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Pole ii.

Posen, 12. April. Ein polnischer Emigrant, Na­mens D....., wendete sich wegen Amnestie an den Kaiser Nikolaus, und indem er auf die Antwort von Marschau wartete, hielt er sich im Großhcrzogthum Posen auf wo er schon wußte, mit welcher Erbitte- r ng die preußischen Behörden in der letzten Zeit wie­der auf die Flüchtlinge Jagd machten. Die Reihe kam auch an ihn. Man befahl ihm, das Großhcrzvg. ihum zu verlassen, ohne im Geringsten auf seine Bor- stellung zu achten, daß er nur auf die Antwort von Warschau warte. Auf diese Weise beunruhigt, begab er sich nach Berlin, wo er alle Instanzen durchging, um eine Verlängerung seines Aufenthaltes zu erwirken. Doch alle seine Bemühungen waren vergeblich, sogar der Minister versicherte thm, daß er außer Staude sei, seine Entfernung zu hintertreiben. Es schien, als ob für den Unglücklichen keine Rettung sei. Aber der Trieb der Selbsterhaltung hat oft vortreffliche Instinkte. Da unser D. bei den preußischen Behörden nichts aus- gerichtet hatte, so ging er zu dem russischen Gesandten in Berlin, Hru. v. Mettendorf, und stellte ihm seine Sache vor. Hr. v. Meyendorf lächelte, ließ seinen Sekretär rufen und befahl ihm, ein Certifikat auszii- sielleN, in welchem den hiesigen Behörden anempfohlen wird, Hrn. D. in Ruhe zu lassen, bis sein Paß ans Warschau eintreffen werde. Mit diesem Certifikat kehrte der Verfolgte nach Posen zurück. Gerade so wirth­schaftete Neptun einst in Polen. (Dz. p.)

Türkei.

Konstantinopel, 6. April. Die Flüchtlingsfrage ist gelöst. Henke fand die Wiederanknüpfuiig des diplo­matischen Verkehrs zwischen der Pforte und Oesterreich statt. Aus Peking in China wird der Tod der Kai- ferin-Wittwe gemeldet. ' 'Frkf. I.)

Griechenland.

Pyräeits, 9. April. (Frf. I.) Die Conferenzen werden fortgesetzt. Die britische Flotte hat die Jahres- zeit der griechischen Erhebung mitgefeiert.

Basel, 13. April. Der Auswcisungsbeschluß gegen die Mitglieder der betreffenden deutschen Vereine wird bereits vollzogen; Einzelne, welche die badische Gränze passiren wollten, wurden zurückgewiesen mit dem Be­deuten, daß ihnen der Eintritt nur gegen Vorweisung einer Bescheinigung ihrer Richttheilnahme an staatSge- fährlichen Verbindungen gestattet würde; wenn sie hingegen sich als betheiligt herausstellten, so sey ihnen blos die Durchreise durch Baden gestattet.

Republik Frankreich

wir in letzter Zeit gehabt haben. Es handelte sich um eine Zuterpellation eines Mitglieds der Montagne m Betreff der Schliessung der Wahlversammlungen, die ich Ihnen berichtet habe. Der Interpellant Banne erklärte diese Maßregel offen als eine unwürdige Rache, welche die Regierung noch nachträglich wegen des Ausfalls der Wahlen von, 10. März nehme, und ließ die Gelegenheit nicht vorâbergehen^ ohne den Minister Barsche durch einige Remlnizensen an seine früheren republikanischen Antecedenzieu im Februar 1848 zu erinnern. Baroche suchte die Regierung zu vertheidigen, und stützte sich dabei auf ein früheres Gesetz vom 19. Juni 1849, nach welchem das Gou­vernement zu solchen Maßregeln berechtigt sei. Aus den Berichten über die in den Klubs gehaltenen Reden, welche er vorlcgte, wies er nach, mit welcher Rück- fichtswfigkeit dort gesprochen würde. Auf ihn folgte Jules Favre, welcher den Minister in seiner beißenden Manier mit einem Hagel von Sarkasmen überschüttete. , Zum Schluß bewies er auf unwiederlegtuhe Weise ' mehrere von dem Minister angeführte Stellen aus den Klubverhairdlungen als Erfindungen. Mit welchem Applaus die Montagne, mit welchem Tumult und Geschrei die Rechte seine Rede anhörte können Sie sich denken. Baroche erschien hierauf nochmals auf der Tribüne, um sich über die persönlichen Angriffe der Presse" auf ihn zu äußern jedenfalls für einen Minister in einer Rkpräseiitanteuversammlung nicht ' sehr passend. Unter furchtbaremLann ging die Ber- , sammlung endlich zur Tagesordnung über. (M. Z.)

