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Gränzt überschreitet, wird sich die Pforte auf Konstan- tinopel und dessen 'Küstengebiet beschränkt sehen. Denn darüber stimmen alle, die mit den Zuständen jener Län­der vertraut sind, überein , daß die Entscheidungsstunde für sie gekommen ist. Wenn Lord Palmerston die Be­setzung Griechenlands von solcher Ansicht der Dinge aus beschlossen hat, so ist ihm ein weiter, tiefer Blick in die Zukunft nicht abznsprcchen. Ob dagegen bei dem bevor­stehenden Kampfe Oesterreich eine active oder passive Rolle spielen wird, ist bei seinem Mangel staatsmännischer Größe schwer vorauszusagen. Die Zeit wäre gekommen, daß es seine Mission , deutsche Cultur nach dem Osten zu tragen', erfülle. Aber leider ist cs darum traurig bestellt. Dalmatien ist durch einen entsetzlichen Sturm heimgesucht worden, der zumal in den Olwcn-Pflanzungcn großen Schaden angerichtet hat. Hoffentlich wird in dieser Provinzdie Hülfe nicht vergessen werden, sie bedarf der­selben mehr als jede andere, und würde gewiß die Sorg­falt, welche man ihr znwendcte. mit reichen Früchten belohnen. Aber es gehört ein Mann von schöpferischem Geist und Energie dahin, der nicht durch kurzsichtige und pedantische Instructionen gebunden ist.

Ungarn.

Preßburg, 21. Februar. Das Gerücht, daß alle gegen kaiserliche Truppen ausgerückten Nationalgarden gleich den Houveds affentirt werden sollen, hat hier Anfangs wenig Eindruck gemacht, weil man es für übertrieben und unausführbar hielt. Nun aber wer­den einzelne Fälle bekannt, laut welchen wirklich solche Individuen, die nie in der Jnsurgentenarmee Dienste genommen hatten, dennoch affentirt wurden, weil sie als Nationalgarden ins Feld gerückt sind, zugleich aber andererseits durch Obwaltung anderer Umstände mehr belastet erscheinen. Wie ich soeben erfahre, wurde in den letztverfloffenen Tagen Graf Anton Szapary zuin Gemeinen in der kais. Armee affentirt; derselbe Sza­pary, welcher zu Anfang des v. Js. gleich nach dem Einrücken des Fürsten Windischgrätz sich von der Re- volutionSpartei zurückzog und in derA. Allg. Ztg." zu jener Zeit auch eine Erklärung drucken ließ, worin er gegen die Behauptung, als hätte er an dem revo« lutionären Treiben Theil genommen, protestirte und erklärte, daß er sich freiwillig vor eine Untersuchungs­Commission stelle» und rechtfertigen werde. So geschah es auch. Der Graf lebt seither ganz ungenirt, bis nun nach einem Jahre plötzlich seine Sache wieder ausgenommen, er aber ohne Weiteres affentirt wurde. Dieser Fall würde weniger Aufsehen erregen, wenn der neu affeutirte Magnat nicht ein Mann über den Fünfzigern, ein Vater heirathsfähiger Kinder wäre, welcher bereits über 20 Jahre in der österreichischen Armee als Offizier gedient und nun schon wieder 1012 Jahre als ungarischer Magnat eine glänzende Rolle gespielt.

Die Gattin des Kossuthischen Ministers der äußeren Angelegenheiten, des Grafen Casimir Batthyanyi, welche die Expedition von Widdin nach Schumla mit­machte, und ihres unternehmenden Geistes wegen im Lande allbekannt ist, war früher die Gattin des oben­erwähnten Grafen Anton Szapary, ließ sich, trotz viel- facher Schwierigkeiten, die zu überwinden waren, von diesem scheiden und heirathete den Grafen Casimir Batthyanyi, dessen stete Begleiterin sie auch während der Revolution und nach Besiegung derselben auf der Flucht und nun im Exil blieb. (C. Bl. a. B.)

