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Heimath zurückkehreil, meinten, man wolle (mit Sc< z»g auf das Recht über Krieg und Frieden) den Bräu- tigam entmannen , bevor er das Ehebett besteige, der Verfassungsansschuß möge seine Thätigkeit als beendet ansehen u. s. w. Aber am Ende siegte dochBeson­nenheit mit Energie", wie es Einer nannte, über die bloße Gefühlspolitik, und sie blieben. Es sind eben die Gothaer, welche die Fußtritte nicht achten, wenn sie von Fürsten kommen, und die mit einigen staats­männischen Weisheitsphrasen sich ins Unabänderliche zu finden wissen! Und das wollen die Retter des Vaterlandes sein! Die katholische Fraktion in bei­den Häusern will auf Anschluß an das Münchener Bündniß antragen! (Main;. Ztg,)

Prag, 31. März. Aus B u d w c i s wird un­term 25. März derBrünner Presse", übcrcinstun- ment mit derUnion" berichtet, daß sich 7 Liguori« an er nach dem Wallfahrtsort Mariaschnec begeben hatten, um sich daselbst dauernd nieoerzulasscn. Nach derUnion" wären sie aber schon nach der ersten Missiouspredigt" von der Gemeinte mit einer Katzen- musik bedient worden.

Wien, 4. April. Die letzte Verordnung über die Einführung der deutschen Sprache an ter Akademie zu Preßburg hat außer der Entfernung der ungari­schen Professoren auch noch Das zur Folge gehabt, daß etwa die Hälfte der studirenden Jugend die Aka­demie sofort verließ und ein Theil davon entschlossen sein soll, das dortige evangelische Lyceum zu besuchen, wo interimistisch noch in ungarischer und lateinischer Sprache vorgetragen wird.

Türkei.

Konstantinopel, 21 März. Der Kriegsminister der Pforte läßt einen Plan zur Bildung cliirs 5. Ba­taillons bei jedem Regimeute aus christlichen Freiwil­ligen ausarbeiten. Die diplomatischen Verbindungen mit Oesterreich sind noch nicht wieder hergestellt. Man glaubt jedoch , daß der neue Jntrrnnutius, Hr. v. Prokesch, auf den Vorschlag der Pforte, es mit den österreichischen Unterthanen unter den Flüchtlingen eben so zu machen, wie mit den russischen, eingehcu werde. Die Angelegenheit der Donau -Fürstcnthümcr und die englisch-griechische Streitfrage sind Gegenstand meh- j rerer diplomatischen Confereuzen gewesen. Zum großen J Erstaunen des diplomatischen Corps hat Hr. v. Titoff ' zu verstehen gegeben, daß Rußland in der griechischen Frage nicht für Griechenland Partei nehmen werde. Man schließt hieraus, daß Rußland seine Macht gegen Mitteleuropa concentriren und Feindseligkeiten mit England vermeiden will. Das Benehmen des Hrn. Persiany zu Athen stimint ganz mit den Erklärungen des Hr. v. Titoff überein. Es steht fest, daß die russischen Truppen Befehl erhalten haben, die Dönau- Fürstenthümer nicht zu räumen. Im Ucbrigeu sind die Angelegenheiten derselben noch immer sehr ver­wickelt. Fuad Effendi ist aus Bucharest zurück.

Viele Dienst -A. erbiet. nigen für die Pforte sind voi den angesehenen Eingebornen an ihn gerichtet worden. Der nordamerikanische Gesandte, Hr. Marsh, war an Bord des DampfersMississippi" von 600 Pferde­kraft in Konstantinopel angekomnien. Er hat bis jetzt in allen Fragen den englischen Gesanoten unterstützt.

Die Rachrichten der Agramer Zciiung ans B v s- nien reichen bis zum 24 März. Der Aufstand griff immer weiter überhand. Die Aufständischen rückten gegen das Schloß Buzim an, das von Derwisch-Bei mit nur 30 Mann vertheidigt ward. Zn Teavink waren drei starke Korps zu,ammengczogen worden, womit Der Pascha nächstens seine Operationen gegen die Jn]urßditcn beginnen wollte.

VicpuVhf »yranfreid).

Pavis, 5. April. Die Rational - Versammlung setzte heute die Discussion über daß Deportations-Ge- sctz fort. Victor Hugo sprach leidenschaftlich dagegen, worauf der Zustizmluistcr antwortete. Das Gesetz wurde in erster Berathung mit 431 gegen 217 Sum­men angenommen. Die heutige Reuwayl zweier Vice- Piäsidcnten führte zu keinem Resultate.

Die Minister des Innern und der Justiz wurden heute vom Preßgesetz-AuSschussc gehört. Morgen wird er seinen Beschluß fassen.

