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nung" der Einen hat sich in Insurrektiousgelüste und Konspirationen gekehrt, dieRevolution" der Andern sicht ihre Zukunft vollkommen in dem Konservatismus uiiD der gegenwärtigen Ordnung gesichert Die mini-

1 seriellePatrie", welche für Geld jeden moegenländi- ; scheu Hundeservilismuö vertritt, erklärt sich in der panischsten Weise für die zeitweilige Nothwendigkeit, den Degen gegen verkehrte Ideen zu ziehen",' und das im Namen der honetten Ordnungspartei, welche im Juni 1848 Jedem unter dem allgemeinen Stimm­recht das Recht der Insurrektion absprach. Man glaubt, mit dem Wahlresnltat vom 10. März mitten in die Konfusion aller bisherigen Verhältnisse getreten zu sein.

Paris, 17. März. Das vollständige Resultat der Dcpartrmentswahlcn, wie es jetzt offiziell mitge­theilt wurde, ist folgendes: Gemäßigte: Allier: Dufour, Archöde, de la Tourette, Arriö'ge: General Pelet, Eher: Poile-Desgranges und Vogue, Oberpy- renäen: de Goulard, Oberrhein: Dollfuß und Mignon, Loire: Anglès, Var: Simeon. Socialisten: Nie­derrhein: Gerard, Vidal, Valentin, Laboulaye, Hoch-, stuhl, Haute-Bienne: Ducour, Ober-Loire: Maigne, Oberrhein: Kestner, Loire und Cher: d'Etchegoyen, Niedre: CH. Gambon, Saâne und Loire: Esquiros, Madier de Montjon, Charassin, Buvignier, Henne- quin, Dain, Var: Clavier. Also unter 28 Ersatzwah­len 10 gemäßigte.

Bei Gelegenheit der Gerüchte, die in Bezug auf neue Beschränkungen der Preßfreiheit in Umlauf wa­ren, soll Herr Leron, Direktor des Constitutionell, zum Präsidenten der Republik gesagt haben:Wenn Sie es machen wollen, wie Peygrones und Polignac, so werde ich Socialist."

Wahrscheinlich der Wahlresultate wegen werden Anfangs April folgende Regiments-Veränderungen vor- genommen werden: Das 9. Dragonerregiment, statio- i nirt in Lyon uw bekannt aus den dortigen Unruhen, wechselt mit dem 2. in Paris die Garnison; das 2. Chasseurregiment, bekannt auS den Unruhen von Ni. vot, kommt nach St. Germain; das 1. Cuirassiirre- gimcnt von dort nach Lille; daS 5. Husarenregimciit, dermalen in Pontiry, und das 5. Lancierregiment, der­malen in Paris, wechseln die Garnisonen; das 1. Lau- clersregiment kommt endlich statt des 4. Dragonerre- giments nach Versailles. (Mainz. Ztg.)

Großbritauvien.

London, 13. März. Das interressanteste Ereigniß des heutigen Tages ist gewiß eine Rede Sir Robert Peel's in der gestrigen Sitzung des Unterhauses. Es handelte sich um den Antrag eines Agrikulturisten, Herrn Drummond, um Einschränkung der Staatsaus­gaben und Erleichterung der Steuern, da nur auf die­sem Wege die Grundbesitzer dem neuen Freihandels- system gegenüber Stand halten könnten; auch verlangte er, daß man mit dem Freihandel Ernst mache und ihn entweder ganz aufhebe oder konsequent überall durchführe. Sir Robert Peel vertheidigte hierauf zu­erst das von ihm ins Leben geführte Frei hanoelschstein und gab zu, daß die weitern Konsequenzen desselben gezogen werden müßten. Was den finanziellen Theil des Drummond'schen Antrages, die Einschränkungen in den Staatsausgaben, betreffe, so könne er denselben zwar m dieser Form nicht unterstützen, weil die An­nahme desselben zu große Erwartungen im Lande er­regen würde, die sich doch in diesem Augenblicke nicht befriedigen ließen; doch müsse er die Nothwendigkeit fortwährender Einschränkungen entschieden anerkennen. Der einsichtsvolle Staatsmann äußerte hier Ansichten, namentlich über die großen Militärbudgets der euro­päischen Staaten, über den Grundsatz: Si vis pacem, para bellum, d. h. wer den Frieden will, muß eine große Armee halten), dessen unbedingte Richtigleit er keineswegs zugab, Ansichten, sagen wir, die den Mi­nistern anderer Staaten um so mehr zur Beachtung zu empfehlen sind, als sie hier nicht von einemde­mokratischen Wühler", sondern von einem gewiegten

