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bald Gehör. Am 1. März rückten die Insurgenten vor Bihacs, gaben des Scheines halber einige Kano- nensalven, und zogen, ohne jeglichen Widerstand, in die Festung ein. Der Kadi und die Arnauten erhiel­ten freien Abzug; Munition und Proviant fiel in die Hände der Aufständischen.

Der Jubel mit dem die Nachricht vom Fall Bi­hars in der Krajina ausgenommen wurde, war unge- geheuer; selbst die Zaghaftesten fanden cs nun an der Zeit, die Waffen zu ergreifen und nach Bihacs zu ziehen, um die dortige Macht zu verstärken. In glei­chem Maße nahm unter den Anhängern der Osmanli Niedergeschlagenheit überhand; da sie fürchteten, die Reihen der Insurgenten nicht durchbrechen zu können um bis Travnik zu kommen, wandten sie sich gegen die östreichische Gränze und streiften hier in den Wal­dungen herum. Einige baten um Aufnahme auf öst­reichischem Gebiete, konnten sie jedoch von den Kor­donskommandanturen nicht erlangen, weil diese dazu nicht ermächtigt sind. Da sie sich aber deßfalls an das Agramer Landes-Militärkommando wandten, so ist kein Zweifel, daß sic diesseit aufgenommen werden; es ist dies ein Akt der Humanität, den man ihnen billig nicht weigern kann.

Sonntag den 10. d. M. zog Ali Kedich, der wäh­rend der letzteren Vorgänge völlig unsichtbar gewesen, mit 500 Mann nach Bihacs, und wurde sehr festlich empfangen. Klug wie er ist, griff er gleich zu posi­tiven Maßregeln. Er beantragte an Tahir Pascha

zu schreibe , um die Einnahme von Bihacs als einen Akt der Nothwendigkeit darzustellen, die Vertreibung der Arnantcilbesetzung als eine Sühne für deren Gräu- clthaten zu bezeichnen, und die Einsetzung des Pascha Bischevich und Einsetzung eines andern Pascha zu ver­langen. Während Kedich den Vezir aus diese Weise in Unthätigkeit zu erhalten hofft, ließ-er bereits die Einwohner von Wakup auffordern sich an den Auf­stand anzuschließen und die Stadt zu übergeben, wi­drigenfalls er sie bis auf den letzten Mann vernichten wollte. Diese kategorische Aufforderung wird gewiß nicht erfolglos bleiben, und die übrigen Orte in der Krajina werden Wakups Beispiel folgen, bis endlich ganz Bosnien in Flammen stehen wird.

Was aber dann geschieht, kann ich aus zweierlei Grün­den nicht ermessen: erstens kennt man die Pläne der Pforte nicht; zweitens ist die Stellung der Raja (der christlichen Bevölkerung) zu dieser Bewegung noch ganz unentschieden. In Stambul sind zwei Parteien: eine will die Insurrektion bekämpfen, die ander mit ihr paktiren. Letztere Ansicht war vorigen Jahres die vorherrschende, dennoch entschloß man sich zu erstem Mittel. Und mit recht, denn wir haben es öfter gesehen wozu jene Verhandlungen führen müssen. Frei­lich ist, wie die Dinge jetzt stehen, für eine erfolgreiche Bekämpfung des Aufstandes wenig Hoffnung.

Noch schwieriger ist die Frage hinsichtlich der Ra­ja. Um diese haben sich die Insurgenten bisher we­nig intercssirt; um so aufmerksamer beobachtet aber

die Naja jede Bewegung der Aufständischen, ohne den Antheil, den sie an der Bewegung nimmt irgend zu verrathen. Ruhig, besonnen, klug bis zur äußersten Verschmitzheit kennt die Raja ihr Gewicht, weiß ihre Kraft zu berechnen und schont sie, um sie nöthigen- falls mit Erfolg einzusetzen. Sic wartet ab; das Zei­chen zum Kampfe ist noch nicht gegeben, geschieht dieß , wird auch die Raja nicht zaudern den Kampf zu beginnen, der über ihre Zukunft entscheiden soll, und in dem sie, wenn nicht alles trügt, den Ausschlag geben wird. (A. A. Z.)

Druckfehler-Berichtigung.

1) In der gestrigen Nummer ist vom Setzer aus Versehen die Totalsumme der Sendungen, welche nach der Schweiz gegangen sind, und über welche Tschirner und Umbscheiven gnittirt haben, mit 1276 Gulden 36 fr. statt 1275 Gnlden 36 fr. angegeben worden. In Worten ist jedoch in einem zweiten Satz die Summe von 1275 Gulden 36 fr. bereits gestern rich­tig angeführt.

2) muß bei pos. JL, die die Quittung von Tschir­ner und Umbscheiden ausführt, der 7te Posten 79 Gulden statt 70 Gulden lauten.

Die Quittung von Tschirner kann von Jedem in der Erpedition eingesehen werden.

Verantwortlicher Redakteur: I. Oppermann.

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Bekanntmachungen.

Ebècta55adung.

