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Wiesbaden. Donnerstag, 2. Wca»

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âeiheit und Ueeht!"

FF. Briefe über Erfurt

Wie gesagt, so geschehen. Die beiden Häuser des F stungspavlamcnts haben die Differenz ihrer Beschlüsse del der Borrevisson der sog. DrelkönigSvcrfassung aus­geglichen. Der Hauptpunkt war, wie erwähnt, der Beschluß des StaatenhauseS, kraft dessen dieRcichsge- setzgebung" die leitenden Grundsätze für die Wahlen der Landesvertretung in den Einzelstaaten festsetzen sollte. Ohne diese Bestimmung keinBundesstaat", wie er Preußen taugen konnte, ohne diesen Paragra­phen kein Großpreußen möglich. Und das sogenannte Volkshaus" sah dies ein, verwarf seine frühere An­sicht und stimmte dem Staatenhause bei. In der Sitzung vom 25. April, wo die Debatte darüber statt­fand, ging Hr. Manteuffel offen mit der Sprache heraus, weshalb Preußen darauf bestehen müsse, daß eine solche Bestimmung getroffen werde, wodurch in den meisten der kleinen Staaten die wichtigsten Volks­rechte weggemärzt werden können. Der Bundesstaat, wie ihn der preußische Herr Minister, der Mann der rettenden Thaten, versteht, und die Verfassung desselben ist nichts als einegemeinsame Feuerordnung", eine polizeiliche Anstalt zur Verhütung von Feuersgefahr, kraft welcher man den Leuten in die Häuser dringt und ihnen gebietet, ihre Hausordnung einzurichten, wie hohe Polizei es für gut findet. Wahrlich, eine hohe Ausfassung der Idee der deutschen Einheit, die angeb­lich in dem Erfurter Werk verkörpert werden soll eine prächtige Auffassung die des Herrn Man teuf­st!! Kommt her ihr, die ihr euch vor Brand und Feuersbrunst fürchtet, Manteuffel bescheret euch KUjc gtNtemsame Feuerordnung und ihr könnt nun, so weit ès die Schaarwacht in der Pickelhaube, der poli­zeilichen Oberaufsicht wegen, für gut hält, euch nicht darin -n stören, ruhig ichlafen und schlummern, bis zum jüngsten Tag. Der Erfinder der neuen Löschau. Kalt, die sich, wie man zu furchten hat, wohl noch weit mehr mit dem Lichte, als mit dem Brande be­schäftigen wird, Herr Manteuffel, ward aufs leb­hafteste lluterstützt von einigen derBesten und Edel­sten" die Deutschland besitzt, von den Herrn Heinrich v Gagern und Fr. Basser man 1111 aus Mann- brön Der Letztere hat seine alten Tonweisen über die Demokratie abgeheult, und der Mann der kühnen Souveränetätsgriffe ist nicht hinter ihm zurückgeblieben.

Es war ein erbauliches Schauspiel zu sehen, wie selbst der treuePollnr" des Mannheimer buchhändleri- scheuKastor", wie selbst Mathy sich gegen Ansichten 'elueS Freundes auflehen, und wie der grimme Vinke dem gewaltigen Gagern den Tert lesen mußte. Aber was halfs, daß sie und daß Riesser mit der geküßten Wange, wenn auch keineswegs das allgemeine Stimm­recht doch das Recht der Einzelstaaten, durch die unumgänglich nothwendige Bedingung der Selbstregie- rund zu wahren suchten; der fragliche Paragraph wurde mit'138 gegen 69 Stimmen angenommen.

Ein Streifzug in die kalifornischen Minen wahrend der Regenzeit.

Von Friedich Gerstäcker.)

(Fortsetzung.)

Arbeit mußten wir aber haben, und was ein Mensch recht ernstlich will, kann er auch. Von Suttersville zurückkehrend kamen wir am Ufer des Sacramento her­aus durch das Holz, und fanden dort viele Holzschläger. Einzelne Leute engagirten diese für sie Klafterholz zu schlagen, welches sie dann wieder in die Stadt führten und verkauften. Der Preis für diecord (acht Fuß lang, vier Fuß tief und vier Fuß hoch) die Fuhr nach der etwa eine englische Meile entfernten Stadt betrug wieder ungefähr 8 Doll., so daß die Klafter in der Stadt ungefähr 1617 Doll, kostet. Die Amerikaner wollten aber auch nicht gern Leute direct annehmen, Holz zu schlagen, da ihnen das Land, auf welchem das Holz stand, gar nicht gehörte, so viel erfuhren wir aber, daß wir das einmal geschlagene jedenfalls leicht verkaufen könnten, und am Donnerstag den 29. gingen wir endlich rüstig dran (ich mußte aber vorher mein Gewehr ver­setzen, um eine Axt zu kaufen, da wir eine zweite im Anfang borgen konnten), und wenn es auch nicht recht fördern wollte, denn die Glieder waren durch den Marsch und die schlechte Nahrung geschwächt, wie der harten Arbeit noch nicht gewöhnt, so richteten wir uns doch

