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welche in Königsberg in der Neil mark verübt sein sollen.Wir theilen mit, was uns darüber zu Ohren ßefommen ist, ohne jede Einzelheit verbürgen zu wollen. Eine alte Frau in Königsberg, welche sich in Folge des schmutzigen Wetters etwas hoch aufge­schürzt hatte, veranlaßte hierdurch zwei Soldaten zu unanständigen und handgreiflichen Neckereien, wobei einer ihr die Kleider mit seinem Säbel noch mehr in Höhe hob. Ein Sohn dieser Frau, welcher gerade auch des Weges kam, stellte die Soldaten darüber ernst­haft zur Rede, ohne daß daraus jedoch augenblicklich weitere Folgen entstanden wären. Zu Mittag erschie­nen aber die Heiden Soldaten bei der gedachten Frau und verlangten ungestüm , bewirthet zu werden, bis endlich der Sohn mit Hülfe seines Bruders dieselben zum Hause hinauswarf. Die Soldaten beklagten sich darauf bei der Wache, indem sie versichert haben sollen, gemißhandelt worden zu sein. In Folge dessen wur­den ihnen sechs Mann mitgegeben, welche sich nach der beregten Wohnung verfügten, vor welcher die beiden Brüder in der Hausthür standen, um ihr Hausrecht zu wahren. Während hier der ältere Bruder den Ankommenden das wahre Sachverhältniß auseinander- zusetzen suchte, bekam er von dem einen der Soldaten einen Stoß, welcher ihn zu Boden warf, worauf er mit dem Bayonnette durchstochen wurde. Der jüngere, welcher seinem Bruder beispringen wollte, erhielt gleich­falls mit dem Bayonnette einen Stich in die Brust. Beide Brüder sind in Folge dessen gestorben, und die ganze Einwohnerschaft folgte ihrem LeichenbeKäugniß. Inzwischen war aber die Stadt hiedurch in eine solche Aufregung versetzt worden, daß Bürger und Landleute sich den Soldaten, welche nur noch mit geladenem Ge­wehr aufzogen, gegenüberstellten. Es wurde deßhalb zur Unterstützung neues Militär von Stettin und Frank­furt requirirt, und ist von letzterer Stabt am Sonn­abend Nachmittags eine Compagnie vom 9. Regiment dahin abgegangen. Weiteres wußte man noch nicht. Nach Angabe unserer Gewährsmänner soll bas Sach­verhältniß in der Weise, wie wir es berichtet haben, von in Frankfurt garnisonirenben Offizieren an öffent­lichen Orten besprochen worden sein."

Berlin, 5. März. (Nat. Z.) Ein unerschöpflich komischer Krieg zwischenGesetz" undAnarchie" wird jetzt alle Tage und Nächte in unzähligen Modifika­tionen wiederholt. Die hin unv her wandelnden Wächter des Gesetzes haben seit einigen Tagen die strengste Ordre, mit den stark angewachsenen Schaaren derfliegenden Buchhändler" gründlich aufzuräumcu. Sie erschöpfen ihreH strategischen Künste besonders an den Pforten der öffentlichen Bierlokale, in denen die schlauen, schnellfüßigen Propagandisten desKladdera­datsch," derewigen Lampe," derBremse," des Steucrverwcigerers Brennecke," deraktenmäßigen Darstellung" der vom Minister des Innern .bereits verkündeten Magdeburg-Breslauer Revolution u. s. w. oft zu Dreien bis Vieren gleichzeitig das Publikum belustigen. Sobald sich ein solcher Anarchist de^anar- chischen Presse sehen läßt, schießen sie mit der Schnel­ligkeit des Geschosses eines Apollon Alerikakos hinter­her. In der Regel ist der junge Glieverbau des ver­folgtenFliegenden" schnellfüßiger. Zuweilen läuft er auch einem schon harrenden Schutzmann in bie gesetzlichen Arme. Der Gefangene wird dann seiner Literatur und seines Geldes enthoben und 24 Stun­den eingesperrt, wonach er das Geschäft sofort mit den Fonds von einem bis drei Sechsern von Neuem etablirt.

Kiel, 3. März Man erzählt sich wiederum von einer ganz neuen Regierung, welche ehestens ins Leben treten werde. Diese Negierung werbe der dänische Prinz Ferdinand bilben, und sie solle für beide Herzogthümcr gemeinschaftlich sein, mit völliger Dis­positionsfreiheit begabt über sämmtliche in beiben Her- zvgthümern befindlichen Truppentheile, indem nämlich die Schweden und Norweger im nördlichen, die Preu-

tzen im südlichen Schleswig und die Schleswig-Hol- ! steiner, natürlich mit großer Verringerung des jetzigen Bestandes, in Holstein bleiben würden.

