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Berechnungen und Betrachtungeniwenig zu kümmern; sie lassen sich durch einzelne, eine Ausnahme bildende Bei­spiele blenden und bringen die tausend Täuschungen und fehlgeschlagknen Hoffnungen nicht in Anschlag, theils weil ihr' Ohr sich dagegen verschließt, theils weil sie ihr Ohr nicht erreichen.

Ueber die Ausdehnung des Goldertrages kann im gegenwärtigen Augenblicke noch keine irgend sichere Schätzung ' aiigestellt werden; vage Vermuthung ist Alles, was man geben sann. Der Hauptslrom der Einwanderung scheint fast ausschließlich durch San Franzisko zu gehen; nach statistischen Berichten sind während des Zeitraums vom 12. April 1849 bis zum 27. März 1850 daselbst 1011 Schiffe mit 43,880 Pas­sagieren angekoinlnen, außer den 14,500 Offizieren nnd Matrosen, die ihre Schiffeaus verschiedenen Ursachen" verlassen hatten. Unter diesen 58,000 Einwanderern waren nur 1,800 Frauen, wenig Kinder und noch we­niger schwache oder alte Männer- Eine solche Schaar muß einen kräftigen Stamm der neuen Bevölkerung bilden. Anfangs wandten sich alle Ankömmlinge zu

den Goldminen. Aber bald wurden diese von Vielen verlassen, als der Lohn für andere Arbeiten zu beinahe derselben Höhe stieg, als der Durchschnittsertrag des Goldgrabens ist. Hiernach läßt sich der Goldertrag annähernd abschätzen. Butler King (der Regierungs- Kommissar der Vereinigten Staaten) gab ihn in seinem Bericht auf etwa 16 Dollars täglich an. Er muß jetzt nach dem bedeutenden Sinken der Preise für alle Lebensmittel bedeutend niedriger angesetzt werden.

Erklärung.

Wiesbaden, 3. Juni. Man hat sich in einer Er­klärung in No. 128 der Freien Zeitung feierlich davor verwahrt, als sei das von uns am 26. Mai abgehal­tene Fest ein Vorläufer desfreundlichen Volksfestes" am 7. und 8. Juli und man hat unserem Fest vom 26. Mai Souderiuteresseu vorgeworfen. Es hat uns beides nicht überrascht. Wir wissen, wie sehr man in der honnetten Welt auch die entfernteste Berührung mit uns verabscheut; wir wissen, daß unserer Last, unserem

Darben auch stets die Geringschätzung der glücklicher gestellten Stände zur Seite steht. Was aber die Son- derinteressen, die man uns vorwirft, anlangt, so sind wir gerade diejenigen, welche den Satz verfechten, daß keine abgesonderten Interessen bestehen, daß die ganze Menschheit nur das gemeinsame Interesse habe, alle Mitglieder der Gesellschaft als gleichberechtigte zu be­trachten.

Im Angesicht der Thatsache, daß unsere Arbeit die Säule ist, auf der die ganze Gesellschaft ruht, setzen wir der uns gezeigten Geringschätzung die Ruhe unse­rer selbstbewußten Würde entgegen; unserer selbstbe­wußten Würde, die es für verächtlich hält, die karg zugkmeffcnen Freudenstunden des Unglücks zu verdäch­tigen, die es gegen alle Regeln der Gerechtigkeit findet, auf einseitigen Bericht hin ein Verdammungsurtheil auszusprechen.

Der Arbeiterbildungsverein zu Wiesbaden.

Verantwortlicher Redakteur: I. Oppermann.

Bekanntmachungen.

Gekannkmachrmg.

Dienstag de« 23. Juni l. I., Morgens II Uhr, läßt Bernhard Beringer von Winkel, als Vormund über den geistesschwachen Paul Part hei müll er zu Biebrich, ein zweistöckiges Wohnhaus mit Anbau, Stallung und Waschküche, in der Rhcinstraße zu Biebrich zwischen Wilhelm Freinsheim und dem Zvllgebäude gelegen, in dem Rathhause zu Mosbach freiwillig mit obervormundschaftlichem Consense zum zweiten Male versteigern.

Die Gebäude liegen am Rheine, nahe an der Eisenbahn und dem Landungsplatz der Dampf­schiffe, eignen sich zum Betriebe jedes großen Geschäfts und werden jetzt zum letzten Male einer Versteigerung ausgesetzt.

