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3^ S0> WLösba-e«. Freitag, 3 April LAZO.
Die „ 5 r c 11 Zeitung" erscheint, mit Ausnahme des Montags, täglich in einem Bozen. — Der Abonnementspreis beträgt vierteljährig hier in Wiesbaden 1 45 fr aus.
wârtS durch die Post bezogen mit ver-ältnchmäßigem Aufschläge. — Inserate werden bereitwillig ausgeusm.nen uns sind bei der großen Verbreitung der „Freien Zeitung" stets von wir'. samem Erfolge. — Die Jnserationögebühren betragen für die vierspaltige Petitzeile 3 Kreuzer.
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U^^' Bestellungen der „Freien Zeitung" auf das mit dem 1. April begonnene zweite Quartal beliebe man baldigst zu machen, hier in Wiesbaden in der H. W. Ritter'schen Buchhandlung, auswärts bei den zunächst gelegenen Postämtern. . Die Expedition.
BcleuchLuttg der DomänenverhälLnisss und der Ctviiièfte.
Quellen:
Verhandlungen Der fetten Nass. Kummer )
„ „ Herrenbank (
Der Domänenstreil von Herber.
Dir Arbeiten der Naffauischen Volkökauime; in dea Zähren 1848 und 1849.
Einzelne gieret unterlasse X.
Bogel, Beschreibung des HerzogthumS N-ffiu, WieSb. 1843.
I.
ff Dom Westerwald. Vor dem Jahre 1816 flucti alle Domantalrcvenuen in die Laudessteucrkaffe, cs waren also zu dieser Zeit die Domänen faktisch La ildes eigenthu in. (S. Steueredikt 1809.) Jin Jahre 1816 vollzog das Ministerium Mar sch all in einseitiger und schon darum verfassungswidriger Weise die Trennung der Domanial- kasse von der Land es steuerlasse. — Die Nass. Verfassung (s. Verfassuwgsnrkniide von 1814, Vcrord- mui^bl. 1814, S. 67), welche schon vor 1816 in Kraft war, weiß nichts von einer Trennung der Kassen und Marschall vollzog dieselben ohne Mitwirkung der Stände (s. Kammerverhandl. vom Jahre 1834). Während vor der Kassentrennung eine ganz kleine Anzahl von niedrig besoldeten Beamten die Verwaltung der Domänen besorgte, wurde durch das M arschall- Ibe l'sche Organisationstalent (s. Verordnungen B. 1. 1815) vom Jahre 1816 an der Beamtenkorper immer größer und in seinen einzelnen Gliedern immer reicher besoldet; bis er endlich die riesenhafte Ausdehnung gewonnen hatte, in welcher ihn die Märzrevolution vorfand. Natürlich — da die Landessteuerkaffe getrennt von der Domänenkasse dastand, so konnte man den Inhalt der Domänenkaffe für Dinge verwenden, die mit dem Landesinteresse gar nicht zusammenhingen, ja demselben entgegen waren; die zur Erhaltung des Staates erforderlichen Mittel mußten dann eben in Form von Steuern der Landcssteuerkaffe zufließen. — Die erste Folge der erwähnten Kassentren- nung war also eine sehr beträchtliche Erweiterung des papiernen stehenden Heeres, der Bureaukratie.
Der Ertrag vom rentbarsten Theil der Domäne wurde seit dem Jahre 1816 für die Interessen des Herzoglichen Hauses und Hofes verwendet (siehe Domänenbericht von v. Eck, Creutz, Wenkenbach und Habel), die Staatsbedürfnisse mußten beinahe vollständig durch Steuern befriedigt werden.
Prozeß Görlitz.
XIV.
Darmstadt, Dienstag 2. April. Morgen sitz UN g, 10—Hz 1 Uhr. Die auf ein Verhör Stauff's gerichtete Erwartung des heute mehr als je gedrängten Publikums wurde heute Morgen durch ein theilweise langweiliges Zeugenverhör getäuscht und wird es heute Mittag nochmals werden. Die drei rückständigen Zeugen wurden zwar heute vernommen, allein wie wir hören sind noch einige ganz neue Zeugen angekündigt.