Paris, 14. April. DerNapoleon" vertheidigt heute sehr entschieden die Candidatur des Obersten Foy gegen das Widerstreben und die Ailgrme der Icgiliml- stischen Partei: Die seit einigen Tagen von der eraltirten Partei angenommene Sprache läßt uns wahr­lich fast glauben, daß wir träumen. Diese Fraktion fährt fort, sich eigensinnig von der Wahlunron abzn- soudern und die Candidatur Foy'ö zu verwerfen. Was * ist der Grund dieser unüberwindlichen Abneigung? Hat der General Foy, Vater des Candidaten, jemals an einer dunkeln Intrigue gegen die Restauration Theil genommen? Hat er den Verschwörern, wenn auch nur indirekt, seinen Beistand geliehen? Nein. Aber der General Foy, einer der reinsten Zierden der Armee und der Tribüne, hat in den Augen gewisser Leute i ein Verbi echen begangen: er hat gesetzliche und con- | stitutioneUe Opposition gemacht. Sie erinnern sich also schon nicht mehr, daß Frankreich vier Revolutio- i neu hintereinander gemacht hat, um die Bourbonen ' fortzujagen? Dies sind immer noch dieselben Leute, 1 die den Kaiser Napoleon das dörfische Ungeheuer nannten, und die unter dem Schutze der Kosacken seine Statue von der Vcndome-Säule herabstürzten! Wo wären diese Unverbesserlichen wohl jetzt, wenn der Präsident der Republik, nach ihrem Beispiel Groll und Rache in sich htgend, das Andenken nicht an bie­dere Kämpfe, wie die des Generals Foy, sondern an die Beschimpfungen und Unternehmungen bewahrt

hatte, freien ihre Frack. 'cm sich so oft schuldig gemacht hat? (K.Z.)

Paris, 15. April, Abends 8 Uhr. (K. I.) In der National^Verfammtung wurde heute die Disenssion über das Budget fortgesetzt.

Die Regierung scheint entschlossen, ihr Auftreten im bisherigen Sinne zu verfolgen; sie will den Ver­kauf der Journale in den Weinschenken verbieten.

Durch Schließung sämmtlicher Wahlversammlungen beabsichtigt die Regierung, die republikanische Partei zur bevorstehenden Wahl zu desorganistreu.

Der Pabst soll wirklich am 12. in Rom eintreffen und mit Ausschluß von siehenzig Personen eine allge­meine Amnestie ertheilen wollen.

Halbofficielle Blätter melden, es werde in Rom keine österreichische Garnison eintreffen.

Schlußcourse der heutigen Börse: 5L Reuten 87 F. 80 C.; 3L dito 54 F. 40 C.; Bank-Actien 2095 F. C.; Actien der Nordbahn 408 F. 75 C.; Paris- Straßburg 322 F. 50 C.

Dänemark.

Kopenhagen, 11. April. DieBerlingsche" und Faedrelandet" theilen die Nachricht von dem Austritt Boiun's aus der Armee und die Uebernahme des Ober- commandiLs durch den General Willisen mit, ohne irgend eine Bemerkung daran zu knüpfen.

