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Dit 8 r * 11 Zeituuz " erscheint, mit ünsnahmr dtck Montags, täglich in einem Bogen. Der Ldonnementöpreis beträgt vierteljährig hier in Wiesbaden 1 fl. 45 fc aus­wärts durch die Post bezogen mit ver-ältnißmäßigeur Äufschiagc. Inserate werben bereitwillig aufgeiio.n.nen und iui» bei der großen Verbreitung derFreien Zeitung" stets von wirk« famem Erfolge. Die JnserationSgebühren betragen für die virrspaltige Petitzeile 3 Kreuzer.

Bestellungen derFreien Zeitung" auf das mit dem 1. April begonnene zweite Quartal beliebe man baldigst zu machen, hier in Wiesbaden in der H. W. R it t e r'schen Buch­handlung, auswärts bei den zunächst gelegenen Postämtern. Dèe Expedition.

Beleuchtung der Domänenverhältniffe und der Civilliste.

III.

ff Vom Westerwald.

Außer den durch Veräußerung einzelner Domänen- bestandtheile eingegangenen Summen haben die Do- maniatrevenuen von 1816 biö 1847 incl. über 49 Mil­lionen Gulden ergeben (s. Domänenbericht von 1849) und diese Summe wurde in 31 Friedensjahren für Verwaltungs Osten, Schatulle und Hofhaltung ver­haucht! Die im Jahre 1816 der Domamalver­waltung überwiesenen Staatsschulden von beiläufig 5 Millionen haben sich bis 1848 nicht gemindert, sie sind vielmehr zur Summe von 7 Millionen angewachsen. Waren die Bestimmungen der Schuldentilguiigscommis« sion (Domänenbericht) streng aufrecht erhalten worden, so wäre die gesammle Domanialschuld im Jahre 1848 getilgt gewesen. Da man nun jene Bestimmungen ganz nach Belieben außer Kraft setzte, so sind jene 7 Millionen alS eine durch Verwaltungsfehler von 1816 bis 1848 neu entstandene Schuldenlast anzusehen. Das Jahr 1848 hat eine weitere Schuldenlast von ,700,000 fL gebracht und hat die Gesetze über Zehnl- ' ablösung hervor,gerufen, die in ihren Wirkungen einer jährlichen Abgabe von 6070,000 fl. gleich zu achten sind. Selbst Herr v. Eck, der Berichterstatter in der CiviUistenfrage (im Jahre^ 1849) scheint bei dem Durchspähen der Verhaltniste die Trostlosigkeit der Ge­genwart recht lebhaft gefühlt zu haben, er konnte sein Votum, das auf Bewilligung der angeforderten 300,000 fl. ging, nurin Hoffn uug besserer Zukunft" begründen (s. Landtagsprotokolle 1849 3tr. Band). Höchst naiv nennt er mehrere der j Jahre von 18161848, weil sie seiner Berechnung sehr ungünstige Domanialertrâge geliefert haben, geradezu schlechte Jahre. Wir wollen indeß mit aller Ruhe die auf die Zukunft gebauten Hoffnungen erwägen. Günstiger könnten sich die in Rede stehenden Verhält» niffe gestalten, in zwei Fällen:

1) Wenn in Zukunft die Bedürfnisse, durch deren Befriedigung seit 1816 über 56 Millionen ver­schlungen worden sind, sich vereinfachten, ver­minderten.

2) Wenn ein höherer Ertrag der Domäne erzielt werden könnte, ohne Nachtheil für das Land.

ad I.

Was Wittum und Appanagen betrifft, so ist das, was die Kammer hierüber festgestellt, ganz den Bestimmungen des Hausgesetzes vom Jahre 1822

