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Fuß hoch ist', zerriß eine andere nahe dabei, schlug in das Häuschen, auf dessen Dache kein Ziegel ganz blieb, und traf dann leider auch die darin anwesenden drei Erwachsenen und das Kind. Sie lagen erst Alle be­täubt und auch bis jetzt ist Keiner gestorben, aber mehr ' oder minder sind sie alle sehr verbrannt und zwar sämmtlich; am Leibe, der eine dermaßen, daß man an seinem Aufkommen zweifeln muß. Dem Kinde sind Häare und Augenbraunen versengt, die Brust unver­sehrt, dagegen der Unterleib und der eine Oberschenkel Völlig verbrannt. Die eine ziemlich dicke Pappel ist wie abgeknickt, von der anderen hat man Stücke hun­dert Schritte vom Platze entfernt gefunden.

Eckernförde, 5. Juni. Durch das fortwährende Lungern der Dänen vor der Eckernförder Bucht hat sich der General v. Hahn veranlaßt gesehen, gestern die Garnison in Eckernförder zu inspiciren, und auch sonst weitere Befehle zu geben, deren Detail uns na­türlich hier nicht beschäftigen kann. Noch eine Mit­theilung.'; Wir vernehmen ans glaubwürdiger Quelle, daß dem General v. Hahn für den Fall, daß der Staat Dänemark in Sachen des Herzogtums Schles­wig einseitig vorzugehen die Lust haben sollte, die preußische Garnison Hamburgs zur Disposition gc- siellt ist. (K. C.-Bl.)

Wien, 5. Juni. Or. August Ko laczek wird jetzt wegen Hochverraths steckbrieflich verfolgt, was um so mehr überrascht, als dessen Gemahlin schon vor einem Jahre von dem Herrn Juzistminister die Versicherung erhielt, sic könne ihren im Auslande befindlichen Gat­ten ohne alle Sorge zur Rückkehr auffordern.

Gestern wurde unter 16 Mann starker Militärbe­deckung der frühere Reichstagsdeputirte Hr. Ko b el ica hier eingebracht. Er hatte sich bis jetzt im Kolomeaer Kreise aufgehalten. :

Wien, 3. Juni. Vorgestern fiel ein schrecklicher Mordversuch in unseren Mauern vor. Ein der un­teren VolkSklasse angehöriges Weib hatte mit einem Loose ein nicht unbedeutenden Gewinnst gemacht. Sie ging Vormittags (1. Juni) aus der Kirche, und be­gegnete am Ausgange einer Freundin, welche sie ihr Glück schon früher mitgetheilt hatte. Da die glück­liche Gewinnerin über Unwohlsein klagte, schlug ihr die Freundin vor, einen Spaziergang zu machen und ein stärkendes Getränk zu sich zu nehmen. Die Freun- - bin verschaffte ihr Branntwein, und führte sie sodann auf die Schmelz (ein vor den Linden gelegenes großes nnd wenig besuchtes Feld,) wo cs ihr gelang, siezn betäuben. Als dies geschehen, goß sie ihr Schwefelsäure in den Mund, und da dies nicht vollkommen gelang, schüttete sie ihr diese ätzende Säure über das Gesicht und den Ober­körper. Kurz darauf fand ein Fiaker die Mißhandelte unter den fürchterlichsten Schmerzen am Boden liegend, und brachte sie in das allgemeine Krankenhans. Das Gift hatte so stark gewirkt, daß Mund , Nase und Augen bis auf den Knochen ausgebrannt, und ebenso die Brust sehr stark verletzt war. Man erwartete gestern ihren Tod. Zum Glück gewann sie theilweise die Be­sinnung, und konnte daher den Vorfall selbst zu Pro- tocoll geben. Die Thäterin wurde noch an demselben Tage arretirt und in das Criminale abgegeben.

Ueber die Lage Görgey's in Klagenfurt sind so manttichfaltige und zum Theil höchst widersprechende Angaben im Umlauf, die jedenfalls einer Berichtigung bedürfen, zumal die Gewißheit über die gegenwärtigen Verhältnisse des ehemaligen Oberkommandanten zu­gleich über den Hergang der Dinge bei Vilagos ein Licht zu verbreiten geeignet ist. Alles, was von der dürftigen Lage des ungarischen Revolutionsgenerals ge­faselt wird, ist grundfalsch und scheint nicht ohne Ab­sicht in die Welt gestreut zu werden; Görgey befindet sich in seltenem Wohlstände und zählt jedenfalls znr Klagenfurter haute volée. Ich kann nicht gewiß be­haupten, ob derselbe aus dem österreichischen Staats­schätze eine jährliche Pension von 2000 fl. empfängt, obschon dies sehr wahrscheinlich ist; doch so viel steht fest, daß Görgey, welcher ohne Vermögen war und in Prag eine arme französische Gouvernante geheirathet hat, nunmehr Equipage und Reitpferde hält und ein HauSwesen führt, das selbst in dem bescheidenen Kla­genfurt ohne ein festes Einkommen von 5 bis 6000 fl. nicht zu bestreiten sein dürste.

