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INö glicht wird; auch wird die Erfindung nicht lauge auf sich warten lassen, wo die Braunkohlen ebenso zur Verhüttung, wie die Steinkohlen, verwendet werden können.

Wad sollen uns nun hier die Steinkohlen? Es hat sich längst herausgestellt, daß es zu Gewinnung des, Roheisens vortheilhafter ist, den Eisenstein an die Ruhr zu verführen, als die Ruhrkohlen an die Lahn- gruben.

Der Landbau auf dem Westerwald, der ungeachtet des bekannten guten Bodens, sehr zurück ist, wird aber dadurch gehoben werden, daß durch Zufuhr wohlfeiler Dungmittel, als Kalk, Gips, der Baden ergiebiger ge­macht und daselbst die Stallfütterung leicht ermöglicht wird.

Unsere Eisenbahnlinie gleicht einer Pulsader die nach allen Seiten hin Leben und Thätigkeit verbreitet, sie gleicht jenen Flüssen, die Sandwüsten durchströmend; durch ihre Ueberfluthungen den Sand befruchten und in das fruchtbarste Land verwandeln, sie gleicht dem Samenkorn, das die Aussaat hundertfältig wiedergibt.

Berlin, 10. Febr. Von einer Amnestie, der man auS Anlaß der Verfaffnngsbeschwörung am 6. Februar cmaegensah, verlautet nicht eine Sylbe. Ueberhaupt spricht hier von der revidirten Verfassung und dem unter merkwürdigen Umständen darauf geleisteten merkwürdigen Schwur hier kein Mensch mehr. Der demokratische überwiegende Theil der Bevölkerung legt kein Gewicht auf die ephemere Verfassung ; die Reaktion nimmt gleich­falls keine Notiz davon und die sogenannte konstitutionelle Partei geht kleinlaut und gedemüthigt umher.

Königsberg, 8. Februar. Die Dame, welche we gen Sammelns für die deutschen Flüchtlinge in der Schweiz in erster Instanz zu einer Strafe von 20 Nthlr. oder 4 Wochen Gefängniß verurtheilt worden war, ist in zweiter Instanz auf die Vertheidigung des Rechtsanwalts Marenski freigesprochen worden.

Kassel, 14. Febr. (Mz. 3 ) Wie wir vernehmen, beabsichtigt die Linke der kni hessischen Kammer, auszu- treten, sobald die Wahlen nach Erfurt vorgenommen werden sollen, um dadurch die Versammlung beschlußun­fähig zu machen.

Arolsen, 8. Februar. Nach der Konst. Ztg. wer­den die Stände des Fürstenthums Waldeck an ihren Fürsten den Antrag stellen, sich zu mediatisiren und an Preußen anzuschließen.

Landau, 12. Febr. (N.W.Z.) Heute waren wir Zeugen eines Aktes, der in unsern Mauern seit der französijchen Revolution und der Blokade der neunziger Jahre zum erstenmale seine Wiederholung fand. Um die Mittagestunde wurde auf dem sogenannten kleinen Pläychen hinter der rothen Kaserne der Garnison, die deshalb ansgerückt war, das Standrecht verkündigt. Die Veranlassung hierzu findet sich in den gegenseitigen Reibereien eirzelner Militärabtheilungen , welche gestern Abend zwischen 7 bis 8 Uhr in verschiedenen Brauereien (Zopf und englischen ©arten! und Wirthshäuser» gegen­über der Cavallcriekascrne ernsthafter wurden und gleich darauf in der neuen Kaserne zu einem Handgemenge zwischen Chcvanxlegcrs (vom Regiment Taxis) und Fuhrwesen einerseits gegen Soldaten vom 12- Regiment führten. Gebrauch von Feuer- und andern Waffen hatte die traurige Folge, daß ein Cycvauxleger neben Der rechten Brusthöhle '(lebensgefährlich ) durchschossen ein zweiter durch die Äinntabe, einem Wachtmeister die Auszeichnung und die Epauletten ebenfalls durchschossen wurden, zwei Fuhrsvldatcn, und drei vom 12. Regi­ment sind mehr oder minder durch Hieb und Stich ver­wundet worden. Es wurde Generalmarsch geschlagen, und nur durch das kräftige Einschreiten der Osficierc die Ruhe wieder hergestellt. Angeblich wurde von einem Chevauxleger ein kräftiger Hieb, wahrscheinlich gegen einen Bajonetangriff, geführt, der die Waffe des Geg­ners buchstäblich gespalten. Sämmtliches Militär ist heute in die Kaserne konsigniel, auch befindet sich vor jedem Wirthshaus in der Nähe der Cevalleriekaserne eine Schildwache. Der Zapfenstreich wird heute Abend um 6 Uhr gehen. Nachschrift. Die Nacht vom 12. auf den 13 verlief ruhig.