Der Abgesandte des deutschen Verwaltungsraths, Hr. Vollpracht, ist gestern von hier nach Schleswig ; abgereist; dein Vernehmen nach wird sein Aufenthalt ' bei uns wohl acht Tage dauern. Wir sind begierig, zu erfahren, ob dieser Herr, dessen Einsicht und Scharf­blick man sehr rühmt, auch bei Flensburg umkehren wird, wie andere Commissare gethan, oder ob er Ha­deröleben und Apenrade gleichfalls besuchen wird.

Wien, 2. März. Die Erzherzogin Sophie ist von der Gelbsucht befallen worden. Unter den starken Honveds-Tranöporten, welche fast täglich aus Ungarn hier eintreffen, um in die Regimenter eingereiht zu werden, erregen die stattlichen Gestalten vieler ehe­maligen Offiziere mit den dunkelen Vollbärten und dem glühenden Auge allgemeine Theilnahme' Diese Männer tragen zwar feine Wäsche und Brillantschmuck, allein sie verschmähen ein feineres Tuch in ihrer Soldatentracht, die ganz die eines Gemeinen ist. Man kann sich denken , wclche.Erschcinung diese Gattung von Soldaten in ihrer groben Montur im Parterre der Schauspielhäuser, in den Speisesälen der ersten Gast­höfe und auf Promenaden bilden, da sie keine andere Kopfbedeckung als die Holzmütze tragen und bloß durch ihren Anstand den äußeren Stand Lügen strafen.

Wien, 3. März. In Böhmen schreitet man wegen der Steuerrückstände sehr energisch ein. Die Truppen- Auhäufungen geben jedoch dort zu mancherlei Klagen Anlaß. Die Einguartierungslasten erdrücken manche Gemeinde, und das Benehmen des Militärs wird zum Theil bitter getadelt. In Karlsbad ereignete sich kürzlich, daß ein Obrist auf öffentlichem Balle einem Familienvater einen ernsten Verweis ertheilte, weil er seine Töchter nicht mitgebracht habe! Es werden solche Vorfälle eben nicht geeignet sein, Kurgäste her­beizuziehen. (D. Ref)

Tyrol. Wieder eine Errungenschaft des Jahres 1848 wird fallen. Erzherzog Johann hatte bekannt­lich im genannten Jahre den Bewohnern des Innthals ausnahmsweise den in Tyrol seit Einführung des Ta­bak Monopols eingestellten Bau des Tabaks gestattet. Nun soll daselbst für das laufende Jahr das Verbot des Anbau's dieser Pflanze mit aller Strenge durch­geführt werden.

Däne m K r k.

Kopenhagen, 28. Febr. Die Gerüchte von einer Verlängerung des Waffenstillstandes gewinnen täglich an Consistenz. Vorläufig ist gewiß indessen nichts ab­gemacht, obschon die Regierung geneigt scheint, den Waffenstillstand bis zum Schluffe dieses Jahres zu ver­längern, wenn Preußen eine gewissenhafte Erfüllung sämmtlicher im Vertrage vom 10. Juli festgesetzten Artikel verspricht (wodurch Preußen natürlich eingeste­hen würde, was es auch nach der offenherzigen Ant­wort des Grafen Brandenburg ohne Schwierigkeit thun kann, daß nämlich die Artikel des genannten Vertrages nicht mit der äußersten Gewissenhaftigkeit erfüllt wor­den sind). Dieser ist aber bestimmt eine Conditio sine qua non. Die Regierung scheint sich auf alle Eventualitäten zu bereiten; das Land-Kriegsministerium ist in voller Aktivität und der Marine-Minister auf eine Ausdehnung unserer See-Opperationen bedacht; wenigstens schließen wir dieses aus den Rüstungen und aus den: Umstande, daß seit Kurzem eine namhafte Zahl junger Schiffs-Capitaine und Steuermänner, welche man als Monatsleute brauchen wird, eingeübt wird.

S ch w e i z.