Nachdem über das Vermögen de- Aloisius Schmidt und dessen Ehefrau Marie Anne, geb. Nagel, von Erbach der Concursprozeß rechtskräftig erkannt werden ist, sv wird zur Liquida­tion dinglicher sowohl, ais-persönlicher Ansprüche Termin auf

Mittwoch, den 1. Mai 1850, Morgens 8 Uhr hierher anberaumt, unter dem Rechtsnachtheile, des ohne weitere Dekretur erfolgenden Ausschlusses von der Masse.

Idstein, den 20. März 1850. Herzoglich Nassauisches Justiz-Amt.

L o r s d a ch.

Bekanntmachung.

(312) Montag den 8. April l. J., VormitlagS 9 Uhr, beginnt kie auf Ansteken der Erben des verstorbenen KabinetsdirectorS E. W. Hofmann veranstaltete Versteigerung in dem Sterbhause in der Wilhelmstraße zu Dillenburg. Sämmtliche Gegenstände sind theils neu, theils sehr gut erhalten und viele werthvoll.

Wiesbaden, den 2. April 1850.

(291) Unterzeichneter beehrt sich die ergebene Anzeige zu machen, daß das von ihm übernommene

Gast- und Bad-Haus zur Rose eröffnet ist.

u Wiesbaden, den 1. April 1850. Ad. Schmitt.

Für Dekonomen uud Vrantweinbrennereibefttzer.

(327) Die seit 10 Jahren sehr verbreiteten Schwarz'schen Dampf- Maisch - Dc stilir- Apparate, welche hinsichtlich der Zeit- und Brennmaterialenersparniß, sowie der Erzeugung eines reinen Brantweins bedeutende Vortheile gewähren, haben in neuerer Zeit eine wesentliche Verbes­serung erhalten, worauf dem Erfinder, Herrn Schwarz, in verschiedenen Ländern Patente ertheilt find. Die Anfertigung dieser Apparate ist mir von demselben übertragen, und bin ich stets bereit die Zeichnungen vorzulegen, sowie jede weitere Auskuft darüber zu ertheilen. Schließlich bemerke ich noch, daß diese Apparate zu verswiedenen Größen angefertigt werden, sodaß jedes beliebige Quantum Kartoffeln oder Frucht täglich zu Brantwein oder Spiritus bis zu 90^ TralleS verar­beitet werden kann. Zu dem Abtrieb eines Kessels sind nur 45 bis 50 Minuten Zeit erforderlich.

Wiesbaden, den 5. April 1850. C. »'ofMer, Kupferarbeiter.

(326) Seidenstoffe für Damenkleidee.

Die ersten Stucke Seidenzeug für Damenkleider sind in der Filanda fertig geworden. Die Stoffe sind aus offener Seide nach der Art der neuesten schottischen Stoffe; jedoch mit dem großen Vorzüge, daß die Farben acht sind. Die Stoffe sind außerordentlich dauerhaft, von einfacher neuester Modefarbe, 1% Elle breit und genügen schon 12 Elle zu einem großen Damenkleid. Die Elle kostet 1 fl. 45 fr.

Diejenigen hiesigen Damen, welche wünschen, daß ihnen die Stoffe zur Anschauung in das Haus gebracht werden, belieben ihre Adressen in der Filanda, [ober bei dem Kaufmann Herrn Philipp Lugenbühl abzugeben.

^' Demokratie.

Generalversammlung.

Wichtige Angelegenheiten.

Die Mitglieder des früheren Arbeitervereins ver­sammeln sich Montag, den 8., Abends um 8 Uhr, im Nerothal; diejenigen des Turnvereins Dienstag, den 9., Abends um 8 Uhr in demselben Locâl und diejenigen des Vereins zur Wahrung der Volksrechte Mittwoch, den 10. zur selben Zeit und an demselben Orte.

Der vereinigte Vorstand.

NB. Diejenigen, welche Mitglieder mehrerer dieser Vereine sind, oder waren, werden dringend gebeten, einer jeden Sitzung der Vereine, welchen sie angehören, oder angehörten, beizuwohnen.

(330) Von heute an wieder Lagerbier bei j®. Engel.

(321) Bei Robert Jacobsohn in Ratibor ist erschienen und in der H. W. Ritter'schen Buchhandlung in Wiesbaden zu haben:

Die Sonn tags feier, betrachtet in Hinsicht auf öffentliche Gesundheit, Moral, Familien- und Bürgerleben.

Von Proudhon.

Es muß bestimmte und periodische Versammlungen geben, die nicht abgeschafft oder vertagt werden können, so daß an einem festgesetzten Tage das Volk gesetzmäßig zusammen berufen ist, ohne daß eS irgend einer andern formellen Zusam­menberufung bedarf.

J. I. Rousseau, contr. sociale. Aus d e m Französischen.

Preis: 27 Kreuzer.

Frankfurt. Cours der Staatspapiere. Schluß der Börse.

Den 4. April 1850.

pCt.

Papier |

Geld 1

Den 4. April 1850.

pCt.

