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Mit Ztilung.

âeiheiL und Recht!"

^ ^j^ Wiesbaden. Donnerstag, 2L Februar 1850»

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Die Schweizerfrage.

Z. Von der Lahn. Da in letzterer Zeit vielfach die Gerüchte auftauchè n, daß eine Intervention Oest­reichs und P,-rußens .in der Schweiz in naher Aus­sicht stehe, so wird es nicht ohne allgemeines Interesse sein , diese Angelegenheit öffentlich zur Sprache zu bringen.

Als Grund des bewaffneten Einschreitens gegen die Schweiz Seitens der betreffenden Regierungen gibt man gewöhnlich an, die Schweiz sei der europäische Rr- volutionsheerd, dieselbe gewähre den Flüchtlingen ein für die Ruhe der andern Staaten, insbesondere Deutsch­lands, gefährliches Asyl, sie sei die Zufluchtsstätte aller revolutionären Köpfe und man könne dem anarchischen Treiben in der Schweiz nicht länger mehr ruhig zu­seheu.

Bei unbefangener Prüfung ist dies alles nicht be­gründet; zu einem Einschreiten gegen die Schweiz lie­gen keine haltbaren Gründe vor; man muß indessen Gründe haben, sollten sie auch nur vom Zaune abge­brochen sein, womit man das längst gespürte Gelüste eines Züchtigungs- oder Vernichtungskampfs gegen die freie Schweiz rechtfertigen will.

Die Schweiz hat bekanntlich in der Fküchtlingsan- gelegenheit bedeutend, ja mehr als billig und mensch­lich, nachgegeben, so daß die Anzahl der noch daselbst sich aufhaltenden Flüchtlinge nur sehr gering ist. Man nehme nur England , in welchem sich viel mehr Flüchtlinge aufhalten.

Man muß das Auftreten gegen die Schweiz in an­dern Ursachen suchen. Die Schweiz als Republik ver­tritt das demokratische Prinzip. Thatsache ist es, daß dem Absolutismus und der Restauration nichts unbe­quemer, nichts gefährlicher verkommt, als die Nachbar­schaft eines Freistaats, eines auf freisinniger Verfas­sung und demokratischen Institutionen basirten Staa­tes. Als solcher ist die bekanntlich im Jahre 1815 anerkannte freie Schweiz dem Absolutismus um so mehr ein Dorn im Auge, als das Vaterland des Wil­helm Tell und des Arnold von Winkelried im Jahr 1847 bei der Sonderbunds-Angelegenheit durch die Drohung der Mächte Preußen und Oesterreich sich nicht einschüchtern ließ, sondern unbeirrt den betretenen Weg fortsetzte und durchführte. Eine Einmischung in die Schweizer-Angelegenheiten steht aber keiner auswär­tigen Macht zu.

Eine Politik, welche sich nicht um die Rechtsfrage und das Völkerrecht bekümmert, ist keine gesunde, viel­mehr eine rechtswidrige und kann vor dem Forum der Vernunft nicht bestehn.

Die Mehrheit des deutschen Volkes kann und wird unter den vorliegenden Verhältnissen ein bewaffnetes Einschreiten gegen die Schweiz durchaus und im Höch­sten Grade verabscheuen; das deutsche Volk kann und wird in dem bewaffneten Einschreiten gegen die Schweiz,

es geschehe, woher es wolle, lediglich einen Mißbrauch des Rechts der stärkeren Staaten gegen einen schwä­cher» Staat finden und die Geschichte, als das Welt­gericht, wird in diesem Fall ihr rasches und furcht­bares Verdammungsurthcil aussprechen.

Offener Brief an Herrn Prof. Befeier, i Mitglied der zweiten Kammer tu Berlin. ' (N. Fr. Wj

. Herr Professor! Sie sind bei Gelegenheit der Debatte über die königliche Botschaft ganz gegen Ihre

' Gewohnheit leidenschaftlich geworden. Aus der Tiefe I ihrer innersten Ueberzeugung haben Sie ansgerufen, daß die Forderungen, welche diese Botschaft an Sie i und Ihre Partei stelle unmenschlich seien.

