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Schweigsamkeit des Verwaltungsrathes und der preu- ßischen Minister, und auS den Reisen der Letzteren nach Berlin.

Erfurt, 26. März. Herr v. Radowitz erörterte heute im Volkshause in einer ausführlichen Rede die ganze Lage der deutschen Verhältnisse. Hr. v. Rado- witz mahnte zu unbeirrtem Ausharren. Die Rede fand wiederholten Beifall, besonders zur Linken des Hauses. Der polnische Abgeordnete Dzialinski legt unter Pro­test sein Mandat nieder. Radowitz Beifall der Linken" Erfurter Mission das Alles heißt Aus­dauer im Unsinn; Ausharren im Fastnachtsspiel.

Berlin, 24. März. Die Zeit ist erfüllt. Mit dem bai'erischen Verfassungskonzept wird die Reihe der Abwiegelungsvorschläge und Einschläferungszusagen ge­schlossen sein. Hannover braucht sich nicht mehr zu bemühen. Gerüchte sagen es, und wir glaubens auch: Das österreichische Kabinet hält den Augenblick für gekommen, auf Grundlage der Verträge von 1815 einen Congreß zu berufen. Finis coronat opus.

Salzburg, 19. März. Gestern wurden hier sechs Deserteure vom Infanterieregiment Benedek eingebracht. Diese hatten sich bereits vor mehreren Tagen mit noch einem siebenten zu Neumarkt, 4 Stunden von hier, von einem Transport weg davon gemacht und sich bis Ebenste am Traunsee durchgeschlagen. Daselbst wur­den sie von einem Nationalgarde -Piket unter Anfüh­rung eines eben daselbst anwesenden kaiserlichen Unter- jägers angegriffen, aber erst nach der verzweifeltsten Gegenwehr, wobei ein Deserteur todt liegen blieb und auch sonst beiderseits bedeutende Verwundungen statt- fanden, überwältigt.

Wien, 25. März. Aus Piräeus vom 19. März wird berichtet:Fortdauernde Ungewißheit. Eilf Schiffe freigegeben." Gestern eilte ein britischer Cou­rier hier (durch Triest?) durch. (A. Z.)

Karlsruhe, 27. März. Die Kammern sind auf unbestimmte Zeit vertagt.

Stuttgart, 26. März. Vor Beginn der heutigen Sitzung der Laudesversaminlung waren die meisten Ab­geordneten zu einer vertraulichen Besprechung zusam- inkngetreten, um über die Frage der Vertagung oder einer Aussetzung der Sitzungen sich zu berathen. Wie man hört, wird hiernach morgen die letzte Sitzung sein, eine förmliche Vertagung aber nicht, wohl aber eine Aussetzung der Sitzungen in der Art stattsiuden, daß die Abgeordneten jeden Tag vom Präsidenten wie­der berufen werden können. Die Commissionen wer­den, die Osterfcicrtage ausgenommen, beisammen blei­ben und fortarbeiten, um sodann bei dem Wiederbeginn der Sitzungen und nachdem die Commissäre mit der Regierung' über die Verfassungsrevision confcrirt ha­ben, die Arbeiten vollends schnell zu Ende führen zu können. (F. 3 )

Kassel, 23. März. ES fist da! nämlich daS Geld, welches Grotschakoff Herrn Hassenpflug vorge­schossen hat, und welches gestern in schweren Fässern aus dem Postgebäude in die Hauptstaatskasse trans- portirt wurde. Die Nachricht klingt fabelhaft, sie ist aber dennoch war. Rußland hat durch seinen Gesand- ten Herrn Hassenpflug 800,000 Thlr. vorgeschoben. Somit wäre die Hauptschwierigkeiten der Restauration glücklich überwunden. Wenn Herr Gortschakoff doch auch nach Nassau käme.

Schweiz.

