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trösten daS Hungernde Volk auf ein besseres Jenseits und bis Gerichtsvollzieher nehmen jede Hoffnung des Dießeits. Man achtet keiner Bitte.

Wie soll es wohl dieses Jahr werden? Fünf herr­schaftliche Steuersimpel, Kirchensteuer, Gemeinde­steuern rc., und da soll ein armer Weber, der die Woche bei außerordentlichem Fleiße nicht mehr denn 1 ff. 30 fr. verdienen kann, jedes Simpel 30 fr. Gewerbesteuer bezahlen, seine Familie ernähren, Kleider und sonstige Attsgaben decken!! In einer noch trau­rigern Lage befinden sich die geringen Bauern, welche in den wenigen Winterstunden, welche ihre Feldbeschäftigung ihnen gestattet, ein Gewerbe treiben, um, da sie von ersterer unmöglich leben können und nicht verhungern wollen, auf diese Art ihr kärgliches Leben zu fristen. Diese müssen als Gutsbesitzer und Gew erbtreibende Steuern zahlen, und es sind oftmals nur zwei Hände, welche arbeiten können. In AnSbach allein sind gegen vierzig dieser Unglück­lichen, deren Güter ganz oder mehrentheilS das Eigen- thun, reicher Kapitalisten sind, und die von vielen der Intern weit mehr noch, denn vom Staate in der Be­zahlung der Abgaben drangsalirt werden.

Gegen vierzig Männer, sage ich, sind allein in Ansbach, welche nur mit zwei Händen arbeiten und durch's Gesetz zu solch enormen Abgaben verdammt find: wie viel mögen solcher im Herzogtum sein!!

Deutschland.

O Don der Dietzbölze. Limburg hat seine Re- demptoristen; die Bewohner unseres ThalcS sind mit Pietisten gesegnet. Mögen die Wege beider auch ver­schiedenartig sich krümmen und stellenweise auseinan­der laufen: sie treffen sich'endlich in einem und dem­selben Ziele: Verdummung und Entnervung deS Volkes, ceremonielles Gaukelspiel und frommes Gcsich- terschneiden anstatt echt christlicher Gesinnung, end­lich Herabwürdigung der Menschheit und Verknechtung. Daß es darauf abgesehen ist, die Leute erst recht hartgläubig zu machen, und dadurch zu gefügigen Werkzeugen des PfaffenregimcntS zu stempeln, davon haben wir uns neuerdings zu überzeugen Gelegenheit gehabt, als das gen Frohnhausen ausgeschriebene Missionsfest die frommen Pilger auS der ganzen Um­gegend in die dortige Kirche führte. Die Morgen­predigt besorgte ein früher sehr freideukeuder, seit der 49er politischen Wetterwende aber ungeheuer fromm gewordener Kaplan aus Dillenburg. Zum Tert mußte ihm der falsche Judas herhalten, zu dem der Herr sagt, daß ihm besser wäre, er sei nie geboren worden. Er ging dann zur Nutzanwendung auf die Judasse in der Welt über, und wir erwarteten, er werde den scheinheiligen Sündern unter der Pietisten-Sippschaft die Maske abreißen; das wäre gerade hier sehr am Platze gewesen, wo esLeute" gibt, die sich kein Ge­wissen daraus machen, ihrem Arbeiter die Hälfte von seinem Lohn abzuziehen, wo es Fromme gibt, die ihrem Nachbar im Felde ein Stück Land von 4 oder 5 Schuh Breite wegzackern oder an sich zu bringen wissen und doch unter dem Schein der Gerechtigkeit hingehen. Von diesen und ähnlichen frommen Judassen hatten wir zu hören geglaubt, statt dessen wurde aber die politische Welt aufs Korn genommen, wo natürlich die Demokraten an allem Unglück Schuld gewesen sind. Daß dieses Thema höchst erbaulich weiter ge­sponnen wurde, kann an einem jungen Prediger nicht Wunder nehmen, der es in der herzoglich nassauischen Staatskirche noch weit bringen kann. Es ist dies der­selbe Kaplan, der bei der Beerdigung des Gastwirths Linck im Dezember v. I. eine antidemokratische Stand- rede hielt, den Tod des Verstorbenen, mit Anspielung auf dessen Krankheit, den Bluiwallungen zuschrieb, die in Folge seiner verderblichen demokratischen Sinnesart ihm nach der Brust und dem Kopse gestiegen, und

md)t viel Mittel, sie mußtebicnen' , allein sie hatte doch genug, um für sich undihren Scan ff" die Reise nach Amerika zu bezahlen, die sie zusammen im Plan hatten; Swâmbs sei immer dem Stauff feind gewesen und habe den ewigen Zwischenträger gemacht, und Zwie­tracht zwischen ihr und ihm gesârt, weil Stauff im Haus besser gelitten war als er; Zeugin war deshalb manch­mal unrechter Weisebös" mit Stauff, aber auch bald wiedergut"; vierzehn Tage vor dem VergiftungSver- such drohte ihr Schâmbs zweimal auf der Straße:gib nur Acht! es passirt bald etwas mit Deinem Stauff!" ii. dgl. Die Zeugin verlangt keine Ge- bühren; (sie will ihren Schatz nicht für Geld in Schutz genommen haben).

