^Freiheit unb Neeht!"
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Wiesbadcsr.
Dienstag, 23 April
1850.
Die „Freie Zeit ung« erscheint, mit Äuönnpuie deS Monta.iS, einem Boren - Avonnemen»K , ---
KlÄ^ r“ ^Ältnißinäßigcm Aufschläge. - Inserate werden bereitwilli/aügenomnen uno sind bei der großen Be7b!eitüna d» -" W-tSbaven I ff. 45 fr., aus.
lâi» lLifotgc. — Die jnfenuionSßebu^ren betragen für die vierspaltige Petitzeiie 3 Lreuzcr. 3 9 ^"drettung der „Freien Zeitung« stets von wirk.
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Der Dperationsplan der Restairation gegen Frankreich.
n Wiesbaden, 21. April.
Ueber die von dem absoluten Europa gegen das revolutionäre Frankreich beabsichtigten Pläne brachte vor einigen Tagen die Berliner Nationalzeitung einen Aussatz, der in weiten Kreisen, solchen ter Demokratie wie des Absolutismus, gerechtes Aufsehen erregte.
In No. 64 der Freien Zeitung sagten wir: „Der Drache der Reaktion kann sich nicht eher zur Ruhe begeben, bis daS allgemeine Wahlrecht der Franzosen vernichtet ist: eher nicht ist der Schlaf in Petersburg, Wien und Berlin wieder ruhig, als bis der größte Theil des Frankenvolks durch Entziehung jenes Rechts wieder zur Unmündigkeit verdammt ist."
Die Nationalzeitung führt in ihrem Aufsatze dieses Thema weiter aus: sie weist darauf hin, wie nur Kinder und Runen an die Möglichkeit eines Kriegs zwischen Oestreich, Rußland und Preußen glauben können; sic zeigt den Zusammenhang an, der zwischen den Bestrebungen der östlichen Mächte und den französischen Bolts- und Freiheitsverrathern statt hat; und sie gibt endlich allen militärischen Aufstellungen, welche in neuester Zeit die mannichfachstcn Deutungen erfahren mußten, die einzig richtige Erklärung durch die Hinweisung auf das revolutionäre Frankreich.
Wir wollen unsern Lesern diesen trefflichen Aufsatz der Nationalzeitung nicht vorcnthaltcn, und lassen ihn hiermit wörtlich folgen:
„Seit dem Beginn der Pariser Wahlen ist eS von den Plänen der Rpstanraliou gegen die Schweiz und gegen Frankreich stiller geworden; dagegen ist mehr denn je von Rußland, von einem Kriege, den Preußen mit Rußland bekommen könnte, die Rede. Unsere reaktionären Blätter, wie die Vossische Zeitung, scheinen förmlich angewiesen zu sein, ihr Publikum mit einem russischen Kriege zu ängstigen, dabei die Macht und Herrlichkeit des Czarcuthums in's beste Licht zu stellen, an die Süßigkeiten der Freundschaft des russischen Ka- binetS mit dem preußischen zu erinnern und die Fanatiker der Ruhe so allmalig auf den Einmarsch der Russen in ein paar preußische Provinzen vorzubereiten, — nicht um Krieg gegen Preußen zu führen, sondern um den gegen Frankreich und die Schweiz vorgeschobenen. österreichischen und preußischen Truppen als Reserve zu dienen und die auf dem Kreuzzuge des Absolutismus gegen die Demokratie begriffenen Regierungen vor ihrem Volke daheim zu beschützen.
An einen Krieg zwischen Preußen und Rußland wird fein verständiger Mensch glauben. Es genügt, die drei Thatsachen zusammenzustellen, daß erst eine russische Depesche erscheint, welche dem preußischen Ka- binet, im Tone eines Vormundes gegen seinen Mündel, Vorwürfe über das zu passive Verhalten gegen die
„Empörung" in Schleswig-Holstein macht; daß darauf General v. Rauch nach Schleswig geschickt wird, und daß dieser Abgesandte den Alexander-Newsky-Orden aus Petersburg erhält. Angesichts solcher Thatsachen, abgesehen von der neuesten Wendung der Dinge in Erfurt, wird Niemand an einem herzlichen Einvcr- ständniß der Kabinette von Berlin und St. Petersburg zweifeln.
