Armee ist nicht um einen einzigen General, Hauptmann, Major, Kapitän, Lieutenant oder Fähndrich rerringerr. Selbst nicht einmal auf halbe Zahlung ist irgend eine Militârpcrsvn dieses Ranges gestellt worden ; während die Halbzahlung dennoch jenen 32 Offizieren bewilligt ist. — Hiernach ist die Ersparniß im Militärbudget auch verhâltiüßmäßig unbedeutend. Im Jahre 1849 war es mit 4,026,155 Psd. St. belastet (wobei die Ausgaben der vstindischen Kompagnie für die von ihnen gehaltenen Truppen natürlich nicht mitberechnet sind); für das Jahr 1850 ist es auf 3,936,582 Pfd. St. veranschlagt.
Die Differenz beträgt 89 573 Pfd. St.; indessen hat die ostindische Kompagnie in diesem Jahr 68,168 Pf. St. mehr zu verausgaben, als im Jahre 1849, und da diese Mehrausgabe gleich nach de» beseitigten Schwierigkeiten in Indien wieder dem Staatsbudget anheimfällt, so bc, trägt das dauernde Ersparnis nicht mehr als 21,405 Pf. St. — was bei einer Ausgabe von mehr als 4 Millionen fast nichtssagend genannt werden muß. Indeß darf man von England nicht eine bedeutende Ermäßigung des stehenden Heeres zu einer Zeit erwarten, wo in allen andern Theilen Europa'» offen und geheim die eitrigsten Kriegsrüstungen betrieben werden, und das englische Volk kann sich noch Glück wünschen, wenigstens um 21,000 Pf. erleichtert zu werden in einem Momente, wo den bereitwillig gehorchenden Vertretern eines andern Staates, der ohn.'dieß der militärische par excellence heißt, neue 18 Millionen zu militärischen Zwecken ab- gefordert werden.
Nach den gestern veröffentlichten Berichten über die P o l i z c i m a ch t London's, beliefen sich die Ausgaben für dieselbe im verflossenen Jahre auf 373,640 Pf. St. Während desselben hat eine Vermehrung der Konstabler stattgefunden; es waren 4,769 im Dienste.
Die Agitation für die ,Zehnstundenbill" hat von Neuem begonnen. Bekanntlich wurde im Jahre 1847 vom Parlamente daS Gesetz gegeben, daß in allen Fabriken die Arbeitszeit auf 10 Stunden festgesetzt werde. Dabei hatte die Gescygebung offenbar die Absicht, daß diese 10 Stunden möglichst hintereinander nur mit den nöthigen Unterbrechungen des Mittags liegen sollen, um nach Beendigung des Tagewerks den Arbeitern, vorzüglich Dem jugendlichen Theile derselben Zeit zur Erholung und Belehrung, letzteres besonders durch den Besuch von Abendschulen zu sichern. Indessen ist jüngst vor den zuständigen Gerichten ein Fall zur Entscheidung gekommen, wo ein Arbeitgeber seine Arbeiter allerdings nur 10 Stunden beschäftigte, diese indessen so legte, daß die Arbeiter von 5 % Uhr des Morgens bis 9 V2 Uhr des Abends in der Fabrik zit sein gezwungen wurden. Der Gerichtshof, dem Wortlaut der Bill folgend, entschied zu Gunsten des Arbeitgebers. Hierdurch aber wird der Zweck der Bill vollkommen vernichtet; und
bereits hat zu Manchester ein Meeting von 220 Dele- I girren auS allen Manufakturstädten Lancashire'« und * Porkshire's stattgefunden, um Maßregeln an das Parlament vorzuverciten. Mit Einmüthigkeit beschloß man, durch die Vertreter ihrer Bezirke wie durch sonstige hervorragende Mitglieder des Ober - und Unterhauses auf eine bestimmt gefaßte, dem ursprünglichen Zwecke entsprechende Bill hinzuarbeiten.
London, 25. Febr. Wir haben den Tod zweier unserer Generale, nämlich Robert Dudley Blake's und Lord Aylmers, welcher die Schlachten von Talavera, Busaco, Fuentes d'Onor und Vittoria mitgemacht hat, zu beklagen.
9t i e d e r l a n d e.