Schon jetzt jubeln die msnistriellen Organe darüber, daß beideHäuser" in Erfurt diesen Beschluß gefaßt haben, in welchem sie den Kern der preußischen Ein- Heits erblicken und woraus die preußische Politik ihr Recht gerieften wird, denjenigen kleinen Staaten, welche sich nicht zu wehren wissen, ihre Selbständigkeit und Unabhängigkeit aufzuheben und sie zu preußischen Pro­vinzen mit preußischen Provinziallandtagen zu machen. Dieser Beschluß soll überdies als Köder für die klei­nen Fürsten dienen, die durch die Lockspeise sich der unbequemen Volksvertretung entledigen zu können, über den gewissen Ausgang dieser Maneuvere irre geführt werden sollen, indem doch nichts sicherer ist, als daß die durch den Beschluß der Erfurter Mi­noritätsgesellschaft ungebahnte Confiscation der Land­tage in den kleinen Staaten nur das Vorspiel ihrer eigenen Mediatisirung ist. Das preußische Regiment aber unter den Manteuffels oder Gerlachs wird schwe­rer auf Land und Leuten liegen, als je die Herrschaft der kleineren Dynasten in den kleineren Staaten auf diesen gelastet hat.

Zur Dom ä n e n f r a g e.

Von V. v. Eck.

(Fortsetzung)

Bevor ich zur Untersuchung der Frage übergehe, in wieweit eine Ab - oder Zunahme dieser Ausgaben in Zukunft zu erwarten fiept, muß ich berichtigend be­merken, daß nickt (wie in Artikel !it. behauptet wird) 36, sondern daß nur 49 Millionen, und daß diese die Bruttoeinnahme der Domainen aus den Jahren 181U 1847 bildende Summe nicht allein für Verw a I lu ngsk osten , Schatulle u n d Hofhal­tung verbraucht worden ist. Aus der Anlage 19 des Domainenberichleö vom 22. Dezember 1848 ergibt sich vielmehr, daß von jenen 49 Millionen nicht wen i- ger als 9% Mili0fieu zur Verzinsung der Domauialschuld verwendet worden find. Weiter ist nicht außer Acht zu lassen, daß ein nicht un­bedeutender Betrag, welcher jedenfalls eine Million übersteigt, in Folge der Territorialveränderungen und der dabei abgeschlossenen Staatsverträge als Pensio­nen an übernommene Diener und an Mit­glieder aufgehobener geistlicher Corpora- tionen hat bezahlt werden müssen. Im Jahr 1816 haben die Pensionen solcher Mitglieder aufgelöster Cor- porationen 106,712 fl. 20 fr. und die Pensionen der Oranischen, Saarbrückischen, Saarwerdenischen, Kur- mainzischen, Kurtrierischen und Kurpfälzischen Diener 23,829 fl. 35 kr. betragen. (Domainenbericht Anl. 21.) Dieselben waren im Jahr 1848 bis auf 10,806 fl. 28 kr. (oben pos. 111.) heimgestorben.

Was die Verw al tungskosten, welche in den gedachten 32 Jahre über 18 Millionen erfordert haben, anbelangt, so zerfallen dieselben:

nach und nach wenigstens so wieder ein, daß wir an« fingen zu verdienen, anstatt täglich mehr in Schulden zu gerathen.

Wer aber waren die Eigenthümer des Landes, auf welchem das Holz geschlagen wurde? Niemand wußte das genau, und jeder suchte indeß den möglichsten Nutzen daraus zu ziehen. Allerdings gab es einige Leute in Sacramento , die behaupteten ein Recht auf das Land zu haben, und im Holz sogar gedruckte Zettel an die Bäume heften ließen, in denen die Holzschlâgcr vor den Folgen gewarnt und ihnen schwere Ahndung angekündigt wurde; diese Zettel rissen aber die Holzschläger nicht ab, sondern fällten nur einfach die Bäume und ließen dann das Stück an dem sie saßen zum Hohn oben auf ihrer Klafter liegen. Ueberall ließen sich dabei sogenannte squatters im Walde nieder, und gedachten nun auch dem amerikanischen preemption right nach, ein Anrecht auf den Boden selber zu beanspruchen.

