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ms behandelt". Wir freuen uns dieses Geständnisses um so mehr, da es unter den demokratischen Blättern manche gibt, welcheStaat" undGesellschaft" als zwei ^verschiedene Begriffe nehmen und durch eine so phantastische Trennung eine traurige Konfusion anrich­ten. Diese Blätter mögen sich folgende unwiderleg­liche Stelle der Krenzzeitung notixen:Die soziale Frage ist nichts als die politische Frage der Nicht- besitzenden, und es sind dieselben Ursachen von dem Kaiser bis zum Bettler, auf welche der politische und soziale Nothstand zurühzuführen ist, nur daß in den Massen die Noth sich kompakter und äußerlicher ge­staltet."

Mit einiger Perfidie kommt die Kreuzzeitung in ihrem Zuschauer zu dem Schluß, daß jeder Dieb eigentlich Demokrat, und jeder Demokrat ein Räuber und Be. träger ist. Daher alle die ergötzlichen Enthüllungen, die wir täglich in ihrem Feuilleton zu lesen bekommen; doch was verschlägt es uns, ob uns die Kreuzzeitung für Räuber hält, wollen wir doch die legitimen Vor­rechte ihrer Partei rauben, oder richtiger ausgedrückt, den Raubrittern ihren tausendjährigen Raub abjagen. Doch zurück zur Darstellung der sozialen Frage. Die Kreuzzeitung führt fort:Wenn es daher eine Unmög­lichkeit ist, die sozialen Fragen ohne die politischen zn lösen, so ist aus der andern Seite auch nur diejenige Behandlung der politischen Fragen eine ersprießliche, welche die sozialen nicht aus-, sondern einschließt." Auch Dieß notire sich dieAbcndpost", damit sie ihre müh­samen Entwickelungen über Staat und Gesellschaft fer­nerhin ihren Lesern erspare und den gesellschaftlichen Klassenkampf rein als solchen hinstelle. Natür­licherweise meint die Kreuzzeitung, die rothe Republik führe nicht zur legitimen Monarchie, sondern zur Ver­nichtung, nämlich zur Vernichtung der legitimen Usurpationen. Die arme Kreiszeitung ist auch des Triumphes ihrer Partei nicht mehr gewiß, sie spricht es täglich mit salbungsvoller Trauer aus, und es könnte eines schönen Tages passiren, daß sie den Streichen dervolkssouveränen Bestie" erliegt. Dann Friede ihrer Asche! (Wstd. Z.)

Oldenburg, 25. März. ^Hom.)Ewig kann man nicht beisammen bleiben!" Unser Staatsmini, sterium hat heute dem Landtage die Versicherung ge­geben, eS werde sich gegen alle nachtheiligen Conse- quenzen des Erfurter Bündnisses zu schirmen wissen, d. h. auf einen anständigen Rückzug Bedacht nehmen.

Schwerin, 24. März. Unser VcrfassungSstrcit naht sich seinem Ende. Wie verlautet, hat die Re­gierung mit der rebellischen Ritterschaft eine Verein­barung getroffen, wonach es bei der publizirten Ver­fassung zwar sein Bewenden behalten, demnächst aber eine Revision auf Grund eines neuen Wahlgesetzes erfolgen soll. Der Entwurf dieses Wahlgesetzes ist dem Landtage bereits vorgelegt und entspricht ganz dem combinirten preußischen Wahl- und Prairiesystem. Vierzig Abgeordnete sollen nach der Dreiklasseneinthei­lung und zwanzig von den größern Grundbesitzern (Ritterschaft) gewählt werden. Damit ist die Verfas­sung so gut wie beseitigt und der Sieg der Reaction auch in Mecklenburg entschieden.

Erfurt, 28. März, Vormittags. Gestern Nach­mittags hat der Verwaltungsrath in den Verfassungs- Ausschüssen der beiden Häuser erklärt, daß er die Ln-bloe-Annahme genehmigen werde, jedoch nur unter der Bedingung, daß die Grundrechte ausgeschlossen blei­ben und bei der Revision einfache Stimmenmehrheit entscheidend Jet. Minister Hassenpflug ist von Kas­sel eingetrosten und bereits in den Verwaltungsrath eingetreten.

München, 26.'März. Seit gestern erneuert sich das Gericht, ein süddeutsches sehr bedeutendes Trup­pencorps werde mit dem Eintritte der besseren Witte­rung auf bayrischem Boden errichtet werden. Die Hauptcontingente sollen von Oesterreich und Baiern, dann von Würtemberg gestellt werden. (S. M.)