Republik Frankreich

Paris, 5. Juni. -Wie man versichert, soll wirk­lich ein Vertrag zwischen den beiden Bonrbonen-Linien und Abentheurer im Elysee abgeschlossen sein, welcher diesem das Vizeköniglhum Algerien und die Herzogin von Orleans als Gattin zusichertM Der lahme Hein­rich adoptirt den Grafen von Paris als seinen Thron­folger, und die übrigen Prinzen der Orlean'schen Fa­milie werden mit hohen einträglichen Staatsämtern versorgt. So soll Joinville zum ersten Admiral, Ne­mours zum Connetable von Frankreich, Anmale zum Vizekönig der westindischen Besitzungen ernannt werden. Montpensier soll sich bei seiner Schwägerin, der un­schuldigen Isabella von Spanien ein Unterkommen su­chen. Die Rechnung ist auf's Beste arrangiert, wenn sie nur nicht ohne den Wirth gemacht ist. Als Ge­ranten nennt inan den Czaaren.

Heute war das Boulogner Wäldchen einmal Zeu­ge eines ernsthaften Duels. Der Feuilletonist des Constitntionell", Achard, ist von seinem Gegner Fio­rentino schwer verwundet worden. (N. D. Z.)

Paris, 5. Juni. Die durch die Ordnungsblätter verbreitete Nachricht von dem Aufsinden beträchtlicher Munitionsvorräthe und Waffen, ja von Pulver-Fabri­kation in Paris, ist durchaus falsch. Ich habe den Be­richt des Polizeipräfekten unter der Hand. Es wird darin aufgezählt, daß hier und dort ein paar Pistolen, an einem anderen Ort 60 bis 80 Patronen, an einem ; dritten wieder eine Jagflinte oder ein Gewehr anfge- i funden wurde; doch kein Wort von einer bestehen­den Pulverfabrik oder von einer großen Waffennieder­lage.

Paris, 6. Juni. Schon seit mehreren Tagen hätte ich Sie von einem Gerüchte unterhalten können, wonach die anti-republikanische Partei fest entschlossen sei, schon in aller Kürze einen entscheidenden Schlag gegen die Republik zu wagen. Ich habe mich inzwi­schen genau informirt und kann Ihnen als bestimmt swir sind von der Bestimmtheit dieses Gerüchtes und ähnlicher nichts weniger als versichert versichern, daß dieses Gerücht nur zu begründet ist. Ich bemerke Ihnen für heute, daß die Führer der orleanistischen und legltimlstischen Partei sich vollständig geeignet ha­ben, daß die Unterhandlungen, welche "zwischen den Personen in Claremont gepflogen werden, dem Ab­schluße nahe sind, und daß auch der Präsident Na­poleon sich gegen eine bedeutende Entschädigung gut­willig beseitigen lassen wird (?). Man versichert in dieser Beziehung, daß die Reise Thier's nach England den Zweck hat, dort für Louis Napoleon mit der Monarchie zu unterhandeln. Auch der Feldzugplan ist gemacht. Vorerst wird die Mehrheit der National- Veriammlung Schlag auf Schlag eine Reihe Gesetze votircn ^welche dem Gouvernement die Mittel geben, die Presse gänzlich zu knebeln, die Nationalgarde über­all, wo es nöthig erscheint, zu entwaffnen u. s. w., dann wird sich die Versammlung vertagen, und die Deputaten werden in die Departements eilen, um dort den Schlag vorzubereiten. Man glaubt, darauf rechnen zu können, daß 70 Departemental -Räthe (conseils generaux) sich für sofortige Revision der Constitution aussprechen werden; eine solche Demon­stration will man Hervorrufen, darauf gestützt die so­fortige Revision Votiren und dadurch die Wiederein­führung des Königsthums anbahnen. Soviel für heute. Die republikanische Partei kennt diesen Plan, sie hat die Beweise in Händen, sie weiß,genau, welche Mit­tel man anwenden will, und eben das. allein ist die Veranlassung der augenblicklichen Passivität. In die­sem Augenblicke weiß die in ganz Frankreich organi- firte republikanische Partei die Parole, und die heißt: Republique.