Es gilt, die öffentliche Aufmerksamkeit wach zu erhalten, um wo möglich die Kabinette zu hindern, sich auf die Ausführung abenteuerlicher Pläne einzulassen, die seit lange entworfen sind. Es gilt, dem Lande, wo möglich es zu ersparen, aus eigener Erfahrung kennen zu lernen, was russische Freundschaft und russische Intervention eigentlich bedeutet. Oesterreich und Ungarn haben es erfahren, und selbst Fürst Felix Schwarzenberg möchte Anstand nehmen,juf» zum zweitenmal von dem Czaren retten zu lassen. Es gilt, die Augen auf das was diplomatisch gesponnen uno militärisch begonnen wird, gerichtet zu halten, damit nicht die Kunde von der Erneuerung der heiligen Allianz und dein Einmarsch der Russen in Preußen, Posen und Schlesien die Ungläubigen und Unwissenden überfalle, wie ein Dieb in der Nacht.
Preußen hat 39 Million, Baiern 22 Million zu Eisenbahubauten und Kriegsrüstungen erhalten; Oesterreich und Rußland haben ihre Heere in voller Kriegsstärke, Sachsen hat seine Armee beinahe verdoppelt, Hannover, Würtemberg und die übrigen kleinen deutschen Staaten haben ihr Kontingent und darüber unter den Waffen.
Die Regierungen Deutschlands oktroyiren nach Belieben, ohne den geringsten Widerstand zu finden, und dennoch greifen sie mit Ungestüm in die Taschen des Volks, um neue Heeresmassen aufbieten zu können.
Natürlich fragt sich Jedermann, wem alle die Rüstungen gelten, wozu alle diese Kraftanstrenguug^
Die Regierungen beeilen sich allerlei Antwort zu geben.
Lest ihr nicht, heißt es, in unsern Noterr-won dem Zwiespalt zwischen Preußen und den Kleinen einerseits, Baiern, Hannover, Würtemberg, Sachsen und Oesterreich anderseits; seht ihr nicht den Kampf zwischen Erfurt und Frankfurts voraus? Haben wir nicht die Demokraten niederzuhalteu und dem von Breslau und Magdeburg aus sich verbreitenden Aufstande die Spitze zu bieten.
Allein so hübsch ausgedacht dasalles ist; so unbefriedigend, so sehr ohne Zusammenhang mit den bisherigen rettenden Thaten der Regierungen ist eS. Die einzig befriedigende Lösung ergibt sich, wenn man fortwährend davon ausgeht, daß sämmtliche Kabinette die übereinstimmende Absicht haben, dem aristokratisch- büreaukratischen Absolutismus wieder auf die Beine zu helfen, die sie stets beunruhigende, sie ewig bedrohende Demokratie, in den Grenzen deS Europäischen Festlandes wenigstens, mit der Wurzel auszurotten und
deshalb einen neuen allgemeinen Koalitionszug gegen Westen zu veranstalten.
Frankreich ist mächtig, konzentirt genug, um sich siegreich gegen den Osten zu halten, sobald es einig und gewarnt vor einem Kriege wohlgerüstet dasteht; damit es unterliege, muß es in einen Bürgerkrieg gestürzt und überrumpelt werden. Der Bürgerkrieg ist Sache der Diplomaten allein, die Uebertumpelrng gemeinsame Sache der Militärs und Diplomaten.
