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JK 137- Wiesbaden. Mittwoch, 12. Juni 1S5O.
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*i* Die Noth des Harrdwerkers — ein Fragezeichen des Sozialtsmns.
„Das finanzielle Papstthum ist konsti- füllt! so sagte vor ciingcn Tagen das Journal „dic ©timme des Volkes" in Paris. Seine Priester sind die Banquiers, P'in Tcmpel die Börse, sein Gott das Geld. Und abergläubisch fällt die Masse nieder vor dem Götzen, und opfert ihm Freiheit, Ehre, Glück, Leben. Denn was ist dieser Masse Freiheit, Leben, Liebe, — was ist selbst dem König daS Königthum ohne Geld? Die Gottheit ist herabgestiegen vom Himmelsthrone, sichtbar den Meisten, aber vollkommen Eins geworden nur mit wenigen Glücklichen, — ihr höchster potenzirter Ausdruck ist das Geld.
Hiermit ist das Was? unserer Frage schon von vornehcrein beantwortet. Aber das Wie? ist das eigentliche Fragezeichen. Es wird uns freilich noch eine Weile auf das Was? zurückführen, doch nur, um diesem zu dienen. Für die Arbeit soll uns das Vergnügen entschädigen, das wir uns unterdessen, in efligie, damit bereiten, dem Handwerker seinen üppig herab- hängenden „Zunftzopf" anszudrehen, trotz Ach und Weh, trotz Beulen und Wunden. Die gutmüthigen Tölpel, wie sehe ich sie Übereinanderpürzeln, und noch krampfhaft ihre Hand dicht unter die meinige fassen: — cs kann nichts helfen, es muß aus mit ihm werden.
Wir haben im demokratischen Verein das Thema schon ausführlich besprochen. Die Ansichten, die gegen unsre Meinung auftauchten, konnten uns nicht irre machen. Wir "wollen aber unser Resultat weiteren Kreisen mittheileu: es werden vielleicht dann andere Gegner mit andern Waffen uns gegenübertreten. Wir haben Kalnpfesmuth, und wir versprechen uns zu schlagen.
Die ungünstigen Konkurrenzverhältnisse und die Verarmung der niederen Volks- klassen, d. h. gerade der Konsumenten der Gewerbs- erzeugnisse: das sind die Kapitalursachen vom Ruine des Handwerkers. Das letztere freilich ist mittelbar nur eine Folge deS ersteren , allein wir glauben doch durch Nuseinanderhalten Beider für unsere Darstellung zu gewinnen. Beginnen wir mit den ungünstigen Konkurrenzverhältnissen. Wir meinen nämlich die Vortheile, welche das große Kapital vor dem kleinen voraus hat. Das große Kapital setzt seinen Besitzer in den Stand, sich Kenntniß zu verschaffen von allen Entdeckungen im Gebiete der großen, wie der kleinen Industrie, von allen Erleichterungen und Hülfsmitteln der Produktion. Alles, waS die Hervorbringung der Produkte vereinfacht, verschnellert, Alles das entgeht dem kleinen Capitalisten schon darum, weil er nicht darum weiß. Die höheren Gewerbsschulen, die Industrieschulen, die polytechnischen Schulen: sie erißircn blos für den, der nicht von vorne bedacht sein muß, um Lohn zu arbeiten, weil er auch
Bilder aus dem ungarischen Kriege.
(Fortsetzung.)
In magyarischen Bezirken und Städten lebte der Jude mit seinen christlichen Genossen in herrlichster Eintracht; in Preßburg dagegen, in Guns und in Tyrnan jagten die deutschen Städtebürger die jüdischen Familien aus den Stadtthoren hinaus ins nackte Elend, als im März 1848 von Wien aus den Völkern Oesterreichs die Freiheit erkämpft wurde. In allen diesen Stätten .— Pesth nicht ausgenommen — schloß man die Juden aus der Nationalgarde aus. Sv verstanden sie die Freiheit! Das war die gepriesene deutsche Kultur!
Die Juden Ungarns haben gekämpft für das Land mit Gut und Blut; wo aber Deutsche in den Reihen der Fechtenden standen, da waren es sicherlich nur fromme Landbewohner oder Jünglinge von drüben, die das heiße Blut auf die ungarischen Haiden trieb. Der deutsche Städtebürger dagegen wußte nichts Besseres zn thun, als Eljen zu schreien, wenn der Schatten von Koffuth's Kalpak (Mütze) um die Ecke bog, und schwarzgelbe Fahnen aufzustecken, wenn ein österreichischer Korporal mit 6 Mann am Horizonte ihres Weichbildes erschien.