(das bis 1848 geheim gehalten war und ohne Mit­wirkung der Kammer entstanden ist) entsprechend, also eine grundsätzliche Verminderung dieses Ausgabe» postens nicht eingetreten. Nach wie vor bezicht die Herzogliche Wittwe 30,000 fl., ein volljähriger Prinz 10,000 fl., eine Prinzessin 5000 fl. per Jahr. Die Verwal tu ng 6 k 0 sten der Domäne haben sich nichts weniger, als vermindert. Von 1816 bis 1848 ist der durchschnittliche Betrag 543,944 fl. (s. Doma­nenbericht 1849) im Jahre 1848 beliefen sich diese Kosten auf 642,424 fl., in das Budget für 1849 fin­den wir hierfür 575,359 fl. ausgenommen (s. Lant- tagsverhandlungen). Was die Hofpensionen be­trifft, so sind dieselben allerdings durch die Kammer ziemlich beschnitten worden, eS würde jedoch ein ganz bedeutender Ausfall in der StaatScasse entstehen, wenn die in Folge der genannten Beschneidung anhängigen Prozesse zu Gunsten der Hofdiener endigen sollten, was in gegenwärtigen, allen Hofangklegenheiten so günstigen Zeitläuften durchaus kein Ding der Unmög­lichkeit ist. (Graf Boos, ein kräftiger Mann, wurde als Obcrstallmeistcr vor einigen Jahren mit einer Pen­sion von 4000 fl. in den Ruhestand versetzt, die Kam­mer ermäßigte seine Pension, daS Hofgericht hat aber bereits zu seinen Gunsten entschieden.) Ferner ist zu berücksichtigen, daß nicht nur Hofpensionare absterbeu, sondern, daß auch neue entstehen müssen, so lange eS überhaupt einen Hof giebt. Um aber dre Sache so kinzurichten, daß die Gesammtheit der Hofpensionen nie eine bestimmte, hierfür in Aussicht genommene Summe übersteigen kann und doch jeder Pensionär bis an sein seeliges Ende die zugesicherte Dumme unver­kürzt erhält, müßte man absoluter Herr sein über Leben und Tod.

ad II.

Und worin soll denn nun der höhere Ertrag der Domänen für die Zukunft begründet sein? Wenn. man uns cultivirte Waldblösen, neueröffnete Hütten­werke, verschönerte Badeorte citirt (s. Landtagsverh. 1849 Bd. 111), so citiren wir: an das Haus Roth­schild verpfändete Waldungen, neue Schulden re., so bemerken wir ferner, daß aus obigen Cultivirungen ein erhöhter Domänenertrag nur unter Umständen er­wachsen kann, deren Gestaltung nicht in unserer Macht, liegt. Jedenfalls dürfte eS wohlgethan sein, wenn Jeder bei aufzustellenden Berechnungen die Ursachen, welche in den letzten Jahren den Verkehr gestört ha­ben, nicht als ein für allemal beseitigt, sondern als immer noch vorhanden und im Hintergründe der Zei­ten lauernd, annehmen wollte. Aber auch den höchst unwahrscheinlichen Zusammenfluß aller Glücksumstänve

für die nächsten Jahre zugegeben, so würde doch die Zunahme des Ertrags schwerlich bedeutender werden, als die aus dem Zehntgesetz erwachsende. Last von 60 70,000 fl. und als die Zinsen der 1,700/ 0) die man im Jahre 1848 aufnehmen mußte, um einer erhöhten Steuer auszuweichen, und um das Deficit zu decken, welches man damals in der Domänenkaffe vorfand. Die bessere Zukunft, die Hr. v. Eck zu sei­ner Devuction so nöthig hat, die den Schwerpunkt seines Beweises bildet, vermögen wir uns, trotz aller Mühe, nicht zu construiren. Diest bessere Zukunft, dieses glücklichere Jenseits scheint eben ein Dogma zu sein, an welchem die ministerielle Partei mit jener Glaubensstarke hängt, die das Versetzen von Bergen, wie das Verpfänden von Waldungen (s. Domänenbe- richt) in ihrem Gefolge zu haben pflegt. Statt den Umstand, daß von 1816 - 1848 mehrere Jahre mit geringem Ertrag Vorkommen, zu beherzigen, statt daraus die Lehre zu ziehen, daß auch in der Folge derartige Jahre vorkommen würden, nennt Herr v. Eck jene Jahre schlechte Jahre, würdigt sie keiner weitern Beachtung, und construirt, um nur vie Civil­liste von 300,000 fl. herauszubekommen, eine recht glückliche Zukunft. An dieser logischen Strickleiter, die oben von Herrn v. Wintzingerode, unten von Herrn v. Eck gehalten wird, müssen unsere ministe­riellen Kammerhelden hinaufklettern, um bei dem Ne­gierungsvorschlag nur überhaupt ankommen zu gönnen. Viel wahrscheinlicher als die einen höheren Ertrag be­dingenden Umstände dürften dagegen die Verhältnisse sich geltend machen, welche eine Verminderung des Ertrages bewirken. Dem Herzog!. Haus nebst Hof ist durch unsere Kammermajorität eine ^Stâttc bereitet, an der sich gut weilen läßt; und für Herzogi. Haus nebst Hof werden nun allerdings die schönen Tage kommen, im Falle sich nicht etwas wider Wissen und Willen unserer Kammermajorität früher oder später in dieser Welt ereignet. Das Herzog!. Haus nebst Hof bezieht seine bestimmten Summen und bleibt ganz und gar unberührt von den Schwankungen im Domänenertrag, was jedenfalls eine viel vortheilhaf- tere Stellung ist, als die vormärzliche, da

1) die Kammermajorität bei Bestimmung der Civil­liste weit über die Summe hinausgegriffen hat, i, welche in den letzten Jahren als Ertrag der Do­mänen erschien, und

2) ein geringerer Ertrag für die Zukunft viel wahr­scheinlicher ist, als ein höherer.

