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btten Anbau deS Bodens, jeder Morgen LandeS^könnte ein Garten sein. Wären diese vielen Millionen zum Bau von Familienhäusern verwendet worden, jeder Bewohner unserer elenden Hütten könnte seine bequeme, gesunde Wohnung haben gleich den wohlhabenden Bürgern des Mittelstandes. Wahrlich, die Worte fehlen um alle die Wohlthaten zu bezeichnen, die für uns und auch für die übrige Welt in Folge dicjer unaufhörlichen und strafbaren Kriege verloren gegan­gen sind, dieser Kriege, die wir so unsinnigerwefte mit unsrem Gelde bezahlt haben." _

Ein Franzose spricht über die Kosten des bewaff­neten Friedens also: Einem Amerikaner scheint es un­möglich, daß das französische und englische Volk die furchtbaren Lasten tragen können, die beiden durch die immerwährende Kriegsbereitschaft ausgeburdet jmd. Wenn man die ungeheuren Summen betrachtet, die hierdurch in Frankreich und England vcr;chlun- gen werden, so wundert man sich, daß Armuth und Noth in beiden Ländern nicht noch größer sind. Nach den statistischen Berechnungen von Emile Girardin hat Frankreich von 1831 bis 1849 für bloße Militär- kosten die fabelhafte Summe von sechstausend Milli­onen Franken aufgewendet, und England noch ein paar hundert Millionen mehr! Beide Länder also über zwölftausend Millionen Franken, in nur neunzehn Jahren, in Frieden!!! Man erschrickt, wenn man die Nechnillig auf die übrigen Länder Europa's auskchnt, die Augen schwindeln über dem Abgrund!!! Girardin berechnet, daß mehr als die Hälfte der von Frankreich aufqewendeten Summe dem iwthigen Bedarf der Ar­men und der arbeitenden Klassen entzogen worden ist; die englische ZeitungLondon-Times" meint, daß neun Zehntheile der englischen Summe von den arbei­tenden Klaffen des Landes Herkommen. Diese beiden arbeitsamen Völker, was tragen sie nicht! Und bei solchen entsetzlichen Summen, die unfruchtbar verzehrt werden, will die schnöde Selbstsucht, der herzlose Un­verstand und das dumme Vorurtheil noch immer be­haupten , ein Land könne seine Armen nicht ernähren, seine Arbeiter nicht beschäftigen, seine Lehrer nicht ge­hörig besolden, und schreit mit wilder Pöbelstimme, wenn dies verlangt wird! Solch unermeßliche Sum­men aber werden" jahraus jahrein dem Wahne zum Opfer gebracht! Was würde man von einem Fami­lienvater sagen, der kein Brot anschaffte, keine Klei­der, der das Haus verfallen und die Seinigen darben ließe, sie aber zur Arbeit anstrengte, und von dem sauern Erwerb ein Feuerwerk veranstaltete 2

AMenverhandlungen zu Wiesbaden.

Neunter Prozeß.

Anklage gegen Andreas Klein und Heinrich Freimuth von Geisenheim, wegen Münz- verbrechens.

(Schluß.)

$ Wiesbaden, 1. Mai. Beim Beginn der heu­tigen Sitzung tritt zuerst der Justizamtsverwalter D i l- thei von Rüdesheim vor und erklärt, daß er keines­wegs den Angeklagten Freimuth zu seinem unwah­ren Geständnisse verleitet habe, sondern daß er ihm blos gesagt, daß es besser für ihn sein würde, wenn er ein freies und offenes Geständniß über den wahren Sachverhalt ablege. Acccssist Schumann bestätigt dies ausdrücklich. Es werden hierauf mehrere^fruher gegen die Angeklagten erlassenen Straferkenntiuffc ver­lesen. Nach denselben wurde Klein als Soldat we­gen Theilnahme an der Mißhandlung des Adam Ki­lian zu 14 Tage scharfem Arrest und wegen Theil­nahme" an einem Raufhandel und Mißbrauch des Seitengewehrs zu vier Monaten Correctionshaus, Freimuth dagegen wegen Entwendung eines Hals­tuches ebenfalls zu 4 Monaten Correctionshaus ver- urtheilt. Diese erlittenen Strafen sollen jedoch nicht

nur daß hier doch mehr Arbeit zu finden sein möchte als dort -oben, da die Stadt selbst viel zur Verbesserung ihrer Anlagen thut. Welcher Art diese aber manchmal ebenfalls von Nothwendigkeit gebotenen Anlagen, sind, mag der Leser daraus sehen, daß eine sehr große Anzahl von durch die Corporation besoldeten Wagen damit be­schäftigt sind, Büsche und Reisig aus dem benachbarten Holz zu holen, um die tiefsten Löcher der Straßen damit zu belegen, und Wagen vor dem gänzlichen Un- tersinken zu bewahren. Bekommen aber Maulthiere manch­mal ihre Füße zwischen die Zweige, so ist es ein ordent­liches Kunststück sie wieder frei zu machen.