Teles : Angknommen er wäre wieder hier. Die schlecht bezahlte Rotte derSbirren des Geimaraccio wird sich f 'M schreien:es lebe der Papst!" Aber sind damit die Schwierigkeiten beseitigt? Keineswegs; denn so 'angc die Republik im Rom nicht wieder erstanden ist, ist keine Regierung möglich. Mit Bomben, Bav- onnetten, Verbannungen, mit unzähligen, nie zu be- 1 endigenden Prozessen, Amtsentsetzungen, Verhangnn- , gen von Polizeiaufsicht und mit dem Elende läßt sich nicht regieren, und doch sind dies die^einzigen Mittel, die einer Regierung nach dem Systeme der Gcistlich- keit erübrigen . .. Inmittelst bewahre man sich die Geduld und eine würdige Haltung ; Geduld gegen die Geistlichkeit, ein würdiges Benehmen gegenüber den Franzosen und keine Beleidigungen. Die französischen Soldaten haben einem Befehl gehorchen müssen; sie sind, indem sie die Sklaven sichrer Pflicht geworden, die Soldaten des Pabstes gewesen; sie werden, nimmt man ihnen den Oberbefehlshaber und einige höhere Offiziere, wieder Republikaner sein und sind sie dies einmal wieder, so^sind sie eine befreundete Armee; denn die Republikaner wollen die Freiheit und Unab- längigkeit der Nationen. Das römische Volk wird vernünftig bleiben , es wird zu begreifen fortfahren, daß Frankreich nicht lange mehr sein Blut vergießen nnd^sich mit Schmach bedecken kann. Die Verschwö­rung der Volksunterdrücker hat ihren letzten Trumpf ausgespielt, als sie den Brudermord zwischen Franzo­sen und Italienern heraufbeschworen hat. Indem wir uns vertheidigten, haben wir unsere Pflicht erfüllt, allein wir würden die Betrogenen sein, wenn wir in die Schlinge, die uns das Priesterregiement gelegt hat, gingen und.'s eine Aussöhnung, ein Verzeihen zwischen uns und den Franzosen unmöglich machten. Nehmen wir uns das zu Herzen."

Welch' eine ruhige und versöhnliche Sprache! Wie grell sticht gegen sie dack schnöde und hasisprühende Benehmen des jetzigenHgeifluchen Regünenes ad!>

Republik Frankreich.

Paris, 16. März. (N. D.Z.) Die Partei der Ordnung ist seit der Proklamation der drei Pariser Repräsentanten, welche gestern Früh unter der ruhig­sten Haltung des Volks stattfand, von wahrhaft klas­sischenAnarchie-Gelüsten" befallen. Bereits am Vor­abend der Wahlen schrieb ich Ihnen: der gegenwärtige Wahlkampf ist nur die Bor-Abrechnung zwischen. Ro­then und Royalisten um das Endresultat des Napo- Ionischen Regiments, die Wahlen des 10. März sind derlegale" Vorläufer von demlegalen" Ende am 14. Mai 1852. Die französische Ordnungspartei hat diese Entscheidung von vornherein begriffen und ist wenigstens offen genug, die Bedeutung derselben nicht hinterher feig zu verlâugnen; nur die deutschen Utera- 1 sichen Buschklepper derKöln. Ztg." haben den Muth des Blödsinns, diesen Wahlen jeden ernstlichen Werth abznsprechcu und dem Schreckensschrei der hiesigen 9ie- aktionäre Erageration" vorzuwerfen. Die Pariser Reaktionspresse gesteht nach der beispiellosen Niederlage i er Regierung offen: Der 10. März verkündet der Ge­sellschaft in verkleinertem Maßstab, was ihr in zwei Jahren, am 14. Mai 1852, bevorsteht; um dem Un­tergang der Gesellschaft zu entgehen, bleibt uns kein Mittel als den 14. Mai 1852 durch einenkühnen Griff,, vornweg aus ddr Geschichte zu streichen^