Jetzt fühlen die Preßburger Strumpfwirker plötzlich germanisches Blut in der vena saphena, jeder Handschuhmacher ist teutonischen, quadischen, markvmannischeu
ohne dies die Mittel des Lebensunterhalts hat. Wir geben freilich zu, daß bei einer Masse von Gewerben von besonderen Fachschulen keine Rede sein kann, aber die Erfahrung auf der Wanderung ist auch eine Schule, und die wird in tausend Fallen dem kleinen Handwerker unmöglich gemacht, weil er, kaum die Lehrjahre hinter sich habend, sofort daheim arbeiten muß für den Unterhalt seiner Familie.
So bleibt, während das große Capital die Entdeckungen der Kunst, die Fortschritte der Wissenschaft für sich auszubeuten vermag, der kleine Capitalist zurück und er soll doch bei seiner hergebrachten langsamen Produktionsweise mit jenem konkurriren. Unmöglich: denn jedes Hemmniß der Produktion, das die Wissenschaft einmal überwunden hat, ist für den Unkundigen eine Vertheucrung der Arbeit, für den Kundigen ein Vorsprung, den Jener mit einem größeren oder geringeren Verluste seiner Konsumenten, oder einer unnatürlichen Heraborückung seines Arbeitslohnes, in jedem Falle aber sehr theuer, büßen muß.
Ein anderer Vortheil des großen Kapitals besteht in der Möglichkeit einer größeren Gesellenhaltnng und demgemäßer Arbeitstheilung. Je mehr Jemand an Arbeitslohn zu verwenden, d. h. je mehr Arbeiter er zu beschäftigen im Stande ist, desto mehr Vortheile erwachsen ihm daraus für die Vereinfachung der Arbeit. Eine einzige Art der Beschäftigung, unausgesetzt von Jemanden verrichtet, macht denselben fähig, verhältnißmäßig rascher und besser zu arbeiten, wie derjenige, der beständig von einer Beschäftigung zur andern übergehen muß. Es ist dies so einleuchtend, daß Niemand behaupten wird, wèr jede Woche vielleicht eine Weste verfertige, pflege ebenso geschickt darin zu sein, wie der, welcher jeden Tag eine verfertige. Welche Macht in dem Worte Arbeitstheilung liegt, lehrt z. B. die Thatsache, daß der Uhrmacher selten mehr thut, als die Theile der Uhr zusammenfügen, und alte, zerbrochene Uhren repariren. Die Theile aber holt er sich beim Kaufmann. Und woher bezieht sie der Kaufmann, der Kapitalist? Er bezieht siè aus der Schweiz, wo ganze Bcvölkerungsmassen, lediglich im Solde eben des Kapitalisten, sich damit beschäftigen, je die einzelnen Theile der Uhr zu verfertigen. Aber hierneben steht auch die andere Thatsache unumstößlich fest, daß die meisten GewerbSmeister — eben blos Meister ohne Gesellen sind. Hildebrand führt in seiner Nationalökonomie an, daß im ganzen Kreise Marburg es blos 4 oder 5 Gewerbe gäbe, worin mehr Gesellen, als Meister, arbeiten. Diese Erscheinung wiederholt sich allenthalben. Man siegt die Söhne das Gewerbe des Vaters ergreifen, ohne eine andre Aussicht als die, später einmal kümmerliche Meister mit Einem oder zwei Gesellen zu werden. Die Bevölkerung nimmt zu, während der Verdienst eher abnimmt, und cs gehört kein Seherauge dazu, dem Handwerkerstande seinen gänzlichen Ruin in mehr als kurzer Zeit zu weissagen. Welcher Unterschied besteht am
Ursprungs, jeder Kammacher möchte seinen Ungarns in aus Urhörneru trinken; sie wollen deutsche Schulen, deutsche Beamten, deutsche Geburtsmatrikeln, ja am Ende verlangen sie gar ein einheitliches Deutschland! — —
Es wird sich zeigen, wie das österreichische Ministerium ihrem germanischen Gefühle Rechnung tragen, was es thun wird, um die schwanzweoelncen Bürger für ihre deutsche Gesinnung zu belohnen. Nichts wud es thun, schreien wird es sie lassen wie zudringliche Jungen bis an den jüngsten Tag, und das mit vollem politischen Rechte, denn klar und deutlich hat es sich herausgestcllt, daß einzig der Magyar im Lande Kraft und Leben und Widerstandsfähigkeit besitzt, ^daß alle anderen Nationalitäten nicht zu fürchten sind, wenn er ruhig in seinem Baue liegt und die Krallen eingezogen hält, daß aber der deutsche Stâdtebürger in Ungarn es am wenigsten verdient, bei Der neuen Organisation mit Zartheit berücksichtigt zu werden.
Man mache von Wien auS das Land Hurbno-slowa- kisch, oder Knicano-servisch, oder Jelachv-kroatisch, oder Jankulo-rumainisch, gleichviel — der Deusche wird sich zu bescheiden wissen und zu jener Fahne schwören, Die ihn cm Besten schützt und die solideste Goldverbrämung hat.
