kutives darüber enthalte. Ferdinand Barrot, Minister des Innern, wies mit Energie den Vorwurf zurück, daß er Zwietracht in die Majorität habe bringen wollen. „Die Regierung", erklärte er, „habe nur der Nothwendigkeit gehorcht, ohne darum für die Zukunft etwas festsetzen 511 wollen." Der Minister erwähnte, daß unter den Bürgermeistern viele nur Agenten der revolutionären Propaganda seien, und daß sich unter denselben sogar mehrere befinden, die in den Wohlthä- tigkeits-Anstalten eingeschrieben seien, und die man habe kleiden müssen, was in seinen Augen eine Protestation des Socialismus gegen den Reicht,um bedeute. Be- merkenswirth ist noch eine Aeußerung de Larochejaque- lins, der, wie überhaupt die Legitimisten, das Gesetz entschieden bekämpfte. „Ich will lieber", rief er aus, „ mich den Municipalfreihciten anvertrauen, als Regierungen, die fortwährend aus einer Hand in die andere übergehen, und die nicht volles Vertrauen für die Zukunft einflößen." — Trotz des Bündnisses der äußersten Rechten mit dem Berge, daß eine Majorität von 26 Stimmen gegen die Regierung zu Wege gebracht hat, hält der „National" das Resultat der dcsl- nitiven Abstimmung über das Gesetz noch für zweifelhaft, indem er bei einzelnen Legitimisten eine Sinnes- ândernng befürchtet, besonders da Berryer für das Gesetz votirt habe.
I t a l i e v.
Das „Giornale di Roma" vom 23. Februar enthält einen Artikel, in welchem cs die Besorgnisse des „Osservatore Romano", es möchten verschiedene interessante alte Gemälde, welche vor Kurzem auf dem Esguilinus gefunden wurden, nach Paris weggesilhrt werden, als ungegründet darzustellen sucht. „Im Falle eingebildeter und übermäßiger Ansprüche", sagt das amtliche Blatt, „wird dit Regierung Gebrauch von der Gewalt machen, welche die bestehenden Gesetze ihr in die Hand geben, und sie wird nicht gestatten, daß alte Denkmäler Rom verlassen, um irgend ein Museum Europa's zu schmücken." — Die Bande des Passatore, welche schon so lange der Schrecken der Romagna ist, zählt etwa 300 Mann. Vor Kurzem war selbst Imola in ernstlicher Besorgniß vor einem Ueber- falle und hielt seine Thore geschlossen. Die Stadt ist nicht gerade klein; doch hatte sie eine Besatzung von nicht mehr als 100 Mann, und außerdem besann sich in ihren Mauern ein Gefängniß, das über 200 Verbrecher der schlimmsten Art enthielt, auf deren Befreiung es, wie man fürchtete, abgesehen, war. Um den Ort vor einem Ueberfalle zu sichern, ist daher eine Abtheilung von 182 österreichischen Tirailleurs hinge
schickt worden. Die Regierung bat einen Preis von 1000 Scudi auf den Kopf des Passatore gesetzt, sonst aber wenig gethan, um dem Unfug entgegcnzutrctcn. „Ich möchte Monsignor Bedini wohl fragen", schreibt ein Correspondent des „Nazionale", „wie man es anfangen soll, um die 1000 Scudi zu gewinnen und ihm den Kopf des Passatore zu überbringen, wenn er Niemanden erlauben will, Waffen irgend einer Art zu tragen!" — Am 24. Februar haben in Livorno wiederum Haussuchungen und Verhaftungen statt gefunden; unter anderen ward das Haus eines Franzosen durchsucht. (K. Z.)
: X Correspondenzen aus Rom widersprechen den Angaben von einer nahe bevorstehenden Ankunft eines österreichischen Armeecorps in der Hauptstadt des Kirchenstaats. Allein wenn die Oesterreicher dort nicht einrücken, so scheint dies lediglich dem Umstande zuge- schrlcben werden zu müssen, daß Pius IX. vorerst nicht ' nach seiner Hauptstadt zurückkehren wird. Jede Ungewißheit hierüber ist durch verlässige Berichte gehoben. Wie Hr. d'Harcourt, dann Hr. von Corcellcö, dann der General Baraguay d'Hilliers, so ist nun auch der Cardinal Dupont in der Mission gescheitert, den Papst zur sofortigen Rückkehr nach Rom zu bewegen. Pius IX. bleibt in Portici. Wie lange noch, könnte nicht vorausgesagt werden.