Jede Verminderung im Domänenertag erzeugt aber einen Ausfall in der Staatskasse, der durch Steuern gedeckt werden muß, und da die proglessive Eiukom-

Schlachtenklänge aus dem ungarischen Revolutionskriege.

(Aus demWochenblatt der Hornisse".)

L

Csik 0 Slied.

II.

Gesang der Todtenkopf-Legion.

Mein Pferd ist mit zierlichen Riemen umschnallt, Die Bunds ist roth, die vom Rücken mir wallt, Mein bauschiges Hemd im Winde fliegt, Mein thönernes Pfeifchen im Munde sich wiegt; An meinem Sattel der FokoS flirrt, In meiner Hand die Peitsche schwirrt, In der rauchenden CSarda, dort spring ich vom Pferd, Und verzehre mein Mahl am rauchenden Heerd!

Ich reit' um die Wett' mit dem eilenden Wind, Die endlose PuSzta durchspreng' ich geschwind, Bald folg' ich dem Feinde, der hierher sich wagt, Bald werd' ich selber von Andern gejagt; Und wenn man mich frägt: Wer bist du, Gesell? So sag ich: Ein reitender Ungar-Rebell! Und frägt man: Wohin denn, du ärmlicher Wicht? So sag ich: Gott weiß eS, ich weiß eS nicht!

ES fielen die Feinde in'S Vaterland, Und stecken die Hütten uns in Brand, Verheeren die Felder, vernichten daS Gut - - Hurrah! mein Rößlein, ich brenne vor Wuth In weiter Fern«, da loht eS so grell, Dort hauset der gierige Mordgesell, Muß dort sein, bevor noch schwindet die Nacht Hurrah! mein Rößlein, eS geht zur Schlacht! I G â 1.

Die Fahne wallt, die Trommel schallt, Das Feld bebt bei den Tritten,

So kommen wir mit Stiirmgewalt, Blitzschnell herbeigeschritten !

Wir zieh'», die wilde FeindeSbrut

Im Kampfe z» verderben;

Der Todenkopf auf unsrem Hut Heißt: Siegen oder Sterben!

An jedem Ort haust jetzt der Mord, Ringsum Brand und Zerstörung,

Wir aber streu'» in'S Land hinein Den Saamen der Empörung!

Herbei, wer Stärke hat und Muth!

Die Schlachttrompeten werben;

Der Todtenkopf auf unsrem Hut Heißt: Siegen oder Sterben!

Dortwärts nach Wien! mit kühnem Sinn Die Tyrannei zu brechen,

Der Bürger Noth, der Helden Tod Zu sühnen und zu rächen!

Wir wollen mit Tyrannenblut

Die Klinge» roth uns färben!

Der Todenkopf auf unsrem Hut Heißt: Sieg en oder Sterben!

Döbröntey Gabor.

Prozeß Görlitz.

XVI.

Darmstadt, 4. April. Morgensiyung, 9 ^1 Uhr. Im Beginn der Sitzung gab der Präsident erst eine weitläufige, aber zwecklose AMAnauvcrseymig über die Gründe, die ihn bewogen hatten, die gestrige Er­würg» ngs frage zu stellen und bemerkte dann etwa Folgendes: der Angeklagte habe bisher gchcimnisivolle Andeutungen gemacht, als ob er absichtlich Manches übergehe, um es späte r anzugeben; jor dem Geschwor­nengericht sei aber kein Geheimniß zulässig und er (der Präsident) sichle sich darum zu folgende» Bemerkungen veranlaßt: dem Angeklagten sei nicht, wie derselbe gestern behauptet habe, von dem Kriminalrichter eine direkte Anklage wegen Ermordung der Gräfin, sondern nur wegen MvrLversiichs gegen den Grafen und dessen Zu­sammenhang mit dem Todesfall mitgecheilt und demge­mäß die Untersuchung geführt worden, was nach lem damaligen Verfahren erklärlich sei; die Geheimnisse Stauffs könnten zweierlei Art fein, erstens, indem er eine direkte Anklage wegen des Mordes gegen den Grafen richten und Beweise dafür haben könne, was zu ein.r Untersuchung gegen den Grafen geführt haben würde; die Anschuldigungen seien aber nicht geschehen, vielmehr bewiesen die Antworten Stau'ffs auf die Angaben Löber's, daß er den Grafen für unschuldig halte; und zweitens,