Haag, 24. Februar. Eine ministerielle Verfügung theilt das Königreich in zwei große Festnngs-Jnfpectivnen, deren erste (Residenz Utrecht) die Provinzen Friesland, Groningen , Drenthe, Utrecht und die beiden Holland, die zweite (Residenz Dortrecht) Seeland, Nord-Brabant, Dorlrecht, die Provinz Geldern bis zur Waal und die Inseln umfaßt. Der zu Macstricht befindliche Ingenieur hat die Festungswerke in der Provinz Limburg zu in» spicireu. — Die Station der Kanonier - Schaluppen ist von Gorckum nach Vüessingcn verlegt worden. — Der „Nederlander", meldet, daß das Bezirksgericht im Haag den Erben des Königs Wilhelm II. eine neue Frist von zwei Monaten bewilligt habe, um sich für Annahme oder Ablehnung der Erbschaft zu entscheiden; er will übrigens mit Bestimmtheit wissen, daß die Erben zur Annahme entschlossen sind.
I t a i i e ».
In Nom ist der russische Gesandte am päpstlichen Hofe, Hr. v. Butenieff, angekommen und hat im Qnn final eine dreistündige Couferenz mit der Negierungs- Commission gehabt. — Das „Giornale de Roma" vom 15. veröffentlicht eine Bekanntmachung des Polizei- ministers, Mons. Savelli, in welcher er zum Eintritt in eine zu bildende Sicherheitsgarde einladet. — Der Gvufalioniere von Pesaro ist verhaftet worden, weil er im Besitz von 250 geladenen Musketen, 80 Schwer- ' lern und 5 Trommel» war. In Bologna ist am 17. j der ehemalige Adjutant Garibaldi's, Cenni, verhaftet , worden. Verhaftungen sind überhaupt von einem : Ende der Halbinsel bis zum andern an der Tagesordnung. In Neapel wurden besonders am letzten Sonntage des Carnevals viele vorgenommen. Am 1ö. begannen dort im Criminalgerichtshofe die Verhandlungen gegen die in Gragnano verhafteten Personen, welche beschuldigt waren, sich an einer Demonstration zu Gunsten der Constitution betheiligt zu haben. Für fünf derselben trug der Staatsprokurator auf Todes- ; strafe an. — In Palermo ist eine Commission er
nannt worden, die über alle Begnadigungsgesuche in Folge von Verbrechen, welche in Sizilien begangen und abgeurtheilt sind, entscheiden soll. (K.Z.)
Neapel, 12. Februar. Die Eruption des Vesuvs hat aufgehört, nachdem cs gestern noch den Anschein gehabt, als wolle sie heftiger als in den ersten Tagen werden. Der kleine Kegel, der sich auf dem Gipfel, deS Berges seit einigen Jahren gebildet hatte, ist ein- gestürzt. Die feurigen Lavaströme, welche am 5. Februar die Ostseite des Berges an drei Stellen durchbrachen, sind bis gestern fast ununterbrochen in der Richtung gegen Torre Annunziata, Boscotrecase und Ottajano geflossen, und haben besonders auf den, zu dem letztgenannten Orte gehörigen Gründen viel Schaden augerichtet. Die während der ganzen Eruption beständig erdröhnenden Donner des Berges, die gigantischen Feuergarben, die er von Minute zu Minute ausstieß, die zauberhafte Wirkung der Sonnenstrahlen, wenn sie die aus dem Krater aufsteigenden Rauchsäu- len in allen Tinten des Regenbogens färbten, so wie die große Entfernung in welcher die ausgeworfene Asche geworfen wurde, alle diese Umstände vereinigen sich, um die diesjährige Eruption als eine der großartigsten erscheinen zu lassen. (G. costiz.)
Türkei.
Die ministerielle „Oestcrreichische Reichstagszeitung" enthalt ein Schreiben aus Schumla, worin die beabsichtigte Ermordung Kossuth's als ein von letzterem selbst verbreitetes Mährchen dargcstcllt wird. Dasselbe ist in dem ekelhaft gemeinen Tone abgefaßt, der dem Sbirren- und Spionengelichter der Scvlnitz- kyschen Schule eigenthümlich ist Wenn sich die österreichische Regierung nicht besser rechtfertigen kann, als durch solche Federn, so steht es in dieser Sache sehr schlimm um sie in dem Urtheil der Welt.
