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ging dicht neben demselben und kann fest versichern, daß er zwar einige Stöße erhielt und auch sein Hut vom Kopfe geschlagen wurde, daß aber sonst keine Drohung, namentlich keine mit Schießwaffen vorkam. Der Gefangene habe jedoch viel geredet und die Be­fürchtung ausgesprochen, man möge ihn von hinten erstechen" wollen rc., indem er an ähnliche Vorkomm­nisse in Mainz geglaubt hatte. In dieser Besorg­niß sei, er also auch plötzlich auf einen Bewaff- neten losgesprungen, um dessen Gewehr an sich zu reißen, wodurch dann ein Handgemenge erzeugt wurde, welches mit seiner Bewältigung geendet habe. Da­durch brach die verhaltene Wuth Einzelner wieder all- gemein los und nun wurde auf Lichnowsky geschossen. Jedenfalls hat Dr. Hodes das Verdienst, noch eine andere Erdichtung beseitigt zu haben. Einige über­schwängliche Phantasten hatten an der blutigen Fär­bung des Auftritts noch uicht genug, sie wollten zu­gleich auch einen communistischen Schein (nach ihrer Auffassung des Kommunismus) darauf fallen lassen, indem sie von Diebstahl einer Uhr und Raub bei Schmidt sprachen. Dicjen Romantikern zum Verdruß erklärte Zeuge aber bestimmt, daß während der Haus­suchung nach Lichnowsky, der er beiwohnen mußte, nicht das Geringste beschädigt wurde, und daß dieser selbst keine Uhr bei sich hatte, also auch darum nicht bestohlen werden konnte.

Die Mittagssitzung brachte im Verhältniß noch weniger Neues, als die am Vormittag, ich will deß­halb Ihre Veser nicht mit unendlichen Kontroversen über Lokalitäten, Wege u. s. W. behelligen. Nur daS erscheint bemerkenswerth, daß ein Zeuge jetzt auf daS Bestimmteste erklärt, Auerswald sei mittelst einer genau beschriebenen neuen Büchse durch einen Ginheimer Bür­gergardisten in Uniform erschossen worden. Anch bezüglich desjenigen, welcher zuerst und desjenigen, der nachträglich auf Lichuowsky schoß, kommen der Ver­theidigung günstige Details zu Tage. (N.D.Z.)

Exfürstenthümcr Hohenzollern, 7. April. DaS Land wurde gesternim ernsten altehrwürdigen Nit- tersaale" wo die Ahnen d. h» ihre Porträts auf,gehängt sind,unter tiefer Rührung" des Fürsten Karl Anton und desgrößten Theils" des Publikums, an Preu­ßen übergeben.

Kiel, 6. April. In der heutigen Versammlung der Prälaten und Gutsbesitzer ist folgende Eingabe an die Statthalterschaft beschlossen und unterschrieben: P. P. Prälaten und Gutsbesitzer der Herzogthümer sind zusammengetreten, um über etwaige Schritte zur Förderung des Friedens zu berathen. Das Resultat dieser Berathung ist der Beschluß: gegen die Statt­halterschaft auszusprechen, daß unter den gegenwärti­gen Umständen der Weg direkter Verständigung Mit dem Landesherrn als das geeignetste Mittel erscheine, dem Lande zu einem gedeihlichen Frieden zu verhelfen. Indem die Versammlung der schleswig-Holsteinischen Prälaten und Gutsbesitzer der Statthalterschaft diesen ihre innige Ueberzeugung enthaltenden Beschluß mit- zut. eilen nicht verfehlt, hat sie nur hmznzufügen, daß sie entschlossen ist, die Statthalterschaft auf vielem Wege zur Anbahnung des Friedens mit allen Kräften zu unterstützen. Die Prälaten und Gutsbesitzer der Her- zogthümer Schleswig - Holstein. (Folgen die Unter­schriften.)

Berlin, 10. April. Vor dem Obertribunal wurde heute in Gegenwart einer großen Zuhörermenge über die von dem Oberbürgermeister Ziegler in Branden­burg gegen das von dem dortigen Schwurgericht ge­sprochene Urtel eingelegte Nichtigkeits-Beschwerde ver­handelt. Das Urtheil erster Instanz wurde fasstet und die Wiederholung der Prozedur^ vor einem anderen Schwurgericht angcordnet. (F I.)