Zürich, 24. März. Morgen ist der Tag, der für die Zukunft deö wichtigsten KantoNS der Schweiz von Entscheidung sein dürfte: zwar deckt der Schnee fußhoch den Boden, und wird zudem gar unheimlich vom Winde umhergestöbert; aber die von Natur schwerfäl­ligen Berner sind einmal in Bewegung gesetzt, und da werden sie sich durch keine Hindernisse abhalten lassen, nach Münsingen zn der von beiden Seiten

der andern Sachen, die er durch seinen Sohn erhalten habe, auf seinen früheren Aussagen. Joh. Stauf er­klärt nun, indem er den Grafen, der ihm jedoch auf Geheiss des Präsidenten den Rücken kehrt, lebhaft und wie ein Eüwcrständniß andcutend, zu fixiren sucht: am 20. Juni Abends habe ihmbeim Auszug" der Graf ein Päckchen Juwelen, in der Form wie einPacket leichten Kanasters", als freiwilliges Geschenk, jedoch gegen Versprechen, zu schweigen und das Päckchen aus dem Hause zu entfernen, gegeben; er habe keine gute Gelegenheit gehabt, es zu offnen und es später bei einer Kommission zum Prinzen Emilim Herdweg bei Bes- sungen" in einer Hecke versteckt, von wo er es später durch seine» Bruder dem Alte» geschickt habe. Der Graf stellt das gegen jedes derartige Geschenk entschieden in Abrede, es sei garnichts von Allem wahr", und wenn er seine Diener beschenken wolle, so gebe er ihnen lieber Geld, als Geldsachen, die ihm theilweise Affektionswerth hätten. Stauf beharrt ans seiner Aussage mit Hinwei­sung auf Angabe seiner Protokolle überein blutiges Tuch" u. dgl., was später näher verhandelt werde. (Stauf thut, als ob er verdeckte Batterien habe, die er später wolle spielen lassen.)

Der Graf erklärt sich auch noch über eine Anzahl hier nicht vorhandener Schmuckjachen, die er später ver­mißte; im ungefähren Goldwerth von zwanzig Louisdors; von dem koursirenden Gerückt eines Selbstmords schrieb ihm die Gräfin in halb scherzhaftem Ton in's Bad;

veranlaßtes Volksversammlung zu wallfahrten. Wenn der Berner Correspondent derEidg.Ztg." mit seiner Nachricht Recht hat, daß alle Aerzte und Aufwärter des Jnsklspitals zu Bern unfehlbar auf ihrem Posten sein müssen, ja daß ein Berner Professor der Chirurgie sogar schon eine Ambulance in Münsingen errichtet, so scheint man von beiden Parteien die löbliche Absicht zu vermuthen, die Köpfe und resp, die Schädel der Gegner mit den eindringlichsten und frappantesten Mo­tiven zu bearbeiten. Die Regierung hat auf heute ein halbes Bataillon Infanterie in den Dienst gerufen.

(N. D. Ztg.)

Bern, 25. März, Abends. Der Tag von Mün­singen ist zu Ende, und zwar ist an demselben alles in möglichster Ordnung, Gesetzlichkeit und ohne gegenseitige, bis zu Thätlichkeiten gehende Reibung der Parteien bis zu Ende gediehen. Beide Abtheilungen kehrten gleich nach beendigter Verhandlung in ihre Hei­mathen zurück. (O-P-Z.)

Croatien.

Aus Agram vom 19. März erhalten wir einen Bericht, wonach der Aufstand der türkischen Bevölke­rung in Bosnien die christliche ist bis jetzt ruhig geblieben täglich weiter um sich greift, so daß er in kurzer Zeit ganz Bosnien in Flammen setzen könnte. Die Bedeutung dieser Thatsache steigt durch die Mel­dungen aus Serbien und Montenegro, daß man auch dort sich zum Kampfe rüste. Auf einen Wink Ruß­lands verbreitet sich die Kriegsfackel über alle jene Gränzgebiete der Pforte.

Griechenland.

DieA. A. Z,g." theilt auS Athen vom 12. März folgende. Nachrichten mit.Die energische Sprache der bekannten ersten russischen Note (an Lord Pal­merston) hatte für einen Augenblick den Druck, der auf den Gemüthern lag, gemildert. Aber eine nach­folgende Notifikation des Hrn. v. Brunow an Hrn.Perfiani (den rnsfischen Gesandten in Athen) sprach offene Mißbilli­gung der von Kolletis gegen England eingeschlagenen Bahn aus, und Baron GroS, der französische Gesandte, rieth vor allem den Entschädigungsforderungen Lord Pal« merston's sich zu unterwerfen. Diese Forderungen aber vervielfältigten sich, und waren offenbar bestimmt, alle Ausgleichungsversuche zu durchkreuzen. Unter sol­chen Umständen mußte die Autorität der Krone end­lich brechen. Da man überdies keinen Tag sicher war, die Blocade wieder in ihrer vollen Strenge erneuert zu sehen, so konnte kein Handelsmann sich auf eine Spekulation einlassen, die Schifffahrt war gelähmt, die Aussichten wurden immer düsterer, und es fehlte nicht an Leuten, die einen neuen Septembertag pro­phezeiten."