Montag den 24. Dezember brach plötzlich Feuer in San Francisco aus, und es läßt sich denken, daß cs bei der leichten Bauart der Stadt, die Bewohner in nicht geringe Furcht und Schrecken versetzte. Das Feuer entstand in einem am öffentlichen Platz stehenden Hause und theilte sich bald den danebenstehenden Gebäuden, sämmtlich von Brettern errichtet, mit. Unter ihnen war auch das sogenannte Parkerhaus, eines der bedeutendsten Häuser der Stadt, das etwa 30,000 Dollars zn bauen gekostet hatte, und monatlich 12,000 Dollars Miethe trug natürlich meistens von Spieltischen, deren es eine wahre Unmasse enthielt. Durch Sprengen und Nie­derreißen that man da anch glücklicherweise kein Wind wehte dem Feuer endlich Einhalt. Der Schaden ist auf 1'4 Millionen geschätzt. Gestohlen wurde übrigens trotz der so oft gerühmten kalifornischen Redlichkeit, eben-

als Rückfall in Betracht kommen nach der Erklärung des' Staatsprokurators R e t ch m a n n. Dieser schreitet dann zur weiteren Ausführung der Anklage. Er kommt schließlich zu dem Resultate, daß die Verausgebung der falschen Münzen wissentlich, daß letztre falsch seien, geschah, und daß das Verausgeben gewerbsmäßig bc, trieben wurde. Auf die Verbindung mit dem Falsch­münzer, dessen Gehülfen oder Begünstigern, legt er besonders Gewicht, diese Verbindung sei zwar nicht ge­nau erwiesen, gehe aber doch aus Allem hervor, was die Untersuchung ergeben. Der Vertheidiger Cramer führt aus, daß es zwar erwiesen sei, daß die Ange­klagten das falsche Geld gemeinschaftlich verausgabten, nicht aber, daß sie in Verbindung mit Falschmünzern gestanden. Dieses könne nur eine Vermuthung sein, und als solche nicht in Betracht kommen. Eine ge­werbsmäßige Verausgabung liege aber auch nicht vor, vier hintereinanderfolgende Tage könnten hierzu keinen Maßgab geben. Daß sie es wissentlich ver­ausgabten, sei ebenfalls nicht ganz erwiesen , sie seien erst später, nachdem ihnen ein Stück znrückgewicscu worden war, darauf aufmerksam geworden. Es sei demnach die Sache in vieler Hinsicht milder zu beur­theilen. Replik und Duplik des Staatsanwalts und des Vertheidigers bringen nichts Neues. DasNesüme des Präsidenten ist kurz, um so langer bleiben aber die Geschwornen in ihrem Berathungszimmer. Wegen un­vollständiger Beantwortung der ltcn Frage müssen sie sich nochmals zurückziehen. Die Itc Frage wird nun vollständig beantwortet. Die Angeklagten sind sonach der Verbindung mit Falschmünzern beschuldigt und werden ein jeder zu 4 Jahren Zuchthaus, in die Un- tersuchungskosten rc. vcrurthcilt.

Wir bemerken hier in Beziehung auf die in diesem Quartal schon abgeurtheilten Prozesse noch nachträg­lich, daß im ersten Prozeß Hr. Prok. Geiger, im dritten und fünften Prozeß Hr. Prok. Heeser und im achten Prozeß Hr. Prok. v. Eck als Vertheidiger fungirten.

Deutschs«»» K.

