WissberDeZr. Mèttv-och 22. Mai
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Westerwäldcr Antwort auf die v. Eck'sche
Arbeit.
-f-f Vom Westerwald. (Schluß.)
Der durchschnittliche Reinertrag des Domam'al- vermögens ist im Domänenbericht nicht zu 999,867 fl. ermittelt, wie Hr. v. Eck in seiner Entgegnung citirt; in dem von Hr. v. Eck mitunterzeichneten Do- mänenbericht heißt es vielmehr nach vorausgegangener Begründung auf Seite 35 wörtlich: „so, daß der Reinertrag d e S D o in a >l i a l v e r m ö g e n s aus den Jahren 1817-1847 kaum zu 900,000 fl. für das Jahr wirb angenommen werden können." ,
Wir begreifen nm so weniger, wie Hr. v. Eck in seiner Arbeit 999 867 fl. als Reinertrag der Domäne angeben konnte, da er doch selbst in einer seiner Kammerreden (s. landst. Verhandlungen <849 HL Seite 285) sagt: „Er (Abgeordneter Habel) gründet sich auf die 30jährigen Durchschnitts- berechnungen, welche vorlicgcn und wonach dieDomänen jährlich allerdings nicht mehr alS 900,000 fl. rein ertragen haben."
Die auf dem Domanialvermögen ruhenden Lasten betragen, wenn 300,000 fl. als Eivilllste un engeren Sinne angenommen wird, der eigenen Aufstellung deo Hru. V. Eck gemäß 862,000; also nahe an 900,000, fl. Sollen aber fortan 900,000 fl. Domanialertrag aufgebracht werden, während auch vor dem März circa 900,000 fl. als Reinertrag gewonnen worden sind, so wird man eben wieder zur vormärzlichen Vcr- waltulmsweise greifen müssen, die, um nur die Do- mänenkasse zu füllen, den Interessen des Landes und seiner Bewohner geradezu entgcgenarbettete. Ist cs mit der Abänderung des Verwaltungsprincipes Ernst, und soll cs dabei sein Verbleiben haben, so gehen eben keine 900,000 fl. rein ein und es muß dann bei einer Civilliste von 300,000 aus der Landessteuerkaste beigeschossen werden. Das ergibt sich sonnenklar sogar aus den Aufstellungen des Herrn v. Eck. ,
Herr v. Eck räumt auch an einer Stelle seiner Entgegnung ein, daß bei geändertem Verwaltungs- vrincip die in die Kasse fließende Summe geringer werden müsse, zieht aber nicht die Con,equenzcn dieser Annahme. Das, was Hr. V. Eck herausgerechnet hat, wäre mit kurzen Worten folgendes: Wenn 800,000 fl. als Civilliste im engeren Sinne gelten soll, so muß die Summe, um welche der Reinertrag der Domäne unter 862,000 fl. bleibt aus der LandeSsteuerkasse berge- schossen werden.
Wir fragen: kann man unsere Ansichten glanzender bestätigen als Hr. V. Eck dies gethan hat? In seinem eigenen Domänenbericht steht, daß 900,000 fl. der vormärzliche Reinertrag sei, er selbst räumt ein, daß die Veränderung im Verwaltungsprincip, die der
^» Der spulende Dichter,
^Begnadigt, ja, begnadigt, Nicht todtgeschoffen, nein! Auch nicht gehenkt am Galgen, - Kanu man wohl milder sein?'
O, mittleidsvolle Seelen!
Ihr habet in der That Den lebensfrischen Körper Geflochten an das Rad.
Wenn diesem Marterrade Freiheit mich nicht entreißt: Dann spul' ich, bis mir einstens Der Lebensfaden reißt.
Ja, wenn dann einst die Spindel Sich nicht mehr drehen will, Dann hab ich ausgelitten, Dann steht mein Herz auch still.
Denn rasch, wie das Bervegeu Des Rades auf und ab: So spulen sich die Fäden Vvu meinem Leben ab.
