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IV. Fürst von Metternich - Wiuttebarg. Der Tarationswerth des Lebens beträgt 20 25.000 Gulden und die Allodifikation ohne Ansatz einer Prä­mie wurde 1842 ausgesprochen.

V. Franz Philipp Wilderick Graf von Walderdorff. Der Tarationswerth des LehneS beträgt 1319 fl. und die Urkunde über die Umwand­lung des Lehnes in freies Eigenthum wurde 1827 ausgefertigt.

VI. Winter, Johann Samuel, Hofpre- diger zu Oranicnstcin. Bezeichnung des Lehens : das Lehen des 4. Theils des Zehntens zu Faulbach, von dem vormaligen Stift ad 8. Lubentium zu Dietkir­chen herrrührend. Der Procentansatz für die Allodifikation bei den Lehen, welche eben nicht ohne Prämie in freies Eigenthum verwandelt wurden, schwankt in den Jahren 1803 47 zwischen 4 und 16% pCt. Da die bisher erschienenen und noch erscheinenden Ar­tikel, welche die Domänenangelegenheiten beleuchten, den Zweck haben, ein möglichst vollständiges und kla­res Licht über diese Angelegenheiten zu verbreiten, so haben wir es für nöthig erachtet, auch auf die Lehen, bei deren Umwandlung in Eigenthum den Vasallen die Allodifikationsprämie geschenkt wurde, näher cinzu- gehen und insbesondere die Personen und Sachen ge- nau zu bezeichnen.

Unsere Angaben gründen sich auf den Spezialbe­richt der Kammerkommission über die Veräußerungen aus dem Domanialvermögen, der im Januar 1849 erstattet wurde.

Schließlich können wir dieses Capitel von den Ver­äußerungen nicht verlassen, ohne noch jm .Interesse des Landes einen Wunsch auszusprechen.

Der obenerwähnte Spczialbericht enthält folgenden Schlußsatz:Ueber andere beträchtliche Geldgeschenke, welche durch landesfürstliche Munifizenz zu verschiede­nen Zeiten Einzelnen zuflossen, behalten wir uns, wenn cs gewünscht werden sollte, bei anderer Gele­genheit nähere Mittheilungen vor."

Diese Worte waren zunächst an die Kammer ge­richtet; nun hat die Kammer in dieser Beziehung unseres Wissens keinenWunsch" geäußert; und es sind auch unsers Wissens diese weiterenbeträchtlichen Geld­geschenke" während der Kammerverhandlungen noch nicht an's Licht gezogen worden.

Da aber das Land mit Recht verlangen kann, ge- nau zu erfahren, welche Summen so verausgabt und welchen Personen sie zugekommen sind, so sprechen wir diesen Wunsch aus, und ersuchen die Commission, im Wege der Presse oder auf eine andere Weise dem nassauischen Volke in dieser Sache Aufschluß zu geben.

Ausdrücklich richten wir diesen Wunsch nicht blos an die Mitglieder dieser Commission, sondern überhaupt an alle diejenigen, welche in dieser Angelegenheit Wif- senschaft haben, und die Wahrheit und Gerechtigkeit lieben. Es muß Jedem im Volke bis in die kleinsten Einzelheiten vollkommen klar werden, wie man seit Jahren wichtigsteAngelegen'heitNassaus die behandelte, und von welcher Beschaffenheit die Personen sind und waren, welche ihm gegenüberstehen und standen.

Die Redaktion.

Deutschland.

fl- Wiesbaden, 8. April. Heute Nacht gegen 3 Uhr brach in dem benachbarten Dorfe Sonnenberg ein Feuer aus, dessen schnelles Umsichgreifen die Einäsche­rung dreier Scheuern zur Folge hatte.

R. Wiesbaden, 7. April. (Die Eisen bahn- frage.) Der lj Korrespondent in No. 82 der Freien Zeitung geht nur soweit mit unserer Ansicht in Betreff der Elsenbahnfrage gleichen Schritt, als er es ersprieß­lich für die Resultate der Erbauung einer Eisenbahn

hält, daß der Staat, oder hier besser die Staaten, die Ausführung in die Hände nehmen werden.