Wien, 8. April. Von der bosnischen Gränze er­fährt man: Am 1. d. M. haben die von Cassin auf­gebrochenen Insurgenten das Schloß Buzim ohne Blut­vergießen besetzt, da der in der Veste Buzim befind­

liche Dwi'Sbey, Sohn des MuteselimS Nrnantovich, denselben, die bei 1000 Mann erschienen, die Thore öffne« und eluzieheu ließ. Dwisbey siedeldete am 2. d. von Buzim nach Bare und Ale Kedich ließ ihm 200 Pferde zutreiben, die seine Habseligkeiten nach Bare schassen sollen, denn Aruautovich hatte in Buzim große Getreidevorräthe. Noch weiß man nicht-, wohin sich jetzt die Insurgenten wenden werden, und wer in Buzim Befehlshaber ist.

Oesterreich hält Italien mit fünf Armcecorps be­setzt, darunter zwei Divisionen in Florenz und Bo­logna welche zusammen eine Truppenstärke von an­geblich 130-150,000 Mann bilden.

Türkei.

Konstantinopel, 27. März. sKossuth.) Kossuth lebt jetzt mit ungefähr fünfzig seiner Genossen in Broussa ain Fuße des Olymps, wo ein wahrer Nek­tar, der treffliche Olympwein, wächst. Man sieht den Agitator zuweilen ausreiten oder fahren, immer aber. bewacht von einer Polizei, die größere Fortschritte in europäischer Ausbildung als irgend ein anderes In­stitut in der Türkei gemacht hat. Ein Beweis dieser Ausbildung mag sein, daß, als neulich ein seit länge­rer Zeit in Broussa unfähiger ungarischer Doktor der Medizin der Fran Kossuth's, die unpäßlich war, als Engländer verkleidet einen Besuch machen wollte, die Polizei schon wußte, daß er am Tage zuvor mit einem der Flüchtlinge gesprochen habe, und daß er selbst ein Ungar sei. Er wurde abgewiesen und seitdem Nie­manden mehr der Zutritt zu den Emigranten gestattet. Ueberhaupt ist Sarim - Pascha, der Machthaber in Broussa, gegen die Flüchtlinge nichts weniger als freundlich gesinnt und läßt sie diese seine Gesinnung bei jeder Gelegenheit durch kleinliche Quälereien fühlen.

(R. O.-Z.)

Großbritannien.

London, 9. April. In der gestrigen Unterhaus- sitzung wünschte Herr Hume von dem Ministerium Auskunft darüber zu erhalten, welche Aussicht gegen­wärtig dafür vorhanden sei, daß die Differenzen mit der griechischen Regierung beigelegt wurden. Lord Palmerston erwiederte: nach den neuesten Berichten aus Athen sei Baron Gros, welcher die guten Dienste der französischen Regierung in dieser Angelegenheit in Anwendung zu bringen den Auftrag habe, damit be­schäftigt, die streitigen Gegenstände zu prüfen. ES wird in den hiesigen Kreisen jetzt als positiv versichert, daß die schleöwig-holstein'sche Frage ihrer Erledigung nähe sei, was man der Vermittlung der englischeu Regierung zu verdanken haben werde; der Vertrag, welcher dieser Differenz ein Ende machen werde, würde zugleich die Thronfolgefrage regeln; die Augustenbur- gssche Familie würde von der Thronfolge ausgeschlos­sen seyn. Ferner wird versichert, die englisch-grie­chische Differenz stehe ebenfalls auf dem Punkt, in befriedigender Weise beigelegt zu werden; Lord Pal­merston wird in diesem Sinne dem Herrn Wyse neue Instruktionen überfenden.

L S ch w e - e n.

Stockholm, 27. März. Schweden geht jetzt mit starken Schritten seiner Revolution entgegen, am 15. Nov. d. I. tritt der Reichstag zusammen und dieser muß uns eine Reform bringen. Das Ministerium wird den Reichstag vermuthlich nicht überleben, da der Vorschlag der Regierung in Bezug auf die Volks-Re­präsentation wahrscheinlich verworfen werden wird. Die sogest; Grauen, oder die ministerielle Justemilien- Partei haben freilich alles aufgeboten, um zu zeigen, daß nach diesem Repräsentationsvorschlage, dessen Grundprinzip Bildung und Vermögen ist, der Adel und die Beamten kein Uebergewicht erlangen würden, wenn der Vorschlag der Negierung angenommen wer­den sollte, und beriefen sich hierbei zur Ansicht auf die Probew'ahleu, welche die Negierung nach dem beab­