Eben diese Squatters waren aber auch zu gleicher Zeit thätig, ihre Ansprüche in anderer Art geltend zu machen; nichr allein auf das Holz, sondern selbst auf die Stadt wollten sie diese nämlich ausdehnen, und es galt nun nichts Geringeres, als alle früherenClaims auf Grund und Boden dieses Landes, welche einzelne haben mochten, null und nichtig zu machen. Zu diesem Zweck wurde eine Versammlung der Squatters gegen die unrechtmäßigen Ansprüche der »Landeigenthümerâ eben­falls durch Anschlagzettel ausge'chrân und an dem be­

a) in Verwaltungsaufwand, bestehend in den Gehalten der bei der Domainendirektion, sowie der bei der Localverwaltung, den Recepturen, im Do- manialban- und Bergwesen, bei den Bade- und Brun­nen-Anstalten, und für den Domanial-Weinbau angc- stellten Diener, sowie in dem unständigen Verwaltungs- aufwande au Bureauuothwendigkeiten, Reisekosten u. s. w. Der Verwaltungsaufwand war für das Jahr 1849 zu 134,01)0 fl veranschlagt;

b) in die Ernten-, Cultur- und Bau-Kosten, welche für 1849 zu 217,000 fl. und

c) in die Staats- und Gemeinde-Steuern, sowie in die auf den Domainen als Re al lasten haftende Beiträge für Kirchen und Schulen, und zur Unterhaltung des Fasselviehes, welche zusammen im Jahr 1840 zu 178,190 fl 27 kr. veranschlagt waren. (Landtagsverhandl. V. 1849, Band 11. S. 20.)

Von diesen Kosten beruhen die unter c. auf staatS- und privatrechtlichen Verpflichtungen und lassen keine bedeutende Veränderung erwarten. Eine verständige Vermehrung der Kosten unter b vermehrt den Ertrag der Domainen und die Beschäftigung und den Ver­dienst der arbeitenden Classe. Eine Verminderung die­ser Kosten führt die entsprechenden Nachtheile für die Domainenkasse und für die von ihrer Arbeit lebende Bevölkerung mit sich. Nur an den Kosten unter a. sind und waren Ersparnisse zu machen.

.(Fortsetzung folgt.)

Asstfenverhandiungen zu Wiesbaden.

Neunter Prozeß.

Anklage gegen Andreas Klein und Heinrich Freimuth von Geisenheim, wegen Münz- _____. verbrechens. .

(Fortsetzung.)

$ Wiesbaden, 30. April. Freimuth namentlich behauptet, daß er dies nicht gewußt habe; wenn er in der Voruntersuchung angegeben haben solle, daß er es gewußt habe, so sei daran Der Justizbeamte Schuld, der ihn zu einer solchen Aussage dadurch bewogen habe, daß er gesagt, Klein habe dies bestimmt angegeben und er solle dies nur auch thun, wenn er frei kommen wolle. Er habe sich dazu auch verstanden, da er sehr bestürzt und verwirrt gewesen sei, sehe sich jetzt aber getäuscht. Zur genauen Konstatirnng dieser Aussage wird auf morgen frühe der Justizamtsverwalter Dilthei von Rüdesheim in die Sitzung geladen. Münzmeister Zollmann erkennt sämmtliche Münzen für falsche, die aus derselben Masse bestünden, wie alle die schon vorgekommenen und die wohl auch alle aus einer und derselben Fabrik seien. Auf den Antrag des Staatsanwalts wird der Kriminalrichter Zinn vernommen, welcher erzählt, daß der neulich verur- theilte Gruber augezeigt habe, Klein habe sich mit einer Schildwache in ein Gespräch darüber eingelassen,

nannten Abend fanden sich am Ufer des Sacramento, dem City-Hotel gegenüber, um eine errichtete und mit der amerikanischen Flagge geschmückte Tribüne und ein fabelhaftes wohl zehn Fuß aiifloderiides Lagerfeuer, eine Masse Menschen zusammen, die unter Jubel und Hurrah» schreien den Beschluß faßten: die Ansprüche Sutters und andererlandholders seien ungerecht und nichtig, jeder Bürger der Vereinigten Staaten habe als Squatter das Recht, sich niederzulassen, wo er wolle, und Anspruch auf 160 Acker und sie seien nicht gesonnen sich hierin auch nur das Mindeste verkümmern zu lassen. Allerdings traten dagegen einige zu Gunsten der Landeigenthümer auf, und ermahnten die Leute die Gesetze abzuwarten die jetzt in den Vereinigten Staaten berathen und ihre ganzen Verhältnisse ordnen würden, die Squatter waren aber in zu großer Mehrzahl da, wollten auf keine Vernunft hören, und führten ihre Beschlüsse natürlich nur in der Versammlung endlich durch.

Dem zu begegnen hielten die vLandeigenthümer^ hier­nach eine Gegenversammlung in einem der unten am Wasser gelegenen Hotels, die Squatters als rfreie und unabhängige Bürger* drängten sich aber hier hinein und wußten sich durch Lärmen und Toben, wenn gegen ihre Ansichten gesprochen wurde, ihr Recht auch hier zu sichern. Hiernach kam wieder eine Squatter-Versammlung und fast allnächtlich schallte das nur durch donnernde Philippiken unterbrochene .Hurrah" von einigen Hundert Menschen durch die stillen Straßen der Stadt.