Wiesbaden am 24. Mai 1850. Herzoglich Nassauische Landoberschultheiserei.

Westerburg.

(600) Edictall'abung.

Nachdem über daS Vermögen des Conrad Preiß und dessen Ehefrau Magdalene, geb Ruff von Esch, der Concursprozeß rechtskräftig erkannt worden ist, so wird zur Liquidation ding­licher sowohl, als persönlicher Ansprüche Termin auf

Mittwoch den 12. Juni l. J., Morgens 8 Uhr, hierher anberaumt, unter dem Rechtsnachtheile des ohne weitere Decretur erfolgenden Ausschlusses von der vorhandenen Masse.

Id st ei n, den 15. Mai 1850, Herzoglich Nassauisches Justiz-Amt.

L o r s b a ch.

(648) Edicralladung.

Ueber daS Vermögen des Anton Schuhmacher von der Wolfsmühle, Gemeinde Ober- lahnstein, ist auf Grund erfolgter Abtretung heute rechtskräftig Concurs erkannt worden und eS werden nunmehr alle Diejenigen, welche an den Concurs und seine Ehefrau aus irgend einem Grund, sei es wegen persönlichen oder dinglichen Rechtes einen Anspruch machen zu können glauben, aufgefordert, solchen in dem hiermit auf Dienstag den 25. Juni a. c., Morgens 8 Uhr, vorbcziclten Termin bei Vermeidung des Rechtsnawtheils des, ohne Bekanntmachung eines Präclufivbcscheidcs, Ausschlusses von der vorhandenen Masse geltend zu machen.

Braubach, den 18. Mai 1850. Herzoglich Nassauisches Justiz-Amt.

Brunner.

<667) Dekret.

In Sachen der

Wittwe des Christian Haubach zu Fleisbach, Klägerin gegen

Johann Philipp Bußang, Bergmann, von Hirschhausen, Beklagten, wegen Forderung.

Dem gegenwärtig unbekannt wo abwesen­den 8erfkdten wird aufgegeben, sich innerhalb

6 0 Tagen

vom ersten Erscheinen dieses Dekrets in öf­fentlichen Blättern über den ihm zugeschobe­nen Haupteid bei Meidung des Rechtsnach­theils der Eidesverweigerung dafür zu erklä­ren. Fernere Dekreturen werden nur durch Anschlägen an dem Gerichtsbrette bekannt ge» macht.

Weilburg, den 29. April 1850.

Herzoglich Nassauisches Justiz-Amt. v. Reichenau.

Auswanderungsanzeigen.

(St. Goarshausen.) Agnese Türk, Martin Türk und Nicolaus Türk von St. Goarshausen beabsichtigen nach Amerika aus­zuwandern.

Dieses wird in Gemäßheit der Verordnung vom 24. März 1849 zur öffentlichen Kenntniß gebracht.

RüdeSheim, den 22. Mai 1850.

Herzogliches Kreisamt.

(672) v. Gagern.

(Ransel.) Anton Konrad von Ran­sel, Justizamts RüdeSheim, wlll nach Amerika auswandern.

ES wird dieß mit Bezugnahme auf die Verordnung vom 24. März v. I. hierdurch öf­fentlich bekannt gemacht.

RüdeSheim, den 25. Mai 185y.

Herzogliches KreiSanit.

(673) v. Gagern.

(Breitscheid.) Heinrich Georg von Breitscheiv, Justizamts Herborn, will mit sei­ner Familie im Juni l. 3. nach Nordamerika auswander», was mit Beziehung auf die Ver­ordnung vom 24. März 1819 zur öffentlichen Kenntniß gebracht wird.

Herborn, den 13. Mai 1850.

Herzogliches Kreis-Amt.

(669) Knisel.

(Nenderot b.) Wilhelm S t r ü h m a n n von Nenderoth, Justizamts Herborn, will mit seiner Familie im Juli l. I. nach Nordamerika auSwandern, was hiermit zur öffentlichen Kennt­niß gebracht wirs.

Herborn, den 16. Mai 1850.

Herzogliches Kreis - Amt.

(670) Knisel.