Das JournalLe Siecke" hat heute einen leiten­den Artikel, den Sie als offiziellen Ausdruck der Opposition betrachten wollen f und finden Sie darin dieselbe Taktik ausgesprochen, welche ich oben als von der vereinten Opposition beschlossen, Ihnen bezeichnete. Es haben in den letzten Tagen verschiedene vertraute Besprechungen der Führer des Berges mit den Chefs der gemäßigten Opposition Statt gefunden, in denen man sich vollständig geeinigt hat; es ist wichtig, daß sich unter den letzteren nicht weniger als sechs höhere Offiziere befinden, von denen zwei hinlänglich bekannt sind.

Paris, 7. Juni. Welch saure Miene man auch auf mancher Bank der Majorität gemacht hat, die Erhöhung der so genannten Vorstellungs-Gelder von 600,000 auf 3,000,000 Fr. wird nichts desto weniger mit beträchtlicher Stimmen-Mehrheit bewilligt werden. Man begreift leicht, daß die Opposition in der Auf­einanderfolge des Wahl- und des Dotations-Gesetzes einen gewissen Causalnerus sieht, wiewohl mehr als ein Mitglied dieser Opposition recht gut weiß, daß der Vorschlag, welchen Hr. Fould vorgestern der Kam­mer gelesen, seit sechs Monaten in seinem Portefeuille sich befindet und zur Vorlage bereit war. Allein min­der leicht begreift man, wenn Legitimisten darüber das Kreuz schlagen, weil ein Präsident der Republik mit 1,200,000 Fr. nicht auskommen kann. Washing­ton hatte es freilich verstanden, mit einer zehnmal ge­ringeren Summe auözukommen.

_ Ich bringe Ihnen heute noch einen neuen Beweis, auf welche perfide aber zugleich absurde und lächerliche Weise die hiesige reactionäre Presse den englischen Mi­nister des Auswärtigen angreift. In dem Processe gegen den italienischen Policei-Agenten Paschetta-Visetti zu Genf figurirten mehrere bei diesem gefundene bio­graphische Notizen über die Haupt-Flüchtlinge, unter ; anderen über Mazzini über den es heißt, daß er vie­len Einfluß besitze, 3 4000 Fr. Renten habe und mit Italien unter, dem Ramen Bares correspondire; seine Korrespondenzen seien zahlreich,wir bemerken Lord Palmerston in England, und Ledru Nolin in London."Lord Palmerston, Correspondent Mazzini's," ruft diePatric" aus,wird das nicht dem Hause der Lords die Augen öffnen? Ist das nicht die indi- recte Bestätigung der Reklamationen, welche wir Lord Palmerston mehrere Male angeklagt haben, mit den französischen Flüchtlingen zu unterhalten?"

Paris, 7. Juni. Emil de Girardin unternimmt es jetzt, einen Petitionssturm um Abschaffung aller | indirekten Steuern und Einführung einer einzigen di­rekten Steuer zu organisiren, wofür zum Theil die Bestimmung des neuen Wahlgesetzes, daß der feste j Wohnort durch die Einschreibnng in die Personalsteuer- f Listen constatirt werden sott, angerufen wird.

-Der russische Gesandte soll Lahitte eine Note über­geben haben, woraus sich ergibt, daß der Czaar fest entschlossen sei, zu Neapel gewaltsam einzuschreiten, falls dort das Verfahren Englands zu Athen sich wie­derhole.

Der General Gemeau, gegenwärtig Oberbefehls­haber der französischen Armee in Rom, soll einen Bericht an die französische Regierung gesandt haben, in dem er von der Unmöglichkeit spricht, eine römi­sche Armee aus den Bewohnern des Kirchenstaates zu bilden.

' Die Nachrichten aus Rom reichen bis zum 28. Mai. Nach demObservatore Romano" dauert das

: Drehen der Augen des Bildes der heiligen Maria m Nnnml noch immer fort. Dieses Blatt versichert, M dieses Wunder viel Gutes stifte, da Leute, die seit

! ^-»e Kirche gegangen seien, jetzt dieselben

i sehr fle-ll-g besuchten. - Die östreichischen Mobilkolou- nen durchziehen noch immer die von ihnen besetzten ^Provinzen der römischen Staaten; sie werden von ! Polizeiagenten begleitet. Zahlreiche Verhaftungen sol- ; len von denselben vorgenommen worden sein.