Apathin, in der Baska, 11. Febr. In unserer Gegend werden immer mehr Truppen zusammengezo­gen; es ist aber auch hohe Noth, daß den fortwähren­den Gräueln, Raubanfällen und Mordthaten, deren traurige Zeugen wir hier sind, ein Ende gemacht werde. Es ist wohl das Standrecht gegen alle Diebe und Mörder publizirt, aber von einer Erecution der vollen Gerichtspflege ist schon darum nicht die Rede, weil un­geachtet aller Bemühungen des Generals Meyerhoffer die Behörden noch immer nicht vollständig organisirt und mit unparteiischen gerechten Beamten besetzt sind. Der Haß zwischen den Serben, Deutschen und den übrigen Völkerschaften der Woywodina, welcher Haß übrigens seine tieferen Gründe vielmehr in religiöser als nationaler Verschiedenheit trägt, verwirrt selbst die Rechtsbegriffe. Nichts Seltenes ist es hier, daß Orts­vorsteher nach bloßen Stammcs-Neiguugen Recht und Urtheil sprechen, und erst vor Kurzem geschah es, daß ein auf der Straße beraubter Tischlergeselle aus Wien, welcher bei dem Magristate in Zombor Klage führte tmd die Thäter alsRaitzen" beschrieb, die einfache abweisende Antwort erhielt: es konnten keine Serben gewesen sein, es waren entlassene Honveds. (C.B.a.B.)

Türkei.

Konstantinopel, 6. Februar. Man wundert sich hier, daß Oesterreich die Erpedition gegen die Mon­tenegriner, welche nach der in den Tractaten anerkann­ten geographischen Eintheilung zum ottomanischen Reiche gehören, vorbereite, ohne die Türkei vorher davon zu benachrichtigen und glaubt, daß die diplomatischen Ver­bindungen aus diesem Grunde noch nicht wieder aus­genommen werden. Wir wissen nicht, wie viel eigent­lich an der Nachricht von dieser Erpedition Wahres sei und was für Rechte die Türkei auf eine Bevölke­rung habe, deren sie niemals Herr werden konnte. Wir glauben blos zu wissen, daß die halbwilden Ge­birgsbewohner trotz der fortwährenden Scharmützel mit den Türken und Kroaten eine vollkommene Unabhän­gigkeit unter der Herrschaft ihrer Bischöfe genossen,

die in Cetinje residirten und vom Kaiser von Rußland ernannt wurden.

Nachrichten aus Serbien vom 18. Januar melde», daß unter den Serben große Gährung herrsche. Zwi­schen den Simitsch's und dem Fürsten Alexander ist ein ernster Zwiespalt eingetreten, man nennt als Vor­wand eine nicht zu Stande gekommene Heiräth zwi­schen dem jungen Simitsch und der Tochter des Für­sten. Es wäre dies der Anfang eines offenen Kampfes zwischen den Anhängern der russischen und denen der nationalen Partei. In Serbien wird fortwährnv ge­rüstet; die Kanonengießerei ist in voller Thätigkeit, eine Artillerieschule wird organisirt und eine große An­zahl Uniformen (für reguläre Truppen) angefertigt, die man in Magazinen aufbewahrt. Mit Einem Worte, es scheint sich in Serbien eine Bewegung vorzubereiten, aus der Rußland allein Nutzen ziehen kann. Auch schreibt man von Belgrad, daß dort zwischen den Rus­sen und Magyaren das herzlichste Einvernehmen be­stehe.

Großbritannien.

Lonbott, 22. Febr. Gestern wurde in dem westlichen Theile der Stadt ein großes öffentliches Meeting zur Beförderung der allgemeinen Ausstellung abgehalten. Die erste Resolution bezeichnet den Plan als heilsam für die Agrikultur, Manufaktur und den Handel wie für die Entfaltung der Hülfsquellen der brittischen Nation und ihrer Kolonien. Die zweite Motion, die vom französischen Gesandten Drouyn de l'Huys gestellt war, lautete:die beabsichtigte Ausstel­lung giebt eine Gelegenheit zum Verkehr Und zum fried­lichen Wetteifer der verschiedenen Nationen und sie wird der wirksamste Schritt zur Erlangung des allge­meinen Frieden in der civilisirten Welt sein." Red­ner lvaren unter anderen der Herzog von Carlisle, der Bischof von London, der Bischof von Orford, Lord Brougham und Ritter Bunsen. Der preußische Minister sagte unter Anderen:Vor wenigen Jahren gab Preußen das erste Beispiel einer Ausstellung aller Industriezweige für ganz Deutschland, mochten die Länder zum Zollverein gehören oder nicht. Was Preu­ßen für Deutschland gethan hat, das wollen Sie für die Welt thun. Gott segne Sie dafür!" Und der preußische Minister schloß seinen Kanzelvortrag :Ihre Resolutionen werden über das Antlitz dèr Welt fliegen auf den Schwingen der Presse und auf den Schwin­gen der Beredsamkeit der edlen Pairs und der hoch­würdigen Prälaten und der prophetischen Worte Ihres Dichters (Pope, der von Lord Carlisle citirt war). Fahren Sie fort, senden Sie das Wort der Freund- .schaft und des Friedens an alle Nationen, und die guten Männer und die guten Frauen aller Nationen werden sagen: Amen! und die Engel im Himmel werden auch sagen: Amen!" Im Verlaufe der Verhandlungen wurde eine Sammlung angestellt, die beinahe 2000 Pf. St. ergab. (Nat.-Ztg.)

