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^* lèZ^t Wiesbaden. Samstag, S. Juni 1850.
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Tu „ 3 r C i r Zeit unq« erscheint, mit .'luSnahme des Montags, täglich in einem Sogen. - Der AvonncmentSp.ei« beträgt v lerleilävrig hier in Wiesbaden I ff 45 ans-
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Was hat die nassanisbe Kammer und insbesondere Hr. v. Eck den Penstonirungen und Dienstentlassungen, namentlich derjenigen Staatsdiener, welche Dolksabgeord» nete sind, gegenüber gethan?
£ Wiesbaden. Die Frage, deren Betrachtung wir uns in W. 119 der „Freien Zeitung" vorbehielten, was von der Versammlung der Abgeordneten für die Herstellung unseres guten Rechts gegen den durch die Entlassung der Abgeordneten von der Opposition, welche Richter und Beamte sind, gemachten Angriff auf die Unabhängigkeit der Volksvertretung und des Richterstandes zu erwarten sei, läßt sich nach dem, was bisher geschehen ist, mit ziemlicher Gewißheit beantworten. Als Einleitung und Grundlage der mit der Beseitigung der Reichsverfassung beginnenden systematischen Reaktion gegen alle Märzversprechungen, zeigt diese Entlassung, welche seitens aller nüchternen und unbefangenen Beurtheilet, wenn sie auch nicht der demokratischen Partei angehörten, als der Versuch der Lähmung der freien Wirksamkeit aller Organe, ebenso des Volkswilleus und der Volkscontrolle, wie der ge- sammteu richterlichen und adlüinistrativen Gesetzesvoll- ziehung, betrachtet wurde — einen nach der Statistik unserer Kammer wohl berechneten Operationsplan. Die feste Majorität der rechten Seite dieser Kammer, welche zur sicheren Probe ihrer Unabhängigkeit — von jeder politischen Ansicht, d. h. ihrer reinen Ministerialität in ihrem vollen Bestände alsbald an den neuen Minister, den Antipoden des beseitigten Pseudo-MärzministerS übergegangen war, sicherte dem Ministerium den Sieg über jeden etwaigen Versuch einer Ministeranklage — das einzige wirksame, und deshalb allein gefürchtete Mittel zur Wiederherstellung der verletzten Verfassung. Für die Opposition blieb, wie auch schon bei allen früheren, mit der Entstehung dieser Kammer beginnenden Rückschrittsverjuchen, die ehrenvolle Aufgabe, durch den pflichtmäßigen Antrag MMKfcjii'L^i - wahren, mit dem praktischen Zweck der Aufklärung und Gewinnung der öffentlichen Meinung und der Sympathien des Volks, zur Vorbereitung einer Regeneration der Kammer bei Ergänzungs- und Neuwahlen.
Allein die Absichten der herrschenden Nückschntts- partei auf dieser Grundlage erstreckten sich weiter. Das thörichte Märzvertrauen auf die Fortdauer der Wirkungen des Volkssiegs und die dadurch gesicherte Voks- thümlichkeit und Selbstständigkeit der Angestellten hatte bei den Wahlen bewirkt, daß die Mehrzahl der Abgeordneten diesem Stande angehörte. Die Opposition hatte unter diesen Umständen sorgfältig zu prüfen, ob die Durchführung des bezeichneten entschiedenen und allein wirksamen Schrittes ihre Kräfte nicht übersteige. Sie mußte, wenn sic sich dazu nicht stark genug fühlte, die Frage unberührt lassen. Jedes andere Auftreten gab dem Ministerium mir Gelegenheit, den verfassungs-
Bilder ans dem ttligarifcheu Kriege.