Zeuge Advokat Heyer wurde als Agent einer Feuer- asseknrauzgescllschaft zu seiner Verwunderung schon am 14. Juni früh ins Görliy'sche Haus gerufen, machte jedoch wegen der herrschenden Verwirrung den Ueber# schlag des Schadens erst später mit dem Grafen, der sich dabeinobel" benommen habe. Die Diamanten und Perlen waren nicht, wie der Graf erwartet hatte, in der Assekuranz mit einbegriffen, so daß sich der ge­leistete Ersatz nur auf 592 Gulden belief. Zeuge hatte keinen entfernten Verdacht auf etwas anders als ein zufälliges Brandunglück, weßhalb die Leistung ganz ohne Anstand gemacht wurde.

Schönfärber Bloch versichert als Experte, daß nach eingestellten Versuchen mit einem Stück der frag­

überhaupt mit gänzlicher Berkennung deSOrtcS, eines , osteneu Grabes, seiner lange verhaltenen Galle ge­gen die Leidtragenden, die nicht zu ihm in die Kirche kämen, freien Lauf ließ. Einzelne der Anwesenden murrten laut über diese Behandlung des Heiligsten, andere wollten um's Wort zur Widerlegung bitten; viele verließen den Kirchhof schon beim Beginne der politischen Standrede; alle aber fühlten tiefer, als es die Weisheit eines Kirchenstaatsdicners zu träumen vermag, welche schwere Verletzung hier begangen wor­den. Wir hätten daher nicht erwartet, daß ein Pre­diger, der solche Balken im eigenen Auge aufzuweisen hat, die Splitter in den Augen seiner freidenken den Brüder zählen und richten will.

Nachmittags besorgte die Erbauung der OrtSgcist- liche, einer der eifrigsten Leser der berliner Kreuzzei- tung. Anfangs wußte er durch die ihn: eigne Gabe der 3icbc die Gemüther wohlthueud zu bewegen; bald aber ging's an ein Eifern und Geifern gegen die jüngst entstandenen Vereine. Namentlich machten ihm die Deutschkatholikcn, dann die freien Gemeinden viel Kummer und Verdruß; die Mitglieder dieser Vereine beschäftigten sich mit nichts als politischen An­gelegenheiten, Ehreukrankungen gegen ihre 9iebenmen= scheu, Schmähungen gegen die Fürsten seien bei ihnen im Schwang, ja so weit versteige sich ihre Gotteslä­sterung, daß sie sogar Jesus einen Demokraten nannten! e>o was ist aber auch himmelschreiend für ein reaktionäres Gemüth, wenn man sich erinnert, daß in der Sprache der Frommen, wie in der Sprache der Geldsäckeein Demokrat" mit einem Spitzbuben ungefähr gleichbedeutend ist. Wahrscheinlich hat den frommen Mann eine Stelle in dem Dillenburger Neu­jahr s g r u ß, den wir hier herum sehr in Ehren hal­ten, so aufgebracht, wo cs wörtlich heißt:Ich weiß nicht, ob eure Prediger von diesen Dingen (den Grund­wahrheiten deS Christenthums) reden; ich weiß nicht, ob sie euch erzählen von der durch und durch demo­kratischen Geistesrichtung des enhabenen Stif­ters unserer Religion, der nicht unter den Beamten, den Schriftgelehrten und sonstigen sogenannten Gebil­deten seinen Umgang suchte, sondern aus armen Fi­schern und Handwerksleutcn seine Freunde, seine Jün­ger erwählte, derden Armen" das Evangelium verkündete, die Mühseligen überall zu sich rief, die Vornehmen und Reichen aber scharf angriff und gei­ßelte, der mit Zöllnern und Sündern zu Tische saß, und durch den Adel seiner Gesinnung und den Frei­muth seines Auftretens gegen die Sünden und Thor­heiten seiner Zeit die Gewalthaber endlich so sehr ge­gen sich erbitterte, daß sie ihn als Hochverrät her verurtheilen und hinrichten ließen u. s. w." Und weiterhin:Sei dem Uebrigens, wie ihm wolle: so viel ist bereits in dem kurzen Verlauf der jüngsten Begebenheiten zur unumstößlichen Gewißheit ge­worden, daß die Anerkennung jener ewigen Grund­wahrheiten der Demokratie sich in den Herzen der Menschen täglich mehr Bahn bricht, und daß sie mit der Zeit alle Lebenöverhältnisse, alle gesellschaftlichen und politischen Einrichtungen der Völker durchdringen und umgestalten wird, und wenn noch so viele geist­liche und weltliche Dunkelmänner sich dagegen stemmen und sträuben sollten."