Die Untersuchungen, welche die Regierung, bei der wir nebenbei bemerkt für alle großen Unternehmungen, und insbesondere für industrielle Bestrebungen durch­aus keine große Begeisterung finden, wcßhalb uns das ihr (in dieser Beziehung vom ll Korrespondenten er­theilte Lob durchaus nicht als gerechtfertigt scheint, durch t n land i f ch e Te ch Nike r in Bezug auf Eisen­bahn-Anlagen in unserem Lande hat an ne innen lassen, haben sich, wie wir aus zuverlässiger Quelle wissen, als s-hr mangelhaft erwiesen und es ist wohl nicht zu verkennen, daß bei den vielerlei Terrainschwierig­keiten, welche sich für Anlage einer Eisenbahn über das Gebirg erheben, es für zweckmäßig befunden wer­den muß, die Untersuchungen eher durch eine anerkannte Autorität, als durch Neulinge in der Kunst vornehmen zu lassen, und zwar um so mehr, als glücklicherweise der Staab sich gegenwärtig in der Lage befindet, ohne große Kosten zu einer so gediegenen Arbeit zu gelangen, wie sie von i n l ä n d i s d/c »Tech­nikern selbst mit großen Kosten nicht zu erwarten steht.

Es ist uns zwar nicht bekannt, daß gewisse Her­ren die nass. Eisenbahn - Projekte als Spekulation für ihren Geldbeutel betrachten und nebenbei nach dem allgemeinen Wohle wenig fragen, müssen jedoch an der Wahrheit dieses kühnen Satzes füglich zweifeln, weil wir nicht wußten, auf welche Weise vorderhand sich eine solche Spekulation realisiren sollte und worin es gefunden werden will, daß das allgemeine Wohl hierbei außer Acht gelassen ist.

Man darf bet der Hebung der inländischen Technik, die wir aus bekannten uns naheliegenden Gründen sehnlichst mit ihm wünschen müssen, ja nicht das Institut der inländischen Diätenjäger el vergessen; denn nach den uns zngegangencn zuverläs­sigen Mittheilungen werden bei der gegenwärtig in Ausführung begriffenen Untersuchung des Terrains wedr von dem ausländischen Ingenieur, noch von den ihn begleiteten Personen irgendwie Diäten oder Honorar beansprucht und wird die Regierung in kurzer Zeit gegen Ersatz weniger Auslagen, welche nach der uns gegebenen Versicherung von dem Ministerium genehmigt sein sollen, in den Besitz einer Arbeit gesetzt werden, die auf anderem Wege gewiß nicht besser, keinenfalls aber billiger hätte ausgeführt werden können.

Eigenthümlich finden wir des Herrn I I Correspon- denten Ansichten über die Anlage einer Nassauischen Eisenbahn selbst, nämlich die Richtung von Wiesbaden durchs Aarthal nach der Lahn, von da nach dem Rhein und langst dem Rhein auf dem rechten Ufer nach Deutz, wobei die weitere Korrektur der Lahn besondere Berücksichtigung ( sic!) finden soll.

Wir müssen billig daran zweifeln, daß diese Neu­geburt sich vieler Sympathien im Lande erfreuen möchte.

H. Von der Lahn, 7. April. Am 5. d. M. fand die Frühjahrsversammluug des landwirthschaftlichen Lahnkreises, unter dem Vorsitz des landwirthschaftlichen Kreisdirektors von Mar sch all aus Hahnstätten, zu Runkel statt. Der erste Gegenstand der Tagesordnung war das schon so viel besprochene Versicherungswesen, und es wurde beschlossen, diesen Gegenstand vor der Hand ganz, wie bisher, den einzelnen Gemeinden zu überlassen, aber möglichst dahin zu wirken, daß sich die Gemeindeversicherungsgesellschaften allmâhlig zu größe­ren Verbänden, und Kreis- und BezirksgcseUschaften erweitern. Auf diese Weise findet das Versicherungs­wesen gewiß die beste und festeste Grundlage, welche alle Schwindelei am Sichersten ausschließt. Spätern ' Zeiten mögen umfassendere Organisationen vorbehalten ' sein. Die Verhandlungen über den zweiten Gegen­stand der Tagesordnung, die Bedingungen für die Be-