Großherzogthum Hessen, 9. Februar. Sagen Sie's Ihrer Regierung, Ihrem Märzminister! Dem Lehrer Schmitt aus Messungen, der bekanntlich das Schulblatt für Hessen, Organ des hiesigen Lehrerver­eins, redigirte, ist von der Ober-Studien-Direktion auf. gegeben worden, bei Verlust seines Amtes die Redak­tion des Blattes niederzulegen. Hessen-Darmstadt und Kurhessen grenzen so ziemlich aneinander. Sie werden sehen, daß in der Kürze noch weitere Ukase folgen. Da wir nicht republikanisch geworden sind, so werden wir anno 50, wie billig, russisch! (Horn.)

Mainz, 15. Februar. (Mz. Ztg.) Aus sicherer Quelle wird uns die Nachricht, daß Herr I a u p die kirchliche Bewegung mit ängstlichem Auge verfolge. Da­rin mag er in seinem Rechte sein, ob aber auch sein Mittel zum Zwecke ein gutes, darüber mögen unsere Leser urtheilen , indem sie bas nachstehende Billet, das Herr Jaup eigenhändig an die hiesige Regicrungskommision geschrieben haben soll, und für dessen sinngetreue Mit­theilung unser Berichterstatter ein sichen zu können erklärt, ihrer Prüfung unterziehen:

Der Regierungskvmmission wird aufgetragen und anempfohlen, ein genaues Augenmerk auf die in Worms in letzter Zeit und noch fortwährend statt findenden kirchlichen Versammlungen zu haben alles was

,,dort gesprochen wird möglichst genau aüf- zeichnen zu lassen und regelmäßig nach Darmstadt zu berichten."

Hätte Herr von der Pfordten dieses billet-doux geschrieben, so wüßten wir, was es bedeuten soll, indem er sich ja über die Mittel, eine Regierung zu. führen, höchst verständlich ausgesprochen hat; aber Herr Jaup, der konstitutionelle Minister, der alte vormärzliche Liberale, kann doch gewiß die Anschauungsweise seines baierischen Kollegen nicht theilen?

Wer erklärt mir, Orindur, Dieses Räthsel der Natur?

Aus dem hessischen Odenwalde, 13. Febr. An die Landgerichte der Provinz Starkenburg ist durch Aus- schreiben des Hofgerichts vom 16. v. M. folgende Ver­fügung des Ministeriums der Justiz ergangen:Wie Ihnen bekannt ist, hat sich zu Kirchbrombach eine reli­giöse Gemeinschaft gebildet,welche sich eine freie Gemeine nennt und es soll etwas AehnlicheS jetzt zu Michelstadt unternommen werden. Da in dem Namenfreie Ge­meinde,, ein Anspruch liegt, weichen die evangelische Landeskirche nicht zuzugcbcn Ursache hat, vielmehr diese mit gutem Gründe sich weit mehr wahre Freiheit zu­schreiben kann, als solche isvlirten, der Parteileibcnschaft unterworfene Genossenschaften, so erscheint es nicht an­gemessen, daß denselben von Behörden der gewählte Name beigelegt werde, und weisen wir Sie daher an, sowohl selbst jenen Namen zu vermeiden und dafür einen andern die Sache einfach bezeichnenden, z. B.der religiöse Verein unter Leitung des NN. zu gebrauchen, als auch die Ihnen untergebenen Landgerichte hiervon zur Nach­achtung in Kenntniß zu setzen." (Mz. I.)

München, 14. Februar. (Fr.J.) Auf der Tages­ordnung der Kammer der Reichsräthe stand heute die Berathung über das Vereinsgesetz. Während man sich eine lauge Debatte erwartete und glaubte, die Herren würden gegen die Märzerrungenschaft des Versamm­lungsrechts eifern und dasselbe zu schmälern suchen, wurde überraschender Weise dieses Gesetz beinahe ohne Diskussion mit allen Modisicationen der Kammer der Abgeordneten vollständig angenommen, so daß dasselbe in aller Bälde von der Regierung publicirt werden kann.

Berlin, 15. Februar. DerStaatsanzeiger" ver­öffentlicht heute das von dem Verwaltungsrathe in der Sitzung vom 13. d. M. festgesteUte Dekret zur Einberufung der ReichsversammlungCOauf den 2O.Mârz.

Türkei.