Zuerst erfolgte die Vernehmung des Heinrich Karl Ja Up von Gießen, 62 Jahre alt. „Staatsdiener. Der „beste Mann" war von dem freudigen Gefühl der Slaats- Dienerpflichterfüllung nicht wenig durchdrungen, er schien gern die Last des Vvlksocrlraucns, das auf seinen Schultern liegt, für einen Augenblick zu vergessen, um der von ihm gespendeten Märzerrungeiischaft die gewünschte Auskunft ohne Zegengebühren und stehend zu geben; auch die äußere Erscheinung war etwas weniger »bürgerlich" als gewöhnlich, vielleicht mit Rücksicht auf einen jüngst vorgckommen Fall, der ihm eine allzu intime Bekanntschaft mit einem Theil der niederen Verwaltungsbehörden gesichert haben würde, wenn er nicht wie ein Jffländischer Prinz den Rock aufgeknöpft, den Stern gezeigt und so ein polizeiliches Mißverständnis; vermieden
Wir erblicken somit in der Rassentrennung den verkörperten Gegensatz zwischen den Interessen des Volkes, des Landes und denen der Dynastie, derHerr- scherfamilie. Hier eine Kasse für Lanoesbedürfnisse — Staatskasse, Landessteuerkaffe; dort eine besondere Kasse für die dynastischen Interessen — Domänenkassc. Erstere sich füllend durch die Produkte unseres gesegneten Landes, letztere sich füllend durch die Abgaben des Volkes.
Ein erhöhter Ertrag der Domäne war nichts weniger als eine Wohlthat für das Land, er kam nur dem Herzoglichen Haus und einer Schaar fettbesolve- ter Hofdiener zu Statten, welche letztere wie Pilse ans dem faulen Staatshoheit hervorwuchsen. (Vergl. die Commissionsberichte über Civilliste vom Jahre 1849).
Gleichzeitig mit der Steigerung des Ertrages der Domänen und mit veranlaßt^durch diese Steigerung wurden die Staatsbedürfnisse immer bedeutender und da diese erhöhten Staatsbedürfnisse nur durch die Landessteuerkasse ihre Befriedigung fanden, so mußten in Folge jener Kassentrennung die Abgaben immer mehr zu nehmen. Ueber die Zunahme der Staatsbedürfnisse eine Notiz aus Vogels Beschreibung:
Staatskasse-
Jahr. Einnahmen. Ausgaben.
1833 1,668,189 fl. 1,615,794 fl.
1841 2,257,525 fl. 1,974,737 fl.
Auch in der Art und Weise, wie seit 1816 die Domänen verwaltet wurden, sprach sich. dieser aauz- che Gegemaß zwischen dynastischem Interesse und Landesinteresse klar und deutlich aus. Nicht genug, daß die Thatsache eines erhöhten Domänenertragcs ganz und gar ohne wohlthätige Folgen für das Land war, — es wurde auch häufig ein erhöhter Do- mäncuertrag durch Mittel herbeigeführt, welche den Interessen des Landes, der Gemeinden, der Staatsbürger schnurstracks zuwiderliefen.
Die Domänenverwaltung übte nämlich durch ihre bedeutenden Mittel den Großhandel in Frucht, Wein, Mineralwasser, Holz rc. in einer Weise, die in ihren Wirkungen sich durchaus denen eines Monopols näherte. (Vergl. die Verordnungbl. von 1816—1847.) — Neunundsechszig Gemeinden, die in der neuesten Zeit reklamirten, geben von dem oben Gesagten Zeugniß. (Das Nähere hierüber s. Eingabe an Herzogs. Landesregierung und Volkskammer, entworfen von M. Helsper, sowie Herbers Domänenstreit.)
So war die von der^Staatskaffe getrennte Domänenkasse ein stets geöffneter Schlund, dec, wenn er sich nicht im März 1848 hätte schließen müssen, in
hätte. Die süße Grazie des Präsidenten dem „Staatsdiener" gegenüber, würden wir vergeblich zu schildern versuchen. Zeuge war seit 27 Jahren mit der Gräfin bekannt; als er kurz nach dem Todesfall die Gerüchte über einen Selbstmord vernahm, erwachte in Berücksichtigung des wenn auch schwärmerischen und exzentrischen doch auch tief religiösen und sittlichen Gemüths seiner Freundin, bei ihm ein gerechter Unwille, und er hielt es für seine Pflicht, eine Widerlegung jener Nachreden den Blättern für Geist, Gemüth und Stupidität in dem wohlwollend banalen Philisterton des Frankfurter Journals nieverzulegen ; Zeuge verliest einige Stellen aus diesem Aussay; im übrigen habe die Gräfin keine Anlagen zu Apoplexie gehabt, auch nicht durch „Vapeurs" gelitten, sondern sei „eine schlichte, einfache Frau" gewesen : bezüglich des ehelichen Verhältnisses gehe schon aus dem Testament ihre liebevolle Sorgfalt für den Grafen hervor und ebenso aus ihren Briefen, die ihm Letzterer gegeben und deren theilweise Verlesung allerdings eine liebevolle aber mehr nach Freundschaft und Pietät hinneigende Gesinnung ausspricht; ein Brief des Grafen an sie enthält dagegen nur artige Konversationsphrasen; die Authentizität dieser Briefe wird nicht bezweifelt, doch werden sie aus Zartgefühl nicht zu den Akten genommen; die Ehe sei nicht glücklicher und nicht unglücklicher gewesen, als die „allermeisten Ehen, (wie sind denn die „allermeisten Ehen" ?) daß Graf und Gräfin mit Messern aufeinander losgegangen, hält Zeuge für
einigen Jahrzehnten das ganze Land mit seinen unabhängigen Bewohnern verschlungen und in eine große Herzogliche Domäne mit Herzoglichen Bauern uno Herzoglichen Beamten nmgcwandelt haben würde. Man bahnte also durch daS Mittel jener Kaffentre nmig direkt die Leibeigenschaft an.