(M edenbach.) Die ledige Anne Marie Hechensteiii von Medenbach, Justizamts Her­born, will tm Juni l. I. nach Nordamerika audwanver», was mit Beziehung auf die Ver­ordnung vom 24. März 1819 zur öffentlichen Kenntniß gebracht wird.

Herborn, den 27. Mai 1850.

Herzogliches KreiSamt.

(671) Becker.

(666) Ausschreiben.

Am 24. d. M. wurde eine bis jetzt dahier unbekannte, auch mit keinerlei Legitimations­papieren versehene Weibsperson, bei Eltville arretirt, mittelst Landjägerescorte hierher ge­bracht, welche anscheinend taubstumm sich durch- auS nicht darüber verständlich zu machen weiß, wer sie, und welches ihre Heimat ist, indem sie zwar zu verstehen gegeben hat, daß sie auch nicht schreiben könne, und die angestellten Versuche auch nicht ergeben haben, daß sie Geschriebenes lesen kann, jedoch auch der üb­

Verein zur Wahrung der Volksrechte.

(662) Mittwoch den 5. Juni, Abends 8 Uhr, Sitzung im Nerothat.

[522] In dem Verlag der H. W. Ritter'schen Buchhandlung in Wiesbaden ist erschienen:

Beleuchtung der Domänenverhältnisse und der Civilliste

im Herzogthum Nassau.

Erstes Heftchen. Preis: 9 kr.

lichen Taubstummenzeichensprache nicht mäch­tig zu sein scheint.

Dieselbe leidet außerdem an Epilepsie, ist gelähmt an der linken Hand, auch an den Füßen ober in den Hüften bié zur Wegun­fertigkeit lahmend, hat off. ne, j doch unlewu« tende, nach ihren Andeutungen von Mißhand­lung herrührende, mit einem Stich- oder Schneide-Instrumente' beigebrachte Verletzun­gen an der Brust, anscheinend in gewissem Grade blöd-, mindestens schwachsinnig, ziem­lich vernachlässigt in ihrer Bekleidung, ohn- gefähr 36 Jahre alt, von untersetztem Kör­perbau und sehr wohl genährt.

Alle Polizeibehörden werden ersucht, die geeigneten Nachforschungen über diese Person und deren Heimat anzustcllen, und einireten- den Falls ein Resultat, welches den Namen und die Heimath dieser bedauernswürdigen Weibsperson außer Zweifel stellen, oder we­nigstens Spuren zur weitern Nachforschung hiernach ergeben könnte, der unterzeichneten Behörde mittheilen zu wollen.

RüdeSheim, den 27. Mai 1850.

Herzogliches Kreis-Amt. v. Gagern.

(654) Bei Wittwe Lutz im Schwanen sind zwei Läden zu vermiethen.______________

(660) Den verehrt.chen Bewuchern deSRhein- gau's erlaube ich mir meine dahier am Fuße des Johannisberg gelegene

Gartenwirthfchaft bestens zu empfehlen und wird cs mein elf- rigstes Bestreben sein, durch gute Speisen und Getränke, sowie billige und aufmerksame Bedienung die Zufriedenheit aller mich Be­ehrenden zu erlangen.

Winkel im Rheingau, den 30. Mai 1850.

A. Herber,

Frankfurt.

Cours der Staatspapiere.

Schluß der Börse.

Den 3. Juni 1850.

pEt.

Papier |

Geld 1

Den 3. Juni 1850.

pEt.

Papier |

Geld

Oesterreich

Preußen

Bayern

Würtemb.

Baden

Metalliqncè Obligationen .... ff ff

ff w ' '

Wiener Bank-Actien..... 500 fl. Loose........

250 fl. Loose von 1839 .... Bethmannische Obligationen . . .

50 Thaler Prämien-Scheine . , . Staatè-Schnld-Scheine a 105 . . Obligationen........ Bexbacher Eisenbahn-Actien . . . Obligationen........

Obligationen........

Lotterie-Anlehen 5 50 fl. von 1840 35 fl. Loose vom Jahr 1845 , . .

5 4%

4 3 2% 3

4 4'/, %

4% 3%

5 3%

79%; 69% 61% 46

42

1080

149 94% 68% 75%

86% 83% 80%

96% 82%

100% 80% 53

32%

79%

69 %l

61 1 45%' 41%.