Man glaubt, Leffeps werde Candidat des soziali­stischen Wahlcomitc'S.

Sämmtliche Hauptsührer der Majorität wohnten der gestrigen AbendgescUschaft im Elyiec bei.

General LevaiUant soll nach Abgang von Bara- guay d'HiUicrs den Oberbefehl in Rom erhalten. (K. Z.)

S ch w e i z.

Bern, 4. April. Aus heute war die Eröffnung der Bunöeövcriammlung festgesetzt.. Da im 'Rational- rach aber nur 40 Mitglieder anwesend waren, somit noch 6 fehlten, um ihn beschlußfähig zu machen, so wurde die Eröffnung auf morgen verschoben. Der Standerath nahm mchtS von allgemeinerem Interesse vor; er wählte Commissionen. (O P.Z.)

Bern, 5. April. Heute eröffnete der Präsident ; den Rationalrath mit einer Rede; dieselbe ist ein Rnck- blick auf die wichtigen Eitigniffe seit der letzten Sit­zung. Er gedenkt der feindseligen Absichten der curo- ! paischen Oieaktiou gegen Oie Schweiz, welche zwar für i den Moment ihre Pläne »vahl aufgeschoben, nicht aber aufgehoben haben möge. Er definirt sodann seine Bc- griffe über die Völkersolidarität, welche keineswegs sol­chen Spott verdiene, wie ihr zu Theil werde, sondern i im Gegentheil eine der schönsten und trostreichsten Ideen politischer Denker der Neuzeit sei. Nur könne sie in Bezug auf die Verhältnisse der Schweiz zum Auslande nicht die von Vielen gewünschte Anwendung finden. Die Pflicht der Selbstcrhaltung eines so klei­nen demokralifchen Staates, wie die Schweiz sei, ver­werfe die Befolgung einer solchen Politik.

Die ohne große Schwierigkeiten mit Beschwerden vollzogene Einführung des Zollgesetzes begrüßt der Redner als eine seefreuliche Erscheinung, und ermähnt dringend, sich einer leidentschastsloien, nur das 29x4 des Ganzen im ringe halten' u Berat ung der Mnuz- fi age zu befleißen. Auf seiner Rundreise über die seit- perigen wichtigsten Erscheinung auf dem Gebiet der Kan- tonalpolitik, wobei er einen scharfen Blick auf sie einen son- verbündlerischen Geist athmenden Zuger Wahlen w.rfc, gelangt der Redner denn auch zum Schlüsse aus die bevorstehenden Maiwahlen im Kanton Bern, welche mit Recht das ungeteilte Interesse aller Eid gen ssen und die gespannteste Aufmerksamkeit der Bnnde.be- .den insbesondere in Anspruch nehmen, denn d c Aufregung im Kanton Bern fei bedeutend und noch nie seien zwei Parteien so schoss und feindlich einan­der gegenüber gestanden.

Im Ständerato war an der Tagesordnung das eidg. Mililär-OrganisationSgesetz. Der Abschnitt über die Dauer der Dienstpflicht, welche vom Rational rathe vom 17. bis zum vollendeten 50. Altersjahik festge­setzt worden war, veranlaßte eine lange Diskussion, welche mit dem Resultate endigte, daß die Dienstzeit mit dem vollendeten 19. Altersjahre beginnen, und mit dem vollendeten 44 Altersjahre enden soll. Auf diese Weise wird das Bundesheer, ohne die Landwehr, etwa 120,000 M. stark.

Italien.

In Mailand hat am 19. März der General Radetzky seine Niederlage durch eine Orgie mit Mili­tärmusik feiern wollen, einige junge Leute, 31 an der Zahl, die ihr Mißfallen daran durch Pfeifen zu er­kennen gegeben hatten, sind Dafür mit Bastonade ge­straft worden. Die österr. - italienische Armee soll auf 180,000 Mann gebracht werden. Ein Militär- giiitcl wird Lombardo-Venetien vor dem übrigen Ica- heu hermetisch verschließen. Pässe und Answande- rungsschcinc werden unnachsichtlich znrückgcwiescn.

DerToskanische Moniteur" erklärt sich für er­mächtigt, dem größeren Tocile der von den Journalen veröffentlichten Angaben in Betreff der Differenz Eng­lands mit Toskana als ungenauen Mittheilungen zu widersprechen.

