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21. d. M., Morgens 10 Uhr, zu VhntiurßjmDeut­schen Hause" eine Vorversammlung statt finden, um auch die Gesang-, Turn- und demokratischen Vereine an dem Feste zu interessiren, und diesem hierdurch einen höhern Glanz zu verleihen. Die größeren und kleine­ren Gewerbtreibcuden des Lahnthals werden auch das Ihrige zur Verherrlichung des Festes beitragen. Die betreffende Kreisbchörde zu Limburg, sowie das Direk­torium des landwirthschaftliche» Lahnbezirks werden das schöne Unternehmen fördern helfen.

Auf Antrag des Direktoriums des Landesvereins wurden am Schluß der Sitzung einige Vereiusmitglie- ger gewählt, um bei dem Feste, welches zu Ehren des Herrn Geheimen Negierungsrathes Albrecht stattfin­den soll, den Lahnbezirk zu vertreten. Es wurde in dieser Beziehung die Ansicht geäußert, ob dieses letztere Fest nicht mit dem allgemeinen Herbstfeste vereinigt werden könne. Herr Albrecht würde so am besten in die Mitte seiner Landwirthe und der durch ihn ver­edelten Landeserzeugnisse treten können. Obgleich die Versammlung zu Runkel wegen des ungünstigen Wet­ters nicht so zahlreich besucht war, wie zu wünschen ist, so macht doch die Fülle und Bedeutung der verhan­delten Gegenstände einen vollkommen befriedigenden Ein­druck, und es ist zu erwarten, daß diese Kreistage im­mer mehr von den Landwirthe» und den Freunden der Landwirthschaft in ihrer Wichtigkeit erkannt werden.

Darmstadt, 5. April: Ich theile Ihnen aus guter Quelle mit, daß heute Ordre nach Mainz abgegangen ist, die außerordentlichen Ässisen für den politischen Prozeß auf Mitte Mai festzusetzen. (M. Z.)

Köln, 3. April. Die Herstellung einer steinernen Brücke ist nun definitiv beschlossen. Das Ministerium für Handel und Gewerbe hat unterm 30. ein Aus- schreiben publizirt, worin es zur Einreichung von Ent­würfen einer Rheinbrücke zwischen Köln und Deutz j auffordert. Als Breite des Stromes sind 1275 Fuß angegeben, und als Oeffnung für den Durchgang hoch­bemasteter Schiffe 90 Fuß Höhe bestimmt. Die Kosten dürfen nicht über 1% Millionen Tpaler betragen. Für die beste Arbeit sind 250 Frdr. für die nächstbeste 125 Frdr./ als Preis bestimmt, ohne daß jedoch durch Em­pfang des ersten Preises ein Anspruch auf die Leitung des Baues gewonnen würde. (M. Z.)

Köln, 5. April. Der Oberprokurator hat sich bei demangeblich hier wohnenden" Dichter Freiligrath theilnehmend erkundigt, ob er sich zur Autorschaft der im Jahr 1846 unter dem TitelCa ira" in Herisau erschienenen Gedichte bekenne und wo Herisau liege? Also eine Untersuchung von 1846 her? Ach Gott, wie wird es denbesten Männern" wegen ihrer vor­märzlichen Wühlereien ergehen! Die Heidelberger Versammlung und das Vorparlament werden gewiß nächstens als nächster Versuch zum Aufruhr ausge- schricbeu werden. In Deutz ist ein als Militär­sträfling eingestellter Freischärler, Appidarius aus Trier, glücklich entsprungen. (N. D. Z.)

Köln, 7. April. Die Deutsche Reform flötet Fol­gendes: In Erfurt tst eine Krisis eingctretcn, deren große Bedeutung nicht zu verkennen ist. Wenn man den Berichten einiger Blätter trauen dürfte, so wäre : das allgemeine Gefühl unter den Abgeordneten das einer tiefen Verstimmung, eines fast verzweifelnden Unmuths. Wir schreiben der Er un ter Versammlung mehr innere Lebenskraft, mehr beharrlichen Ernst und mehr politische Befähigung zu, als daß wir so leicht an jene Rathlosigkeit glauben könnten". Wir haben die seltene Naivität des Mantcuffel'schen Organs zu oft anerkannt, als daß wir heute nöthig hatten, ein Wort darüber zu verlieren.

Hohenasperg, 31. März. Die Uutcrsuchungsgc- faugemm, die bisher immer auf ihrem täglichen ein- stündigen Spaziergänge von einem Unteroffizier beglei­tet wurden, der hinter ihnen hcrzugehcn hatte, werden von morgen oder übermorgen au von Landjägern,

Mord, denn nur Furcht vor Todesstrafe könne einen M v r d v c r s u ch hei begübren.

