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Die militärischen Kräfte Oestreichs.
n Wiesbaden, 24. Mai.
Wir theilen in Nachstehendem eine Uebersicht der militärischen Kräfte Oestreichs nach einem rheinischen Blatte mit, aus der ersichtlich, welch ungeheuerliche Anstrengungen das morsche in sich ganz und gar faule Kaiserreich machen muß, um seinen Bestand nothdürftig für die nächste Zukunft zu fristen. Schwachlöpfige Politiker mögen vielleicht Oestreich für einen sehr starken und mächtigen Staat halten, weil ihm so stattliche Heere zur Verfügung stehen. Allein nichts beweist mehr in der That Vie innere Schwäche eines StaatS- vrganismus, als die Nothwendigkeit eines großen stehenden Heeres, und das große Heer Oestreichs beweist nnr die große Furcht Oestreichs vor den Rebellen in Wien, in der Lombardie, Mailand, Venedig, Ungarn, die unablässig und gierig auf den Moment lauern, der ihnen erlaubt, das alte Staatsschiss in die Luft zu sprengen. Woher soll auch am Ende das Geld kommen, welches die Armee Oestreichs jährlich verzehrt? Für das Armcebudget jährlich 158 Millionen erschöpfen am Ende ein Land, das noch gar nicht angeschöpft ist, um wie vielmehr also Oestreich, das schon viele Jahre für die kostspieligen Gelüste des Absolutismus die unermeßlichsten Opfer hat bringen müssen!
Oestreich, diese Zusammensetzung von Länderstrecken, die nicht zusammenpassen, diese Vereinigung von Völkern, die sich nicht verstehen, die sich vielmehr zum Theil tief hassen, die aber alle einig werden müssen in dem Streben, frei zu sein: Oestreich ist sein Staat der Zukunft, seine Stunden sind gezählt, uuo es steht trotz aller äußeren Machtentwicklung im Begriff, sich in seine einzelne Bestandtheile aufzulösen. Erst nach der Auflösung Oestreichs kann Italien, kann Ungarn und Deutschland die Freiheit auf die Dauer zu Theil werden. Nichts wird bas Loos Oestreichs, seinen Zerfall nämlich, aufhalten, am wenigsten aber vie so theuren Heersäulen, welche wir jetzt bcm Leser vorführen wollen.
„Nach dem österreichischen Militär-Schema für das Jahr 1850 soll Oesterreichs gesammte Streitmacht, mit Ausnahme der unter dem Banus stehenden Kronländer, in vier große Armee-Commanden vertheilt werden, mit den Hauptquartieren: Wien, Verona, Ofen und Lemberg. Zum Bereiche des ersten Armee-Com- mando's gehört: Böhmen, Mähren^ Schlesien, bas Erzherzogtum Oesterreich, Salzburg, Steiermark, Nord- Tyrol und Vorarlberg; zum Bereiche des zweiten: die lombardisch-venctianischen Staaten, Illyrien und Süd- Tyrol; zum Bereiche des dritten: Ungarn und Siebenbürgen, und endlich zum Bereiche des vierten Armee- Commando's: Galizien und die Bukowina. Die Zahl der Armee-Corps wurde auf die Summe von vierzehn vermehrt. Von diesen standen bereits fünf
Aus Ungarn.
(Fortsetzung und Schluß.)
Török, Lahner, Pöltenberg, Nagy-Sandor, Knezich, Dessewffy starben nach einander. Zuletzt Vecsey, den man Durch die neunfache Marter vielleicht dafür büßen lassen wollte, daß es seine Kanonen waren, die halb Temeswar in Schutt verwandelten. Vor ihm kam Damjan ich. Die gewöhnliche Kupfer- farbe seines kolossalen Gesichts schien durch Wuth und Ungeduld gesteigert. Er hatte nie weiter gesehen, als die funkelnde Spitze seines Reitersäbels reichte. Das war der Stern, dem er sein Lebelang gefolgt war. Jetzt , sah er, wohin er ihn geführt, und wüthend rief er, als er zum Galgen hinkte: „War ich doch überall der Erste, i warum muß ich hier so lange warten." Die bedächtige i Langsamkeit der Schlächterei schien ihn mehr außer Fassung zu bringen, als Der nahe Tod, den er in hundert Gefechten herausgefordert hatte.