Zum ersten Male vielleicht hat Ihr Mund eine ! große politische Wahrheit ausgesprochen. Sie sind un­menschlich, diese Forderungen, unmenschlich gegenüber der Partei, welcher Sie angehören, unmenschlich von Seiten des Ministeriums, welches sie gestellt ihre Unmenschlichkeit ist noch erhöht worden durch die Ge­fügigkeit, womit die Kammern sie angenommen haben.

Einer Partei, die alle ihre Grundsätze aus soge­nannter Loyalität mit Füßen getreten, ihre Vergangen­heit verläumdet, ihre Zukunft vernichtet, ihre Ehre um den Preis einer noch so beschränkten Tribüne ver­schachert hat; einer Partei, die völlig ihr eigenes Werk dem Feinde zur Beute hinwa-rf, ja ihm auf halbem Wege entgegen kam, um es selbst mit freiheitsmörde­rischen Zähnen zu zerfleischen. einer Partei, die ohne Murren mit tragischem Selbstbewußtsein auf dem Bo­den kroch und jeden Fußtritt, wenn auch mit schmerz­lichem Gefühl, doch freudig hinnahm, welchen man ihr von Oben versetzte; einer Pâi, die ein Recht des Volkes nach dem andern hingab zum Opfer, die all­gemeines Stimmrecht, Versammlungsrecht, Preßfreiheit, alle, alle so theuer erkämpften Rechte des Volks vernich­ten ließ, um der Monarchie despotische Kraft und sich selbst ein elendes, verachtetes Dasein zu fristen; einer solchen Partei noch am Rande des Abgrundes, dem sie zurollt, einen gründlichen Fußtritt zu versetzen, da- mit sie um so sicherer zerschelle das war mehr als } unmenschlich, es war teuflisch von dem Ministe- rium!

Empfangen Sie auch meine Beileidsbezeugung. Die ; Behandlung, welche Sie und Ihre Partei von Seiten ' eines preußischen Ministeriums erleiden, wird noch ; lange als Gedenkstein vor den Augen der Nation, vor 1 den Augen derjenigen stehen, welche Ihrem Beispiele ; zu folgen die Lust verspüren sollten. Sie haben be* ! reitwillig dies Ministerium unterstützt, dessen Tod Sie i früher geschworen hatten; Sie haben um Mmoritäts- i wählen sich bemüht und sie angenommen, um ihm I dienstbar sein zu können; Sie haben mit Resignation i jedem leisen Wink desselben gehorcht oder sind selbst

mit Begeisterung seinen Wünschen zuvorgekommen Sie haben mit wissenschaftlichem Stolze den zähen Kleister Ihrer Doktrin über jeden Riß ergossen, den es in Ihr konstitutionelles System machte. Sie thaten dies Alles nicht etwa, weil Ihre Ueberzeugung eine andere gewordni war nein! Sie thaten es mit dem vollsten Bewußtsein Ihrer Resignation, Ihrer eigenen Erbärmlichkeit die Klagen, welche Sie, welche Ihre Genossen Dahlmann und Beckerrath er- tönen ließen, zeugen dafür. Sie wußten, daß Sie Verrath an dem Volke, Verrath an der Freiheit, Ver­rath an der eigenen Ehre begingen, als Sie so han­delten; Sie haben diese Opfer, die keinem Manne möglich sind, dennoch gemacht, weil Sie an dem Grundsätze festhielten, die Pflicht ginge nicht weiter als die Möglichkeit.

Halbst ch nun das prophetische Wort meines Freun­des L. Simon von Trier erfüllt, als er Ihnen in der Paulskirche zurief, Sie würden einst über schwarzen Undank zu klagen haben? Im Bewußtsein Ihrer un­fehlbaren Staatsweisheit warfen Sie damals den Kopf mit geringschätzigem Lächeln zurück und schauten umher auf den Bänken Ihrer Genossen, die Ihnen mit selbst­gefälligem Vertrauen zunickten. Ihr Vorkämpfer im Schmiegen uns Ducken vor Fürstengewalt, Herr Hein­rich von Gagern, derselbe, der Ihnen jetzt den Rath ertheilte, in Allem nachzugeben und aus'der Feuers­brunst stückweise zu retten, was noch zu retten sei derselbe Gagern zog bei jener Aeußerung Simon's die Augenbrauncn halb zornig zusammen und ein schmerz­liches Lächeln über die Verblendung des jungen Phan­tasten, der ihm solche Unmöglichkeiten vormalte, spielte um seinem breiten Mund.