sichtigten Systeme im ganzen Reiche vornehmen lies. Auf der andern Seite aber hat die mehr radikale und bei weitem überwiegende Fraktion der Liberalen beut» lich gezeigt, daß die Beamten im Vereine mit den Neichen in der That die meisten Repräsentanten in drr zweiten Kammer, sowie fast die ganze erste Kam­mer lausfüllen würden. Da die Grauen dies nicht ganz bestreiten können, gestehen sie zu, daß der Vor­schlag der Regierung wohl seine Mängel haben könne, dennoch aber als Vermittelungsvorschlag angenommen werden müsse, der alle Chancen einer schnellen Ent­wickelung im demokratischen Sinne hat; aber die ei­gentlichen Liberalen oder mehr radikal gesinnten Re­formfreunde halten sich doch an das Oerebropramm mit einer Kammer und allgemeinem Wahlrechte ohne Census, ungefähr wie in Norwegen, indem sie auf die DepUtirtenkammer in Frankreich unter Ludwig Philipp hinwiesen, welche sich hartnäckig jeder Er­weiterung des Wahlrechtes und der Herabsetzung des Cenfus widersetzte. Vielleicht könnte doch ein Reprä­sentationsvorschlag, der ungefähr auf derselben Basis beruhte, wie der in Dänemark angenommene, nämlich mit zwei Kammern ohne Census, die Majorität er­langen und einem unbestimmten Gerüchte zufolge soll der König wirklich für ähnliches gestimmt sein. Wenn noch vor Jahr und Tag das Schicksal der Reform hier ein ungewisses genannt werden konnte, da es noch nicht gelungen war, das apathische Volk dafür zu gewinnen, so steht es jetzt fester und mächtiger da, als je, und an ein Unterliegen ihrerseits kaun nicht mehr gedacht werden. Die Klasse der Arbeiter, dieser neue Faktor in den politischen Bewegungen der Jetzt­zeit, läßt auch hier ihr Dasein spüren. Die sogenann­ten Bildungszirkel, welche vor einigen Jahren ent­standen und sich mit vieler Elastizität über das ganze Land ausbreiteten, waren das erste Symptom für das Hervortreten der arbeitenden Klassen als eines selbst­ständigen Elementes, mit dem Ansprüche, auch ein Wort mitreden zu dürfen, wo es sich um allgemeine Angelegenheiten handelte. Wenn diese Vereine im Anfänge nichts anders waren, als gemüthliche Vergnügungsresourcen, so haben sie diese harmlose Gestalt doch bald verändert und bestreben sich jetzt zum Theil, die unteren Volksklassen zu unterrichten, zu belehren, theils auch denselben das Recht der Theil­nahme an der Volksrepräsentation zu erringen.

Stockholm, 2. April. (Nat.-Ztg.) Unsere Stadt zählt nach der neuesten Zählung (Anfang 1850) 91,545 Einwohner. Die Akademie der Wissenschaf­ten hat zum Andenken des 1779 gebornen, 1848 ver­storbenen berühmten Chemikers Berzelius eine Medaille schlagen lassen.

Republik Frankreich

Paris, 10. April. In der Nationalversammlung wird über das Projekt einer Eisenbahn von Paris nach Avignon debattirt. Die Debatte war bis gestern ohne sonderliches Interesse, wo Lamartine in einer längeren Rede den Entwurf der Regierung vertheidigte. Er wurde von Cremieur zu widerlegen gesucht. Der Ne­gierungsentwurf wurde angenommen

Die Commission über das Preßgesetz hat, wie es scheint, jede Entscheidung bis nach dem 28. April ver­tagt. Die Abgeordneten der Presse aus den Departe­ments werden bis dahin zurückreisen.

Um die Kosten der Wahlgeschäfte zum 28. April zu decken, hat das demokratisch-sozialistische Komite eine Subskription eröffnet. Das Ministerium beabsichtigt, alle Die, welche sich, ohne eine bestimmte Wohnung zu haben, in Paris anfhalten, ausweisen.

Die Voir du peuple sagt bei Gelegenheit der Be­sprechung ihrer dreifachen Beschlagnahme: Man will nicht allein den Geist der Opposition unterdrücken, man will den Geist der Diskussion tödten; man will nicht, daß sich eine republikanische Philosophie, eine republikanische Wissenschaft, eine republikanische Lite­ratur gründe. Man will nicht, daß im Namen der

die uns leicht und gut mit günstigem Winde den schönen von dichten Sycomoren und Eichen , und von Reben übcrhaügcncn Sacramento hinaufführte.