Konfiskation des allgemeinen Stimmrechts, Staats­streich zur Eskamotirung einer neuen Präsidentenwahl und eines National - Konvents, das ist das Einzige, was uns dieOrdnung" noch retten kann! Es ist wirklich rührend, wie die Stimme von Paris in dieser Einen Wahl die Parteien umgekehrt hat. Die Partei derOrdnung" appellirt an die heilloseste Anarchie, an Umsturz der Verfassung, Gewaltstreiche, und alles das, um dieOrdnung zu garantiren"; die Leute der Revolutionspartei sind zu wahren Konservateurs ge­worden, zu Konservateurs der gegenwärtigenlegalen" Verfassung, welche mit dem größtenOrdnungssinne" gegen jede Revolution auf der Wache sind. DieOrd-

Staatsmann, einem ihrer ehemaligen Kollegen herrnh- ren, der aber einen offenen Sinn für die Bedürfnisse dee Zeit hat und von weisen, rechtzeitigen Konzessionen für die drohenden Stürme der ^Zukunft mehr hofft, als von Militär und Kanonen. ~

Nassauischer Landtag.

A Wiesbaden, 20. März. (Fünfte Sitzung.) Unter den eingereichten Petitionen befindet sich eine vom Bürgermeister und Gemeinderath der Stadt Nassau um Entfernung des Försters Pasbach von der dorti­gen Försterstelle, und eine vom Herrn Sekretär v. Preuschen in Nastätten, Beschwerden über Zurücksetzung im Dienst betreffend. (Allgemeine Heiterkeit.)

_ Kalt stellt einen Antrag auf Veränderung des Strafgesetzes bei Forst-, Jagd- und Fischcreivergehcn. Naht führt in einer länger» Rede durch, daß dec Anschluß an das Interim von Seiten der Regierung allerdings gefährlich für die Freiheiten des Landes sei, wie dies schon die Erfahrung in Würtemberg und Mecklenburg gezeigt habe; er verwahrt einfach die Rechte des Volkes, da er von einem darauf bezüglichen Antrag unter jetzigen Verhältnissen keinen Erfolg er­warte.

Wintzingerode: Nassau sei zu klein, um selbst­ständig in die Geschicke Deutschlands eingreifen zu kön- nen; es habe sich daher der Nothwendigkeit fügen müs­sen, und nur die .liechte des Landes wahren können was in der Accefsionsurkunde geschehen sei. Die Ta­gesordnung führt zur Erstattung des Berichts über das Herzogliche Haus. Da der Berichterstatter Groß­mann nicht anwesend ist, so wird auf Antrag des Prä­sidenten dieser Gegenstand bis aus Ende der Sitzung verschoben. Es kommt zum Bericht über Medicinal- pflege (Berichterstatter Haupt); die Regierung fordert au

Tit. 1: Besoldungen 26,206 fl. 40 fr. werden verwilligt. Tu. 2: Canzleiaufwand und Inventarium 980 fl. werden werwitligt. Tit. 3: Reifen (ssfcrds- fourage rc.) 24,675 fl. werden verwilligt. Tit. 4; Zuschuß zur Irrenhausanstalt aus Landesmitteln 9372 fl. weiden verwilligt. Tit. 5: Zuschüße zur Hebammen- lehr- und Entbindungsanstalt in Hadamar 2681 ff. werden verwilligt, mit Ausnahme von 60 fl. für Gra­tifikationen Tit. 6: Veröffentlichung der Sanitäts­berichte 400 fl

® raun beantragt, den letzteren Posten zu streichen, welchem Antrag die Kammer gegen 16 Stimmen ipre Zustimmung versagt. Im Ganzen werden also für die Medicinalpflege 64,254 fl. 40 fr. bewilligt.

Der Ausschuß sprach ferner folgende Wünsche auS: 1) daß die Besoldungen der Aerzte das Medium fer­nerhin erreichen möchten; 2) daß in Eichberg jedeS Jahr zwei junge Aerzte gegen Gewährung freier Station ausgenommen werden möchten, um ihnen Ge­legenheit zu wissenschaftlicher und praktischer Fortbil­dung zu geben; 3) daß die Aufnahme eines jungen Arztes in der Hebammenlehr- und Entbindungsanstalt zu Hadamar statt finde. Nur die 2 letzten Wünsche adoptirte die Kammer, den ersten fand sie für gut, gegen 15 Stimmen abzulehnen.