Von 6 bis 9 Uhr datierte diese schreckliche Scene. Neun Galgen standen in einer Reihe; für alle nur ein Henker und zwei Gehülfen. Sie starben alle mit ruhiger Fassung, als besiegte Soldaten, ohne Merkmal von Feigheit, ohne Zeichen von Enthusiasmus, den sie im Leben wirksam genug bethätigt hatten, um jeden Ausdruck desselben im Angesicht des Todes verschmähen zu dürfen. Nur in Aulichs Auge glänzte das Märtyrer-
Corps in Italien, vier in Ungarn, eins in Böhmen, eins in Vorarlberg und Süd-Tyrol. Es waren mithin im Ganzen eilf Armee-Corps ausgestellt, sonach kommen nachträglich noch hinzu: ein Armee-Corps in Böhmen, Mähren und Schlesien, ein zweites in Oesterreich, Salzburg und Steiermark, und ein drittes in Galizien. Die Armee-Commanden enthalten wieder verschiedene Unterabteilungen unter dem Namen : „La n d es -M il i tä r-C o m ina n v en ", welche in rein militärischer Beziehung den betreffenden Armee- oder Corps -Commandanten, in administrativer Beziehung aber direkt dem Kriegs-Ministerium unterstehen. Landes-Militär-Commanben bestehen im ersten Ar- mee-Commando: zu Wien für Nieder-Oesterreich zu Linz für Ober-Oesterreich und Salzburg, zu Brünn für Mähren, zu Troppau für Schlesien, zu Prag für Böhmen, zu Gratz für Steiermark und zu Innsbruck für Tyrol; im zweiten Armee-Commando: zu Laibach für Illyrien, zu Triest für das Küstenland, zu Verona für das Venetianische, und zu Mailand für die Lombardei; im dritten Armee-Com- maudo: zu Ofen für Ungarn, zu Temesvar für's Banat, und zu Hermannstadt für Siebenbürgen; im vierten Armee-Commanbo: zu Krakau und Lemberg für Galizien, und zu Czernowitz für bie Bukowina.
Befindet sich im Sitze einer dieser Landes-Militär- Commandanteu der Armee-Commandant selbst oder ein Corps-Commandant, so leitet derselbe die Geschäfte und erhält für den Fall der Abwesenheit oder eines Ausmarsches als Substituten einen General ad latus. Da, wo sich kein Armee- oder Corpö- Commandant in loco befindet, versieht ein General als ausdrücklich hierzu ernannter Lanbes-Militär-Commandant seine Stelle, .Die erste Armee, unter dem Befehle des La- vallerie-^eneralS Grafen Wratislaw, besteht ans vier Corps; erstes Corps: F.-M.-L. Graf Clam-GaUas zu Wien; zweites Corps: Schlick, General der Ca- vallerie, zu Bassam und Weiskirchen in Böhmen und Mähren; drittes Corps: Feldm.-Lieut. Erzherzog Albrecht, zu Theresienstadt in Böhmen; viertes Corps: Feldmarschall-Lt. Ignatz v. Legedits, zu Bregenz in Vorarlberg.
Die zweite Armee, unter dem..Befehle des FeldmarschaUs Graf Radetzky v. Radetz, zu Verona, besteht aus fünf Corps; das fünfte Commanbo unbesetzt zu Mailand; das sechste Commando ebenfalls unbesetzt zu Piacenza; das siebente FeldmarschaU- Lieutcnant Appel zu Bergamo; das achte Feldm.-Lt. Graf Thurn-VaUe-Sassina zu Bologna; das neunte Feldm.-Lt. Wocher, zu Görz. Die dritte Armee i unter dem Befehle des Feldzeugmeisters Haynau zu ' Ofen besteht aus vier Corps: zehntes Corps, F - . M.-Lt. Graf v. Wallmoden-Gimborn, zu Großwardein; ' elftes Corps, F.-M.-Lt. Schulzig, zu Preßburg; zwölftes Corps, F.-M.-Lt. Schwarzenberg, resp, besten Stellvertreter, F.-M.-Lt. Ramberg, zu Klau
thum für die Freiheit, in Damjanichs die Wuth , im Auge Leiningen's Die Thräne um ein junges Leben.
Es gibt keinen Schlachtentag in der Geschichte, der so viele aue-gezeichnete Generale verschlungen hätte, als der Friebenomorgen des 6. Oktobers, und selten auch sind so viele berühmte Häupter eines Volkes durch einen Schlaggefatten, wie hier vor Arad durch Henkerhand.