Ueber den Anschlag auf das Leben Kossuth's wird demMorning Herald" aus Konstantinopel vom 19. Jan. geschrieben:Das neuliche verräterische Benehmen des österreichischen Zuternuncius ist hier gegenwärtig Hauptgegenstand der Unterhaltung. Ich habe Ihnen von der Entdeckung des schrecklichen Com- plottes gegen das Leben Knssuis und anderer Flücht­linge erzählt. Nach zuverlässigen Quellen kann ich Ihnen jetzt das Genauere darüber berichten. Vor drei Monaten kam ein ungarischer Flüchtling nach Constantinopel in der Absicht, nach Europa zu reisen; da es ihm jedoch an Mitteln fehlte, so ward er durch Schulden festgehalten. Um sich seinen Lebensunterhalt zu gewinnen, machte er von feüen musikalischen Kennt­nisse u Gebrauch, und seine Stunden brachten ihn bald mit einer großen Zahl der Bewohner der Stadt in Berührung. Zn der Mitte des verflossenen Monats setzte ihn ein Franzose von einem teuflischen Plane in Kenntniß, teil die Pforte^ im Begriff sei , auszu­führen und dessen Zweck die Vergiftung Kossuth's, Perczel'ö Dembinski's und Batthianyi's sei. Zugleich stellte er ihm die Mittel zur Verfügung, um ihre Flucht zu bewerkstelligen. Der edle Ungar bot sogleich seine Dienste an, machte sich reisefertig, erhielt von dem Franzosen 500 Dukaten Reisegeld und versah sich mit einem Bedienten. Vor seiner Abreise ward er mit seinen Genossen, 15 an der Zahl, bekannt gemacht, die er befehligen sollte. Sie erhielten den Befehl, sich sogleich nach Burgas und Warna und von da nach Schumla zu begeben, um dort die An­kunft der Ungarn zu erwarten. Am 26. Dec. reisten seine 15 Gefährten (beiläufig gesagt, Croaten) von Constantinopel nach ihrem Bestimmungsorte ab. Zu Folge irgend einer Schwierigkeit hinsichtltch seines Passes ward der Ungar hier zurückgehalten. Während dieses Aufenthaltes besuchte er einen Landsmann, des­sen Familie keines guten Rufes genießt und dessen Tochter ihm rieth, sie nicht nach Schumla zu begeben, indem ihr Geliebter, ein Croate, nebst einigen Ge­noßen beauftragt sei, ihn und vier Ungarn, die er er begleiten solle, zu ermorden. Der Ungar verlangte auf der Stelle eine Zusainmenkunft mit dein Minister der auswärtigen Angelegenheiten und enthüllte ihm die ganze Verschwörung, welche darin bestand, daß die Ungarn, um einer angeblichen Vergiftung zu cnt- gehen, entfliehen und von denselben Personen, welche ihnen zur Flucht verhalfen, unterwegs ermordet wer­den sollten. Die Pforte sandte sogleich den gemessen­sten Befehl nach Schumla, das Land in allen Rich­tungen von Patrouillen durchstreifen zu lassen und und alle Personen zu verhaften, welche keine hinläng­liche Auskunft über sich geben könnten. Die Rückkehr des Bootes vom schwarzen Meere hat uns die Nach­richt gebracht, daß sechs kroatische Kaufleute in Burgas und sechs andere in Warna augekommen waren, daß das Erscheinen dieser Leute in Handelsgeschäften gro­

ßes Aussehen erregt hatte, besonders da Kaufleute äu- 1 ßerst selten ins Innere des Landes zu kommen pflegen, - indem es in allen Häfen Rumili's Commissions-Eta- ! blissements gibt.

i Seitdem hat man gehört, daß der Franzose üü- schuldig war, daß das ganze Complott fertig aus Wien gekommen war und daß Graf Stürmer, statt als ehr­licher Mann jede Theilnahme daran von sich zu wei- fen, sich zur Ausführung des Planes in alle die ver­wickelten Gänge der Intrigue einließ, Personen von gutem Charakter und die durch ihre Antecedentien wohl bekannt waren, engagirte und ihnen zur Belohnung die Dienste einer Bande von Meuchelmördern anbot, von denen sie umgebracht werden sollten, was auch vielleicht geschehen wäre, wenn die Zndiscretion eines jungen Weibes es nicht vereitelt hätte. Im Ganzen waren 23 Croaten gedungen, 15 aus Constantinopel, 5 aus Widdin und 3 aus Jbrailai. Mittlerweile ist die Sache hier nicht länger ein Geheimniß. Jedermann, Türke, Jude und Christ, weiß davon, und niemals ist der Name Oesterreich so verflucht worden, wie jetzt. Die Pforcke hat dem Jnternuncius eine Mittheilung zu­gehen lassen, in welcher sie ihn benachrichtigt, daß der Kaimakan von Schumla den Befehl erhalten hat, die erwähnten Individuen zu verhaften und bis zur An­kunft Ahmed Effendi's festzuhalten. Zugleich spricht die Pforte ihr tiefes Bedauern darüber aus, daß ihr Name in' eine Sache verwickelt gewesen sei, die zu ver­rucht und schändlich sei, als daß sie das Werk des Sultans oder seiner Regierung hätte sein sonnen?