Der Sturm der magyarischen Flüchtlinge auf da« österreichische Konsnlatgebäude in Schumla, worin die ehrlichen »dalmatischen Viehhändler," die nur an ihre Fcttwaarcn, keineswegs an einen Meuchelmord gegen Kossuth gedacht haben sollen, ausgenommen worden waren, wird in gleicher Weise geschildert. Und doch muß jenes Schreiben eingestehen, daß der en lische Konsul in Varna einen besonderen Kurier nach Schumla an Kossuth geschickt, um denselben vor der gegen ihn be- abstchtigten Schandthat zu warnen. Verschwiegen wird aber , daß solches im Auftrag der türkischen Regierung und ter englischen Gesandtschaft zu Konstantinopel geschah , welche eine wenig günstigere Meinung , als der österreichische Konsul von dem Charakter der Viehhändler hatten. (N. O. Z.)
Verantwortlicher Redakteur: I. Oppermann.
Bekanntmachungen.
Weinversteigerung in dem Barth'schen Gasthof zu Castel bei Mainz.
(56) Zur gänzlichen Räumung ihre« WeinIagerS, lassen die Herrn Gebrüder Ackermann nach- verzeichnete gröfftentheils auf ihrem Gute zu Nackenheim gezogene Weine durch den unterzeichneten Notar öffentlich versteigern, und zwar:
Dienstag, den 12. März L I., des Morgens 9 Uhr, die Weine, welche zu Nackenheim lagern, als:
13 Stück 1847t Nackenheimer, eigenes Wachsthum,
7 „ 1842t Oppenheimer und Niersteiner,
50 „ 184'ör Laubenheimer, Nackenheimer Berg und Niersteiner,
3 halbe Stück 1846t Oberingelheimer Rothen,
9 Stück und 6 halbe Stuck 1848t Nackenheimer, eigenes Wachsthum.
' 15 „ 1849t Nackenheimer, eigenes Wachsthum,
: 94 Stück, 9 halbe Stück.
— Mittwoch, den 13. März l. I«, um die nämliche Stunde und nöthigen Falles den folgenden Tag die Weine, welche in Winkel im Rheingau, Herzogthum Nassau lagern.
1 Stück und 6 halbe Stück 1812t 1
5 „ 1841t ! Nackenheimer, eigenes Wachsthum.
; 9 „ und 10 halbe Stück 1846t )
Diese Weine wurden wegen Mangel an Raum von Nackenheim nach Winkel gelagert.
4 Stück 1842t Hochheimer,
i 9 „ 1834t Geisenheimer, Hochheimer, Hattenheimer und Rüdesheimer,
8 „ 1846t Hochheimer,
11 „ und 8 halbe Stück 1846t Rheingauer,
15 „ 1846t Niersteiner und Nackenheimer Bergwein,
62 Stück und 24 halbe Stück. _
' Die Proben sämmtlicher Weine können vom 23. Februar bis 4. März incl. nächsthin zu 91 a - ckenheim und zu Winkel an den Fässern genommen werden, man beliebe sich deßhalb in Nackenheim an die Eigenthümer selbst, und in Winkel an den Kiefermeister Hcn. Ignaz Petri zu wenden.
Mainz, den 7. Januar 1850. JBr. Klein.
Einladung
(171) Durch die bei den dem Publikum bereits bekannten Projecle, eine Eisenbahn von Wiesbaden durch das Herzogthum Nassau über den Westerwald uach Deutz, sowie-eine solche von der Mainwekerbahn von Gießen durch das Lahnihal nach Koblenz zu bauen, i|t ein drittes Project wieder neu ins Leben getreten, nämlich eine solche von Wiesbaden über Biebrich längs des Rheines nach Teutz-Cöln zu bauen und ist hierfür in der am 13. d. Mtö. zu Elwille abgehaltenen Versammlung bereits ein Comite gebildet worden.
Zu der zweiten heute dahier deßhalb abgehaltenen Versammlung sind nun solche gewichtige Gründe entwickelt worden, welche dafür sprechen, daß diese letztere Bahn eine Hauptverbindungsbahn des Handels zwischen dem Süden und dem Norden des Continents werde, und sich sowohl w^en der zu erwartenden Personenfrequenz, als wegen des Waarentransportes, vorzugsweise rentiren werde, daß der Beschluß gefaßt worden ist, eine weitere Versammlung auszuschreiben, an welcher sich auch die Bewohner deS unteren Rheines betheiligen möchten.