Die Slowaken thaten früher auch gut magyarisch (die Meisten sind eS noch heute mit Leib und Seele) und wurden später ihrer slavisch-österreichischen Gesinnung
Ende zwischen dem kleinen Meister der auf dürftige Bestellung arbeitet, -r- er kömmt in Verlegenheit, wenn ihm nur wenige Tage die Arbeit mangelt! — und dem kleinen Meister, der, ein direkter Lohnarbeiter, seine Produkte dem Kapitalisten gegen einen hergebrachten knappen Preis verkauft? der geringe Rest von Selbstständigkeit, der Jenem noch geblieben ist, er ist nur ein Schein, eine Täuschung, und wie mancher Handwerker möchte die dennoch nothwendig zu Letzterem führende Entwicklung vorweg nehmen, und auf Diesen Schein von Selbstständigkeit verzichten, um nur jeden Tag reell Arbeit zu haben, und sich seinen Lohn reell auszahlen zu lassen! Die Theilung der Arbeit ist eine ähnliche Waffe in der Hand des Kapitalisten, wie die — Maschine, zu der wir nunmehr übergehen wollen.
Erklärung.
Um falsche Vermuthungen bezüglich der Ursachen meiner Dienstentlassung bei Denjenigen abzuschneiden, welche die Sachlage nicht naher kennen, halte ich es für nöthig, nachstehende, mein Verhältniß zur Schule und zur Gemeinde darstellende Aktenstiicke der Oeffent- llchkeit zu übergeben.
1.
Zeugniß.
Dem Herrn Friedrich Mann, Lehrer der Mathematik und Naturwissenschaften an der, mit einer höhern Töchterschule verbundenen Realschule zu Biebrich-Mos- bach wird andurch das Zeugniß ertheilt, daß er in den von ihm behandelten Gegenständen: Buchstaben« rechnen, Planimetrie, Stereometrie, Trigonometrie und darstellende Geometrie, sowie Physik, Technologie und Chemie, tüchtige Kenntnisse und ausgezeichnetes Lehr» talent bewiesen und dadurch, wie durch unermüdeten Fleiß den Dank der Anstalt sich erworben hat.
Mosbach, den 2. Mai 1849.
Her^ogl. Nassauische Schulmspectiou Dilthey.
Die Lehrer der Realschule, der Schulinspektor, sowie alle diejenigen, welche sich für die Blebcicher Schul- verhältnisse interessiren, werden mir zugeftehen müssen, daß ich auch im Schuljahre 1850 meinen Dienst ganz im Sinne des obigen Zeugnisses besorgte.
2.
Als ich vor einigen Wochen nach Usingen versetzt werden sollte, kam ich um das Biebricher Bürgerrecht ein. Der Gemeinderath faßte bei dieser Gelegenheit folgenden Beschluß:
„In Berücksichtigung der vielfachen Wirksamkeit deS Herrn Mann ui Ertheilung von unentgeldlichem Unterricht au die Communalschüler daZer und seiner ausgezeichneten Thätigkeit in der Gewerbeschule, sowie seiner lodenswerthen Bemühung im Gewerbeverein und seines Bestrebens, die Gewerbe zu fördern: beschließt
wegen sehr gepriesen. Aber das ist ein harmloses au- spruchloses Völklein, das erst geknetet wurde, durch aller« höchste Köche aus Wien und durch Die altern teerigsten Küchenjungen aus Prag. Diesen armen betrogenen Leuten mnß man ihrer Einfalt wegen Vieles zu gute halten, was dem selbstbewußten Deutschen nie nnd nimmermehr zn verzeihen ist *). Letztere haben Durch eigne Schuld eine Stellung im Lande eingenommen, deren Früchte sie jetzt genießen werden.
Die ungarische Armee zog an Preßburg vorüber. Der Schnee fiel in großen Flocken und der Wind blies eisig!, daß den Reitern die Füße an den Steigbügelu anfroren. Der Feldzug begann nicht am reizendsten für beide Theile. Kaum, daß man hundert Schritte weit sehen konnte, so dicht war die Fläche in Schnee- und Wolkenschleier eingehüllt. Unter kleinen unbedeutenden Scharmützeln kamen die Ungarn nach Wieselburg und von da nach Raab. Die Verschanzungen wurden ohne Schwertstreich prcisgegcben.
Bei Komorn ging ein Theil der Armee über die Donau und zog sich nach Waiyen, die andere Hälfte
*) Die Stur-Hurbanische Bewegung war von Anfang bis zu Ande eine kleinliche. Jellachich gestand es selbst in einem Gespräch mit dem moldauischen Fürsten £>***. In demselben Gespräche gestand der Ban, daß 40,000 Slaven im iiugarq'chen Heere dienten
und daß unter ihnen die allerwenigsten Desertionen vorkameu bi#
zur letzten großen Katastr^-Phe,