Der Großherzog von Toscana hat sich dazu entschlossen, allen Vorschlägen Oesterreichs in Bezug auf die militärische Occupation seines Landes beizustimmen. Der Großherzog selbst hatte gewünscht, daß die Occupation nicht über drei Jahre dauern und der Sold der Truppen direct von der toscanischen Staatskaste entrichtet werde. Diese Bedingungen aber wurden 1 von dem Wiener Cabinette zurückgewiesen, welches , verlangt, daß das Großherzogthum wenigstens zehn I Jahre lang von einem österreichischen Truppencorps
1 besetzt bleiben solle. Der Entwurf einer auf die,er Grundlage beruhenden Uebereinkunft ist von dem Großherzoge unterzeichnet und am 24. Februar nach Wien' geschicht worden, um die Genchmigung des Kaisers von Oestcreich zu erhalten. (F.J.)
Dänemark.
Kopenhagen, 1. März. Obgleich hier die ver- schiedensten Friedens- oder Waffenstillstandsgerüchte, umherlaufen, deuten doch die bedeutenden Rüstungen unserer Regierung zu Lande wie zur See, sowie die zahlreichen' Ernennungen und Avancements bei der Marine darauf nur zu deutlich hin, daß die Regierung in allen Fällen bereit dastehen will, den Krieg, falls die Unterhandlungen sich zerschlagen, sogleich auf
nehmen zu können. Unter Anderem find eine Anzahl junger Steuerleute und Matrosen engagirt, die jetzt für den Seedienst eingeübt werden, jedoch nur wie die Kauffahrer auf Monatssold gestellt sind, so daß sie jeden Monat entlassen werden können. (D. R.)
Wien, 5 März, 5 Uhr Abends. Athen, 26. Febr., 5 Uhr Abends. Die Lage hat sich durch ein ganz neues Ereigniß erschwert und verwickelt. Nachdem der Gesandte Frankreichs die Annahme der Ver- mittlung seiner Regierung am 20. bekannt gegeben, hat ihm der Minister Englands erklärt, daß er keine Instruktionen empfangen habe. Admiral Parker hat sich durchaus geweigert, die Gewaltmaßregeln einzustellen, welche noch immer in derselben Strenge fortdauern, aber mit eben so wenig Erfolg als bisher. Es herrscht vollkommene Ruhe. König und Königin sind wohl. (N. M. Z.)
"’ Wien, 6. März. (Telegr. Depesche.) Aus dem Piräeus, 26. Februar. Die Blokadc ist verschärft, mehrere Schiffe sind beschossen und über 160 griechische Fahrzeuge weg genommen worden. Der öftere. Dampfer „Mariane" macht Jagd auf Piraten. Die franz. Eskadre ist am 23. d. von Vulca nach Agrilia (?) aufgebrochen. (A.Z.)
Amtliche^achrichten.
^ Nach bestandener Prüfung sind in die Zahl der geprüften Candidaten der Heilkunde aufgenommen worden: Dr. Moriz Georg von Biebrich, Heinrich Köhler von Hachenburg, Ferdinand Köpp von Biebrich, Dr. Adolf Ler von Wiesbaden, Dr. Wilhelm Magdeburlg von Wiesbaden, Dr. Friedrich Rull- m a n n von Wiesbaden und Dr. Friedrich Wuth von Diez; — in die Zahl der geprüften Candidaten der Pharmazie: Wilhelm Schäfer von Reichelsheim und Theodor Schepp von Runkel; — unter die Zahl der geprüften Candidaten der Thierheilkunde: Georg Diefenbach von Niederhadamar und Wilhelm Pauli von Hadamar; — endlich sind die Thierärzte Gieß von Catzenelnbogen und Dietrich von Diez als bei der zweiten (praktischen) Prüfung bestanden angenommen worden.
Verantwortlicher Redakteur: J. Oppermann.
(Iö2) Gekunntmaehung
Montag, den 11. März l. I., Vormittags 9 Uhr, lassen die Erben der verlebten Jonas Ritzels Wittwe dahier in dem Hause der Erblassen», Neugaffe Nro. 9, die zu deren Nachlaß gehörigen Mobilien, bestehend in einer goldenen Uhr, Zinn, Kupfer, Comode, Kleider- und Küchenschränkt und Bettung öffentlich gegen gleich baare Zahlung abtheilungShalber versteigern.
Wiesbaden, den 27. Februar 1850. Der Bürgermeister
Fischer.
(81)
U M I ÄS lle
Concession irte Deutsch-Englisch-Amerikanische Gesellschaft zur Beförderung von
Auswanderern nach Amerika über Rotterdam und Liverpool.
zwischen London und New -York.
Die Special-Agentur der einzigen regelmäßigen Postschiff-Linie befördert durch ihre 16 großen, schönen, dreimastigen, gekupferten, schnellsegelnden amerikanischen Postschiffe: Aorttown, Victoria, Jndependence, Hendrik Hudson, London, Margaret Evans, Switzerland, Devonshire, Sir Robert Peel, American Eagle, Prince Albert, Westminster, Gladiator, Northumberland, Wellington und Southampton am 6., 13., 21. und 28. eines jeden Monats von London absegelnd, Auswanderer zu den billigsten Preißen. Das Nähere ertheilt auf portofreie Anfragen
Mainz, den 1. Februar 1850
€5. II. Panlsen. Special-Agent, Nheinstraße, Colonnade Nro. 503 in Mainz.