Werbung um Wiesenbaupreise betreffend, führten zu dem Beschlusse, daß in Zukunft zu allseitiger Ermunterung auch eine Anzahl kleiner Preise neben den Hauptprei- fen ausgesetzt werden sollen und daß der geringste Um­fang einer verbesserten Wiese bei Privaten auf fünf rheinische Morgen festgesetzt wurde. Hoffentlich wird nun in dieser wichtigen Thätigkeit sich ein größerer Eifer kund thun. Zur Hebung der Obst-, Bienen- nnd bäuerlichen Pferdezucht wurden drei Ausschüsse bc- stimmt und einsichtige Männer aus allen Theilen des Lahnthals in dieselben gewählt, um diese bisher viel­fach vernachlässigten Zweige der Landwirthschaft auf diejenige Höhe zu bringen, welche sie nach der natür­lichen Beschaffenheit unseres Landes einnehmen können und müssen. Die von dem ständigen Sekretär deS Landesvereines, Dr Medicus, veranlaßten Bespre­chungen über die Wirksamkeit des WilhelmsstifteS wa­ren demselben nicht ungünstig. Es ward sodann ferner von Jtv Lahnkreisversammlung für ihren Theil be­schlossen, 1) die jährliche landwirthschaftliche General­versammlung und Preisvertheilung wird durch Verbin­dung mit andern Feierlichkeiten und Ausstellungen zu einem allgemeinen Volksfest erweitert, weil nur auf diese Weise nach der Erfahrung anderer Länder eine allgemeinere Theilnahme für die landwirthschaftlichen Bestrebungen selbst erweckt wird; 2) diese weiteren Fest­lichkeiten bestehen in Obst-, Gemüse-, Blumen-rc.- Ausstellungen, sowie einem Pferderennen , um den Gartenbau und die bäuerliche Pferdezucht in un­serm Herzogthum möglichst zu ermuntern; 3) die landwirthschaftliche Lahnkreisversammlung findet es wüufchenswerth, daß mit den landwirthschaftlichen Festlichkeiten eine Gewerbe-Ausstellung, mit beson­derer Berücksichtigung eigenthümlicher Landesfabri­kate, verbunden wird, um so die Theilnahme des ganzen Volkes immer mehr zu erzielen; 4) der Fest, platz wird in die Mitte des HerzogthumS gelegt, um allen Bewohnern des Landes die Betheiligung an dem­selben gleich möglich zu machen. (Bei der Verhand­lung hierüber wird stark hervvrgchobeu, daß, wenn das beabsichtigte Volksfest gedeihen solle, es in Zu­kunft immer an demselben festbestimmten Orte statt finden müsse., da die Einrichtung mancher Oertlichkei- ten, z. B. einer Ncnubahn, dieses erheische.) Das in der Mitte des Landes, zwischen mehreren totäDten, ge­legene Oranienstein, erscheint als der geeignetste Ort, besonders, da die Diersteiner Au, nach dem Urtheil von Sachverständigen, eine passende Oertlichkeit für die Rennbahn Darbietet; 5) die jährliche, bisher wan­dernde, Generalversammlung mit der Preisvertheilung wird vom Sommer weg in Den Herbstzeit verlegt, wie dies in andern Ländern, der Natur der Dinge gemäß, bereits der Fall ist. Der dieser Zeitverändernng ent- gegenstehende Artikel der Statuten des jandwirthschaft- lichen Vereins, ist auf dem geeignetsten Wege für die Zukunft zu ändern. Die Dauer der Festzeit soll vor der Hand, wie bisher, auf zwei Tage bestimmt sein.

Die Lahnkreisversammlung ersucht den Sekretär des Landesvereins, Dr. Medicus, auf seiner Rund­reise durch die übrigen landwirthschaftlichen Bezirke vor­stehende Anträge über das landwirthschaftliche Volks­fest zu begründen und die Zweckmäßigkeit desselben dar- zustellen, um möglichst alle Kreise für dasselbe zu ge­winnen, und alsdann auch bei den Oberbehörden die nöthigen Schritte unternehmen zu können. Da bereits viele einflußreiche Männer dem Feste ihre Theilnahme zugewendet, so ist zu hoffen, daß dasselbe zu Förde­rung der Volksbildung und Volkswohlfahrt ins Leben treten wird. Sollte gegen Erwarten die Mehrheit der landwirthschaftlichen Kreise sich gegen ein solches allge­meines Lanvesfest erklären, wie es schon vor mehreren Jahren einmal beabsichtigt, durch einen Trauerfall aber verhindert wurde, so würde der Lahnkreis für sich ein Fest in oben bezeichnetem Sinne anordnen, welchem freilich die höhere Bedeutung des Landesfestes fehlen müßte. Sicherem Vernehmen nach wird Sonntag den

ausgegeben wurden, und wolle um halb 9 Uhr, im Widerspruch mit der Angabe des Wirths; im Weinberg gervesen sein, während eher anzunehmen sei, daß er während dieser Zeit die Schlüssel und Die Beute bei Seite geschafft habe. Der Rauch, der aus dem Be- dicntenzimmcr gekommen sein müsse, beweise in Verbin­dung mit der Zündhölzergeschichte, daß Stauff, der sich über letztere nicht auszuweisen wußte, etwas verbrannt habe. Nach Der Katastrophe habe Stauff nach allen Zeugenaussagen den Anblick '.Der Leiche vermieden uuD sei wirklich auch bei der Ausgrabung nicht gesehen wor­den; es sei ihm vielleicht über dem Anblick derselben (!!) unwohl geworden, nicht, wie er sage, durch das Laufen, sondern durch die Macht des bösen Gewissens; er habe nicht im Hause schlafen können und habe in der Nacht dann entsetzlich geschwitzt, lauter Kennzeichen, die sich häufig (nur?) bei Verbrechern finden. Das Lächeln, das er jetzt auf feinen Lippen trage, sei gleichfalls die Verstellung der Schuld, nicht die Entrüstung der Unschuld!