Dann kam der fromme Eiferer auf die Hauptsache, die milde Gabe für die Zwecke der Mission. Die bösen Demokraten freilich entschuldigten sich bei so etwas durch schlechte Verdienste u. bergt; dann fuhr er fort:Pfui, ihr Demokraten, behaltet ihr eure Groschen! Nicht wahr, wenn wir für die Flüchtlinge in der Schweiz sammelten, dann würdet ihr Thaler statt Groschen bezahlen u. s. w." Daran hat der gute Mann wirklich so unrecht nicht; die Demokraten handeln darin ja ganz nach dem Ausspruch des Apo­stels, den unsere Herren Pfarrer bei ihren Sammlun­gen für den Gustav-Adolphs-Verein überall anzubrin- gen wissen:Laßt uns Gutes thun allerwege, zumeist

lichen gelben Weste sich die Möglichkeit ergeben habe, mit Grünspan helles Wvllenzcug grün zu färben.

Der Sohn des Schneider Traugott war an dem erwähnten Sonntag Mittag auch im Görlitz'schen Haus und hörte seinen Vater einen Zeitungsartikel über den Prozeß Praölin vorlejen. Verlegenheit bemerkte er dabei an Stauff nicht, doch erinnert er sich auf vieles Befragen, Stauff seietwas anders als gewöhnlich" gewesen.

Der Zeuge Hauptmann Frey gibt an, daß Stauff seit April 1844 als Soldat in seiner Compagnie stand, daß er denselben als einen braven freundlichen Burschen licbgcwann, ihn auf Empfehlung des Lieutenants Hoff­mann in seinen persönlichen Dienst nahm, aus dem er ihn jedoch aus einer nicht mehr erinnerlichen Ursache entfernte; er gibt ihm das Zeugniß eines ehrlichen, treuen uud namentlich arbeitsamen Dieners, an dem er nur einezu große Zuthunlichfeit" auszusetzen hatte, und empfahl ihn zum Dienst bei Görlitz ; während des­selben und noch kurz vor seiner Verhaftung bewies Stauff dem Zeugen feine Anhänglichkeit; Neigung zu Frömmelei hatte derselbe nicht an ihm bemerkt.

Der letzte relevante Zeuge ist die Frau des Metzger- meisters Rummel, die im Oktober 1847 eines Mittags den Stauff auf der Straße vor dem Görlitz'schen Haus auf- und abgehen sah, bis ein altmodisch gekleideter

abep an den Glaubensgenossen." Daß aber die De­mokratie einen bestimmten religiösen und politischen Glauben bedeutet, daß dieser Glaube schon Großes geschaffen hat, und noch Größeres zu schaffen berufen ist; daß dieser Glaube schon Blutzeugen erzeugt hat, so gut wie jede neue Idee, die in eine alte, morsche, verfaulte Welt hineintritt: das werden am Ende selbst die Heidenbekehrer im Dill- und Dietzhölzthale nicht mehr in Abrede stellen können. Daß sie sich da­gegen wehren, daß sie, wenn sic auch nicht mehr mit Kerker und Scheiterhaufen drohen können, wie ihre mittelalterlichen Vorgänger, so doch wenigstens dem Volke vor den neumodischen Ketzern angst und bange machen: daran thun sie nur ihre Schuldigkeit. Mit Recht leben die Herren in banger Ahnung einer Zu­kunft, die keine Bekehrer mehr, sondern nur noch Leh­rer kennen und alle angeblich privilegirten Verwalter der Geheimnisse Gottes nebst andern kostbaren Reli­quien in die Rumpelkammer stellen wird. Das mögen sich unsere Heidenbekehrer in Zeiten gesagt sein lassen!