London, 25. Februar. Heute Abend ist das große sozialistische Bankett zur Feier deS Jahrestages der französischen Republik, gefeiert von den Flüchtlingen aller Nationen in London.

Itieberlande.

AuS dem Haag, 21. Febr. (Nat.-Z.) Der König hat angeordnet, daß in Folge der furchtbaren Verhee­rungen, welche die Ueberschwemmungen angerichtet und wodurch Tausende seiner Unterthanen gänzlich ruinirt oder bedeutend in ihrem Eigenthum beschädigt worden sind, eine allgemeine Hauskollekte durch das ganze Land am 25., 26. und 27. d. Mts. veranstaltet werden soll. Die so gesammelten Summen sollen den Provinzial- Gouverneuren übergeben werden, um von ihnen nach Bedürfniß vertheilt zu werden.

JtalLev. *

Mailand, 13. Februar. Der Constktuzionale " enthält Folgendes:Die Angelegenheiten mit der Schweiz sind bei Weitem noch nicht geregelt. Zu Soma , fünf Meilen von Lago maggiore, wird ein Korps von 20,000 Mann zusammen gezogen; ein anderes zu Comes. Die Offiziere, selbst die Erzherzoge verkünden laut, daß sie zum Frühjahr den Kanton Tessin besetzen werden. Es wird den Oestreichern dies jedoch glücklicherweise nicht so leicht gelingen, als sich die Herten dies denken.

(Westd. Ztg.)

Schweiz.

St. Gallen, 25. Februar. Adolph Rösler von Oels ist glücklich und wohlbehalten hier angekommen. Seine Flucht soll gut vorbereitet, aber dennoch aben­teuerlich gewesen sein. (S. M.)

Republik Frankreich.

Paris, 22. Februar. (Nat.-Ztg.) sEhenu.) Wel- ches Pandämonium dieses Paris! welches Studium für den Beobachter, dieser Braukessel aller Leidenschaften, in dem zuletzt doch immer die gesunde Vernunft und die Wahrheit das Oben behalten! Die Republik siegt, die Reaktion schäumt in ohnmächtiger Wuth und die Kontrerevolution verspeit ihr letztes Gift. Nach allen Prachtwerken der abgefeimtesten Verläumdung und Lä­sterung, welche die edlen Blätter der Restauration ge­gen die Republik vollbracht, nach den Strömen von Lügen und erdichteten Anklagen, die derConstitutione!" und seine Helfershelfer gegen die Februar-Revolution ergossen, versucht die saubere Genossenschaft einen neue»

verzweifelten Angriff; sie zieht aus den schmutzigen Kloaken der Sicherheitspolizei eines jener namenlosen Werkzeuge hervor, die kein ehrlicher Mann, auch der nicht, der sie im Amte gebrauchen muß, je anders als eine Sache behandelt oder anerkennt, und macht ibn zum Träger ihres feigen Hasses. Ein Mensch, C h e n u, den der Polizeipräfekt der Februar-Revolution, Causst« diere, um seiner Schande willen, aus der Polizei weg- gejagt, wird im Februar 1850 der Jeffreys der Re­stauration gegen die Männer der Republik. Der Elendè kann kaum lesen noch schreiben; gleichviel, er schreibt Memoiren und erhebt sich zum Richter über die Grün­der der neuen Staatsordnung in Frankreich; der von der Kriminaljustiz gezeichnete Verbrecher hält ein Straf­gericht über Männer wie Louis Blanc lind seiüè Freunde!

Eine Partei, die zu solchen Werkzeugen herabsteigt, stellt sich selbst das Zeugniß ihrer unheilbaren Schwäche aus. Die Betäubung des ersten Augenblicks muß in dem Gemüthe der Leser sehr bald dem Gefühl des tiefsten Unwillens und der Verachtung Platz wachsn.