Als Zuschüsse zu milden Fonds werden ver­willigt :

1) als Beitrag zur allgemeinen Armen« Versorgung . 8,000 flz

2) als Beitrag zur allgemeinen Waisen- Versorgung . 10,806 fl.

3) als Beitrag zur Civil- Wittwen- u. Waisenkasse . . . 3,090 fl. im Ganzen 21,896 fl.

' (Schluß folgt.)

Verantwortlicher Redakteur: I. Oppermann.

Bekanntmachungen.

Bekanntmachung.

(257) Auf Anstehcn der Erben des Sebastian Schr c ib er von Kiedrich wird die den­selben gehörige, am 23. Mai d. J. leihfällig werdende, zwischen Kiedrich und der f. g. Anker­mühle gelegene Erbleimühle mit 2 Mahlgängen, einem Schälgang, Scheuer, geräumiger Stal­lung, Backhaus, 154 Ruthen Garten, 4 Morgen, 42 Ruthen und 136 Ruthen Acker- und 66 Ruthen Wiesenland Donnerstag, den 4. April d. 3., Nachmittags 2 Uhr 'auf wei­tere 4 Jahre auf der Mühle selbst öffentlich verpachtet.

Eltville, den 16. März 1850. Herzogliche Landoberschultheiserei.

Usenet,

Verein zur Wahrung der VoL'LsrechLe.

(259) Sitzung im Gasthaus zu den Vier Jahreszeiten; Freitag, den 22. März, Abends 8 Uhr.

Concessionirte Haupt-Agentur zur Beförderung von Auswanderer.

(129) Der Unterzeichnete befördert monatlich 3 bis 4mal Auswanderer nach den verschiedenen Häfen Amerikas über Havre, Antwerpen, Rotterdam und Bremen zu den möglichst billigsten Preißen.

Wiesbaden im Februar 1850. <7. Nathan auf dem Markt.

Erklärung.

(256) Indem uns zu Ohren gekommen, als hätten wir die Lieferung der Helme für das Nassauische Militär an auswärtige Lieferan­ten übergeben, und den von unsern Abgeord­neten bewilligten Mehrbetrag für inländische Fabrikation ohne Mühe einsteckten, so erklä­ren wir dies für eine Unwahrheit. Vielmehr geben wir die Versicherung, wenn uns eine Bestellung zu Theil werden wird, wir nur inländisches Material und inländische Fabri­kate zu verarbeiten suchen werden. Wir hof­fen so dem Wunsch, der für den Mehrbetrag stimmenden Herrn Abgeordneten, inländische Industrie zu heben, nachzukommen, und das in uns gesetzte Vertrauen zu rechisertigen.

Fried. Hahn. G. Behrens. A. Haßler. Fried. Walcher. Philipp Menges. J. Dorfelder. Franz Alff. Philipp Wink.

Joh. Röhrig.

(52) Es sind Kapitalien in lieber Größe stets zu haben durch Friedrich Schauß in Wiesbaden, Marktplatz Nr. 12

Erklärung.

(258) Durch das, daß Frau Michael Windecker Wittwe dahier, in den Concurs verfallen ist, spricht man allgemein, daß die Verwandten die ganze Nachlaffcnschaft des Windeckers auf eine, oder die andere Weise an sich gezogen hätten.

Wir erklären deßhalb, daß zwar der ver­storbene Windecker ein wirklicher Onkel von uns war, wir aber, weder bei seinen Lebzeiten, noch bis heute, nie einen Kreuzer ans diesem Vermögen erhielten; vielmehr hatte unsere Mutter eine Untersuchung gegen Win­decker Wittwe, wegen Jnv.ntar eingeleitet, da dieselbe viele Gelder verschenkte, wurde aber vom Gericht abgewieseu.

Wiesbaden, den 18. März 1850.

J. H. Baer, ) in Firma: Hirsch Baer, B. H. Baer, j Sohne.

(227) Zwei Glaserker find bil­lig zu verkaufen. Wo? sagt die lKxped. d. Bl._____________

(252) M ehltoürme sink auf der Bäcker- Herberge zu haben, der Schoppen zu 48 fr.

Druck und Verlag der 6. Ritter'schen Buchdruckern.