- Der großartige Kampf schreibt die „M. 3-" , welcher ganz Europa in Staunen und Bewunderung versetzte, hat noch keinen Geschichtschreiber gefunden. Wir stehen den Ereignissen noch so nahe, die Einzelheiten, ja selbst wichtige Partien desselben, sind noch so im Dunkel vcr- borgen, daß cs einer spätern Zeit vorbehalten bleiben muß, ihn würdig zu schildern. Was wir bis jetzt darüber erfahren haben, kann nur dazu dienen, dem spätern Geschichtsschreiber einzelne Scenen aus dem ungeheuern Stoffe zu bieten, den er zu bewältigen hat. Unter diesem nimmt aber unstreitig das soeben erschienene Werk von Max Schlesinger die erste Stelle ein. Noch Keiner hat so viel Kenntniß der handelnden Personen, und Keiner eine so ruhige, unpartheiische Auffassung gezeigt, wie er; Keiner besitzt die glühende, reizende Sprache, Keiner hat besonders den Charakter der verschiedenen Nationalitäten und ihre Theilnahme an dem großen Drama zu schildern gewußt wie er, wcßhalb wir unsern Lesern ein. zelne, besonders irteressante Auszüge daraus mittheilen wollen, mit dem Wunsche, dem Werke dadurch recht viele Freunde zu gewinnen.--
„Zwanzig Tage hinter einander hatte Wien die vereinzelten Angriffe der kaiserlichen Truppen zurückgewüseu. Auf dem großen Umfange seiner Linienwälle spielte den Tag über mit kurzen Unterbrechungen schweres und grobes Geschütz, und wenn es dunkel wurde, sah sich
widrigen Schritt durch Majoritätsbeschlüsse zu befestigen. Die ungeachtet dieser klar vorliegenden Lage der Sache von Seite der Opposition bloß gestellte Frage nach den Jedermann bekannten Gründen der in Masse verhängten Dienstentlassungen, verbunden mit dem Verlangen einer Rechtsbegründung der Befugniß der Regierung, trotz der Grundreche einen Richter von seinem Amte zu entfernen — als ob man jemals bei einer Verfassungsverletzung um eine Rechtsveduktion in Verlegenheit gewesen wäre — enthielt in dem ausgebrückten Zweifel über das verletzte Verfassungsrecht nicht blos einen Verzicht auf jede Anklage, sondern diente auch dem Minister als Mittel, sich die Kammermajorität als Stütze in den über diese Fragen anhängigen Civil- und Criminalprozessen beizugesellen. Durch das ministerielle Erbieten zu vertraulichen faktischen Aufklärungen, die für den Zweck der Interpellation zu nichts dienen konnten, wurde die Ernennung eines Ausschusses herbeigeführt und dem ad hoc ernannten Berichterstatter der Rechten Gelegenheit gegeben, dem Ministerium das Benöthigte in jeder Beziehung zu liefern. Ohne dem Berichterstatter auf dem gewundener. Wege zu folgen, auf welchem er, statt der nach den Grundsätzen seiner Partei allein confcquenteu einfachen Jucompetenz- erklärung der Kammer, zu dem gewünschten Eingehen in die Sache gelangte, wollen wir zu unserm gegenwärtigen Zweck nur eine Stelle des am 31. August vorigen Jahres verlesenen Berichts erwähnen. Wie die Rechte immer, wenn es sich darum handelt, ein Volksrecht zu Grab zu tragen oder dem Ministerium an- heimzugeben, hebt der Berichterstatter mit einem Blick tiefer Verachtung auf den Zustand der Erniedrigung vor 1848 und stolzen Selbstbewußtseins auf die jetzige Zest überschwenglicher Freiheit und des unzerstörlich gesicherten Rechts seine Ausführung mit dun Satz an:
„Bei dem frühern System bestand t'n Hauptmittel , die Staatsdiener kn einer unwürdigen Abhängigkeit zu erhalten, darin, daß sic, je nachdem (d. h. weil) stets willfährige Personen er« wünscht waren und als das unabhängige Vlbstständige Dienst selbst oder in der Kammer als Abgeor^kewr^ mißliebig war, auf andere Stellen oder in Ruhestand versetzt oder gar ohne Gehalt oder Pension . entlassen wurden."
Der Herr Berichterstatter ist bei diesem Satz etwas vom historischen Boden abgekommen. Das absolute System, welches er hier so treffend schildert, gehört in der gerügten Ausdehnung nicht der geschmähten vormärzlichen Zeit an. Noch nie sind vor dcm Monat Juni 1849 drei Abgeordnete an Einem Tage blos weil ihr „unabhängiges, selbstständiges Be- nehmcn mißliebig war", von ihren Staatsdienststellen vertrieben worden. Der Herr Berichterstatter wird sogar aus der Zeit, von der er spricht, schwerlich einen einzigen solchen Fall der Verfolgung eines Abgeordneten Nachweisen können. Seine ganze höchst moralische
die unglückliche Stadt von einem Flammenmeer eiiigc- schlossen, dem Heiligcnsckeine kaiserlicher Cernirunzstrup. peil, welchem die umliegenden Holzvorräthe , Scheunen und Dörfer zum Opfer fielen.
Die ungarische Armee, welche um Preßburg und bis an die Leitha kampirte, lag während dieser Zeit unthätig, trotz der wiederholten Befehle des LanLesausichusses, die Gränze zu überschreiten und den Entsatz der Hauptstadt zu bewerkstelligen. Moga wußte seine Zögerungsmcthvde zu entschuldigen, bis endlich Kossuth abgeschickt wurde, die Verhältnisse deö Heeres mit eigenen Augen zu besehen und einen entscheidenden Schritt herbeizuführen.
Nach sieben Monaten sah ihn Preßburg zum ersten Male wieder in seinen Mauern. Mit Nkoga, Radasdy und anderen stand er am 26. Oktober im Abcndunkel auf der Promenade vor dein Theater. Der schwarze Bart umfaßte sein bleiches, melancholisches Gesicht, daß es aus dem dunklen Hintergründe hervortrat, wie ein Rembrandtisches Gemälde. Seine ganze Gestalt war in einen weiten Mantel gehüllt, und er hörte aufmerksam zu, während seine Umgebung lebhaft diskutirte.