Bischoff, von Siebold und die übrigen Mitglieder des Medicinalcollegs) war der Brand des Sccretärs allein hinreichend, die Verbrennung der Gräfin zu bewirken. Zu 5. erklärt das Gutachten, daß Grünspan zwar als eine giftige, die Gesundheit gefährdende Substanz zu be­trachten ist, auch die in der Sauce vorhandenen 15 Gran Grünspan geeignet sind, dem Leben und der Gesundheit des Genießenden gefährlich zu werden, jedoch nur bei Ausschluß der ihre Wirkung hindernden Bedingungen. Diese hindernden Bedingungen sind aber hier nicht aus­geschlossen , da die Masse des Grünspans durch das Kochen vermindert werden mußte und da es weiter un­möglich ist, daß ein vernünftiger Mensch die ganze Sauce genieße und deßhalb eine dauernd gefährdende Wirkung auf Leben oder Gesundheit nicht unterstellt werden kann. Das gesammte Gutachten faßte schließlich Hr. Prof. Bischoff in folgendes Resume zusammen:Es ist gewiß, daß die Gräfin Görlitz nicht in Folge einer Selbstver­brennung gestorben ist, auch nicht wahrscheinlich, daß sie in Folge eines Selbstmordes, einer Krankheit oder eines Unglücksfalls ihr Leben verloren, dagegen möglich und wahrscheinlich, daß sie durch die Hand eines Andern ermordet, und daß durch diesen zur Vertilgung des Ver­brechens Feuer in den Divan und den Sekretäir gelegt wurde." Die Verhandlungen wurden um 12V2 Uhr geschlossen und die nächste Sitzung auf Dienstag den 2 April 1850 Vormittags 10 Uhr bestimmt.

I Frankfurt, 28. März. (N. D. Ztg.) Die Posse in Erfurt wirkt um so drastischer, je ernsthafter und ; feierlicher die Mitspielenden sich geberden. Der letzte Akt, die Mittheilung des Verwaltungsrathes durch den I Mund des Hrn. v. Nadowitz, war wirklich von er- i schlitternder Komik. Am besten spielte natürlich Hr. i v. Nadowitz. Erwartungsvoll saßen diebesten Män- ; "er" da und lauschten begierig auf dieEröffnungen über den Bundesstaat", die der große Magus aus der I Walachei ihnen machen würde, um den sie sich ge- schaart hatten, wie die Küchlein um die Gluckhenne. Er trat herein, eisig kalt, feierlich wie immer. Die Küchlein drücken sich schauernd zusammen, wenn sie das stechende Auge sehen; und doch drängt es sie da­hin. In seiner ebenso präzisen und eleganten, als prätentiösen Redeweise erzählt ihnen Nadowitz die Geschichte des Dreikönigsbündnisses, die Jeder aus­wendig wußte. Aber der angestrengtesten Forschung wird es nicht gelingen, eine bestimmtere Bestimmung über das Wesen des künftigen Bundesstaats in all' diesen geschliffenen Sätzen zu finden, als sie in der be­kannten Phrase von derMannichfaltigkeit in der Ein­heit" zu finden ist. Man hört viel von Revision der Bunvesakte, engerem Bunde, weiterem Bunde mit Oesterreich; und später wird die Hoffnung ausge­sprochen , Oesterreich werde einsehen, daß es, ebenfalls durch das gekräftigt werde, was Preußen er­strebe.^ Nun ja, ein Protectorat Oesterreichs und Preußens über Die' kleineren Staaten zur Untemürfnng der Revolution, eine Theilung der militärischen und staatspolizeilichen Ueberwachung Deutschlands unter beide: dieser Zweck war uns längst bekannt. Im Nebrigen schenkt uns Herr v. Nadowitz auch die ab­gedroschensten Phrasen nicht, weder von derbeispiel­losen Selbftverläugnung", Preußens, welches diere­volutionäre" Kaiserkrone zurückstieß und seinen Präfek­ten fürstliche Ehren und Diäten läßt, noch von den gehässigen Angriffen" der Höfe, die durch den Fall des deutschen Reiches den Königstitel erwarben. Die armen Küchlein ermangelten natürlich nicht, bei jeder Phrase ein devotesSehr gut" zu lispeln und enthu­siastisch mit den Flügeln zu schlagen. Die eiskalte Verachtung der Menschen, die man auf dem Todten­gesichte des Herrn v. Nadowitz liesst, ist durch das Benehmen der Doktrinärs bei dieserEröffnung" ge­wiß seinen Zügen wieder viel tiefer eingepragt worden.

