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Italien.

Der Papst fad nun endlich fc;1 entschlossen fein, P v rtici am 14 oder 15 Scbruar zu verlassen, um ( nach 9tom zurückzukcyren. Wenigstens wild dies von j verschiedenen Seiten mit größter Bestimmtheit versickert. , Rach den Erfahrungen, die wir an zahlreichen ähnlichen - Nachrichten früher gemacht haben, müssen wir die Rich­tigkeit der Angabe jedoch noch immer bezweifeln. Mög- ; lieh auch, daß Pius IX. an einem der genannten Tage : von Portici abreisen wird, nicht aber, um sich nach Rom, sondern nach irgend einem anderen Orte des Kirchen­staates zu begeben. Die Blätter, welche die sicher be­vorstehende Rückkehr des Papstes nach Rom ankündigen, sindCvnstilntioncll" undJournal des Dcbats". Letz­teres meldet dieselbe in einem Briefe aus Rom vom 1. 1 Febr. in folgender Weise :Aus der zuverlässigsten Quelle erfahren wir, daß der heilige Vater Portiei am 15. Feb. verlassen wird, wie lange auch noch die Unterhandlungen über den endlichen Abschluß der Anleihe dauern mögen. Seine Heiligkeit wird sich über Capua, Mola di Gaeta, Fendi, Terracina und Vclletri nach Rom begeben. Die Flucht des aus den Gefängnissen von Rom entkommenen b. Ackitti und die Freisprechung Cernuschi's durch unser Kriegsgericht konnte zu der Befürchtung Anlaß geben, der Beschluß einer baldigen Rückkehr möge wieder rück­gängig gemacht werden; allein diese Besorgnisse scheinen ungegründet zu sein. General Cordova verzögert seine Abreisen und den Abmarsch der drei letzten spanischen Bataillone, weil er den heiligen Vater, sobald er die neapolitanische Gränze überschreitet, empfangen und ihm das Geleit bis an die französischen Vorposten geben will." Nach demCvustitutionnel" war es in Rom amtlich anqezciqt worden , daß die Abreise des Papstes auf den 14. Fcbr. festgesetzt sei. In Vclletri, dem bischöfllicheu Sitze des Acttesten des heiligen Collegiums, hieß cs, würde er sich einige Tage aufhalten. Ein gewisser Felice Heri, den man des Mordes des Grafen Rossi beschuldigt, ist nach der Engelsburg gebracht wor­den. Gegen die Freisprechung Cernuschi's soll von der päpstlichen R gieruug Appel eingelegt sein. Die Mailänder Zkg." vom 4. Febr. widerspricht den Ge­rüchten von einer beabsichtigten Abtretung der Lom­bardei an den Herzog von Modena. Die neue piemöutc fische Anleihe von 80 Millionen Frs. ist mit dem Hause Rothschild zum Cours von 88 pCt. ab­geschlossen worden.

In der Sitzung der tnrincr Deputieren - Kammer vom 5. Fcbr. gab der Minister des Innern, Galvagno, veranlaßt durch eine Interpellation des Abgeordneten Bunico, einige Erklärungen über die Auflösung der Nationalgarde von Nizza. Er sagte, die Maßregel habe keinen politischen Charakter, sondern sei nur vor- nommen worden , um einige Mißbräuche in der Orga­nisation abzuschaffen. Von den bis jetzt bekannten Ersatzwahlen im Königreiche Sardinien gehören dem Risorgimento" zufolge 11 der gemäßigten Partei und 4 dar Opposition an.

Schweiz.

Bern, 8. Februar. Es scheint nun doch, daß an den Gerüchten über Jnterventionspläne Desterreichs und Preußens wegen der Flüchtlinge etwas Wahres ist. Gestern hat der englische Gesandte, Sir E. Lyons, dem Bundespräsidenten einen Besuch gemacht, der sich auf diese Angelegenheit bezogen haben soll. Hr. Lyons habe sich sehr zu ©misten der Schweiz ausgesprochen und die Vorurtheile der Schweizer Blätter gegen seine Wirksamkeit durch die That widerlegt. Wenn die eng­lische Negierung die Unabhängigkeit der Schweiz ver­theidigt, so thut sic cs nur um der englischen Jntercssen- willen, die durch eine Oceupation von Seite der Con- tincntalmächte aufs Höchste bedroht wären. Für die Schweiz ist aber sogar dieser Schutz bedenklich, wenn man sieht, wie sehr Griechenland darunter leiden muß. Viel größerer Werth ist den Sympathien aller freien Männer in Europa beizulegen.