Kossuth vereint zwei Talente in sich, die sich selten in Einer Individualität zusammenfinden; er weiß eben so geschickt zu schweigen, wie ju sprechen, er versteht die Kunst z -zuhören, wodurch der Sprecher überzeugt wird, das Schweigen des Hörers sei nicht die Gedanken- losigkeit der Zerstreuung, sondern die Ruhe der unge. theilten Aufmerksamkeit.
Entrüstung hätte sich daher gegen die wirklichen Anhänger dieses Systems und zu Gunsten der von diesem zu den geschilderten Zwecken aus ihren Stellen ver. triebenen Kammerkollegen, sowie der vielen anderen systematisch zu gleichem Zwecke brodlos gemachten vorwurfsfreien öffentlichen Diener, wirksam zeigen müssen. Allein ein kluger Mann weiß zu unterscheiden: Duo si faciunt idem, non est idem (.Wenn zwei dasselbe thun, so ist's doch nicht dasselbe.) Von einem Minister in einer längst vergangenen Zeit war allerdings ein solches Bestreben, „sich stets willfährige Personen und in der unwürdigsten Abhängigkeit lebende Staats« diener und Abgeordnete zu verschaffen", ganz unverantwortlich und höchst verderblich. Allein der jetzige, bekanntlich unverwüstliche Zustand der Freiheit kann schon so etwas vertragen und wird dadurch ganz nützlich temperirt. Ueberhaupt handelte es sich ja blos um eine Phrase als Uebergang zu der juristischen AuS« führung:
1) daß die Regierung bei allen diesen Diensten'« laffungen in ihrem vollen Rechte sei, und namentlich, ungeachtet der Grundrechte, allen Richtern zu jeder Zeit ohne irgend einen angegebenen Grund ihr Amt und ihren Gehalt entziehen könne,
2) daß sie auch in den vorliegcndcn Fällen, wenigstens vorläufig, wohl daran gethan habe, von diesem Rechte Gebrauch zu machen, weil die entlassenen Abgeordneten, wie d r Bericht auszuführen sucht, doch sehr wahrscheinlich Hrch oerräther seien.
(Schluß folgt.)
Erklärung.
_ Heute wurde mir folgendes Schreiben durch den Pfarrer Wehrfritz zugestellt:
Herzoglich NassauischesStaatsmknisterkum, Abtheilung des Inneren,
an den Herrn Schulinspektor Nikolai zu Idstein, ad Nurn. 18035. die Dienstentlassung des Lehrers
s Rühl zu Camberg betr.
Wir haben beschlossen, den Lehrer Rühl zu Cun- berg vom 1. l. M. an aus dem Schuldienste zu ent- um so mehr als unwürdig zunlStälEPp^P^ZH.--- und Erziehers der Jugend erscheinen läßt, als er trotz allen ihm ertheilten Ermahnungen und Verweisungen den betretenen Weg nicht verlaßen hat. Sie haben den Lehrer Rühl sowie den Schulvorstand in Camberg hiervon in Kenntniß zu setzen.
Wiesbaden, den 28. Mai 1850.
W i n tz i n g e r o d a.
Im Auftrage der Herzoglichen Schulinspektion zu Idstein. Wehrfritz.
Camberg, 5. Juni 1850.
Der Macht gegenüber muß ich die Maßregel ruhig ertragen. Ich werde mich auf keine Gesetze berufen, ich werde das Grausame der That nicht darznstellcn
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Das Zucken seiner Mundwinkel und das Heben und Senken seiner Augenliedcr verräth den Grad seiner Theilnahme und seines Einverständnisses, denn die Kunst, sein Gesicht auf gleichmäßig undurchdringliche Weise zu falten oder zu glätten, hat er nie verstanden und geübt. Er ist ein großer Diplomat in der Ocffentlichkcit, wenn man unter Diplomatie die Kunst versteht, die Gemütbs- zustände Anderer zu erspähen, zu erfassen und nach Will- kühr zu benutzen. Keiner wie er hat diese Aufgabe auf der Tribüne so meisterhaft entfaltet, darum haben auch Wenige wie er so mächtig auf das Herz ihrer Zuhörer gewirkt.
Wenn er dabei Schauspieler war, was ihm oft zum Vorwurf gemacht wird, so muß man ihn unbedingt einen großen Mimen nennen. Nach kleinen Effekten hat er nie gehascht. Mit ängstlichen Pinselstrichen hat er das Gemälde seines Vortrags nie ausgeschmückt; er wußte durch die Harmonie des Geistes und Gefühls zu gleicher Zeit hinzureißen.
Während andere Redner durch die Folgerichtigkeit ihrer Beweisführung überzeugen, wieder andere durch die Attgewallt des Gefühls fortreißen wollen, war seine Rede die künstlichste Abwechslung, die herrlichste Verschmelzung beider Systeme. In dieser Harinonie lag die Gewalt seines Talents und die Gewißheit seines Erfolges.
Im engen Kreise, auch wenn dieser nicht blos ans , Freunden und Gesinnungsgenossen bestand, ließ er sich ganz ungezwungen gehen; dann stand er gewöhnlich mit _