9tor«. In Paris eiiigelaufcne Rachrichteil kün­digen die Abreise deS Papstes von Porfici auf den 4. April an. Nach demUnivers" wird er in Rom am 12. ein treffen. DerStatuts" von Florenz be­zweifelt dies, er zieht aus Den in Terracina sich in fortwährendem Betrieb befindlichen großen Vorbei ei« hingen für den Empfang deS Papstes den Schluß, daß derselbe sich in letzterer Stadt so lange als in Gaeta aufhalten werde. (Westd. Ztg.)

Neapel. Die bevorstehende Ankunft des englischen Geschwaders in unserm Hafen scheint der Negierung ernste Besorgnisse eingeflößt zu haben. (Westd.Ztg.)

Verantwortlicher Redakteur: I. Oppermann.

WekaRnrmachungen.

Bekanntmachung.

(338) In Folge Ermächtigung deS £eqoil. Hof- unv ÄppellativiiögerichtS dâhier, ist Theo­dor Krohmann von Mosbach wegen Hangs zur Verschwendung unter Curatcl gestellt worden.

Rechtsgeschäfte, wodurch derselbe verpflichtet werden soll, können wirksam nur unter Zu­stimmung seines Curators geschlosien werden.

Wiesbaden, den 30. März 1850. Herzoglich Nassauisches Zustizamt.

Winter.

Geborne, Proclamirte, Getraute und Gestorbene in der Stadt Wiesbaden.

Geboren: Am M. Februar dem h. B. u. Kappenmacher Johann Christian Fraund ein Sohn, N. Peter Moriz. Am 28. Februar dem H. B. u. Schreinermeister Georg Daniel Linnenkohl ein Sohn, N. Wilhelm Ludwig Iulius. Am 5. März dem Herzog!. HofgerichtS- rathe Georg Heinrich Ebhardt ein Sohn, N. Georg Heinrich. Am 9. März dem h. B. u. Vergolder Philipp Heinrich eine Tochter, Albertine Karoline Mathilde Henrielte. Am 11. März dem Landwirth Johann Georg Lendle, B. zu Rambach, ein Sohn, N. Christian Karl Georg Wilhelm. Am 13. März dem h. B. u. Stemhaucrmeister Johann Jacob Schüler eine Tochter, N. Sophie Philippine Mathilde Johannette Louise Henriette. Am 15. März dem h. B. u. Tünchermeistcr Heinrich Balthasar Faust ein Sohn, N. Jacob Moriz Wilhelm. Am 17. März dem h. B. u. Schirinfabrikanten Ludwig Bender eine Tochter, N. Helene Johanne. Am 19. März dem H. B u. Maurermeister Georg Konrad Simon ein Sohn, N. Albrecht Jacob Louis. Am 22. März dem Landwirth PH lipp Wilhelm August Franken- selb, B. zu Kirberg, ein Sohn, N. Friedrich Johann Karl August. Am 22. März dem H. B. u. Landwirth Johann Heinrich Born ein -:ohn, N Karl Philipp Heinrich, Am 1. April dem h. B. u. Kaufmann Lehmann Strauß ein Sohn, N Iulius.

Proclamirt: Ter verwittwete h. B. u. Lohnbediente Philipp Ott und Marie Philip- pine Heckelmann von Auringen. Der Köuigl. Preuß. Obcrlieutenant und Brigade-Adjutant, Freiherr August Friedrich von Tschndi zu Münster, ehl. led. Sohn deS Majors, Freiherr« Ru­dolf von Tschudi zu Arolsen, und Dorothee Elisabethe Weltner, ehl. led. hintl. Tochter deS Kaufmanns Johann Nicolaus Weltner zu St. Petersburg. ~

Copulirt: Am 1. April der Eisenbahnarb. iter Christian Scholl, B zu Laufenselden, und Johanne Margarethe, geb Roßbach, verwittwete Nolde. Am 1. April der H. B. u Satt­lermeister Friedrich August Haßler und Magdalene Sittig. Am l. April der h. B. u. Tag­löhner Philipp Jacob Eduard Birk und Katharine Johannette Chariotte Christiane Renz. Am 1. April der h. B. u. Schuhiliacherincister Johann Philipp Schafer und Anne Johanne Rosine Sabine Wüsten. Am I. April der h. B. u. Bäcker Johann Michael Wilhelm August Machenheimer und Elisabethe Katharine Hermann.