Die Begründung der Anklage gegen Heinrich und Ia kob Sta uff wegen Gehnlfensd)aft und Hehlens des geraubten Guts war unter Beziehung auf das schon Gesagte kurz.

Zum Schluß wies der Staatsanwalt auf die Be- rühmtheit des Prozesses und auf fein Vertrauen auf die Geschwornen hin.

Morgen beginnt die Vertheidigung des Johann Stauss durch Advokat Emmerling.

(N D. 3)

Man schreibt auS Tilsit: Im Jahr 1837 wan­derte von hier ein Schlossergeselle, August Entrcjat, nach Rußland, arbeitete dort auf größern Gütern als Hofschlysser, bis er von einem Grafen Cäsar Nonnecker zu Quedciu ins russische Militär verkauft wurde. Zehn lange Jahre diente er bei dem fünften (snolcnskffwe») Hufarcneegnmnt, bis er endlich im Jahr 1848 Gelegen- fett fand, am Kaukasus zu dcrscrtiren und nach Kon­stantinopel sieb dnrchzuschs,eichen. Von da ging er nach Beirut und Jernfaleni und kam dann zu Schiff nach Triest, von wo uns er über Wien feinem Hennaths- ort zuellte.

welche, vier an der Zahl, besonders zu diesem Zwecke hierher beordert wurden, begleitet werden. Ob diese mit geladenem Gewehre oder blos mit Seitengewehren hinter den Gefangenen einhergehen werden, ist zur Zeit noch nicht bekannt. Jedenfalls aber ist diese Maßregel eine Schärfung des bisherigen Verfahrens, und wird wohl mit zu den Nachwehen von Nößler's Flucht gehören. Gefangene kamen in letzter Zeit sel­ten an. Vor einigen Tagen ward Posthalter Bech­stein von Schorndorf hierher gebracht. Er hat als Strafgefangener (wegen Unterschlagung ihm anver­trauter Gelder, durch Erbrechung von Postpaketen) vier Jahre hier zuzubringen.

Bruchsal. Nach demHess. Zuschauer" hat sich Kupferberg aus Mainz in Begleitung des Gcfaugen- Würters glücklich von hier nach der Schweiz salvirt.

Karlsruhe, 3. April. (Fr.J.) Mit der Ausrü­stung der badischen Truppen ist man hier sehr beschäf­tigt, und was die Cavallerie und Artillerie angeht, so ist man damit schon sehr weit vorgerückt, so daß diese theils schon marschsertig sind, theils es in kurzer Zeit werden.

Flensburg, 2. April. Nach einer Korrespondenz derWes.Z." ist das Provisorium " über die Stel­lung der Herzogthümcr zu Dänemark dem Abschluß nahe.

Hamburg, 3. April. Schon im vorigen Herbst hatte es sich hier ereignet, daß nächtlicher Weise und von unbekannter Hand das Schild des Schleswig- Holsteinischen Oberpostamtes von der Straße aus mit schwarzer Farbe überftricheu worden war; die Sache machte um so mehr Aufsehen, da der dänische Post­meister selbst zu dieser Affaire in Beziehungen gebracht wurde, die sich übrigens nie klar herausgestellt haben. In voriger Nacht ist jedoch abermals die Aufschrift jenes PosthauSschildeS vernichtet worden und das un­ter Umständen, welche viel zu denken geben. Die hiesige Polizeibehörde hatte nämlich vor Kurzem die Beseitigung jener BezeichnungSchleswig-Holsteinisches Oberpostamt" von der betreffenden Behörde verlangt. Diese protestirte und nun verlangte die Polizei, daß binnen 3 Mal 24 Stunden das Schild abgenommen werden müsse; eine Weisung, der daS schleSwig-hol- stcinifche Oberpostamt nachzukommen sich nicht bewogen fühlen konnte. Heute Nacht 12 Uhr erfolgte nun das erwähnte Attentat und konnte von den Nachtwächtern die vorher ein Polizeibeamter fortgcschickt haben soll, nicht verhindert werden. Hamburg scheint die Gefäl­ligkeit gegen Dännemark bereits sehr weit zu treiben. Nachschrift. Die hiesige Polizeibehörde hat, wie wir so eben als zuverlässig erfahren, die nächtliche That als von ihr ansgcgangen, bereits aner­kannt. Der schleswig-holPcmische Postmeister hatte schon vorige Woche nach Kiel über das ihm gestellte Ansinnen berichtet. Die Statthalterschaft hat geant­wortet, daß sie, falls man von Seiten Hamburgs zu beleidigenden Maßregeln schreite, Repressalien ergrei­fen würde. Man bringt die Sache mit den Opera­tionen des dänischen Kammerherrn v. Bülow, der von Frankfurt über Berlin jüngst hier eintraf, in Verbin­dung. (West Ztg.)