Es soll diese.Versammlung, zu welcher bereits Herr Ingenieur Ubachs und im Verhinderungsfall desselben Herr Ingenieur Dümmler zugesichert hat zu erscheinen,
Sonntag, detl 3. März l. I., Nachmittags 1 Uhr
in dem Saale des D arm städte r H ofes zu Rüdesher m abgehalten werden, und werden alle diejenigen, welche sich für diesen wichtigen Gegenstand interessiren, hiermit eingeladen, dabei zu erscheinen und sich vorher über das Sachverhältniß, namentlich über zu erwartende Rentabilität, in ihrer Gegend soviel als möglich zu informiren.
Eltville, den 22. Februar 1850. Das Comite
Joh. Jung. Joh. B. Cratz.
Eratz. Baus.
F. Lade.
Regelmäßige Paquet- u. Postschifffahrt,
für Auswanderer
nach den vereinigten Staaten von Nordamerika, über Rotler(lam9 Antwerpen und Harre, Im Monat März d. I. gehen von Rotterdam nach New- Pork:
am 7. Edwina, Capitain Mey er, , am 25. Louvre, Capimin Wesconz am 15. nach New-Brleans: Garonne, Capitain Müller, sämmtlich schöne gekupferte Dreiniasterschiffe 1. Classe. — Die Preiße und Bedingungen sind äußerst billig gestellt und werden die Passagiere, um vor Prellerei geschützt zu sein, vom Ein- schiffungsplatz bis auf das Seeschiff von mir, oder einem meiner Unteragenten begleitet.
Nähere Auskunft ertheilt Herr Künzler, Gastwirth in Weilburg und die unterzeichnete General-Agentur. (189) Wesel im Februar 1850. J. JL Schüller, General-Agent.
Concessionirte Haupt-Agentur zur Beförderung von Auswanderer.
(129) Der Unterzeichnete befördert monatlich 3 bis 4mal Auswanderer nach den verschiedenen Häfen Amerikas über Havre, Antwerpen, Rotterdam und Bremen zu den möglichst billigsten Preißen.
Wiesbaden im Februar 1850. JP. (7. Nathan auf dem Markt.
Verein zur Wahrung der Voâsrechte.
(176) Zur Feier des 4. März wird der Verein zur Wahrung der Volksrechte eine gesellige Zusammenkunft veranstalten, welche am genannten Tage im Saale zu den Vier Jahreszetten stattfinden und Abends 8 Uhr beginnen wird.
Der Eingang ist für die Damen durch die Thüre im Hofe, welche unmittelbar auf die Estrade des Saales führt; für die Vereinsmitglieder und die Mitglieder des demokratischen Turnvereins aber durch die vordere Thüre des Saales.
Zur Legitimation müssen die Vereinskarten vorgezeigt werden und diejenigen Mitglieder, denen diese Karten noch fehlen sollten, können solche bei dem Schriftführer des Vereins von Samstag Mittags 1 Uhr an, bis Sonntag Morgens 12 Uhr, in Empfang nehmen. Der Vorstand.
(166) Durch die H. W. Ritter'sche Buchhandlung in Wiesbaden ist zu beziehen:
Geschichte der Colonisation Amerika's von der Entdeckung an bis auf unsere Zeit von Dr. Fr. Kottenkamp. 1 B. 4 fl. 20 kr.
Memoiren vom März 1848 bis Juli 1849. Beitrag zur Geschichte der Wiener Revolution von Dr. A. Füster. 2 Bände 4 fL 48 kr.
Der Krieg um den Wald. Eine Historie von M o r i tz H a r t in a u n. 3 fl. 30 kr. Religion und Politik von Joh. Ronge. 18 kr.
Lebensbilder aus der dentschen Rationalversammlung von L. Schatte. 1. Lief. Preis für 1. — 3. Lief. 2 fl.
(141) Alle Sorten Schuhe und Pan- I (177) Zwei vollständige Logis nebst Lä- toffeln sind zu billige» Preißen zu ha- t>en sind zu vermieten Metzgergasse Nr. 10. den bei l*h. hang, Metzgergasse Nr. 10. |
Druck und Verlag der C. Ritter'schen Buchdruckerei.