Zürich, 27. Febr. (Nat.-Ztg.) Wie von einer Reihe von Jahren in Deutschland gegen die burschen- schaftlichen Studentenverbindungen, so ist jetzt in der ' Schweiz auf Anordnung des Bundesrathes eine allge­

meine Hatz gegen die deutschen Arbeitervereine erhoben. Am 30. d. wollten Abgeordnete der verschiedenen Ver­eine in Murten, Kanton Freiburg, eine Zusammen­kunft halten, um Vereinsangelegenheiten zu ordnen. Der Bundesrath aber hatte von dieser catilinarijchen Gefahr Wind erhalten; die Abgeordneten wurden, so wie sie in Murten ankamen, verhaftet, und überall in der Schwerz die Präsidenten und Schriftführer der einzelnen Vereine eingesteckt und die Paviere zur Un­tersuchung konfiszirt. In Zürich geschah dieses durch den Gensbarmerichauptmann in eigener Person; einige behaupten, der Bundesrath habe befohlen, den ganzen Verein zu arretirrn. Da jedoch dieses, etwas weitläu­fig gewesen wäre, so beschränkte man sich einstweilen darauf, dem hiesigen Arbeiterverein jede Versammlung aufs strengste zu verbieten. Man weiß nicht recht, was den Bundesrath zu diesen strengen Maßregeln veranlaßt hat. Haben die Arbeitervereine in der Schweiz die rothe Republik mit Sozialismus prokla- wiren wollen? Haben sie von der Schweiz aus ge- waffnet in Deutschland einbrechen wollen? Nach den ungeordneten umfassenden Maßregeln sollte man so etwas glauben. Doch scheint die Einsicht der Papiere die Behörden bereits überzeugt zu haben, daß die Arbeiter­vereine nicht solche Dinge bezwecken; wenigstensIhier in Zürich sind die Verhafteten, Schriftführer undDrä- sibent, bereits ihrer Haft entlassen. Ich hätte, aber kaum erwartet, daß die deutsche Demagogenriecherei der dreißiger Jahre im Jahre 1850 auf solche Weise wieder in der Schweiz auferstehen würde. ES giebt nichts Harmloseres auf der Welt, als die deutschen Arbeitervereine in der Schweiz, wenigstens in der östlichen Schweiz, die der westlichen Schweiz kenne ui) freilich weniger; von den Vereinen der öst­lichen Schweiz aber kann ich mit der größten Bestimmt­heit versichern, daß bildende Lektüre und vorzugsweise Gesang ihre einzige Tendenz ist; von einer Agitation und Propaganda, wie sie vielleicht in französischen Vereinen getrieben wird, ist gar keine Spur, höch­stens daß sie an den Zeitfragen ein ganz allgemeines und gelindes theoretisches Interesse nehmen, wie es auch der ruhigste Bürger bei einem Glase Bier haben kann. Ich bin begierig zu erfahren, auf was für Judicien hin der Bundesrath gehandelt haben mag.

Wepublik Frankreich

Paris 4. März. Die Dritte Berathung des Un­terrichtsgesetzes, welche heute beginnen sollte, ist dem Vernehmen nach auf das ausdrückliche Verlangen von Thiers bis zum 11. März verschoben worden , um den Journalen der Opposition einen noch vor den Wahlen auszubeutenden Haupstoff der Polemik zu entziehen. .

Der Vorsteher einer Elementarschule, welcher, um den Wirkungen des Gesetzes gegen die Elementarleh- m- zuvorzukommen, dem Präfect seine Entlassung ein- geschickt hatte, und von diesem unter Verweigerung der nachgesuchten Entlassung suspendirt worden war, wodurch er verhindert ^vard , an seinem Wohnorte eine Pripatschule zu eröffnen, hat in 2ter Instanz vor­dem Appelhose zu Bourges Recht befomnun, indem derselbe entschied, daß der Lehrer durch Eingabe der Entladung seine Freiheit wieder erhalten habe und somit das später erschienene Gesetz ihm die Errichtung einer Privatschule an seinem bisherigen Wohnorte nicht verwehren könne. Mehrere Personen klagen wie­derholt in den Journalen über Verletzung des Brief­geheimnisses und behaupten das Vorhandensein eines schwarzen Cabinets.

Paris, 5. März. Die Besorgnisse vor einem Kriege mit dem Auslande aus Veranlassung der Schweiz sind für den Augenblick in den Hintergrund getreten, da der Glaube um sich greift, daß Preußen und Oesterreich keineswegs geneigt sind, ohne Noth einen allgemeinen Brand anzufachen. Die öffentliche Meinung beschäftigt sich wieder mehr mit den inneren

Da begannen die Märzstürmc das Staatsschiff ans seinem lieben alten, gewohuicu Gang hcrauszutrcibeu, und siehe da, auch unser Held hielt nun die Zeit der Vergeltung für gekommen. Aber so groß sein Haß, so edel ist seine Rache; Du denkst vielleicht mein lieber j Leser, er habe nun den Männern die ihn zurückgrsetzt, ' Verlegenheiten bereiten helfen, er habe sie die ganze Wucht seines Zornes fühlen lassen; nein, nichts von Allem dem, durch Großmuth suchte er sic zu beschämen, und die, welche ihn früher so unsäglich beleidigt, bie vertheidigte er nun mit der ganzen, seinem großen Geiste zu Gebote stehenden Beredsamkeit.

