnötig gewesen. Er bittet also wol ganz einfach be­sagt'»Hofbuchbinder" als beu Urlieferanten, statt feiner die ungewaschene Vertheidigung zu übernehmen.' UebrigenS prallen alle Pfeile des Herrn Lelenka an der völligen Zufrie­den hrtt all meiner Geschäftskunden ab und weder ihm, ni'^ meinem lieben Freunde Laiiv- vberschuilheisereeârwaiker Metior wird eS gelingen, nur die Letzteren zu entfremden.

H-inrich Meininger, Buchbinder in Diez.

Für die BrandbeLchädigten in Bingen

sind durch gütige, im ve>floffenen Monate be­reits eiugetiekne, Vermittelung des hiesigen Bankhauses M. Berlö dem Unterzeichneten die folgenden Gaben zur Ucbermachung an den UnterüütznugS-Ausschuß zu Bingen eingehändigt worden: Von Mr. John Manners 5 fl.; von Colonel Dickson eine Pistole 10 fl.; von Nirs. Fearon 5 fl.; von Mr. G. Annesley 5 fl.; von Mr. Arthur Raby 5 fl.; von Mrs. Skinner 5 fl.; von Mr L. .N. B. 5 fL; von Mr. J. Wentworth 5 fl.; waS hiermit mit dem innigsten Danke im Namen der Beschädig­ten bescheinigt wird.

Wiesbaden, den 10. Juni 1850.

Wir Unterzeichnete, weiche am 13. April i. J. mit noch 35 Reisegefährten in Biebrich das Düsseldorfer Dampfboot als Auswanderer nach Amerika bestiegen haben, fühlen uns ver­pflichtet im Interesse unserer nachfolgenden Landsleute hiermit öffentlich zu erklären:

1) Daß wir mit der äußerst reellen BedienuugSweise deS Herrn F. W"*. «.«est bser in Wiesbaden, der als Hauptagent des Centralvereins für Auswanderung in Köln die Cvntracte von Havre nach New-Zjork mit uns abgeschlossen hat, auf das vollkommenste zufrieden sind, sowie auch mit dessen Gesellschaft: denn wir haben Alles genau so gefunden, wie es und contraetlich versprochen worden ist, indem wir bei guter und aufmerksamer Be­handlung prompt in Rotterdam und Havre angefommen sind und morgen schon, wie eS der Contract vorschreibt, auf einem guten und geräumigen, 70 Schritte langem Schiffe in See

stechen werden;

2) fühlen wir die dankbare Pflicht zu bezeugen, daß der amerikanische Bürger JonaS Birk eingeborner Wiesbadner auf seiner Rückreise in sein zweites Vaterland mit Allein als Führer, rathend und belehrend zur Seite gestanden und überhaupt, wie ein ächter Epren- mann, in hingebender Aufopferung wahrhaft väterlich für uns gesorgt hat.

Havre, den 17. April 1850. Joseph Schmidt j

Gustav Richter i

aus Wiesbaden.

Adolph SartoriuS aus Gladenbach für und und im Auftrag unserer 35 Reisegefährten.

NB- Die Veröffentlichung dieses Zeugnisses wurde aus Verse! en verspätet.

Frankfurt a. M., ben 11. Juni 1850.

Schluß der Börse.

Parier.

5% MctaüiqueS.......... . .

79/4

4%X

69%

4%

61%

3^

. . ' , « . . .

46%

2%%

42

3X Vankactien o. Div...........

1122

500 fl. Loos« . . . . . . . . .

250 fl. Loos«....... .

Preußen, 5<), Thlr. Prämieuschein«......

3%X StaulZichuldschcine â 105 kr. . .

Bayern, 3%% Obligation«» ........

L u d w i g s - K a n a l - Ä c t i e »........

Verba ch,er Eisenbahn -Actien.....

Würtemberg, 4%^ neue Obligationen . . . .

3%X Obligationen......

Baden, 5% Obligationen.......... 3%% von 1843 .......

Lotterie-A'ilehen â 50 fl. bei G. u. S. . .

35 fl. Loose vom Jahr« 1845 .....

Großherz. Hessen, 3*%^ Obligationen . . .

4?;

(700)

Süskind, Rabbiner.

(704) Die Weber des Tuchfabrikanten, Herrn Samuel Löwenherz im Nerothal in Wies­baden , haben sich gezwungen gesehen ihre Arbeit einzustellen, da Herr Löwenherz gestern ohne irgend eine vorhergcgangene Anzeige den Arbeitslohn um zwei Kreuzer per Zeichen herabgesetzt hat. Die Weber des Herrn Löwenherz glauben sich um so mehr berechtigt, dieses Ansinnen ablehnen zu mügen, ab ihr Arbeitslohn schon ohnedies sehr gering ist, während doch das Ge­schäft in jetziger Zeit gut geht, daher für einen Abzug nicht der geringste Grund vorliegt. Diese einfache Darstellung der Sachlage möge den auswärtigen Webern zur Nachricht dienen und wird ebenfalls genügen allen böswilligen Gerüchten über unsere Arbeitseinstellung ein Ende zu machen.

Wiesbaden, den 12. Juni 1850. Die Weber aus der Fabrik des Herrn Samuel Löwenherz in Wiesbaden.

NB. Auswärtige Meister und Fabrikanten, welche Weber einstellen können, mögen gefäl­ligst ihre Briefe an den Herbergsvater, Herrn Herrmann Käsebier, Gastwirth zur weißen Taube in Wiesbaden adresst'ren.

,, 50 fl. Loose..........

25 fl. Loose..........

Kur Hessen, Friedrich - Wilhelms - Rordbohn - Actien o. Zinse»

40 Thlr. Loose bei Rothschild . .......

Nassau, 5X Obligationen.............

3%% bei Rothschild.........

25 fl Loose...............

Frankfurt, 3^ Obligationen............

II

von 1839 von 1846

Taunus-Eisenbahn-Actien â 250 fl. o. Div. .

5 o 11 a n b , 2%X Integralen . . . ......

Spanien, 3% Innere Schuld.........

Polnische Lotterie-Loose 300 ......

500 .......

Sardinien, 36 Francs Loose bei Gcbrüder Bethmann .

Disco n t o................

86%

84

44

8t %

97%

82%

101%

80% 53% 31% 83%

90%

96%

75%

27%

44%

32%

103% 84% 24%

95%

92%

287

56% 3P%«

81

33%*

Geld.

79 68% 61% 46% 41%

1112 148

94% 103%

86% 83%

80% 97% 82% 100%

80% 53

31% 86% 89% 95% 745/. 26% 41% 32% 102%

84 24% 81 95 92% 285

56

Druck >nb Verlag der 4. Rttter'schen Buchdruckern.

128 80% 33

2

. s