Papier

Geld

Oesterreich

Preußen

Bayern

Würtemb.

Baden

Metalliqueè Obligationen ....

w

H ....

Wiener Bauk-Actieu..... 500 fl. Loose........

250 fl. Qose von 1839 .... Bethmännische Obligationen . . .

50 Thaler Prämieu-Scheine . . . Staats-Schnid-Scheine a 105 . . Obligationen........ Bexbacher Eisenbahn-Actien . . . Obligationen........

Obligationen........

Lotterie-Anlehen è 50 fl. von 1840 35 fl. Loose vom Jahr 1845 . . .

5 4%

4

3 2%

3

4

47.

%

4 7. 3%

5

3%

78% 69/. 61% 46% 42

140% 90%

87 80% 79/, 95

79% 99% 78% &1% 30%

78% 68%! 60%; 45%

41%;

140%

90 ' 65/J

74

103

86%' 79% 78% 94% 79% 99%; 77%l 51%' 30%

Darmstadt

Kurhessen Nassau

Fraukfurt

Holland

Spanien Polen

Sardinien

Obligationen ........

Lotterie-Anlehen von 50 fl. . . , 25 fl. Loose ........ Friedrich-Wilhelms-Nordbahn . . 40 Thaler Loose bei Rothschild . . Obligationen........ Obligationen bei Rothschild . . .

ditto 25 fl. Loose . . .

Obligationen........

ditto von 1839 ....

ditto von 1846 ....

Taunus-Eisenbahn-Actien â 250 fl. . Jntegr.-Obligatiouen..... Syndikats ......... Innere Schuld neue Obligationen . Lotterie-Loose 300 ...... ditto 500 ......

36 Frs. Loose bei Gebr. Bethmann

3% 4

4/,

4

5 3%

3

3% 3/,

2% 3%

3

82% 88% 94% 70%

25% 42% 31%

101% 82% 23% 79

93/, 87%

287

55%

29% 122

80 32%

82% 87% 93% 70% 25% 42

31%

82

23% 78% 92% 87

285

55/, 86/.

29%

79% 32%

Cours der Wechsel.

Den 4. April.

Kurze Sicht

Zwei Monat

Gold- und Silber-Sorten.

fl

kr.

Briefe

Geld

Briefe

Geld

Neue Louisd'or............

Friedrichsd'or.............

Ducaten..............

20 Frank-Stücke ...........

Holländische 10 fl. Stücke........

Englische Souverains..........

Laubthaler .............

Preußische Thaler...........

5 Franc-Thaler............

Hochhaltiges Silber..........

11

9

5

9

10

12

1

2

24

(Fr

6 53 40 38

1%

3

45 21% 32

7-3-)

Amsterdam, 100 ff. Ert. . . . Augsburg, 100 fl. Crt. . . . Berlin, 60 Thlr...... Bremen, 50 Rthlr. in Loutèd'or . Hamburg, 100 Mrk. Bco, . . . Leipzig, 60 Thlr......

in der Mege .... London, 10 Livr. St. ... . Lyon, 200 Fr....... Paris, 200 Fr...... Mailand, 250 Lir. Austr. . , . Wien, in 20r 100 fl. C.-M. . . Diskonto ...... .

100%

95 94%

102

120 1047.

98V. 87% 105

120%

101%

100

87%

120%

1%

(324) Ein gesitteter Junge hiesiger Stadt, der eine gute Hand schreibt, wird auf eine Schreib­stube gesucht. Wo? sagt die Erp>d. b. Bl.

(329) Diez, den 4. April. Heute kehrten Herr Laudbaumeister Merz von hoher Mission am Großh. Oldenburgische» Hofe mit Gefolge hierher zurück; nahmen im PalaiS Meyer ihren Absteig und werden sogleich ihr bekanntes Bau- genie zur Umwandlung des Schlosses Schaum­burg in eine urmittelalterliche Urburg verwenden.

(320) Durch das Unglück, welches mich in dem langwierigen und kostspieligen Kranken­lager meiner Frau betroffen hat, bin ich in eine sehr bedrängte Lage versetzt. Um mir in derselben eine Hülfe zukommen zu lassen, hat die verehrliche Theatercommission die Güte gehabt, mir eine Benefizvorstellung zu bewilligen, wofür ich hier meinen herzlichen Dank ausspreche. Die Theilnahme des ge­ehrten Publikums erlaube ich mir durch die Bitte um zahlreichen Besuch dieser Benefiz- vorstellung, zu welcher ich auf

Montag, den 8. April

Robert der Teufel,

große Oper von Meyerbeer, gewählt habe, ergcbenst in Anspruch zu nehmen.

F. Kirschner.

(323) In der Burgstraße Nro. 2, in der Nähe des Realgymnasiums, kann ein Logis mit Kost für zwei Schüler abgegeben werden.

(319) Zum Einrahmen von Bildern, besonders in Goldleisten, empfiehlt sich

D. Pauli,

Buchbinder. (Goldgaffe Nro. 20)

Druck und Verlag der E. Nitterffchen Buchdruckerei.