88. Vom Tauntts. Schon mehrere Artikel in diesen Blättern sprachen mit Recht ihren Unwillen da­rüber aus, daß die bischöfliche Behörde zu Limburg auswärtige Geistliche requirirt und ihnen den Dienst in einigen Kirchen übertragen habe. Abgesehen von dem höchst auffallenden Treiben derselben, fragen wir: bedarf es dessen? Haben wir unter unserer Nassaui­schen Geistlichkeit nicht Männer, die eben so gut vorgeblich zur Ehre Gottes, in Wirklichkeit aber zu ihrem eigenen Vortheile ihre Gläubigen bald cin- zulullen, bald mit allerlei Strafen zu schrecken wissen? Wir können in biefer Hinsicht einen Hrn. K. bestens empfehlen. Noch am verflossenen Sonntage erklärte er feierlich: seinen Kirchenglievern sei eS zwar erlaubt, anderwärts zu beichten, jedoch in seiner Kirche zu com- municiren, wer eS mit seiner österlichen Zeit anders halte, den werde er selbst streng zur Rechenschaft ziehen; diejenigen aber, welche den Empfang der österlichen Communion gänzlich versäumten, werde er dem hoch­würdigen Domcapitel anzeigen, woselbst sie sich als- dann zn verantworten hätten, und sollte eS ferner in Gottes allweiscin Rathschlusse liegen, daß Einer von diesen im Laufe d. I. von dieser Welt in das Jen­seits abgerissen würde: so könne und dürfe er ihn nicht nach kirchlicher Weise beerdigen. Freilich war dies auf einige Kirchenlieder gesagt, welche, von ihm tyr- rannisirt, sich von ihm und seiner Kirche abgewendet haben; allein Hr. K. beschränkt seine Herrschsucht nicht darauf, sondern dehnt sie selbst auf die bürgerlichen Angelegenheiten aus.

Dresden, 25. März. Wie ich so eben vernehme, ist heute ein hier bestehender sogenannterdemokra­tischer Frauenverein", dessen Tendenz hauptsächlich auf Unterstützung solcher Familien und Personen ging, welche durch die Vorgänge des vorigen Jahres betrof­fen, polizeilich verboten worden. Die Versammlun­gen der hiesigen freien Gemeinde sind zufolge einer Verordnung des Befehlshaber der bewaffneten Macht von heute an bis auf Weiteres untersagt worden. Nur immer so vorwärts! Vorwärts!

Köln, 27. März. Auch bei dem Feinde muß man den Scharfblick, den richtigen Gedanken anerkennen, und wenn der Feind mit uns zu denselben Resultaten gelangt, so können wir gewiß von der Wahrheit über­zeugt sein. In Betreff des Konstitutionalismus und ihrer Kritik desselben stimmte die Kreuzzeitung schon früher' mit der Demokratie überein. Sie geht noch weiter: sie kritisirt die soziale Frage, obwohl sie die Sozialisten selbst verabscheut. In Nro. 66 erklärt die Kreuzzeitung diesoziale Frage" als eines der wich­tigsten Probleme der Gegenwart. Das genügt, wenn wir auch sagen, sie ist selbst das wichtigste Problem. Aber", sagt die Kreuzzeitung,es beruht auf einem völligen Verkennen der Sachlage, wenn man dieselbe stets als etwas von den politischen Fragen Verschiede-

Mann zu ihm kam, dem er^etwaS übergab, worauf sich derselbe wieder entfernte.

Darmstadt, 28. März.

Die Experten'haben die gestellten Fragen in folgen- ber Weise beantwortet: Zu 1. ES ist unmögli ch, daß die Gräfin Görlitz in Folge einer sogen. Selbstver- b r e n n u n g gestorben und in den Zustand gekommen ist, in welchem sie am 13. Juni 1847, Abends nach 11 Uhr, aufgefunden wurde. Zu 2. Es ist nach den vor­liegenden Umständen nicht möglich, daß die Gräfin Görlitz durch Einwirkung eines außer ihr bestehenden Feuers gelobtet worden ist. Zu 3. ES ist gewiß, daß die Gräfin Görlitz erst nach cingetrctenem Tode der Ein­wirkung deS FeuerS auSgescyt worden ist; eS ist aber nicht wahrscheinlich, daß Selbstmord oder ein KrankheitS- zustand oder ein unglücklicher Zufall den Tod bewirkt haben, dagegen ist es möglich und wahrscheinlich , daß der Tod der Gräfin durch die Hand eines Andern hcr- beigefühlt worden ist. Die Benrtheilung der Sachver­ständigen hält ein Erschlagen der Gräfin für eben so leicht möglich, alS eine Betäubung und nachherige Tödtung durch Erstickung. Zu 4 stimmen die Sachverständigen nicht überein. Das Separatvotum der Minderheit (Dr. Graf, Rieger und Lepdhecker) nimmt an, daß der Se- cretâr allein die Verbrennung deS Körpers nicht be­wirken konnte, sondern daß dazu noch eine weitere Ur­sache nöthig war. Nach der Ansicht der Mehrheit (Liebig,