Schwerin, 4. April. Die Abgeordnetenkammer ist heute auf 3 Monate vertagt; das neue Ministerium ist ernannt, Graf Bülow ist Ministerpräsident. (N-Z.)

Der Großherzog hat die Compromiß- Instanz angenommen und die Kammern auf drei Monate ver­tagt; die Linke protestirt gegen die Vertagung und wird morgen forttagen. (H. E.)

Elberfeld, 2. April. Die hiesige Zeitung enthält die Anklageschrift gegen die Solinger Maiangeklagten; es sind deren 40 an der Zahl.

Elberfeld, 4. April. Unsere Maigefangenen ha­ben jetzt nicht mehr Raum im gewöhnlichen Arrest- lokale; man hat deßhalb einen iiebenanliegeyden Gast­hofe zur Aufnahme eingerichtet. (B. V. M.)

Atts dem Bückeburgifchen, 28. März. Das Gerücht, als drohe dem neuen deutschen Bundesstaate ein neuer Verlust durch den Rücktritt des Fürstenthums Schaumburg-Lippe, gewinnt an Bestand, nachdem der 20. März verflossen, ohne daß von der hiesigen Re­gierung irgend Schritte zur Beschickung des Erfurter Staatenhauses geschehen sind.

Dessau. Unser Herzog hat sich, nachdem der neue Landtag in die Aufhebung des §. 4 der Verfas­sung (alle Gewalten gehen vom Volke aus") gewilligt, das Prädicatvon Göttes Gnaden" wieder beige­legt.

In Meiningen ist der Landtag am 4. d. Mts. wieder eröffnet worden.

Dresden, 3. April. Es wiederholen sich die Ge­richte, daß Herr v. Friesen und Herr Behr aus dem Ministerium austreten und ihre Stellen durch Herrn V. Falkenstein und Herrn v. Thielau besetzt werden sollen. Herr v. Thielau ist bekanntlich Verfasser ei­ner Schrift:Der deutsche Bundesstaat eine Unmög­lichkeit".

Dresden, 5. April. Der Schuhmachermeister Eckelmann von hier, welcher wegen seiner Bethei­ligung an dem Maiaufstand in Untersuchung und Haft sich befunden hatte, aber auf Handgelöbuiß und Cau- tion freigelassen worden war, istebenfalls flüchtig ge­worden; derselbe wird bereits steckbrieflich verfolgt.

(Von der Pleisse, 3. April. Die Gerüchte über einen Fürstkncongreß in Dresden wiederholen

sich nicht nur, sondern gewinnen bereits eine festere Gestalt. Man meint, derselbe werde jedoch erst nach der Krönung des Kaisers von Oesterreich stattsinden.

Hanau, 3. April. Am 8. April werden die Verhandlungen über die des Mords von Lichnowsky und Auerswald Angeklagten beginnen, wozu 150 Zeu­gen aus Frankfurt, Bockenheim rc. vorgeladen sind, und die leicht 34 Wochen andauern können. Haupt- angeklagte sind folgende 5 Männer: 1) Peter Lud­wig, Schncicergeselle aus Bockenheim, ledig (dreimal wegen Diebstahl bestraft), 27 Jahre alt, wird be­schuldigt, beim Zuge der Bockenheimer gewesen zu sein, das Schmidtsche Haus durchsucht zu haben, und als die Deputaten aufgefunden, Auerswald durch einen Schuß verwundet und Lichnowsky die tödtliche Schußwunde im Rücken beigebracht zu haben. Gegen ihn liegen gravirende Aussagen vor. 2) Ackermann Johannes Pflug von Ginheim, 42 Jahre alt, Eigen­thümer eines großen aber verschuldeten Bauernguts, verheirathet,^Vater zweier Kinder, mit guten Leu­mundszeugnissen, soll ebenfalls bei besagtem Zug ge- wtsen sein, wie bei der Haussuchung und der Heraus­schleppung der beiden Deputirten. Gegen ihn sind fast gar keine gravirende» Aussage» vorhanden. 3) Daniel Georg, Schuhmachermeister aus Ginheim, verehelicht, Vater von zwei Kindern, von gutem Leu­mund. Er soll den Zug der Ginheimer zu Stand gebracht und angeführt haben, Gewaltthätigkeiten gegen das Parlament beabsichtigt haben, bei der Haussuchung und HerauSschleppung thätig gewesen sein, auf Auers­wald geschosseu und das Zeichen zum Erschießen Lich- nowsky's gegeben haben. Gegen ihn liegen mehrere gravirende Zeugenaussagen vor, auch soll er sich seiner That gerühmt haben, womit widerspricht, daß er aus Frankreich, wohin er entflohen, nach Haus zurückkehrte, um sich den Gerichten zu überliefern. 4) Schneider Matt hras Korber aus Ginheim, 55 Jahre alt, von gutem Ruf, soll mit einer Lanze bewaffnet im Ginheimer Zug und bei der Haussuchung betheiligt gewesen sein, dann Wache gestanden haben, um das Entweichen LichnowSky's zu verhindern. 5) Stein­hauer Ludwig Dietrich aus Bockenheim soll als Fahnenträger im Zug gewesen sein, das Schmidtsche Haus mit durchsucht und mit der Fahne nach Auers­wald geschlagen und sie beim Herausschleppen Lich- uowSky's vor diesem geschwungen haben. Mitan­geklagte sind Hcinr. Gambel und August Schmidt von Bockenheim, welche vor bem dortigen Rathhause von dem Bürgermeister die Waffen verlangten.