Er schwang sich nun auch öfter, als er sonst zn thun pflegte, auf seine edle Rvssinante, und suchte die dummen Bauern" aufzuklären, die dazumal nicht die nöthige Ehrfurcht vor der erleuchteten Regierung hatten, weiche gottesfürchtige Unterthanen doch immer haben sollen. Die böse Welt sagt ihm zwar nach, daß er dies blos deßhalb gethan , um sich selbst wieder zu Gnaden zu bringen und seinen etwas kommun klingenden Titel mit einem mchr imponirenden zu vertauschen; wir müssen ihn jedoch gegen diesen Vorwurf entschieden in Schlitz nehmen, denn er widerstreitet ganz und gar dem edlen, unbefleckten Charakter des Mannes.

Während dem er auf solche uneigennützige Weise be­müht war, die dummen beschränkten Unterthanen zu ihrer Pflicht zurückzoführen, versagten ihm seinen eigenen Unterthanen den Gehorsam: er erfror sich die Nase,

und das war nicht gut. Selbst die Gluth der Hunds­tage vermochte den Frost nicht herauSzutrciben und er­sah sich daher genöthigt, sich aus den Listen der Wehr- männer ausstreichen zu lassen. Bedenkst Du, lieber Leser, mit welch großer Vorliebe und regem Eifer er stets das Exercieren betrieben, wie groß sein Einfluß bei der Bürgerwehr gewesen, namentlich zn jener Zeit, wo es galt, den Wühlern durch cuergisches Auslreten zu imponiern, so wirst Du diesen tiefen Gram über diesen, durch die Nothwendigkeit gebotenen Schritt erklärlich finden.

Der unmittelbaren Einwirkung auf das Volk durch diesen Unfall enthoben , suchte er nun durch die Presse zu wirken. Er schrieb in vielgelesene , weitverbreitete Blätter, als da sind die Nassanische Allgemeine Zeitung und hieb gar tapfer auf die nichtswürdigen Democraten ein, die gar nicht ahnen konnten, woher all die vielen und harten Schläge auf sie kamen, ihn der Unwahrheit ziehen tird sogar einen ehrlosen Verlâmder nannten. Das war doch viel für sein ehrliebendes Gemüth ; seine unüberschwengliche Bescheidenheit verbot ihm jedoch seinen Namen der Oeffentlichkeit Preiß zu geben. Tausendfach moralisch vernichtet, taugte er immer unter allen mög­lichen Gestalten wieder auf, seine giftigen Pfeile von sicherem Versteck aus auf die Wühler, die Feinde des Gesetzes und der Ordnung und der hohen Besoldungen richtend. Von dem Grundsätze ausgehend:der Zweck heiligt die Mittel" was man jesuitisch nennt war

ihm keine Lüge zu gemein, keine Lerlâuuidung zu nie­derträchtig , wenn er damit nur die wühlerische Partei verdächtigen konnte.

Von der Eleganz seines Styles wollcn wir hier nicht reden, die Allgemeine gibt sattsam Zeugniß davon.

Wie immer Undank der Welt Lohn ist, so erntet auch unser Held seinen Antheil davon ; an einer gewissen nassen Stätte gab ihm das Volk auf handgrciflliche Weite seine Abncignng zu erkennen und an einem andern Orte, der am Elbstrom gelegen ist, wies man ihm die Thüre, ja, man behauptet sogar, das an letztgenanntem Cue an dem Schauplätze seiner früheren Thätigkeit errichtete übel beschaffene Monument gelte ihm! Zum Undank al o auch noch Spott und Hohn! Man sollte nun denken, daß seine Vorgesetzten wenigstens seinem Wircken Ancr- kennung zollen würden, aber auch das geschieht nicht, und er, dessen großer Geist vor Weltvertheilungsplänen nicht zurüch'chrcckl, hat höchstens unendlich kleine Theile der Welt in noch kleinere zu zerlegen. Sv schwinden seine Jahre, sein Haar wird licht und grcis, sein Antlitz fahl und Hager, der Gram hat tiefe Furchen hineinge­zogen, und Alles, selbst die Sporen passen ihm nicht mehr. Möge ihm das Scheiden von der Erde leichter werden, als sein Wirken es war. So ist der Mann, lieber Leser, den ich Dir schildern wollte und wenn Du ihn kennst, so wirst Du wissen, ob er besser ist.