Schweiz.

Bern, 14. Februar. Wir lesen in der Schwz. B. Z.: Der preußische Gesandte, Herr v., Sydow, hätte am 12. d. wieder in der Bunvesstadt eintreffen sollens statt seiner aber langte ein Courier dahier an, insolg dessen das in der Krone für ihn gemiethete Lokal wie­der abgekündet wurde. Am nämlichen Tage hat denn auch der preußische Geschäftsträger, Hr. v. Wildenbruck, dem Bundespräsiventen eine Note überreicht.

In Genf gingen Gerüchte von bevorstehender Be­setzung dieser Stadt durch französische Truppen. An­dererseits sollen auch sich bereits sardinische Truppen der Gränze nähern. Aus Mailand wird geschrieben von starken Truppenaufstellungen zwischen Mailand und dem Lago Maggiore.

Republik Frankreich

Paris. Folgendes ist der Hauptinhalt des be­rühmten Artikels von Proudhon, welcher ihn in engen" Gewahrsam gebracht hat:

Es l^be der Kaiser! Es ist jetzt eine ausgemachte Sache, wir werden einen Staatsstreich ha­ben; Louis Bonaparte hat einen Pakt mit dem Teufel geschlossen. Der Teufel, nachoem er die parlamentari­sche Majorität in fünf oder sechs Fraktionen gespalten, wie es heut Morgen der "Kredit" und ferner das Zeugiilß derDebüts", desConstitutionel", derOrdre" und derAssemble nationale" bestätigt, hat in eigner Person, unter der Gestalt des Herrn Veron (Red. des Conft.) einen Vertrag geschrieben und mit seiner Klaue unterzeichnet, worin er Herrn Louis Bonaparte das Kaiserthum zusichert. DerConsticutionel" von gestern enthielt eine Abschrift dieses Aktenstücks, das ganz Paris gelesen hat, als es gestern von verschiede­nen Journalen denunzirt ward und heute Morgen weder erläutert noch in Abrede gestellt wurde. Was der Teufel geschrieben hat, bleibt also geschrieben: Wir werden einen Kaiser, wir werden einen Staatsstreich haben."Nun gut! Ihr wünscht einen Staatsstreich, wir wollen ihn auch, und worüber Ihr Euch noch mehr wundern werdet, wir gehören zu den Eurigen. Nur her mit dem Staatsstreich, sag' ich Euch! Wir gehen mit Euch unter demselben Feldge­schrei, unter demselben Banner! Ist es denn nicht wahrhaftig unmenschlich, das Volk noch zwei Jahre lang schmachten p lassen, wenn wir mit Hülfe Louis Bonapartes die Dache jetzt gleich abthun können? Was riskiren wir denn? Das Proletariat hat nichts verlieren und Alles zu gewinnen; die halbruinirte Bourgeoisie macht sich wenig aus dem, was sie noch hat, sie thut am besten, den letzten Trumpf auszuspie- len. Alles ist ein Herz und eine Seele bei dem allge­meinen Umsturz! bloß die Legitimisten, die Orleanisten, die Capitalisten und die Jesuiten könnten einige Schwie­rigkeit machen; wieviel sind ihrer? Nicht Einer auf Hundert. Vorwärts also mit dem Staatsstreich, es lebe der Kaiser!--Es lebe der Kaiser! und Tod den Tyrannen! Man sagt, die gekrönten Häupter wollten Sie zwingen, sich mit ihnen zu verbün­den, um aus der Schweiz Mazzini, Felix Pyat und einige andere proskribirte Volksfreunde zu vertreiben. Merken Sie wohl auf, Präsident: An dem Tage, wo wir Sie vom Elysee abholen werden, wird eine Kriegs­erklärung an die Kaiser von Oesterreich und Rußland, die Könige von Preußen, Baiern und Sachsen ergehen, wird dem Papste, dem Könige von Neapel und dem Herzog von Sardinien die Weisung gegeben werden, sich um selbigen Augenblick aus dem Staube zu machen, denn so will es das Volk von Frankreich! Ah! Wir sind ein wenig weiter, als im Februar. Wir wissen, was wir wollen und was sie wollen. Wir verlangen ja bloß eine langsame, fortschreitende, friedliche Revo­lution: man hetzt uns zum Terrorismus und zum Krieg. Vor zwei Jahren noch, als wir am Ruder waren, verlangten wir bloß zwei Dinge, die Niemand selbst dem Bösewicht vorenthalten darf: Arbeit und Brod man hat uns Blut und Blei gegeben! Nichts von Vor-