Pârts, 2& Februar. Im Journal pour rire vom 16. ist eine Karikatur auf Ludwig Bonaparte er­schienen: Dieselbe stellt den gefesselten Kaiser vor. Ludwig Bonaparte mit dem historischen Hut in Ge- neralsuniform hält im Mund eine brennende Cigarre, aus welcher folgende Rauchwolke aufsteigt:Es thun uns Thaten jetzt, nicht Worten noth." Die Cravatte, Constitution", schnürt ihm den Hals so sehr zusammen, daß ihm das Blut in den Kopf steigt. Die beiden Oberarme sind von derrechten und linken Seite" am Körper fest angeschlossen; am Unterarm trägt er die Handschellen deräußersten Rechten und äußersten Linken". Die Brust schnüren ihmlegitimiftische", den Unterleiborleanistifche" und die Beine halten ihm sozialistische Bande" zusammen. An den gefesselten Füßen hängt links die KugelStraßburg" und rechts die beiden nicht minder schweren KugelnBoulogne", asocialistische Schriften." Auf der gleichen Höhe mit diesemarmen Cäsar" daS sind die Worte, welche neben dem Bilde sich besinden steht vor ihm im Hof des Elysee auf einem nackten Kreuz ein alter, halbverhungerter Adler gefesselt, dessen Federn längst ausgerupft ünd ausgefallen sind.

Paris, 25. Februar (Köln. Ztg.) Die demokra­tisch-sozialistischen Journale erklären sich mit der Vom Central-Ausschuffe bezüglich der Candidaten ihter Par­tei getroffenen Entscheidung vollkommen zufrieden. Der National" sagt:Diese Liste ist das Zeichen und Pfand der Vereinigung aller Schattirungen der repu­blikanischen Partei auf dem gemeinsamen Felde der Republik. Sie ist die Anzeige einer neuen Lage, das Symptom einer neuen Zukunft. Sie ist ein edler und sympathetischer Aufruf der Arbeiter an jenen Theil der Bourgeoisie, welcher aufrichtig die Aufrechthältung der Verfassung wünscht. Es ist die Republik, welche mit ällen ihren Kräften, mit allen ihren Elementen der Lebensfähigkeit sich unbesiegbar und einmütig gegen die Monarchie erhebt. Dank, Ehre dem Ausschusses DerRepublique" zufolge wird die demokratische Liste siegreich auS der Wahlurne hervorgehen und dadurch' den Beweis liefern , daß auf der Vereinigung aller Schattirungen der republikanischen Ansicht die Rettung der Republik beruht. Auch diePresse", obgleich ihr Herausgeber, Emil de Girardin, mit großer Majorität durchgefallen ist, erklärt sich trotzdem zur Unterstützung der gewählten Candidaten entschlossen, weil sie in den getroffenen Candidateuwahken den Beweis sieht, daß die Republikaner aller Farben zum Umstürze der Re­gierung sich vereinigt haben. Jevenfalls meint sie, daß die Wahl der vom Centralausschusse bezeichneten Can­didaten das einzige Mittel sei, die Regierung und die Majorität, falls es dazu noch Zeit, auf dem fatalen Wege aufzuhalten, der sie rasch dem Untergänge zu­führe. Das mit derPresse" engöerbundencEvene­ment" klagt darüher, daß der Centralausschuß Earnot höher als Emil de Girardin stelle; ersterer habe als Minister nichts für die Republik gethan, kein Mensch aber größere Opfer für dieselbe gebracht, als Girardin, der also wahrlich den Vorzug vor Carnot verdient hätte. Die Zurückweisung Girardin's gibt dasEvene­ment" der Freimüthigkeit Schuld, womit er erklärte, daß das Recht der Majorität über der Regierungsform, und der Grundsatz des allgemeinen Stimmrechts über dem Rainen der Republik stehe. DiePatrie" äußert daß Girardin's unendlicher Stolz ihm eine so derbe Demüthigung zugezogen habe.

A m e r i k »

(Eine Explosion.) Die amerikanischen Blät­ter berichten von einem furchtbaren Unglücksfalle, der sich zu New-Aork am 4. Februar in der Fabrik des Herrn Taylor zmzetragen hat. Das Springen des Kessels einer im Erdgeschosse des sechs Stockwerke ho­hen Hauses stehende» Dampfmaschine machte'das ganze Gebäude in weniger als einer Minute zu einer volk­ständigen Ruine. Dach, Mauer», Balken a. f. w. waren in Kurzem eine formlose, brennende und rau­chende Masse. In mehreren anliegenden Häusern' zer- schmetterte die Gewalt der Explosion Fenster und Thüren und erschütterte die Mauern. Eine große An­zahl der Arbeiter, 50 60, wie es heißt, verloren ihr Leben;. die Zahl würde noch größer gewesen sein, wären nicht bei der frühen Tageszeit viele Arbeiter abwesend gewesen. Ein Zuschauer des schauerlichen