März gebracht hat, eine Verminderung des Ertrages nach sich ziehen werde und daß die legten zwei Jahre ungefähr 700,OOOfl. als Reinertrag ausgewiesen haben. Kann man vernünftiger Weise auS allem dem etwas Anderes schließen, als daß der Ertrag der nächsten Jahre höchst wahrscheinlich bedeutend hinter 862,0000 Zurückbleiben dürfte, also aus der Landessteuercaffe bei- geschoffen werden müsse; — wenn man nicht etwa die vormärzliche Verwaltungsweise wieder einführen will. — Wie einig Hr. v. Eck mit uns inTpat und Wahrheit ist, geht aus folgender Stelle seiner Arbeit hervor: „sollten die Domänen keinen höheren Ertrag als 700,000 fl. abwerfen, so würden allerdings in den allernächsten Jahren die Ausgaben der Domäne deren Einnahme um 162,000 fl. übersteigen." Da nun durch nichts bewiesen ist, daß gerade von 1850 an die allernächsten Jahre einen höhern Ertrag geben möchten alS die Jahre 1848 und 1849 gebracht haben, für die folgenden Jahre aber die einen niedrigern Ertrag hcrvor- rusenden Ursachen als fortwirkend angesehen werden müssen; — sv sind wir — Herr v. Eck und der Westerwälder Corrcspondcnt — in Beziehung auf die nächste Zukunft vollkommen einig. —
Wir werden, wie schon bemerkt, in späteren Artikeln auch auf die Einzeln Heiken der v. Eck scheu Arbeit Angehen. Für heute wollten wir durchführen, daß das, was wir über die Vergangenheit c er Domäne sagten, unwiderlegt dasteye und daß bezüglich der nächsten Zukunft Hr. v. Eck unsere Ansichten durch seine Arbeit vollkommen bestätigt hat. In die ferne Zukunft, von der Hr. v. Eck sagt: „im Jahre 1887 würde ein Einnahme - Ueberschuß von 230,000 fl. zu erwarten sein" in dieses ferne jenseit 3 wollen wir unsere Polemik nicht tragen. Möglich, daß bis dahin das Volk 'glücklich ist, wenn auch in anderem Sinne.
5 Der Rechtsstreit des Hof- und Appel- tationsgerichts-Präsidenteu Raht gegen das Staatsminister mm,
Wiedereinsetzung in Amt und Gehalt betr.
Mit großer Befriedigung theilen wir unseren Lesern alS Fortsetzung der Darstellung in No. 286 u. folg, der Freien Zeitung vom vorigen Jahre einen neuen Sieg der Gerechtigkeit zur Aufrechthallung und Geltendmachung eines der wesentlichsten Volksrechte mit.
Das in dem oben bezeichneten Rechtsstreite am 5. l. M. ergangene Erkenntniß des H. Hof- und Appel- latiousgerichtö zu Dillenburg bestätigt in der Haupt- fache das Urtheil des H. JustizamtS daselbst vom 15. November v. I. ändert dasselbe aber hinsichtlich der Prozeßkosten erster Instanz zu Gunsten deS Klägers dahin, daß deren Erstattung an den Kläger dem Ministerium auferlegt wird. Dadurch ist also das StaatS- ministerium von Neuem schuldig erkannt,
Die Fäden, welche nährend Ein Herz zum andern ziehn, Die Geister schön verflechten Daß wunderbar sie blüh«. -*-
Das schöne, frische Leben Ist meinem Blick verbüßt: Ich stehe nur im Bunde Mit Geistern rachewild.
Die armen', todten Weber, Die man verhungern ließ, Besuchen meinen Kerker, Durchwehen mein Verließ.
Mit bleichen Geisterlippen Erzählen sie ihr Leid, Und weben aus den Fäden Ein schaurig Todtenkleid.
Und dem das Kleid gehöret, Der sieht die Weber nicht: Sein Auge bleibt verblendet, Bis es der Tod ihm bricht.
„den dem Präsidenten Naht decrctmäßig zuste- fcenben Gepalt mit jährlich 3000 fl. in Quartalraten praenumerando zahlbar vom 1. Juli 1819 (dem Tage der Entziehung) an auszahlen zu lagen und demselben das persönliche Porto- sreithum wieder zu verschaffen."