Lassen wir heute die Machinationen, deren es bedarf, um Frankreichs Bürger zum blutigen Kampf gegen einander zu treiben, unbeachtet und sehen wir uns etwas näher die Maßregeln au, welche getroffen werden, um Frankreich unverhofft überfallen zu können.
^Der Rhein und die Alpen bilden die Operation!?- bafiö in einem Kriege gegen Frankreich; von ihr aus beginnen die Bewegungen, dort also mußten binnen kurzer Zeit bedeutende Armeen aufgestellt werden können. Preußen hat gegenwärtig incl. der Landwehr 80,000 Mann auf der Linie von Basel bis Wesel; der Rest der Armee von ungefähr 230,000 M. ist mit Ausnahme weniger Regimenter, die in Ost- und Westpreußen stehen, so plaoirt, daß er in 3—4 Tagen die Eisenbahn erreichen kann. Die hierbei ciugeerchuete Landwehr ersten Aufgebots ist zum größern Theil entlassen, steht aber, sobald es nothwendig erscheint, in 3—4 Tagen unter den Waffen.
Durch Preußen gehen zwei große Eisenbahnlinien nach dem Rhein: die eine beginnt bei Posen und geht über Stettin, Berlin durch Rordveutschland nach Köln, die andere beginnt in Oberschlesien und geht über Breslau, Görlitz durch Sachsen und Thüringen mit nur kurzer Unterbrechung nach Mainz. Durch Benutzung dieser beiden Linien können Preußen und Sachsen binnen 14 Tagen 150,000 Mann Infanterie, nebst der dazu gehörigen Artillerie aus den östlichen'Provinzen nach dem Rhein befördern. Dieselbe Zeit genügt, die Kontingente von Hannover, Würtemberg, Hessen und der übrigen kleinen deutschen Staaten gleichfalls dort zu vereinigen. Gering angeschlagen dürften durch sie die Preußen um 60,000 Mann verstärkt werden. — Baiern benutzt die bewilligten Gelder zur Aufstellung eines Heeres von 100,009 Mann und entsendet 70,000 Mann zur großen Armee. Der Rhein ist dann mit 360,000 Mann besetzt, von denen nach Abzug Der Festungstruppen und der Besatzungen des Landes 280,000 M. zur Operation gegen Frankreich übrig bleiben.
Wahrend derselben Zeit rückt Oesterreich mit 70,000 Mann von Italien und 30,000 M. von Vorarlberg in die Schweiz ein; 70,000 M. Ersatztruppen werden von Steiermark, Kärnthen, Krain und Inner-Oesterreich nach der Lombardei befördert; 30,000 Mann rücken von Böhmen nach Franken. Sardinien schließt sich der Bewegung an und halt den Oesterreichern die Alpenpässe frei.
Rußland hat bekanntlich die Konzentrirung seiner Armeekorps in Polen beinahe vollendet; es schickt
Ein Streifzug in die kalifornischen Minen während der Regenzeit.
Bou Friedich Gerstâcker.)
(Fortsetzung.)
Unten im Fluß an einer sogenannten „bar“ d. I). an einem solchem Play wo der Fluß nur bei hohem Wasser hinkam, und bei niedrigem eine ziemlich steile, breitausgedehnte Kiesbank zurück ließ, standen und saßen, dichter beisammen, als ich mir die Goldwäscher bis dahin gedacht, eine Men re Männer und je zu zweie», manchmal auch zu dreien, selten aber Einer allein, hatten sie eine dieser in Deutschland so häufig besprochenen Wiegen und arbeiteten frisch darauf los. Den obern Sand der Bank warfen sie in den Strom und nur die untere Schicht schienen sie zu benutzen. Mit Pfannen wurde fast gar nicht mehr gearbeitet, nur daS letzte aus der Wiege oder sogenannten „Maschine" wurde mit einer Pfanne ausgewaschen.