Raffel, 4. April. (Horn.) Wir nehmen Akt von folgen­den ergötzlichen Jammerselbstgesprächen der Neuhessi­schen:Wenn das Parlament (nämlich das Käfekasino in Erfurt) die Verfassung en bloc annimmt, so droht ihm der Verrath; wenn es erst revidirt, so droht ihm auch der Verrath!"Es ist ein Schimpf und eine Schande, daß es so ist, aber es ist so!"Wir wissen nicht, ob der Verrath mißlingen, wir wissen nicht, ob Preußen auch diesen Schimpf hinnehmen wird!" Wäre j5 nicht jetzt an der preußischen Re­gierung,eine offene, unumwundene. Erklärung" zu geben? so frägt sich banh die naive Adamitin. Au Preußen, Allerunterthänigste? Seit wann wäre denn das Mode geworden in Berlin? Sie werden unverschämt und zudringlich. Machen Sie sich auf alle Fälle rasch und entschlossen auf ein neues anstän­diges Falliment gefaßt, und bleiben Sie bei Ihrem alten,muthig besonnenen" Henkelsspruch: es handelt sich nicht um Formen, sondern um Sachen, und lassen Sie uns auch b i e Freiheit mit Jubel begrüßen, die unter der Form einer vergoldeten russischen Knute vom Jesuiten Radowitz offerirt werden wird.

Der gelbe Ratz hat dreimal miaut.

Die Herenbrüh ist gahr gebraut.

Kühlt's ab mit Gothaer Paviansblut, So wird der Zauber stark und gut.

Berlin, 4. April. Der Erfurter Bund wackelt in seinen Grundfesten bereits so, daß uns die Nach­richt , die Hansestädte würden sich nächstens von ihm lossagsli, nicht überraschte. (Westd. Ztg.)

Berlin, 5. April. Es soll uns nicht Wunder nehmen, wenn schon die nächsten Tage den Rücktritt Kurhessens von dem Bündnisse vom 26. Mai bringen. Mit dem Eintritt des Herrn Haffenpflug in den Rath des hessischen Kurfürsten konnte man sich auf diese Po­litik gefaßt machen. ' (Fr. I.)

Erfurt, 3. April. Die Gothaer bekommen einen Tritt nach dem andern. Die letzten Tage haben ih­nen dazu verholfe». Radowitz, welcher jetzt offen auf die Seite der conservativen, der specifisch -preußischen Partei getreten ist, erklärte, man müsse denn doch am Ende das Recht des Kriegs und Friedens der Behörde, welche an die Spitze des ganzen Bundes trete, ein- räumen. Nach offener sprach sich von Carlowitz aus. Dieser' sagte nämlich gerade heraus, daß von dem VerfaffuttgsenNourf des 26. Mai als förmliche Grundlage für die Verhandlungen gar nicht die Rede sein könne, nachdem die größeren deutschen Re­gierungen einen andern Weg eingeschlagcn hätten; ja man würde, nach den sich jetzt kundgcbendcn Stim- mungen in de» auswärtigen Kabinetten^ sich geradezu den Chancen eines europäischen Krieges aussetzen, wollte man auf Errichtung eines Bundesstaats in der bisher beabsichtigten Weise bestehen. Die Gothaer waren natürlich Anfangs empört über so etwas, spra­chen von Rockzipfel in die Hand nehmen und in die