Faedrelandet" sagt bei Gelegenheit der Mitthei­lung der Verwerfung des preußischen Ultimatums von Seiten der dänischen Bevollmächtigten: man müsse des­halb den Krieg nicht als unvermeidlich betrachten, da es nicht unmöglich sei, daß Preußen noch seine Mei­nung verändere und bedeutend von seinen Forderungen ablasscu werde. Eine Regierung, wie die preußische, die neuerdings in ihrer deutschen Politik so ganz uin- gesaitelt hat, müsse natürlich auch in einer Frage umgestimmt werden können, die ihr nicht so sehr, wie jene am Herzen liegt, wenn nur sofort wirksame Mittel angewandt werden. ES scheine ja nun, daß England und Rußland ernstlich den Frieden bringen wollen. Vielleicht werde auch der Umstand, daß ein Theil der dänischen Flotte in See gegangen sei, den Eifer jener beiden Mächte noch verstärken und Preu­ßen Nachgiebiger stimmen. Indessen wenn auch alle diese Hoffnungen in Erfüllung gingen, so sei dennoch nicht ausgemacht, daß ein günstiger Friede werde erreicht werden, denn gewöhnlich müßten die kleinen Mächte, die größten Opfer bringen, und das Interesse der Großmächte ginge ohne Zweifel nur bis zu einem gewissen Punkt der Aufrechthaltung der äußern Integrität der dänischen Monarchie; sollte cs sich zugleich auf deren innere Ver­hältnisse erstrecken, so wäre es nicht gesagt, daß daS eben erfreulich sei."

Verantwortlicher Redakteur: I Oppermann.

Paris, 14. April. Die gestrige Sitzung der Na­tionalversammlung gehörte zu den stürmischsten, die

^^ OFFICE GERMANIQÜE.JX-, (377) Commissionen, Aufträge, Nachfragen, Expedition des deutschenPariser Anzeigers," (deutschen Couriers), Erkundigungen aller Art werden durch das Office germanique auf's Pünktlichste und Schleunigste befördert; dasselbe übernimmt Jnsertions- und Abonnements- Bestellungen auf alle französische Zeitschriften und Werke, besorgt Korrespondenzen, Börsen- bülletins, PreiscourantS und Wechselcours, Uebernahme von Rechtssachen, Gelderhebungen; bildet für jegliche Waare Depots in Paris und in den Departements. Unfrancirte Briefe werden nicht angenommen.

ekanntmachnnge

K.

(396) Durch die H. W. Aitter'sche Buchhandlung ist zu beziehen:

Neue Rheinische Zeitung.

Politisch ^ökonomische Revue, redigirt von Karl Marr. LonddNr C Schramm, Gerant.

Inhalt des ersten Heftes: 1848 1849. 1. Die Juniniederlage 1848. Von Karl Marr.

Die deutsche ReichsverfaffungS-Campagne. 1. Rheinpreußen. 2.Karlsruhe. Von Fr. Engels. Oesterreichische und preußische Parteien in Baden. Von Blind.

Correspondenz. AuS Süddeutschland.

Revue.

Dieselbe erscheint in monatlichen Heften und kostet das vierteljährliche Abonnement 1 fl. 30 kr. Einzelne Hefte 36 kr.

(394) An den durch Maßregeln des Ministeriums Jäup in Darmstadt zur Auswanderung gezwungenen Pfarrer Sch. in W. sind heute von mir auf die Post gegeben worden:

Beitrag der freien Gemeinde von Idstein ... 8 fl. 45 fr.,

der Gemeinde in Wiesbaden.....17 48

des ^raucnvcreins ebendaselbst .... 5

der freien Gemeinde von Viebrich-MoSbach >7 12

Zusammen 48 fl. 45 kr.,

worüber den einzelnen Gemeinden und dem genannten Vereine vom Empfänger selbst demnächst Bescheinigung zugehen wird, und wofür ich in dessen Namen einstweilen den edlen Geber» den wärmsten Dank auSspreche.