Die Berner Zeitung vom 6. Februar veröffentlicht einen Akt, aus welchen; zu ersehen ist, daß der in Zürich sich aufhaltende deutsche Flüchtling Eduard Heren aus Speyer der bayerischen Gesandtschaft An­geberdienste angeboten hat, wozu er als gewesener Ad­jutant von Albert Siegel sehr befähigt sei. Das Schrei­ben ist durch den Generalprokurator der Pfalz dem Untersuchungsamt von Bern zugestellt worden.

Dänemark.

Kopenhagen, 4. Februar. Die vorgestern verle­senen Entwürfe zu Antwortsadreyen auf die königliche Thronrede wurden heute in beiden Kammern ohne Diskussion einstimmig angenommen. Pastor Grundtvig der sich vorgestern im Volksthing gegen die vorge­schlagene Adresse erklärt hatte, war^ heute abwesend. Die nunmehr angenommenen Arresten sind ziemlich farblos und ergehen ff di, wie die Thronrede, deren Echo sie sind, in ziemlich allgemeinen patriotischen Phrasen. Das Verhältniß Dänemarks zu Schleswig-Holstein und Deutschland wird in ihnen nur leicht berührt. In der des Landsthing heißt es:Beunruhigend und drückend lastet zwar des Vaterlandes schwierige Stellung auf Aller Herzen, allein freudig geht trotz dessen das dä­nische Volk der Zukunft entgegen." Und die Adresse des Volksthing spricht sich in derselben Veranlassung also aus:Der Allmächtige erfülle Ew. Majestät Hoffnung, daß die begonnenen Unterhandlungen zu dem

gewünschten Ziel führen. Wir wollen duLch die That des Volkes Ausdauer beweisen und seinen Willen, kräf­tig Ew. Majestät Regierung beizustehen in ihren Be­strebungen , das Vaterland zu schützen unter den Ge fahren, von denen es umgeben ist, nnd eine Erledigung zu Wege zu bringen, durch welche die Unabhängigkeit des Reichs und die dänische Rationalität gesichert wer­den können." Uebrigens scheinen die Illusionen über ein baldiges definitives Resultat der Friedensunterhand- lnngen auch hier bedeutend zu schwinden. Die Hoff­nung auf eine durch Vertrauensmänner zu bewerkstel­ligende gegenseitige Annäherung zwischen dem Königreich und den Herzogthümern ist ohnehin, seitdem die von Kiel aus eingelaufene Antwort auf das aus dem könig­lichen Cabinet dorthin gerichtete zweite Schreiben er­folgt ist, ebenfalls vereitelt. Diese Antwort, so wie überhaupt der ganze Briefwechsel, welcherzwischen der Statthalterschaft und den Vertrauensmännern einer­und dem königlichen Cabinetssecretariat andererseits gepflogen worden ist, sind jetzt in der Departerneitts- titende veröffentlicht und aus derselben auch schon in die andern Blätter übergegangen.

Während vorgestern dieBerling'jche Zeitung" von der Palmerstonschen neuesten Note rühmte, sie sei in den wohlwollendsten Ausdrücker abgefaßt und erkenne die Gerechtigkeit der dänischen Sache an, läßt sich heute Flyvcposteu" also vernehmen:DerGlobe" ent­hält wieder einen Artikel über die dänisch-schleswigsche Frage, der, da man ihn als Ausdruck der Ansichten Lord Palmerstons betrachten kann, keine gegründete Hoffnung zu einer günstigen Lösung der Verwickelung unter dieses Mannes Beistand geben kann."

Großbritannien.

London, 7. Februar. Rach demMorning He­rold" hatte das Erscheinen des Admirals Parker vor Athen blos den Zweck, die Quarantaine abzukürzen, der sich die Flotte bei der Rückkehr nach Malta hätte unterziehen müssen. Eine Unterredung mit Herrn Wyse bestimmte erst den Admiral, seine Schisse zu ver­sammeln, und den Erfolg der mit der griechischen Re­gierung eingeleiteten Unterhandlungen abzuwarten. Einen Hauptpunkt derselben bildet die von Seite der Bevöl­kerung einer griechischen Insel erfolgte Befreiung einer Anzahl zur Departation vcrurtheilter Verbrecher, welche mit dem Schiffe, das sie nach ihrem Bestimmungsort bringen sollte, an die Insel verschlagen wurden. Die Lords dec Admiralität treffen in Folge der vom Unterhause ertheilten Ermächtigung alle Anstalten zur Ausrüstung und Absendung der neuen Expedition, welche durch die Davisstraße, den Lancastersund, an der Insel Melville vorbei, gegen den Nordpol vor­dringen soll. Die SloopAcorn" und das Dampf­schiffMinr" sind zu dieser Reise bestimmt. (O.-Z.)