Allerdings lächelte Stauff bei den letzten Deduclionen ein wenig, nachdem er vorher seine alte Ruhe bewahrt hatte, allein Ankere, Die nicht schuldig sind, lächelten a u ch.

Moral: Schwitze nicht, weil Mörder schwitzen! Lächle nicht denn Verbrecher pflegen zu lächeln.

Mittagssitzung 3%7 Uhr.

Der Mittag, resp. Abend brachte endlich Die Been­digung seiner Rede, deren ausführlicher Scharfsinn die Schlachtreihen der Zuhörer bedeutend gelichtet und die Federn der Berichterstatter fast abgestumpft hatte.

Der Staatsanwalt zog zuerst noch einige Beweise für Die Gcwissensgual aus Der Furcht StauffS, allein zu schlafen, aus seiner Iraner und seiner Lustigkeit, so­wie aus den hinterlassenen Scripturen. Dann kam er auf Die gefundenen Geldsachen, deren Identität j als Eigenthum Der Gräfin hinlänglich hergestcllt sei, ohne daß Die wirklich fabelhaften Angaben des Alten über den Ursprung eines Theils derselben irgend Glauben verdienen könnten. Ebenso sei es dargethan, daß der Alte diese Sachen von seinem Sohn erhielt, und darnach fei es nur Die Frage, auf welchem Weg dieser sie erlangt habe. Nach seiner eigenen Behauptung habe er sie rechtmäßig durch Geschenk vom Grafen erworben und zwar, wie er angibt, weil der Graf Da» durch einen Verdacht auf ihn leiten wollte; allein dazu habe dieser, gegen den kein Verdacht begründet fei, keine Ursache gehabt, und eine weitere Reihe bekannter An­zeigen ergebe, daß dieser Erwerb durch Geschenk nur eine Lüge und Erfindung fein könne; also fei er auf u n= rechtmäßige Weife in den Besitz gekommen, was im i allgemeinen in doppelter Weise möglich fei : durch Dieb- i stahl oder Raub. Da nun aber ersterer nach den Eigen- ! henhciten der Gräfin nicht vor ihrem Tod, bei Der

Bewachung Der Zimmer auch nicht n ä ch demselben und später auch nicht während des Besitzes des Grafen iiiög- Hd) gewesen, so bleibe nur noch Die Möglichkeit des Raubs übrig. Daß nicht auch Der S ch m u ck geraubt worden, fei vielleicht durch eine Unkenntnis, vielleicht durch Die Sucht des Räubers sein Verbrechen zu be= Mänteln, zu erklären, und außerdem fei Der Werth der wirklich entfernten Sachen nicht gering, sondern auf 420 fl. zu schätzen; Die Intention deS Mörders könne ja auch auf freilich nicht vorhandenes, baares Geld gerichtet ge­wesen sein. Auf Vorbedacht bei der That wiesen alle U.nstände hin, der Fall des Affekts sei nicht denkbar. Hiermit sei also ein M ord in gewinn süch­tiger Absicht und eine Brandstiftung zur Bcr- bergung des Verbrechens bewiesen.

Der V c r g i f t u n g s v c r su ch endlich sei hinläng­lich erwiesen., da Grünspan Gift sei, Stauff dergleichen hatte und seine Ausflucht mit der Weste nicht genüge, er Die Wirkung des Grünspans kannte, derselbe sich durch seine Vermittlung in der Sauce vorfand und na­türlich dem Grafen, dem Die Sauce bestimmt war, gelten sollte. Die Absicht dabei liege nahe: Stauff wußte von der Arrclirung seines Vaters, von Der Wiederaufnahme der Untersuchung, er hatte vor allem Die Aussagen des Grafen zu fürchten, dagegen bei einer Wegräumung des­selben zu hoffen, daß sich auf ihn der Verdacht von Mord und nachfolgendem Selbstmord leiten lassen werde, der neue Mordversuch sei ein Beweis für den alten