Nachträglich bringe ich zur Kenntniß derer, die in diesem Winter ihre milden Gaben an Dr. F. K. in Fr durch mich gelangen ließen, daß die dankende Bescheinigung deS Empfängers über 60 Francs, nebst der Liste der Beiträge bei mir einzufchen ist.

Eduard Graf, Prediger.

(398) Eine Familie wünscht auf 6 oder 12 Monate eine schön möblirte Wohnung, oder ein ganzes Haus, von circa zehn Zimmern rc. in einer angenehmen Lage hiesiger Stadt zu miethen. Das Nähere ist in der Expedition dieses Blattes zu erfragen.'

(393) Bei Metzger HeeS, Nerostraße können einige junge Leute, oder Schüler, die das Gymnasium besuchen Kost und Loais erhalten.

(159) Im Verlag der A Herber'schen Buchdruckerei in Winkel ist erschienen und in der H. W. Ritter'schen Buchhandlung in Wiesbaden zu haben.

Eingabe

an

Herzogl. Nassauische Landesregierung und Volkskammer

von

der durch die Bevollmächtigten der betheiligten 69 Gemeinden gewählten Commission,

um

Rückzahlung der Staatsschulden des früheren Kurstaats Mainz. Entworfen von M. H e l s p e r,

Krlisbezirtsrath, aus Neudorf, im Rheingau.

PreiS: 18 Kreuzer.

(397) Ein oder zwei Mädchen, oder Knaben, welche hiesige Lehranstalten besuchen, können Kost und 8vg!H erhalten bei Wittwe Mahr (aus Eltville), Friedrichsstraße Nro. 22 in Wiesbaden.

(318) In der II. W. R itterschen Buch­handlung in Wiesbaden ist zu haben:

Deutsches

SCHLACHTLIED.

Uebertragung und Sijygweise

Marseillaise.

Ladenpreis: 6 kr. in Particcn 4 kr.

(290) Ein Gymnasiast kann bei einer achtbaren F..milie Kost und Logis er­halten. Näheres in der Expedition d. Bl._______________________________

(395) Für die Wasserbeschädigtcn am Rhein sind weiter eingegangen:

Durch Herrn Decan Wanger zu Weil­burg, von der Gemeinde Hirschhausen 5 fl. 4 kr. und von der Gemeinde Drommershau­sen 6 fl.

Durch Herrn Pfarrer Hörter zu Ober­ursel, von Oberurseler Einwohnern 19 ff. 42 kr. und von dafigen Schulkindern 4 ff. 31 kr.

Es wird dieses dankbar zur allgemeinen Kenntniß gebracht.

Rüdesheim, den 16. April 1850.

v. Gagern, Kreisamtmann.

Theater zu Wiesbaden.

(375) Eine gute Doppelflinte ist billig zu verkaufen. Näheres in der Exped.

(166) Durch die H. W. Ritter'sche Buchhandlung in Wiesbaden ist zu beziehen: Der Krieg um den Wald. Eine Historie von M o r i tz H a r t m a n n. 3 fl. 30 kr. Religion und Politik von Joh. Ronge. 18 kr.

Lebensbilder aus der deutschen Nationalversammlung von L.

Schatte. 1. Lief. Preis für 1. 3. Lief. 2 fl.

(52) Es find Kapitalien in jeder Größe stets zu haben durch Friedrich Schauß in Wiesbaden, Marktplatz Nr. 12.

Druck und Verlag der E. Ritter'schen Buchdruckerei.

Donnerstag, 18. April. Zum Erstenmale : Guten Morgen Biel- liebchen! Lustspiel in einem Akt von Adalbert von Thäte. Hierauf: Reich an Liebe, oder: Wer borgt mir zwei Thaler?! Lustspiel in einem Aufzuge von Heinrich Börnstein.