Lange wollten wir uns aber nicht mehr bei diesem Anblick aufhalten; es war dies ein Geschäft, das wir selber zu betreiben gedachten, und deßhalb auch wohl noch genug und weit genauer zu sehen bekamen. Hier schien sich uns jedoch eine neue Schwierigkeit entgegen- zustelleu. Es kam nämlich ein Amerikaner zu uns, und was er uns sagte, wurde von mehren andern bestätigt: daß wir, der vergangnen Reg?n wegen, mit unserm nicht einmal sehr schwer bepackten Maulthier die Berg
straßen gar nicht würden passiren können, und deßhalb jedenfalls sehr wohl thäten das Maulthier zu verkaufen und lieber hier, in dem oder bei dem sogenannten „Bidwells Store" zu bleiben. Er bot sich auch zugleich uns das Maulthier — obgleich er keinen besondern Gebrauch dafür habe — abzukaufen. Der gute Mann mochte vielleicht ganz recht haben, aber doch nicht in dem Sinne wie er es meinte, und ich hatte mich nicht umsonst so lange 'zwischen den VankceS Herumgetrieben, um nicht zu wissen, was ich von dem guten Rath zu halten habe. Ich dankte dem Herrn freundlichst für seine uneigenüyige - Theilnahme, erkundigte mich aber zugleich bei einem an« ■ deren, der kein Maulthier zu kaufen wünschte, nach dem rechten Weg, und wanderte dann getrost die allerdings i etwas aufgeweichten und schlüpfrigen, aber doch passir- ■ baren Wege weiter, dem weiter aufwärts gelegenen ’ Distrikt des Featherriver zu.
i Das Geburtsland der Ceder war unser Ziel und i noch vor Abend sahen wir die hohen majestätischen Bäume kerzengerade die Hänge der Berge schmücken. Mitten zwischen hohen herrlichen Kiefern stiegen sie mit ihren schlanken glatten Stämmen empor und die dunkelgrünen einzelgcschnittencn Wipfel glichen eher den Bäumen eines Parks, als den wilden Kindern des Urwaldes, wäre ihre Höhe nicht so kolossal, ihre Anzahl nicht so gewaltig gewesen.
, Unten am Featherriver lagerten wir, und am nächsten Morgen suchten wir uns, noch einige Meilen am Fluß
hinaufwanbcrnd, einen passenden Ort unsere kleine bescheidene Hütte aufzuschlagen.
i Ich führe jetzt den Leser mitten in Die sogenannten , Goldminen ein, und er mag dann selber uriheilen ob ! er zu einem Leben wie mir eS dort führten Lust und Liebe habe.
Dieser Theil des Featherriver ist noch altem Anschein nach, wenig von Goldsuchern durchwühlt; weite Strecken liegen noch da die Luim hie und da von Spitzhacke und Schaufel berührt wurden, aber dafür ist die Gegend auch ziemlich abgelegen, und Provisionen können hierher meist nicht so rasch als nach andern Minen der Gebirge geschafft werden. ES sollte auch nicht lange dauern bis wir mit den wirklichen „Minenpreifen" für alles waS zum ordentlichen Lcbensbedarf gehörte bekannt wurden.
Hier zeigte es sich übrigens bald, daß wir in ein an gutem Bauholz reiches Land gekommen waren — nicht ein einziges Zelt stand aufgeschlagen, sondern überall und wo sich überhaupt Goldwäscher nicvergclaffen, lebten diese in kleinen, mit guten gespaltenen Brettern gedeckten Blockhütten, oder arbeiteten gerade emsig daran solche zu errichten. Mit Goldwäschen sahen wir noch Niemand beschäftigt. Wir fanden hier übrigens einen Platz, ter uns zur Niederlassung vortrefflich schien, noch dazu da etwa eine halbe Meile zurück ein kleines Blockhaus im Bau begriffen war, in dem, wie man uns sagte, ein Store für Provisionen errichtet werden sollte. Von dort aus hatten wir also dieselben nicht so weit zu tragen,