Den Abend lagerten wir am Ufer, in der Nähe mehrerer indianischer Wigwams, und am nächsten Nach­mittag, etwa um 3 Uhr, kamen wir in die Sicht von SuttcröviUe, vierthalb Meilen unterhalb Sacrameuto- City. Die Ufer des Sacramento sind flach und größten- theils bewaldet, eine weite, baumlose Ebene dehnt sich aber zwischen ihm und den Küsten undGvltbcrgcn aus, und weite sumpfige Strecken dienen da noch dem Hirsch und Elk (Riesenhirsch) wie dem grissly-Sâr dem Schrecken des furchtsamen Jägers zum Aufent­halt. Der Sacrameüto hat aber hier auch eine ziemliche Ausdehnung, und weniger mit den den Fahrzeugen so gefährlichen Baumstämmen odersnags gefüllt als die Gewässer der atlantischen Staaten, wird er in späterer Zeit für die Schiffahrt gewiß bedeutend werden. Selbst größere Schiffe,' Barken, Brigs und sogar volle Drei­master gehen schon jetzt bis Sacramento-City hinauf, und kleine Dampfboote begegneten uns mehrcremal, die mit Passagieren beladen, die Tour von Sacramento City bis San Francisco in 36 Stunden zurücklegten.

g:; Einzelne Snags ragten aber doch hie und da aus dem Wasser vor, und wir halten, eben an einigen vor- überkommend, scharf nach vorn ausgeschaut, wo wieder ein dunkler Gegenstand im Fluß, und zwar mitten im Fahrwasser, die Nähe eines solchen heimtückischen Burschen

zu verrathen schien, als der Capital« , der sein Boot selber führte, bemerkte es seien in letzter Zeit mehrere Brandyfässer, mit dem besten brandy gefüllt, hier in der Nähe aufgefifebt worden, und das dunkle Ding da vor uns komme ihm eher als ein brandy keg als ein snag vor. Da wir mit unserm leichten Boot immer und jeden Augenblick rasch zur Seite abbiegen konnten, hielten wir ohne weiteres darauf zu, und hatten den jetzt jedes Aufmerksamkeit fesselnden Gegenstand bald er­reicht. Ich weist nicht, warum mir gleich beim ersten Anblick desselben rin Augenblick auf dem Niv Roxo in Nordamerika cinfiel, wo ich, den Strom in einem Canve Hinabgleitend, iie Leiche eines Ermordeten traf, die still mit unheimlich, mit dem durchstochenen Rücken eben über der Oberfläche des Stromes, diesen niebertrieb. Das im Gedächtniß , schaute ich scharf und mißtrauisch nach dem vermutheten Branntweinfaß hin, und eine Art Schauer war's mit dem ich auch hier eine Leiche erkannte. Mein Ausruf leitete die Hand des Steuernden, der das Boot rasch daran vorubcrschießen ließ, dann aber den Bug desselben wieder der Leiche zuwandte, und unschlüs­sig hielt was er damit thun sollte. Eigentlich muß jeder der einen todten Körper im Wasser findet, ihn ans User ziehen dort befestigen und dann am nächsten bewohnten Orte, den er erreicht, Anzeige davon machen. Man hat, glaub' ich, dabei auch Anspruch auf eine kleine Vergütung. Dafür sind aber auch eine Masse Umstände damit ver­knüpft , und nicht einmal im Besitz eines Seils, das

wir nm den Leib hätten schleifen können, zogen wir es vor, die Leiche ruhig treiben zu lassen, und dafür in dein noch kaum eine halbe englische Meile entfernten Städt­chen Suttersville Anzeige davon zu machen. Das thaten wir, schickten aber auch noch vorher ein anderes Boot, dein wir begegneten, dahinter her, und crreichteu etwa 4 Uhr Nachmittags Sacramento-City.

Sacramento-City ein etwas hochtrabender Name, da Eich nur eigentlich den größten Staden beigelegt wird ist vom Fluß aus, trotz dein flachen Ufer, gar nicht zu erkennen, da man die Bäume unmittelbar am Ufer stehen gelassen hatte; zahlreiche Schiffe jeder Gattung aber jedoch nur amerikanische, da nur dieser Flagge das Be­fahren der Jnnlandströme gestattet sein soll zeigten deutlich die Nähe eines bedeutenden Platzes an, und bunt und zahlreich genug waren auch Zelte und kleine hölzerne Wohnungen die erster» jedoch bedeutend in der Majorität über einen weiten offenen, vor uns ausgcbreitctcn Raum zerstreut. Uüberall standen habet Wägen neu Gekommener, und lagerten Gruppen von Männern, ja hier und da gingen sogar aus den etwas größern unb wohnlicher aussehenden Zeiten Frauen eine seltene Ersa einung in Californirn -- ans und ein und gaben der sonst doch so wilden Scenerie einen otdem- Hd; traulichen Anstrich.

(Fortsetzung folgt.)