Es wird die Zeit kommen, wo »sie über schwarze« Undank klagen werden!

Ist die Zeit jetzt gekommen, Herr Beseler?

Zerschlagen, zertreten, verhöhnt und verachtet liegt jetzt die Partei am Boden, welche vor einem Jahre noch von sich rühmen konnte, daß ste Deutschland in ihren Händen halte und gegen Anarchie, wie Reaktion mit gleicher Kraft und gleich siegreichem Erfolge auf­treten werde. Trunken in dem Gefühle ihrer eigenen Wichtigkeit., sah sie stolz nach Feinden umher jetzt wimmert sie in den letzten Zuckungen ihres jämmerli­chen Toveskampfes über Unmenschlichkeit. Aber auf ihr schmerzliches Gestöhn hört nicht einmal der Gegner welcher ihr den Fuß auf den Nacken gesetzt hat; er wendet sich ab von dem ohnmächtigen Wurme, wel­cher sich unter seiner bespornten Ferse krümmt und ver­sichert, daß er diese Partei nicht kenne, daß er an ihr keinen G.gner habe.

Ich erkenne die Berechtigung der demokratischen Partei an, sagte Herr v. Manteuffel; die Partei der Doktrinäre erkenne ich nicht an.

Herr Beseler! Es gibt ein altes Sprichwort: Wer den Schaden hat, darf für den Spott nicht ! sorgen!

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Ans jenen äsopischen Zeiten, Sei hier Euch ein Mährlein erzählt, Von Thieren, die staatlich vereinet. Glaub' nicht, daß ein Buch eS enthält.

Die Mücke berichtete einstens, Der Staat sei gar ernstlich bedroht, Sie habe erlauscht, daß ein Kindlei», Den Wald anzuzünden gedroht.

Es eint' sich in raschester Weise, Was fliegen nur konnte und geh'«, Und manch' eine blutrothe Feder, War unter der Menge zu seh'n.

Da summten die Bienen:wir stechen, Denn rasch muß grhandelt hier sein Auch wollen wir unsere Waffen Nicht tragen, als wâr eS nur Schein."

Und müssen darüber wir sterben, So Vaterland, ist es für Dich, Es blüht unser Fleiß Dir im Frieden Im Kriege, da hilft unser Stich."

Ha! brüllten die Ochsen entsetzlich, Nur keine anarchische That, Zusanimengeflog'nes Gesindel Hinweg, denn ihr habt kein Mandat."" Ihr habet das Recht nicht, zu retten, Durch widergesetzlichen Schritt , Erwartet die Sprüche der Kammer, Die baldigst zusammen uns tritt.""

Nun wurden die Stände berufen, Die Schnecken hier groß und dort klein Denn nur die Besitzer von Häusern, Nur sie konnten Mitglieder sein.

Sie sah'» den gerötheteu Himmel, Doch eilten sie sich nicht gar sehr, Es waren gemächliche Schnecken, Nichts weniger und auch nichts mehr. Sie fühlten an jeglichem Gräschen Und hielten sehr oft einen SchmauS Beschlossen dann endlich einmüthig Zu wandern nun wieder nach HauS: Sie wollten den trauenden Wählern Zur eigenen Schande gestehen: Sie hätten vor zahllosen Bäumen, Den fraglichen Wald nicht geseh'n.

Sie sind aber wirklich zur Stelle, Ein Wald ist eS freilich nicht mehr: ES hatte sich mittelerweile Die Gegend verändert gar sehr.

Wo einst warb' der Wald angezüudet

Ist jetzt ein ergiebigigeS Feld, DaS Kind ist ein rüstiger Bauer, Das dort seinen Acker bestellt.

Und seht! seine mageren Ochsen, Di« eben geprügelt eS hat, Es sind dies die nämlichen Thiere; Die brüllten: ihr habt kein Mandat.

Die Ochse«, sie fühlen jetzt Reue Und heulen und brummen im Chor.

. 's sind dumme einfältige Thiere.

Bei Menschen kommt so waS nicht vor.

Fr. M.

Leben und Abenteuer des John Davys

Von.Alexauder Duma».

(Fvltsktzuirg.)

Gonftaiitin reichte mir einen Gazeschleier , der nebst tausend anveni Tollt ttcgcgcnständen auf dem Divan tag uno ich gab ihn dem Mädchen, welche die Hand damit