Die von dem Kläger zugleich beantragte Wiedereinsetzung in sein Nichteramt wurde von beiden Gerichtsbehörden, unter voller Anerkennung der rechtlichen Nothwendigkeit derselben, nur auS dem Grunde, weil eS sich um ein HopcttSrecht handle, und wegen deßhalb angenommener Jncompetenz der Gerichte, nicht ausgesprochen.
Wenn sich nach solchen Richtersprüchen daS Vertrauen auf unseren Richterstand bcsestigt und erhöht, so müssen wir, damit die Ehre werde, dem Ehre gebührt, auS der Prozeßgeschichte beifügen, daß die Hof- gerichtSrathe Ebhardt, Wenkenbach, Langhaus u. v. P keuschen von dem Kläger deshalb als Richter in dieser Sache verbeten wurden, weil sie in einer bei dem Ministerium im Juni vorigen Jahres gemachten Eingabe unter dem Ausdruck ihres ÄbschcnS gegen das Wirken des Hosgcrichtspräsideutcn Raht ; als Volköabgeordneter, eS mit ihrem StaatSdienrrge- wissen für unvereinbar erklärt hatten, mit demselben ' ferner in einem Collegium zu dienen. Obgleich selbst t der Präsident v. Wiutzrugcrodr, der seine Verantwortlichkeit gern durch Gutachten dritter Personen zu decken bemüht ist, zwar die je Eingabe alS ein die ■ Entlassung des Präsidenten Raht rechtfertigendes Aktenstück dem Kammerausschuß mitgetheilt, dennoch I aber, mit einem daS ganze Verfahren charakterisiren- 1 den Widerspruch die Veröffentlichung der Motive die- , scs ausfallenden HerauSlrcienS der vier GcrichtSmit- l glicder aus der richterlichen Sphäre auf den Kampfplatz Der Parteien bedenklich gefunden und mit Hülfe der rechten Seite der Kammer verhindert hatffo »st- es doch leicht, die Gründe dieser getreuen Nachahmung der herzcrwannenden Erklärung einiger bekannten Preußischen Kreuzzeitungsritter, welche letztre seiner Zeit die allgemeine Entrüstung hervorrief, zu errathen. Jedermann weiß, daß Raht als Richter wie als Abgeordneter, während seiner Anstellung in dem Ministerium, wie in der Kammer und außerhalb derselben die in den Märzversprechungen verheißene Neugestaltung des Vaterlandes zum Heil des Volks und zur Ehre der Regierung wahr zu machen und die Rechte des Volks, sowie die gesetzlich verkündigte Reichsver- fassung gegen Angriffe jeglicher Art zwar energisch und unerschrocken, aber offen und redlich zu vertheidigen strebte.
Man kennt daher den Gegenstand des Abscheues, sowie der Sympathie dieser vier Männer, welche sich so unberufen der „höchst würdigen" Verfolgung eines Richters, ihres Collegen, anschloffrn. Da diese loyalen Diener sich unmöglich das Monopol der Treue beilegen, daher anderen Getreuen einen Collegen nicht
Bis er in diesem Kleide
Vor Gottes Throne steht, Und heißer Schauer brennend Die kalte Brust durchweht.
Fr. M.
Aus Ungarn.
Unter diesem Titel schreibt die „Nat. Ztg." ist so eben ein interessantes Buch von Max Schlesinger bei Franz Dunker (Besser's Verlagshandlung) erschienen, das in den lebendigsten Schilderungen die Freiheitserhebung des ungarischen Landes und der ungarischen Männer den Lesern vor die Augen führt. Es ist keine Geschichte der Feldzüge, Schlachten, Unterhandlungkn und keine festgeordnete Reihefolge der Thatsachen in ihren Entwicklungen, aber es ist wie der Verfasser sagt, ein Buch voll interessanter Beiträge, Skizzen, Uebersichten und Episoden der ungarischen Revolution. Wir fügen hinzu, daß es ein reiches buntes Gemälde voll malerischer Schattirungen ist, eine würdige und ernste Feier der großen Männer und der großen Thaten, ein Buch mit warmer und edler Begeisterung, geschrieben für Ungarn und die Märtyrer der Freiheit. Die vielen lebhaften Schilderungen der handelnden Personen und des Landes, die einzelnen genauen Beschreibungen der Zu-