Ferner die Agenten degelben: Herren Christoph Wagner in St. Goarshausen, Gottfried Krans in Biebrich.
Concessiomrte Haupt-Agentur zur Beförderung von Auswanderer.
(129) Der Unterzeichnete befördert monatlich 3 bis 4mal Auswanderer nach den verschiedenen Häfen Amerikas über Havre, Antwerpen, Rotterdam und Bremen zu den möglichst billigsten Preißen.
Wiesbaden im Februar 1850. jK C’. Nathan auf dem Markt.
NeSekmäszige wöchentliche Paket Gchisffahrt auf ben ganz neuen, zum Zweck der Auswanderer-Beförderung eigens eingerichteten Nord-Amerikanischen Schiffen der
Black Star Company in Kiew-York.
Diese Reise-Gelegenheit ist die beste; sie ist die schnellste und sicherste.
Neberfahrts-Preis für die Monate März und April 1850:
Für einen Erwachsenen................fl. 75. —
„ ein Kind von ein bis 12 Jahren............„ 55. —
diesem Preis ist einbegriffen:
3»
a) Der ganze Seeproviänt, (Schiffsbrod, Reis, Mehl, 12 Pfund Fleisch k.)
b) Freies Logis und Verköstigung in Liverpool, von der Ankunft daselbst bis zur Abreise, im eigenen deutschen Gasthause der Union.
c) Kostenfreie Beförderung von zwei Zentner Gepäck für einen Erwachsenen und eines Zentners für ein Kind.
Empfehlung.
(213) Zum bevorstehenden Frühjahre ermangele ich nicht, einem geehrten Publikum die ergebene Anzeiae zu machen, daß ich mein Lager in Bettfedern, Flaumen, Eiderdunen, Rosi- und Waldhaare, sowie fertige Betten, wieder auf's vollständigste assortirt habe.
Auch besitze ich zum Reinigen der Bettsedern und Flaume» eine (Englische Dampfmaschine, wodurch ich im Staude bin, die mir zum Reinigen der Federn übergebene Betten binnen 24 Stunden ganz von allem Staub und sonstige Unreinigkeiten wieder abzuliefern.
»F. Fery auf dem Michelsberg.
d) Alle Leistungen der Amerikanischen Gesellschaft bei Ankunft der Passagiere in New - V 0 rk. (siehe das Nähere in meinem Prospekte.)
(Jede Expedition wird von einem in meinen Diensten stehenden Condueteur bis Liverpool begleitet.) Frankfurt a. M., den 1. Februar 1850. * M*ilKelm Rieger.
Berträge werden abgeschlossen durch Je«i» Rlees in Biebrich, General-Agent für'S
Herzoglhum Nassau. ‘ (203)
Centrale Verein für Auswanderung in Aölu.
(215) Der Unterzeichnete befördert monatlich 3 bis 4mal Auswanderer nach Amerika über Havre, Antwerpen, Rotterdam, Bremen und Hamburg zu möglichst billigen Preißen.
Wiesbaden im März 1850. F. E5'. Raeseltier,
concessionirter Hauptagent für das Herzogthnm Nassau.
(159) Im Verlag der A Herber'schen Buchdruckerei in Winkel ist erschienen und in der H. W. Ritter'schen Buchhandlung in Wiesbaden zu haben.
(214) Im Hirsch auf dem Hcidcnberg ist Nachbenanntes zu kaufen: Jakobskartöffrln für Aussaat empfehlend, vorzüglich schmackhaft, runde gelbe desgl. per Kumpf wie im Malter; Sauerkraut; selbstgetrocknete Aepfel- schnitzcu. Auch ist daselbst eine neue Sendung Steingut angekoinmen, um die geehrten Anfragen befriedigend entgegennehmen zu können; zugleich wird bemerkt: daß daselbst noch eine Parthie Porcellan zum Verkauf steht, welche im Einzelnen, wie auch im Ganzen, für den Fabrikpreis abgegeben werden kann.
(216) Mehrere ausgediente Männer suchen Militäreinstände. Näheres bei Friedrich Schauß in Wiesbaden.
Theater zu Wiesbaden
Sonntag, den 10. März. Der Talisman, Poffe mit Gesang in 3 Akten von Nestroy. Musik von Adolph Müller.
an
Herzogl. Nassauische Landesregierung und Volkskammer
von
der durch die Bevollmächtigten der beteiligten 69 Gemeinden gewählten Commission,
um
Rückzahlung der Staatsschulden des früheren Kurstaats Mainz.
Entworfen von M. H e l s p e r, Kreisbezirksrath, aus Neudorf, im Rheingau.
Preis: 18 Kreuzer.
Druck und Verlag der C. Rlttcr'schcn Buchdrnckcrci.