Türkei.

DemWanderer" wird aus Konstantinopel vom 25. Mai folgende merkwürdige Mittheilung: Man will hier in gut unterrichteten Kreisen wissen, daß Hr Nesselrode dem Kaiser von Rußland vor dessen Abreise nach Warschau eine Denkschrift vorlegte, worin er nach- : weist, daß durch die Creirung eines slavisch-italienischen , Reiches für den Kaiser von Oesterreich und eines deut- scheu Reiches für den König von Preußen, die unter ' den Volkern herrschende Aufregung beschwichtigt und ! eine Koalition bewerkstelligt würde, welche gegen Frank- I reich energisch auftreten könnte; es wäre dies das ein- : ?M Mittel, um den revolutionären Ideen,"die in I Frankreich ihren Heerd haben, einen Damm entgegen- zusetzen. Nebenbei gewinnen auch die Gerüchte über Unterhandlung zwischen Rußland und Oesterreich we­gen Abtretung der Bocche di Cattaro täglich an Aus­dehnung und Consistenz.

Smyrna, 17. Mai. Seit etwa vier Wochen sind wir endlich von Erderschütterungen frei. 40 Tage lang hat Smyrna in beständigem panischen Schrecken gelebt. Einer der letzten ^töße ward gleichzeitig von Alexandrien an bis nach Konstantinopel gekühlt. In den Dardanellen war er sehr heftig, in Brussa noch heftiger, eine große Anzahl Häuser nnd Minarets stürzten ein; außerhalb der Stadt that sich die Erde auf, verschlang einen Stall mit 20 Kühen und schloß sich wieder.

Großbritannien.

London, 6. Juni. Mit dem gestern in Sout­hampton gelandeten DampferPottinger", welcher Con- stantinopel am 22. Mai verlassen hat, sind 155 Pas­sagiere, darunter der Graf und die Gräfin Dembinski und 71 polnische Flüchtlinge angekommen. In Malta welches derPottinger" am 26. Mai berührt hatt/ lag die britische Flotte noch vor Anker. Die Linien- schiffeHowe" undVengeanze" waren am 18. Mai nach Gibraltar abgesegelt, dort aber am3l.Mai noch nicht eingetroffen.

Amerika.

Ueber die abentheuerliche Expedition nach Kuba erfahren wir aus einem New-Orleanser Brief Folgen­des: Seit 4 Monaten wird diese Expedition aufs eif­rigste vorbereitet; angesehene Männer haben große Summen gezeichnet und es sind wohl circa 8 bis 12,000 Mann dazu geworben, theils für Geld, theils freiwillig; es mögen wohl an 5 bis 8 kleine Kriegß- schiffe ausgerüstet sein, die gut bewaffnet, mit Muni­tion und Proviant versehen, einzeln absegelten nach einem sirirten Platz, meistens nach Chagres und San Franzisco, die aber ein Rendezvous zur Sammlung auf einer kleinen Insel hatten. Das ganze war sehr geheim gehalten und ist erst am 8. d. Mts. bekannt geworden, als die ganze Expedition bereits sich unter Segel befand! nur ein hiesiges Blattder Sun" scheint zu den Eingeweihten gehört zu haben und ver­öffentlichte dieser Tage einen darauf bezüglichen Artikel, der damit schloß, daß man wohl annehincn könne, daß die nächste Post von Havanna die Landung der Patrio­ten in Kuba und bepen Besitznahme durch dieselben bringen werde. General Ruitmann, früher Gouver­neur von Missisippi, und Offizier im mexikanischen Kriege, ist Hauptanführer, General Lopez, der eigent­liche Anreger der Kuba-Erpedition, welcher früher im Innern von Kuba dafür thätig war, zweiter Komman­deur. Derselbe behauptet, daß sie bei der Landung zwei Drittheile der ganzen Bevölkerung, die sich er­heben würden, für sich hätten, und vier Fünftel der Soldaten, die zu ihnen übergehen. Man ist na­türlich sehr gespannt auf die nächsten Nachrichten von dem Gelingen des Plans. In Washington will man behaupten, daß das Unternehmen von den süd­lichen Staatsmännern und Großen ausgegangen sei, welche sich wegen der Aufnahme Kaliforniens ohne Sklaven, durch Annexion des Staats Kuba mit Skla- ven, entschädigen wollen. DerHerald" bringt über­haupt einen sehr heftigen Artikel gegen die sowohl im Kabinet, wie im Senat sich befindenden Wucherer mit den Länderbesitznngen in Kalifornien; dieselben beab-