Gestorben: Am 30. März Mathilde Therese Friederike, des h. B. u. Wattenmachers Johann Friedrich Neuschäfer Tochter, alt 11 M. 15 T. Am 1. April Louise Christiane Marie Auguste von Wintzingerode, alt 46 I. 8 M. Am 2. April Christiane Christine Friederike Margarethe, des h. B. u. Schloffermeisters Heinrich Jacob Tremus Tochter, alt 9 M 4 T. Am 2. April Auguste Philippine Karoline, geb. Thielemann, deS Apothekers Karl Heinrich Friedrich Philipp Georg Sommer zu Kirberg Ehefrau, alt 25 I. 6 M. 24 T. Am 3. April Elise Auguste Christine des h. B. u. Wattenmachers Johann Friedrich Neuschäfer Tochter, alt 11 M. 18 £. Am 3. April der Taglöhner Johann Wilhelm Hatzmann, alt 45 J. Am 3. April Anna Barbara, geb. Waschmann, deS h. B. u. Portiers Johann Adam Degel Wittwe, alt 75 I. 3 M. 1 T. -

(309) Ich zeige hierdurch an, daß ich mich nach meinem Austritt aus dem Staats­dienste, worin ich fünf Jahre lang, theils an den Aemtern Dillenburg und Hachen- "burg, theils an dem Hof- und Appellationsgerichte zu Dillenburg angestellt war, als Rechtsanwalt dahier niedergelassen habe und die Besorgung von Rechts- und Verwaltungssachen im Herzogthuni übernehme.

Weilburg, den 29. März 1850. JO. Hallt, Rechtsanwalt.

(347) Anzeige.

Einem geehrten Publikum, meinen Gönnern und Freunden hiermit die verbind­lichste Anzeige, daß ich von heute an das freundlichst gelegene Wirthschafts' local in dem Gebäude des Herrn Stadtrath Christmann (am Sonnenberger Thor) übernommen und darin meine Restauration aus dem Bayrischen Hofe (Kirchgasse) verlegt habe.

Da dieses neue Etablissement mir eine Erweiterung meines bisherigen Geschäf­tes vollständig möglich macht, so werde ich es mir sehr angelegen sein lassen, durch prompte und billige Bedienung den an mich gestellten Anforderungen genügend zu entsprechen.

Wiesbaden, den 3. April 1850. Anton Vorelt.

Niebertiinbiskhe

BIEBRICH, ROTTERDAM, LOMMIX, vorläufig jeden

Montag, Dienstag, Donnerstag und Samstag, Morgens 1O Uhr, nach allen Stationen des Rheins ohne Umzuladen.

Das Boot von Sonntag correspondirt mit dem jeden Dienstag von ROTTERDAM nach LONDON abgehenden Bata vier. Die Reise von Biebrich bis Rotterdam geschieht in 1% Tage.

Nähere Auskunft ertheilen Der Agent

Carl Bergmann. Schmälster

(174) in Wiesbaden. in Biebrich.

(339) Die unverkennbar herzliche Theil­nahme, welche die Mitglieder des Theaters und der Kapelle zu Wiesbaden bei der am 2. April stattgefundenen Beerdigung meiner geliebten seligen Frau zu erkennen gegeben haben, um der verstorbenen Collegin die letzte Ehre zu erweisen, hat mich und jedes füh­lende Herz tief ergriffen. Für so viele Liebe und Achtung, welche Sie verehrte Mit­glieder der Verewigten gezollt, fühle ich mich gedrungen, Ihnen hiermit öffentlich meinen aufrichtigsten und herzlichsten Dank darzu­bringen. C. Schmidtgen, Kapellmeister.

Danksagung.

(342) Anerkennend der großen Verdienste, welche sich Herr Zimmermeister Müller bisher zum Wohl und Verbesserung unseres Zimmergeschäfts erworben hat, statte ich hier­mit öffentlich meinen Dank ab. Möge der große Geist des Herrn Zimmermeister Mül­ler auch fernerhin wirkend und segenbringend für die Mit- und Nachwelt sein.

Friedrich Meineke, Zimmergesell.

Offene Lehrer - Stelle.

(341) Die israelitische Gemeinde Cronberg wünscht einen Religwnslehrer und Vorbeter ledigen Standes anzunchmcn. Indivi­duen, die diesen Dienst annehmen wollen, belieben, sich unter francirten Briefen an den unterzeichneten Vorstand zu wenden.

Cronberg, den 5. April 1850.

Der Vorstand der Israel. Gemeinde

Joseph Neuburg. Mayer, Kaufmann.

Nathan Kupferbach.

(344) Georg Erkel läßt Mittwoch den 10. April, Morgens 10 Uhr, verschiedenes Werkzeug, wobei eine gute Hobelbank, 24 Schraubzwing.n, Stemmbank, zwei Schleif­steine, 50 Hobe», nebst einer Parthie eichener Dichten auf der ersten Mühle versteigern.

(345) Der Lehrkursus für das Som­mersemester in der Anstalt des Unter­zeichneten beginnt Mittwoch den 1 0. April. ' E. Bernhard.

Druck und Verlag der C Ritcersschen Buchdruckerei.