1075 1 148%'

94 1

74% 102%i

86%' 83 80%

96%' 81%

52% 32

Darmstadt

Kurheffen Nassau

Frankfurt

Holland

Spanien Polen

Sardinien

Obligationen........

ff

Lotteric-Anlehen von 50 fl, . . .

25 fl. Loose........

Friedrich-Wilhelms-Nordbahn . . 40 Thaler Loose bei Rothschild . , Obligationen........ Obligationen bei Rothschild . . .

ditto 25 fl. Loose . . ,

Obligationen........

ditto von 1839 ....

ditto von 1846 ....

Taunus-Eisenbahn-Actieu â 250 fl. . Jnlegr.-Obligatiouen..... Syndicats......... Innere Schuld neue Obligationen . Lotterie-Loose 300 ......

ditto 500 ......

36 Frs. Loose bei Gebr. Bethmann

3% 4 4%

4

5 3%

3

3%

3%

2% 3%

3

83%

90

96 74% 26% 40% 32% 103%

83% 24%

95

91%

288 56%

32%#

80% 32%

83 89% 95% 74% 26% 40% 32% 102%

83% 24% 80% 94% 90%

286

56% 87% 32%, 127

80% 32-/4

Cours der Wechsel.

Den 3. Juni.

Kurze Sicht

Zwei Monat

Gold- und Silber-Sorten.

fl.

kr.

Briefe

Geld

Briefe

Geld

Neue Louièd'or ............

Friedrichèd'or .............

Ducaten..............

20 Frank-Stücke ...........

Holländische 10 fl. Stücke........

Englische Souverains..........

Laubthaler .............

Preußische Thaler ...........

5 Franc-Thaler............

Hochhaltiges Silber .... .....

11

9

5

9

10

12

1

2

24

(Fr

6 53% 40 39

5

45 22

32

ff. 3.)

Amsterdam, 100 fi. Eri, . . . Augsburg, 100 fl, Ert. . . . Berlin, 60 Thlr...... Bremen, 50 Rthlr. in Louièd'or . Hamburg, 100 Mrk. Bco. . . . Leipzig, 60 Thlr......

in der Wege .... London, 10 Livr. St. ... . Lyon, 206 Fr....... Paris, 260 Fr...... Mailand, 250 Lir. Austr. . . . Wien, in 20r 100 fl. E.-M. . . Dièconto ......

100

120%

120%

94%

94%

119% 105%

98% 88%

105

100%

99%

120%

87%

"1%

(668) Anfrage.

Am verflossenen Sonntage trieb mich das Schicksal in den Kursaal und von da wollte ich in den Spielsaal eintreten, als ich mit dem Bemerken, daß der Eintritt nur für äl­tere Leute gestattet sei, abgewiesen wurde. Ich spazierte noch einige Zeit in dem Kon- Versationssaal auf und ab, als ich zufälliger Weise sah, daß Kinder von 6 Jahren in Be­gleitung ihrer Eltern cintrctrn durften. Ich möchte deßhalb die Anfrage an ein verehr- lichcs Kurpublikum stellen, ob man vielleicht bei jungen Leuten von 18 Jahren kein an­ständiges Benehmen voraussetzt, oder ob eS von der Willkührherrschaft des Herrn Thür- stehers abhängt, wer Eintritt haben soll. Be­merken muß ich noch, daß ich früher schon WOinal in den Spielsaal eintrat, ohne El­tern und nicht abgewiesen wurde; um so mehr mußte mich obige Handlungsweise be­fremden______________Carl Ehler.

Wohnungsveränderung.

(665) Meinen verehrten Kunden, Gönnern und Freunden zeige ich hiermit an, daß ich heute meine seitherige Wohnung int Salts- fchen Hause in der Metzgergaffe verlassen und eine andere bei Herrn Krempel, Langgaffe Nro. 3, bezogen habe.

Zugleich bemerke ich noch, daß bei mir alle Sorten Schuhe und Pantoffeln vor. râthig find und zu den möglichst billigen Preisen abgegeben werden; ferner ist bei mir eine große Dielwand und ein Erker billig zu verkaufen.

..Auch ist bei mir ein schönes Zimmer, mit oder ohne Möbel zu vermiethen.

Wiesbaden, den 3. Juni 1850.

M, hang, Schuhmachermeister.

Druck mb Verlag der C. Ritter'schen Buchdruckerei.