London, 8. Fcbr. Briefe Apres vom

2. Dcc. v. I. melden, daß Herr Lonthcrn^ $w Hnter= zeichnung des von ihm abgeschlossenen Vertrags ermäch­tigt nmrde. Eine Abschrift dieses Vertrags ist hier eiu- getvoffen. Im Unterhaus» verlangt Lord D. Stuart die Vorlegung verschiedener Aktenstücke über die türkische Frage, die Besetzung der Donaufürsteuthümcr Lurch Rußland rc., stand jedoch von seinem Begehren auf Er­widerungen von Seite Lord Palmerstons, Disraelis und Lord Hamiltons ab. Ein Antrag des Herrn Stuart Wortley auf Verschärfung dcö Eheverbots wegen Ver­wandtschaft wurde mit 149 gegen 65 Stimmen zugc- lassen. (F.O.P.Z.)

Republik Frankreich.

Paris, 9. Febr. Abermals spricht man von ei­nem Miuisterwcchsel und bringt damit den Umstanö in Verbindung, daß Lamartine gestern vom Präsiden­ten in's Elisee berufen wurde Man bemerkte heute Mittag dahier wieder bedeutende Truppenbewegungen. Ein bedeutender Transporl Artillerie nebst Munition nahm seinen Weg über die Quai's Zwischen den Führern der Socialisten und dem unter dem Namen Freunde der Verfassung" bekannten Theile der repu­blikanischen Partei haben Conferenzen stattgefunden, deren Zweck eine Verständigung über die bei den hie­sigen Ersatzwahlen aufzustellende Candidatenliste ist. DieFreunde der Verfassung" schlagen Girardin, Forestier und Goudchaur vor; man weiß noch nickt, ob diese Liste Annahme finden wird. Der Policei- präfect hat den Policeicommissaren und seinen übrigen Agenten befohlen, in den Carnevalstageir keine Mas­ken, welche die mindesten politische Anspielung darbie­ten, auf den Straßen zu dulden. Dieser Befehl soll hauptsächlich deshalb ergangen sein, weil Carlier er­fahren hat, daß eine Anzahl Studenten ihn selbst, von seinen Policeiagenten umgeben, darstellen wollen.

Seit mehreren Tagen werden an verschiedenen Personen Visitenkarten mit dem Namen angesehener Legittmisten abgegeben, worauf die geschriebenen Worte: Es lebe Heinrich der V.;" Das Gesetz gegen die Bürgermeister hat beim Staatsrathe, dem die Re­gierung dasselbe zur Begutachtung übergab, keine gün­stige Aufnahme gefunden- Man spricht schon von Zurückziehung desselben. DerCourier Fancais" versichert, daß bezüglich der Absendung eines russi­schen Gesanden nach Paris noch nichts entschieden sei. Trotz der von unserer Regierung ausgesprochenen Wün­sche soll Nicolaus der Ernennung eines Gesandten, welcher erst Beziehungen anknüpfen müßte, die Be­

lassung Kisstleff's, der seit 10 Jahren in Paris lebt und daher Verhältnisse wie Personen genau kennt, auf seinem bisherigen Poften vorzichen. Anderseits ge­stattet der diplomatische Brauch es nicht, daß Kisseleff zum Gesandten bei der nämlichen Macht ernannt werde, mit welche er bisher nur als Geschäftsträger verhandelt hat.

Seit gestern Abend ist das wunderliche Gerücht verbreitet, daß England nach Erledigung der griechi­schen Angelegenheit auch die Küsten von Neapel und ©teilten blokircn werde. Amtlichen Ermittelungen zufolge haben im Monat Januar die demokratisch-socia­listischen Journale 60,000 Abonnenten in den Provin­zen gewonnen und dagegen die conservativen Journale beinahe 50,000 Abonnenten verloren. Unsere Re­gierung ist noch fortwährend mit dem Kaiser von Ma­rokko in Unterhandlung, der sich sehr schwierig zeigt, die verlangten Bürgschaften zu gewähren.