Stuttgart, 27. März. Unsere verfassungrevivi- rende Landesversammlung ist heute auf 4 Wochen vom 28. März bis 25. April vertagt worden, damit die Finanzkommission Zeit habe, heißt eS in dem königl. Erlasse, den (endlich) heute vorgelegten Hauptfinanz- ctat zu prüfen, und um auch den zu wählenden Kom- missären Zeit zu lassen, mit den Negierungskommiffä- ren über Verfassungsabänderungsangelegenheiten sich zu berathen/ <9L D. Z.)

Nepublik Frankreich.

Paris, 26. März. In der Sitzung der National­versammlung stellte Henri von Larochejaquelin, Abge­ordneter des Morbihan folgenden Antrag:Art. 1. Die Nation soll befragt werden über die Regierungs- form, welche sie definitiv einführen will. Zu diesem Behufe soll am ersten Sonntage des Monats Juni zu der allgemeinen Abstimmung geschritten werden, in der für die Wahl des Präsidenten vorgeschriebenen Form, jedoch mit Einhaltung der neuen Bestimmungen über die Wahlkreise. Art. 2. Jeder Wähler wird einen Stimmzettel abgeben, auf welchem eines der Worte Republik" oderMonarchie" stehen soll. Art. 3. Wenn die Majorität für die Republik ist, soll dieses Ergebniß auf der Tribüne der gesetzgebenden Versamm­lung von dem Präsidenten der Republik verkündet werden. Art. 4. Wenn die Majorität sich für die Monarchie erklärt, soll das Ergebniß von dem Präsi­denten der gesetzgebenden Versammlung verkündet wer­den. In diesem letzteren Falle soll am ersten Sonn­tage des Monats Juli 1850, durch allgemeine Abstim­mung, zur Ernennung einer verfassunggebenden Ver­sammlung geschritten werden, welche bekleidet sein wird mit der Vollmacht der Nation. Art. 5.. Der Präsi­dent der Republik wird die vollziehende Gewalt bis zum Tage der definitiven Konstituirung der verfas­sunggebenden Versammlung behalten." (Viele Stim­men: Zur Tagesordnung!) Hr. Leo von Laborde eilt in lebhafter Bewegung nach der Rednerbühne. Noch ehe er sie erreicht, läßt der Präsident abstimmen. Die Tagesordnung wird angenommen. Die Linke ruft in Masse: Es lebe die Nepublick! Die Sitzung wird inmitten der lebhaftesten Bewegung aufgehoben.

Paris, 27. März, Abends. DerMoniteur" ver­öffentlicht heute das Unterrichtsgesetz, wie es von der Nationalversammlung angenommen worden ist.

Die Regierung beabsichtigt, das neue Preßgesetz zu modisiciren, indem sie auf die Erhöhung der Cautionen verzichtet, auf der Einführung des Stempels aber be­steht.

Larochejaquelin's gestriger Antrag wird von allen Organen als verfassungswidrig bekämpft. In der heu­tigen Sitzung der Nationalversammlung erklärte der­selbe, seinen gestrigen Vorschlag gemacht zu haben, um Bürgerkrieg zu verhüten. Es heißt, Larochejaquelin solle in Anklagezustand versetzt werden.

Die Nationalversammlung hat sich bis zum näch­sten Montag vertagt..

Gewerbliches.

00 Aus der Lahngegend, 26. März. Es ist ein wahres Elend, daß bei den Geldmännern in Nas­sau sich durchaus kein Unternehmungsgeist, sondern stets nur ein kleinlich-ängstlicher Krämergeist findet, welcher schädlich, ja verderblich auf jedes Geschaftsunternehurett und auf jeden Geschäftsvorschlag einwirkt. So "geht es denn auch bei der Bereitung eines ganz vorzüglichen Gußstahls, welcher in Allem dem englischen gleichkommt. Es gibt Leute im Nassauifchen, welche denselben aufs Feinste Durft eilen, und diese Leute müssen darben, müs­sen ihr Wissen mit zu Grabe nehmen.

Der Einsender macht hierdurch auf diese Gußstahl- Fabrikation aufmerksam und läßt hierunten genaue No­tizen, mit den möglichst schärfsten Berechnungen, über wo und wie der Anlage und der Fabrikation folgen. ^>tcts bereit zu mündlichen oder schriftlichen weiteren Erläuterungen (letztere auf portofreie Anfragen), er­wartet der Einsender, dessen Namen die verehrliche Re­daktion kennt, gefälligen Zuspruch und Hoffc genügend dienen zu können. Wir lassen nun die erläuternden Notizen folgen:

1) Eine sehr gut situirte alte Mahlmühle, deren namentliche Beziehung hier nicht statthaft ist, Die aber auf Verlangen genau namhaft gemacht wird, welche ehestens zur Versteigerung kommen wird, bestimmt den Ort zur Hüttenanlage. Diese alte Mahlmühle wäre anzukaufen, und sie wird niemals den Preis von 1900 bis 2000 fl. übersteigen. Das alte Gebäude der Mühle >nuß zwar bis ins Fundament abgerissen werden, es hat so keinen Werth , allein die Platzung mit der Wasserlauf-Gerechtsame und den dabei befind­lichen Plätzen, nämlich ein Garten und Acker, sammt einem stalle, sind für jeden Geschäftsmann, der Was- serkrqfte benutzen will oder muß, unendlich mehr werth. Das alte Gebäude müßte also abgerissen und dafür ein neues, nur gleich großes, hingestellt werden, wel­ches nicht mehr als 2000 bis 2500 fl. kosten würde, nämlich Der äußere Bau, nebst einer Wohnung für den Hüttenmeister.

^ 2) Zur Anlage einer solchen Stahlhütte ist Diese Mühle auch aus Dein Grunde so sehr gut gelegen, weil sie nur 1 % Stunde von Der schiffbaren Lahn, nämlich von Villmar entfernt ist; außerdem aber auch Die neue Verbindungsstraße, welche jetzt im Bau begriffen ist, und die bet Oberbrechen die Limburger Straße mit der Usinger, bei dem Zollhausc zwischen Weilmünster und Möttau, verbindet, hart an Der Mühle vorbei­geht, also jeder Verkehr eröffnet ist.

3) Die Ankaufs- und Baukosten würden gesammt folgende sein:

a. Ankauf Der Mühle . . . 1900 bis 2000 fl. b. Neubau Der Hütte . . . 2000 2500 c. Anlage von 18 Windöfen

È 4 bis fl...... 72 90

d. Anlage des dazu gehören­

den kleinen Walzwerks . . 3500 4000

c. Anlage des Gebläses . . 250 300

f. Erbauung eines neuen Was­

serrades, sammt Wellgeläge und,Gerinnen . . . . 280 350 ,

Zusammen 8102 bis 9240 fl.

Dies wären nämlich tie ersten Anlagen; später wenn das Werk selbst sich frei gemacht hat und in Ausbeute steht, was man überhaupt erst so nennen kann, wenn durch Die Produktion alle Kosten getilgt jind, können die Anlagen vergrößert werden, nament­lich durch Walzwerke, indem sich dieser Stahl in alle Formen bringen und zum feinsten Klavierdraht verar­beiten läßt.

4) Die in den Windöfen erforderlichen èr neU siegel werden in Passau fabrizirt und kostet em sog. Fünfzehn-Märker, worin 12 Pfund Stahl geschmolzen werden, 18 Kreuzer. Es ist indessen gewiß, daß man diese Tiegel wohlfeiler befommt, wenn man große Quantitäten davon kauft. Man kann auch sog. Zwmi- zig-Märker nehmen, worin auch eine Schmelzbarkeit von 20 Pfund möglich ist, wonach sodann auch die Wind­öfen eine größere Form haben müssen. Letztere Tiegel find wohl aus dem Grunde den erstem vorzuziehen, weil sie verhältnißmäßig weniger Coaks, womit die Feuerung besorgt werden muß, in Anspruch nehmen.

5) sämmtliche Kosten, bestehend in solchen für Materialien, resp, Urstoffen zum Stahl, Brennstoffen, Arbeitslöhnen, Geräthschaften rc. würden per Pfund Stahl allerhöchstens 12 bis 15 kr. betragen.

6) Das Pfund dieses sehr guten Stahls würde Jederzeit mindestens zu 24 bis 30 kr. verkauft wer­den können, nämlich loco Hütte. Nehmen wir also an, daß vorerst nur 12 bis 15 Offen bestünden, und in jedem Ofen kann ohne Beschwerde täglich dreimal geschmolzen werden, so ist Die tägliche Produktion, wenn in Fünfzehn-Märker-Ticgeln geschmolzen wird, auf je­den jedesmal 12 Pfund = 432 Pfund.

7) Obige 432 Pfund Stahl würden also eine täg­liche Geldeinnahme machen von

172 fl. 48 kr. bis 216 fl. - kr. Hiervon gingen ab

für gesummte Un­

kosten täglich . . 86 fl. 24 kr. bis 101 fl. 20 kr. und blieb also täglich

eine reine Ausbeute

von.....86 fl. 24 kr. bis 114 fl. 40 kr.

Berechnet man Die jährliche Arbeitszeit nur auf 200 Tage, so erhält man eine Stahlproduktion von