X Montabaur, 29. April. Kaum hatten die schon vielbesprochenen Liguorianer nach segensreichem Wirken (?) unsere Gegend verlassen und den gläubig- frommen Sinn unserer Landleute eines theils mit mit­telalterlichem Schleier umhüllt, audcrntheils aber auch durch zu dctaillirter Darstellung von gewissen Lastern und durch ihre Angriffe auf die Freiheit, den Nach­denkenderen die Augen geöffnet, so lasen wir hier nud da in öffentlichn Blättern die Nachricht, daß ein jun­ger Mann von Limburg cs wage, eine Opposition auf kirchlichem Gebiete durch die Herausgabe der Blatter aus Nassau" zu bilden. Bald darauf erschienen Schmähungen der gemeinsten Art gegen den Redakteur derselben in den zur Aufnahme von der­gleichen Artikeln jederzeit sehr bereitwilligen, bei uns sogenannten geistlichen Blättern: wie Rhein- und Moselzeitung, Mainzer Journal :e. Da log man von einem durchgefallenen Candidaten der Theo­logie, sprach von dem Redakteur derselben als einem Kinde und was am lächerlichsten ist, mit einer verfehlten Ironie von einer Con current in der Freien Zeitung, d. h. auf gut deutsch:Ihr Gläubigen könnt denken, was für ein Subject der Redacteur sein muß; er denkt und wirkt gerade wie die gottlose Freie Ztg."; aber zu Eurer Beruhigung, Ihr gelehrten Herren, sei Euch gesagt, daß uns die Tendenz und konsequente Durchführung der Freien Zeitung noch immer sehr gut gefällt und uns conse- quenterweise die verhöhnteConcurentin" aber als Concurentin nur willkommen sein kann.

Als wir nun, wie bemerkt, von dem Erscheinen der Probenummer derBlätter aus Nassau" lispeln hörten, waren wir begierig, ein Eremplar

falls, und eine große Zahl von auf der That ertappten Individuen verhaftet, ein Neger aber, den man gleich­falls beim Stehlen erwischte, von dem erzürnten Volk zu Boden geschlagen und unter die Füße getreten, wo er gestorben sein soll.

Und die Brandstätte? Wer zwei Tage später dort­hin kam, sah schon keine Brandstätte mehr, daS Par. kerhaus ist schon wieder nach fünf Tagen im vollen Bau begriffen, und mit 'den Zimmerle-ten so vcr- akkordirt, daß sechszehn Tage von dem Brand ab ge­rechnet wieder vollkommen beendet dastehcn muß. Drei Häuser sind heute Morgen, am 29sten, schon wieder errichtet gewesen, und in einem wohnen sogar schon wieder Leute.

Einen schönen Anblick gewährte übrigens bei dem Brande der Hafen, in dem sämmtliche Fahrzeuge segel- fertig und jede Minute zum Auslaufen bereit lagen.

Schon vor dem Brand erhielt ich ebenfalls eine für ' mich höchst schmerzliche Nachricht unser Reisegefährte, der arme junge Matrose, war, schon am Bord eines Schooners der ihn von hier nach San Francisco bringen ' sollte, gestorben. ES that mir um so weher, daß ich in seinen letzten Stunden nicht hatte bei ihm sein können, da ich ihn wirklich, seines ruhigen, ordentlichen Betragens , wegen, lieb gewonnen. DaS war wieder ein den Minen , gebrachtes Opfer; o wie viele sind ihm schon vorangegangen

wieviele werden noch folgen!

(Fortsetzung folgt.)

derselben zu Gesicht zu bekommen, aber wiewohl die­selben sich in den Händen einiger hiesigen Lehrer und Geistlichen befanden, wollte uns dieses nicht gelingen.

Fürchteten diese Herren, die genannten Blätter möchten sich auch hier bei Einzelnen einnisten und so durch gottloses Wirken Aergerniß geben, oder achteten sie dieselben für zu geringfügig und legten sie somit gleich ad acta ? ?

Auf direktem Wege durch Abonnement befinden wir uns jetzt im Besitze der Probcnummern und erfreut über das muthige und wahrheitsliebende Streben deS Redacteurs, der es wagt, unbekümmert um das Ana­thema der Geistlichen eine Opposition anf kirch­lichem Gebiete zu bilden, und der Freiheit auch dort ihren Weg zu bahnen, erlauben wir uns im Interesse der Wahrheit Alle zu recht thätigem Antheil au den­selben zu ermuntern. Es braucht keiner besonderen Lobeserhebung, der Inhalt derselben steht für sich selbst ein:

Den mit Vorurtheil gegen sie Behafteten noch die Bibelstelle:Prüfet Alles und das Beste behaltet."

Bingen, 30. April, Nachmittags 6 Uhr. Dank der kräftigen Hilfe aus der Umgegend, namentlich von Mainz, sind wir endlich des schrecklichen Feuers Mei­sters geworden. Die ganze Judengasse, mit Ausnahme eines einzigen Hauses, das Steinbach'sche Haus auf dem Markt und fünf Häuser der an die Judengasse stoßenden Rheingasse, sowie mehrere Häuser der Hm- tcrgaffe sind in einen Schutthaufen verwandelt. (O-A-Z.)