Der General Changarnier soll auf Antringen der vertrauten Umgebung des Präsidenten der Republik durch einen zu entschiedenen Handlungen aufgelegteren General ersetzt oder zum mindesten eines Theils seines Commando's beraubt werden. Andererseits soll der Ge­neral Cavaignac, wie von vielen und sehr glaubhaften Seiten her versichert wird, den Mittelpunkt einer An­zahl einflußreicher Männer, namentlich auch hoher Of- ficiere, bilden, die zur Aufrechterhaltung der Verfassung unter allen Umständen entschlossen sind und in vertrau­ten Zusammenkünften über die geeigneten Maßregeln dazu für den Fall unvorhergesehener Ereignisse Berathungen halten. Der Theil der Bcvölkernng, diejenigen Trup­pen körper und Officicre, auf die man rechnen zu können glaubt, sollen schon genau ermittelt und bezeichnet, der strategische Plan zu einem bewaffneten Aufstande gegen einen Staatsstreich der Rativnal-Bersammlung oder der Erecutiv-Gewalt schon entworfen sein. Es ist jedoch nicht wahrscheinlich, daß von der einen oder der andern Seite ein Attentat gegen die bestehende Verfassung un­ternommen werden wird, es fei denn, daß die gefürch­tete Explosion ui den Ostprovinzen eine Veranlassung zu Ausnahme-Maßregeln hergeben sollte. Die Nachrich­ten aus Lyon und den angrenzenden Departements sind in der That neuerdings wieder sehr beunruhigend, da die Agitation von Paris durch das Umhauen der Frei- Heitsbänme wie ein Brand in die dortige ohnehin sehr entzündliche Bevölkerung gefallen ist.

Außer den socialistischen Blättern sprechen sich auch die lcgitimistischcn Journale streng gegen die über Prondhon verlangte Maßregel aus. DieOpinion publigue", Hauptblatt der Legitimisten, läßt sich hierüber folgender Maßen aus:Einen Schriftsteller unter ei­ner Gesetzgebung, die dieses keineswegs erlaubt, vollstän­dig abzusperren, ist eine jener Gewaltmaßregeln, welche die Monarchie sich nie erlaubt hätte, die aber unter der Republik eine Kleinigkeit zu fein scheinen. Unter der Restauration empfig Berangex in Sainte Pelagie die schoneiKDamcn Der damaligen Opposition und fuhr fort, seine Richter in seinen Gedichten zu züchtigen." DiePresse« erinnert Louis Napoleon daran, daß er während seiner Gefangenschaft in Ham heftige Artikel gegen die Regierung Louis.Philippc'ö in demCourrier du Bas Rhin" veröffentlichen ließ, und daß deßwegen die damalige Regiernng Frankreichs keine Maßregeln ge­gen ihn angewandt habe, die feine Gefangenschaft noch unerträglicher gemacht haben würden.

Paris, 10. Febr. (Mz. Z.) Man erzählt Hente- daß Hr. v. Lamartine gestern ins Elysee berufen wor den sei, wo er eine lange Conferenz mit dem Präsi­denten der Republik gehabt habe. Verschiedene Ver­muthungen sind in Bezug auf diese Conferenz verbrei­tet. Einige behaupten, daß es sich darum handle, Hrn. v. Lamartne mit einer Mission nach dem Orient zu beauftragen. Aber cs ist wahrscheinlich, daß der Präsident der Republik ihn blos über die Wahlen im Departement der Saone und Loire, welches fünf Re­präsentanten zu ernennen hat, befragt hat. llcbrigcns ist dies das erstemal , daß Lamartine seit der Pahl des 10. Decembers im Elysee erschien.

Die französische Flotte war den 23. Januar noch in Smyrna, aber man glaubt, daß sie sich seitdem zur Observation der englischen Flotte nach Athen begeben habe.

Abermals ein Preßprozeß, abermals eine politische Verurtheilung-!. Der Gerant ber^Wornie wurde ge­stern zu 4 Monaten Gefängniß und zu 3000 Franks Strafe verurtheilt.

dürfet#

Von der türkischen Grenze, 30. Jan ) (R ü- stungen.) Zu wiederholten Malen sind uns Nach­richten von Verstärkung der Militärinacht in Bos- I nien und der Herzogovina zugekommen, sowie davon, daß in diesen Provinzen fortisicatorische Arbei­ten in Angriff genommen würde. Auch die türkischen Blätter scheinen kriegslustig, indem sie Partei für England gegen Griechenland nehmen. Man würde sich aber sehr täuschen, wenn man in letzteren; etwas mehr als englischen Einfluß und in den Truppenver­stärkungen etwas anderes als das Gebot der Selbst, erhaltung erblicken wollte, denn die Türkei befindet ! sich trotz ihrer angeblichen 350,000 Mann Militär durchaus in keiner schlagfertigen Lage. Alle ihre Pro­vinzen, in welchen die slavische Bevölkerung vor­herrscht sind unterminirt, nub bet dem leisesten Anstoße bereit, für ihre Unabhängigkeit zu kämpfen. Selbst