Türkei.

Aus B r u s s a wird uns unter dem 6. März ge­schrieben: Man trifft die erforderlichen Vorkehrungen, um Kossuth 'sammt Genossen nach Kintahia in Klein­asien zu befördern. Die Ungarn werden nicht allein, sondern truppweise und stets mit Polen untermischt abgehen. Man bemerkte,; daß Kasimir Batthyanyi reichlich mit Gold, Kossuth hingegen nur mit einem Verrathe an Banknoten versehen war. (K. Z.)

Belg i e n.

Brüssel, 25. März. In den Steinkohlengruben zu Qnaregnon entzündete sich am 22. d. M. das böse Wetter (die Stickluft) und tödtete 75 Arbeiter, von denen bis Sonnabend Mittag 46 herausgezogen waren.

Italien.

Rom. Um sich ein Bild von dem Einflüsse zu schassen, dem der gegenwärtige Papst ausgesetzt ist, ist es nicht interessant, die Darlegung desH. Colle­giums" zu kennen, wie sie vor 20 Jahren durch Hern

früher hatte sie beinahe einmal ein Brandunglück durch Unvorsichtigkeit; in früherer Zeit pflegte sie oft Abende außer Haus zuzubringen , was jedoch vor ihrem Tod ziemlich aufgehört hatte; gegen Stauf hatte der Graf schon bald nach der Katastrophe einen unbestimmten Ver­dacht, den er auch dem Medizinalrath Merk mittheilte, der jedoch mit ihm der Meinung war, man müsse den, selbe» nicht ohne Grund äußern; die von der Todlenfrau erzählte Aeußerung bei der Leiche über denSchimpf" stellt er in Abrede, da er gar nicht an die Möglichkeit eines Selbstmords gedacht habe; Ehepakten habe er mit seiner Frau nicht gehabt; als sie in Frankfurt ge­traut wurden, war er schon hessischer Staatsdiener.

Wir haben diese Aussagen abgerissen, wie sie gemacht wurden, wiedergegeaen, da von den streitenden Theilen Gewicht auf dieselben gelegt werden zu sollen scheint.

Den Schluß der heutigen Verhandlung bildete, die Verlesung deS vom 1. Juli 1846 datirten Testaments der Gräfin. (N. D. Z.)

Erfurt hat bekanntlich die größte Glocke in Deutsch­land. Die Deutsche Frage ist an die große Glocke ge- häugt worden. August II. sagte von der Erfurter Glocke: Große Narren müssen große Schellen haben! (Kladd.)

Chateaubriand, dem damaligen französischen Gesand­ten in Rom, gemacht worden ist. Chateaubriand, obschon Laie, gilt in der orchodoren katholijchen Welt als eine unantastbare Autorität, und kann ihm der Vorwurf einer feindseligen Auffassung durchaus nicht gemacht werden. Dieser ebenso berühmte Schrift­steller, als ergebeneSohn der Kirche" läßt sich im März 1829 in einer offiziellen Depesche an den Mi­nister des Auswärtigen also aus:In meinen frühe­ren Stellungen, sowohl als Gesandter in London, wie auch als Minister während des spanischen Krieges, alS Mitglied der Pairs-Kammer und endlich als Füh­rer der Oppositions-Partei hatte ich mit großen Schwie­rigkeiten zu kämpfen; dieselben waren aber nur Schat­tenrisse von den Sorgen, die mir die Ränke aller Art bereiten, die man hier zu spinnen versteht. Der Bo­den, auf dem ich stehe, ist unerkennbar; obwohl frei, befinde ich mich in einem Gefängnisse, dessen Zugänge strenge bewacht werden. Ich habe hier weder Geld auszutheilen, noch Stellen zu vergeben: die halb ver­glommenen Leidenschaften einer Zahl von 50 Greisen verhindern es, daß man ihnen irgendwie beikoinme. In den Einen habe ich Blödsinn zu bekämpfen, in den Andern die Unwissenheit der Zeit; in Diesen bie­tet mir der Fanatismus einen unbesiegbaren Wider­stand, in Jenen die Arglist und die Zweideutigkeit, in fast Allen sind die Ehrsucht, der Eigennutz und der politische Haß der Hauptfaktor allen Handelns."