Frankfurt, 29. April. In einigen Tagen wird die bekanntlich durch freiwillige Gaben zusammenge­brachte Bibliothek der National-Versammlung, welche sich zur Zeit noch in der Paulskirche befindet, übrigens weder sehr groß noch sehr werthvoll ist, mit der Bib­liothek der ehemaligen Bundes-Versammlung vereinigt werden. Ob wohl die Schenker au die Möglichkeit gedacht haben, daß ihre Geschenke in so gute Ge­sellschaft kommen könnten?!

Frankfurt, 1. Mai. Mit dem gestrigen Tage dem 30. April, ist das Interim abgelaufen? Ist es erneuert worden? Die Einen behaupten es und wol­len wissen, Oesterreich und Preußen hätten auf eigne Faust daffelbe von heute an auf zwei Monate verlän­gert, nachdem Baiern bei der Bundeskommission die Erklärung abgegeben, daß die bairische Regierung nur zu einer solchen provisorischen oder definitiven Einrich­tung der Bundesbehöxde einwilligen werde, wenn man Baiern selbst einen direkten Antheil daran nehmen lasse. Dem hätte Preußen sich aber entschieden wi­dersetzt. (N. D. Ztg.)

Frankfurt, 1. Mai. Was den Rücktritt Hessen- Darmstadts vom Engeren Bunde betrifft, so soll bis zur Stunde ein offener Bruch mit Erfurt nicht erfolgt sein; wohl aber dürfte sich der genannte Nachbarstaat der bekannten von Hessen-Kassel gegebenen Erklärung angcschlossen, d. h. erklärt haben: dem Bündniß nur unter der Voraussetzung Großdeutschlands rechtlich sich für verbunden zu erachten. Dies ist freilich ein Los­sagen, aber kein Bruch. (F. I.)

Oldenburg, 26. April. Heute beschloß der Land­tag, das Gehalt des Bevollmächtigten im Verwaltungs­rath (6300 Rthlr.) und die Kosten für die Abgeord­neten zum Erfurter Volkshause nicht zu bewilligen, da durch die Haltung des Ministeriums in der deutschen Frage der alte Standpunkt des einseitigen Vorschrei­tens der Regierung wieder eingenommen sei. (W.Z.)

Stuttgart, 29. April. In der heutigen Sitzung der Landesversammlung wurde ein Antrag von Dör« teubach angenommen, der darauf hinausgeht,daß der Betrag des auszugebenden Papiergeldes von drei Millionen als Theil der Staatsschuld bezeichnet, 500,000 fl. als Einlösungsfonds decretirt, die Staats­kasse zur Einlösung von Papieren nicht unter dem Be­trag von 100 fl., die übrigen öffentlichen Summen nicht unter 20 fl., so weit ihre Mittel reichen, ver­pflichtet werden."

Kiel, 27. April. Nach den glaubwürdigsten Nach­richten aus Kopenhagen ist außerordentlich geringe Aussicht auf einen günstigen Ausgang des Unterhand­lungsversuchs vorhanden. Am meisten zu fürchten ist, daß unsere Vertrauensmänner sich in der dänischen Hauptstadt durch Verhandlungen über leere Formali­täten und unter allerlei Vorwänden lange Zeit auf- halten lassen, ehe sie zu dem Entschlusse gelangen, der endlich doch von ihnen erzwungen werden wird, unverrichteter Sache zurückkehren.

Berlin, 29. April. Das Tragen der deutschen Cocarde beim Militär hatte in letzter Zeit zu Demon­strationen und Parteiungen unter den Soldaten der hiesigen Garnison geführt, indem viele außer dem Dienst nur die preußische, andere aber nur die deutsche trugen. Ein Corpsbefehl des General Wrangel hatte vor 814 Tagen das gleichzeitige Tragen bei­der Cocarden eingeschärft und im Unterlassungsfall mit 3 Tagen Arrest bedroht. Trotzdem blieben die Fälle nicht aus, daß Soldaten bald nur mit der einen, bald mit der andern Cocarde betroffen wurden und da an­geblich die Parteiungen anfingen, zu Reibungen und Conflicten unter den Soldaten zu führen, so ist gestern dem sämmtlichen Militär hier das Tragen der deutschen Cocarden an den Feld- und Dienst­mützen untersagt worden, in Folge dessen heute kein Soldat dieselben mehr an der Mütze trägt. Die