Die Morgensonne dieses Tages, der in der Geschichte OesterrcicheS verhängnißvvll zu werden verspricht, beleuchtete viele Meilen weit von Arad einen stummen Kreis von Neugierigen, der um ein Schauspiel betrogen war. Der Graf Ludwig Batthyany, der frühere Ministerpräsident von Ungarn, sollte mitten in Der Hauptstadt, die ihn angebetet hatte, am Galgen das Ende seines Strebens finden. Der Graf hatte sich mit einem kleinen Dolche leicht verwundet, und „aus Rücksichten der Menschlichkeit" wurde er bei Sonnenuntergang auf derselben Stelle erschossen, wo er, nach dem ausdrücklichem Befehl Haynau's, die schmählichste aller Todesurteil hätte erleiden sollen. Seit fünf Wochen war seine Hinrichtung beschlossen, aber man fürchtete in Wien den verzweifelnden Eindruck, welchen eine solche Schreckensnachricht auf die Komorner Besatzung ausüben konnte. Am 27. September hatte diese Festung kapitulirt, am 3. Oktober wurde sie mit allen Formalitäten von den Oesterreichern in Besitz genommen, am selben Tage eilt Haynau nach Pesth, unterschreibt das Todesnrtheil und fährt nach getaner Arbeit am nächsten Morgen wieder
senburg; dreizehntes Corps, F.-M.-Lt. Fürst Liechtenstein, zu Pesth. Die vierte Armee endlich, unter dem Befehle des Generals der Cavallerie Hammerstein «Equard, zu Lemberg, besteht aus einem Corps, dessen Commando unbesetzt ist. Commandi- renver General der vereinigten croatisch-slawo- nisch-banatischen Militärgränze ist der Banus, Feldzeugmeister Jellachich, zu Agram. Die gedachten vierzehn Armeecorps enthalten zusammen in ungleicher Zahl eine Streitmacht von 63 Linien-Jnfan- terie-Regimentern, von denen jedoch das 5. und 6 anf- gelös't, das 46., 50., und 55. aber reducirt wurden; somit nur noch 58 Regimenter, 20 Grenadier Bataillone, 18 National -Grân; - Infanterie-Regimenter, 5 Garnisons - Bataillone und 2 bukowiner Cordons- Bataillone, ein Tyroler Jäger-Regiment, 25 Feldjäger- Bataillone nebst dem lombardisch-venetianischen leichten Bataillone, und endlich noch 16 Genso'armerie.Regimen ter ; ferner 8 Cnirassier Regimenter, 6 Dragoner- Reg., 7 Chevcaurleger-Reg., 12 Husaren -Reg. und 4 Uhlanen-Regimenter und dann noch außer dem Bombardier-Corps, dem Feuerwerker-, Ingenieur-, Mmeur-, Sappeur-, und Pionnier-Corps und der Garnisons- Artillerie für 36 Festungen je. 5 Regimenter Feld-Artillerie. Die österreichische Marine im Dienste endlich besteht aus 3 Fregatten, 6 Corvetten, 11 Brig zS, 8 Goeletten, 1 Schooner, 9 Dampfern und N5 kleineren Fahrzeugen. Die ausgerüsteten 30 größeren Kriegs- Fahrzeuge tragen 5l0.Geschütze."
Ei» Wort über die Anlage neuer Eisenhütten.
<8 Dillenburg. In der letzten Sitzung unseres Krcisöczirkrathes wurde über einen Gegenstand, der tief in unsere gewerblichen Verhältnisse ring reift, ah- gestimmt. Es wurden nämlich zwei Gesuche um Anlage einer Eisenhütte, bezüglich Umwandlung einea Nickelhütte in eine solche, abschlägig beschieden, gleichwie schon früher ein ebensolches Gesuch war abgeschlagen worden. Fragt man nach den Grünven, weßhalb die vom Volk gewählten Kreisbezirksräthe so stimmten, obgleich von fast sämmtlichen Gemeinden Petitionen um Gestattung der Anlagen eingegangen waren: so sind die hiesigen Hüttenbesitzer bereit, die Abstimmung zu vertheidigen, und man kann es ihnen auch gerade nicht verargen, wenn sie sich gegen neue Concurrenten wehren.
Ihre Gründe aber, welche sie von dem Einfluß der Hütten auf die ganze Bevölkerung ableiten, werden von vielen nicht für stichhaltig angesehen. Sieweisen ; nämlich vorerst auf einzelne Ortschaften, welche seit i Entstehung der Hütten immer mehr der Armuth und I dem Verderben anheimgefaUen wären, und es läßt sich ! nicht leugnen, daß manche Bauern durch die Köhlerei, ! die sie den Sommer über vom Haus und Feldgut entfernt in dem Wald hält und ihnen größere Summen
zurück; in derselben Stunde wird dem unglücklichen Grafen sein Todcsurthcl verkündigt.
„Zum Strang? — also deßhalb erleichterte man meine Gefangenschaft? zum Strang!--Diese Rache ist gemein nnd unedel — — die Person, Die meinen Tod, meinen Tod geschworen--* das waren Die Worte, welche Batthyany in kurzen Pausen sprach, als er sein Urtheil angehört hatte. Bei dem letzten brach er plötzlich ab, um ein Geheimniß mit sich ins Grab zu nehmen, welches in Den höhern Kreisen der Residenz vor langer Zeit schon seine Deutung gefunden hatte. Er schrieb noch einen Brief an seine Frau, um ihr sein Schicksal schonend mitzutheilen. Kurz darauf sah man Die Gräfin, im Regen, zu Fuße, durch Die Straßen Pesth's zum Neugebäude fliegen, aber Haynau hatte verboten den beiden Gatten eine letzte Unterredung zu gönnen, und sein Stellvertreter Feldmarschall -Lieutenannt von Kempen wagte nicht, den Befehlen des Generalissimus entgegen zu handeln. Er ließ Die Gräfin Batthyany nicht vor sich, und nur der Menschlichkeit des Fürsten Lichtenstein verdankte sie Die Gnade, ihren Mann zu sehen. Aus ihrer Hand soll Der Dolch gekommen sein, mit dem sich Der Graf verwundete. Nach neueren verlässigen Angaben hatte er ihn seit langer Zeit in seinem Kopfkissen verborgen. —
Keine That hat die österreichischen Gewalthaber so verhaßt gemacht, wie die Hinrichtung Batthyany's. Oesterreich's Völker fragen sich mit schreckensbleichen