Sehen wir, ob die jetzige Umgebung des Papstes den Hrn. Chateaubriand zu einem günstigeren Berichte veranlassen würde. In der ersten Reihe erblicken wir den Kardinal Antonelli, Sohn des berüchtigten Do­minik Antonelli, der im Jahre 1812, als Hehler und Genosse der in den Gebirgen hausenden Straßenräuber, zum Tode verurtheilt ward. Neben Diesem begegnet uns der Bischof Boromeo. Derselbe vergleicht die Ge­sellschaft mit einem Menschen, dender Schlag gerührt hat", weshalb siezu ihrer Rettung ein starker Ader­laß bedürftig ist". Im Jahre 1848, vor seiner poli­tischen Apostasie, wollte der nämliche Prälat dieses Ra­dikalmittel bei allen Denen in Anwendung gebracht wissen, die die italienische Volkserhebung bekämpften. Dann folgen der Jesuit Vaur, der Jesuit Fallour, die Gesandten der das Volk knechtenden Höfe, der Ge­schäftsträger des Selbstherrschers aller Neusten, ein Herzog d'Harcourt, eine Gräfin von Spaur, eine Ma­dame Forradi und die Unterhändler des Juden Roth­schild. Den Schlußstein zu dieser chinesischen Mauer bilden noch einige vorhandene Trümmer jener Gesell­schaft, die Chateaubriand im Jahre 1829 in seiner an­geführten Depesche schildert. Die Moral hiervon mache sich der Leser selbst. (W. Z.)

Von Mailand her spricht man sehr viel von dem Projekte . Rußlands, aus der Lombardei und Ve­nedig ein Königreich zu machen und es dem Herzog von Leuchtenberg zu geben, dem ehemaligen Vicekönig von Italien. Oesterreich soll dann in Deutschland oder der Türkei entschädigt werden. Schon in meinem letzten Briefe gab ich Ihnen eine Andeutung davon; die Sache gewinnt jedoch stets mehr an Bestand und die kritische Lage Oesterreichs in Italien macht dem­selben fast zur Lebensfrage, Italien aufzugeben.

Turin, 22. März. (Telegraphische Depesche auS Wien vom 25. März.) Das Cabinet ist bedroht. Man spricht ernsthaft von einem Ministerwechsel. (A. Z.)

Republik Frankreich

Paris, 21. März. Im aristokratischenBulletin de Paris" liest man so eben, die deutsche Diplomatie habe beschlossen, dem französischen Volke anzusagen, es solle sofort sein allgemeines Wahlrecht aufgeben, sonst würde sie ihm Krieg an kündigen. Recht so! Wir sind auf Al­les gefaßt. (Horn.)

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Als Herr Hassen pflüg für seine Reise von Greifs­wald nach Kassel 666 V2 Thlr. an Diäten und Reise­kosten liquidirt hatte, sollen die Bürger von Kassel ihm das Doppelte geboten haben, wenn er sich entschließen könnte, die Reise von Kassel nach Greifswald zurück zu machen. (Kladd.)

Am 20. März 1850 wurde in Erfurt unter den Bänken der Augustinerkirche ein merkwürdig großes Maul gefunden, das ganz voll in Geschäftsord. nung war. Bei genauerer Besichtigung fand man, daß ein ganz kleines, kleines Kerlchen daran hing. Das Jnfusionsthierchen wurde unter das Mikroskop ge­setzt, und nach langer Unterfinning ergab sich 's , daß dasselbe nichts anderes war als Herr v. Viebah».

(Kladd.)

DieDeutsche Reform" hat die geistvolle Entdeckung gemacht, daß die Arbeit der Paulskirche vereitelt wurde durch dielauernden Geister des Umsturzes" und sie bemerkt auch an der Martinskirche schon diese lauernden Geister und meint, es seien deren gewiß schon einige hineingeschlüpft.

Wollte Gott, daß die Gespensterfurcht begründet wäre; sonst würde es gewiß von der Martinskirche heißen: es ist kein Geist darin. (Kladd.)