(Fortsetzung folgt.)
Deutschland.
/ Dom Taunus. (Zur Eisen bahn frage.) Ist auch über die durch unser Herzogthum anzulegende Eisenbahn in diesem Blatte schon oft die Rede gewesen; so war doch der Gegenstand der abweichenden Meinungen vorzugsweise immer nur: „Wiesbaden oder Lahn tHal?" Vom Standpunkte des Parti- kiilariömus aus suchte jede Partei nur ihr eigenes Interesse zu vertheidigen, während sie das allgemeine Wohl zum Theil ganz unbeachtet ließ.
Heißt es auch jetzt nur um des Kaisers Bart streiten, wenn man über die Richtung einer anzulegenden Eisenbahn sich herunidisputirt, zu einer Zeit, wo noch so wenig Aussicht für die Anlage einer solchen überhaupt vorhanden ist: so dürfte es doch nicht überflüssig erscheinen, auch von unparteiischer Seite eine Beleuchtung der beiden Projekte zu vernehmen.
Bei einer so großartigen Anlage, wie die einer Eisenbahn durch Nassau, kommen vorzugsweise 2 Hauptpunkte in Betracht: 1) auf welche Weise wird das Gemeinwohl dadurch am besten gefordert? 2) wird die projektirte Bahn sich auch hinlänglich rcntiren?
Was den ersten Punkt anbetrifft, so kann gar kein Zweifel darüber obwalten, daß eine Bahn, die ganz Nassau seiner größten Länge nach durchschneidet, ' als Verbindungsstraße zwischen Köln und Frankfurt, resp, zwischen dem Mittelländischen und dem Nordmeer, uns vortheilhafter sein muß, als eine andere, die quer durch das Land geht, nur einen kleinen Theil desselben berührt, und auch als Verbindungsstraße keineswegeS diese Wichtigkeit hat, wie eine Köln-Frankfurter Bahn.
Mit der Ausführung derselben würde aber eine Lahnbahn keineswegs unmöglich gemacht: diese würde sich dann vielmehr bald als eine Nothwendigkeit herausstellen und sicherer auf Erfolg rechnen können, als wenn die Bewohner des Lahnthales der Anlage der großen Längenbahn aus Eifersucht cntgegenarbeiten.
In diesem Punkte können wir nur mit den Wiesbadener Korrespondenzen in Nr. 5, 16, 17 und 22 der Freien Zeitung übereinstimmen; um so mehr, als die Wasserstraße 4-5 Monate im Jahr für den Personen- und Waarentransport gar nicht praktikabel,
: unmöglich; den Wunsch nicht sezirt zu werden, hat sie nicht gegen ihn ausgesprochen, mit dem Inhalt des Testaments hatte sie ihn nicht bekannnt gemacht.
Münzrath Rößler hat das geschmolzene Gold auf 44 fl. Werth geschätzt, da es durch fremdartige Beimischung von Silber, Messing u. dgl. viel an Karaten verloren habe. Eine anderweitige Schätzung der andern Gegenstände ergibt in Allem nur einen Werth von 70 bis 80 fl. Der frühere Zeuge Wirth wein erklärt, daß er nach dem Todesfall manchmal mit Stanff darüber gesprochen und daß er ihm bu ch Selbst. vrbrennung cr- erklärt geschienen habe; Stauss sei oft „erhitzt" aber nicht verlegen gewesen. Mcygermeiüer Rummel bestätigt, soweit ihm bekannt, die Angaben des früheren Z ugen, seines Gesellen Vinson. Tapezier Berbenich muß einige frühere Angaben iviverholen. Es folgen hiernach einige Mittheilungen aus den lliitersuchungsaklen, unter denen ein Brief Stauff's an seinen Vater, dessen Konzept bei ihm gefunden wurde und worin er die Erwartung ausspricht, wegen des Todes seiner Herrin aus dem Dienst geschickt zu werden, ein Brief an seine Schwiegereltern in spe der von gutem Emverständniß mit der Christine Born zeugt, und endlich zwei Auf- zelchiiungen über den Tod der Gräfin Interesse bieten. Abgesehen von einigen Schreibfehlern und Provinzialismen sind diese Thatsachen gut beschrieben und namentlich beweist der Styl viel Gewandtheit in der Auffassung. Die Notizen über den Tod reflektiern in etwas übertriebenem