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Der Herr Deputate Creutz sagte in der ständischen Sitzung vom 10 August 1849 unter Anderm:Die Commission (her Versammlung nämlich) schlägt, und, wie ich dort, in Ueber ejnstimmung mit der Re­gierung, die Einrichtung vor, daß dein Referenten drei active Leyrer beigegeben weroen sol­len, an deren Rath er in allen wichtigen Gegenstän­den , namentlich bei organischen Veränderungen im Schulwesen, gebunden ist" (Landst. Verh. S. 431), und auch Herr Bellinger ging, wie schon Nro. 7 des nassauischen Landtagsblattes lehrt, von der Unterstellung aus, daß die angegebene E.nrichtung ins Leben treten solle.

Die Lehrer glaubten steif und fest, was man links und rechts sage, müsse doch wogl richtig sein; aber plötzlich erhalten sie zu dem Herrn Scebode die Herren Ebenau und Petmeky bescheert und finden, daß sie wieder einmal in einem gutmüthigen Wahn gelebt haben.

Waren die Herren Depntirten selbst im Irrthum oder wie verhält sich die Sache? Darüber möchte man Aufklärung haben.

f^ Limburg, 4. Februar. (M otto: Hütet Euch vor den Propheten, so führen zum Reich der Finsterniß.) Es ist bei den Theatern Sitte dem Publikum von Zeit etwas Neues vorzuführen, um cs nicht mit dem Per­sonal zu langweilen. Von diesenprofanen" Orten schleicht sich diese Sitte in das religiöse Gebiet hinüber. Em Beispiel dazu bietet im Augenblick die Stadt Lim­burg. Seit einigen Tagen haben sich nämlich dahier mehrere fremde Prediger eingefunden, welche täglich einmal in der Domkirche üb^r die verschiedenen Arten von Sünden, den Ablaß, oie Anbetung der Mutter Gottes und bergt. sehr erbauliche Reden halten. Ich wußte gar nicht oder hatte es wieder vergeßen, daß man nach den Grundsätzen des Katholizismus so schnell seine Schuld loswerdrn kann, bis ich eine solche Ablaß­predigt gehört hatte. Ein niederschlagendes, trauriges Gefühl bemächtigt sich des aufgeklärten Mannes, wenn er sieht, wie diese Prediger die Leute lehren den Ro­senkranz zu küssen und ihnen sagen, man verehre die Mutter Gottes am besten, wenn man zehnmal hintereinander den englischen Gruß bete.

Trauriger aber ist noch der Gedanke, daß drei Viertheile oder noch mehr der hiesigen Einwohner dies für baare Münze nehmen oder sich doch so stellen.

Wenn ein Schullehrer den Bauern einigemal die Zeitung vorliest, so muß er fürchten abgesetzt zu wer­den: aber die Apostel der Finsterniß dürfen frei wan­deln.

^Biebrich. In allen Gewerbevereinen des Herzogthums wird in besonderen Generalverjammlun- gen ein Entwurf eines Gewerbesteuer-Gesetzes bera­then, der nach geschehener Revision der Kammer vor- gelegt werden soll. Da sich über den vorliegender Ent- Wurf erst dann ein Urtheil fällen läßt, wenn der Ta­rif fertig ist, so hat sich der Biebl icher Gewerbever- ein einstweilen über die Grundsätze der neuen Be­steuerung ausgesprochen und ist hierbei zu folgendem Resultate gekommen. Nachdem der Landmann auf Kosten des ganzen Landes seiner mittelalterlichen La­sten zum Theil wenigstens enthoben ist, nachdem der Gewerbestand unter dem Druck der Verhältnisse am empfindlichsten gelitten hat, durfte es an der Zeit sein, ihn durch eine den Grundsätzen der Billigkeit entspre­chende Besteuerungsart vor gänzlichem Ruin zu be­wahren. Obgleich nun in dieser Beziehung die progressive Einkommensteuer das beste Retcungsmittel wäre, so sehen wir doch auch ein, daß die Einfüh­rung derselben unserm Lande die größten Calamitaten bereiten würde, wenn nicht alle anderen deutschen Staaten sogleich Nachfolgen würden. Am praktischsten scheint es uns daher für den Augenblick zu sein: die wesentlichstzn Bedürfnisse des Staates durch eine Klassensteuer zu decken. Die Hauptwohlthaten der Einkommensteuer ließen sich auf diesem Wege erreichen.

Ein Einkommen von 250 fl. in Städtt N und von 200 fl. auf dem Lande durfte bei dieser Besteuerung nicht angezogen werden, es würde denen, die nur wenig verdienen, eine bedeutende Last abgenommen und dort­hin gewälzt, wohin sie gehört. Schließlich sprach man sich noch dahin aus, daß es ganz im allgemeinen In­teresse wäre, der indirkte Besteuerung ein möglichst rasches Ende zu bereiten.

Aus der Pfalz, 29. Januar. (Sp. Z.) Ueber die Wirkungen des Amnesticgesetzes erhält man fol­gende Notizen, welche zeigen mögen, wie zweckmäßig der Antrag der Linken in der bayerischen Kammer auf Erweiterung des Amnestiegesetzes war. In Folge des gedachten Amnestiegesetzes sind, außer 46 Frei­schärlern , welche von den aus Rastatt Gebrachten noch übrig waren, und außer siebzehn andern, früher schon in Haft gesetzten Freischärlern, aus dem Zweibrücker Eentralunlersuchungs-Gefängnisse acht Verhaftete ent- lassen worden, nämlich: Dr. Weiß, Krafft, Cörper, Wille, Zöller, Brunner, Zimmermann und Metz. In dem gedachten Gefängnisse befinden sich noch 98 Per­sonen, worunter 22 nichtbayerische Freischärler, näm­lich 16 aus Hessen, 1 aus Nassau, 2 Würtemberger,' 2 Badener und 1 Franzose. Von den übrigen 76 politischen Gefangenen sind 53 Familienväter. Da mehrere verschiedener Handlungen beschuldigt, und da bezüglich Einiger noch nicht ermittelt werden konnte, weßhalb sie nach Zweibrücken gebracht sind, so ist mir eine ganz genaue Classifikation nicht möglich; doch möchte das Resultat annähernd Folgendes seyn: wegen Beschlagnahme von Kaffen 17 Gefangene; wegen An­griff auf Personen (zunächst Verhaftung derselben) 16; Angriff auf Eigenthum (Requisitionen, Verhinderung der Abfuhr von Militäreffecten rc.) 17; bewaffneter Umsturz 8; Aufreizung 6; Wähler der prov. Regie­rung 3; Truppcnverführung 3; aus mir nicht näher bekannten Ursachen 6. Dabei spricht man davon, daß neue Verhaftungen stattfinden sollten. Außer den in das Vaterland nicht zurückgekehrten Soldaten und vielen Angehörigen des ersten Aufgebots, weilen noch wenig­stens 150 Pfälzer im Auslande. Es sind größreutheUS Familienvater. Die verheirateten Männer im Ge­fängniß und in der Verbannung besaßen fast alle selbst­ständige Geschäfte', gehören achtbaren Familien an; sie sind zum Theil sehr wohlhabend, zum Theil die einzigen Versorger armer Familien; mehr als die Hälfte zählt über 40 Jahre; Viele sind als entschieden gemäßigte Männer bekannt.

Aus Baden, 2. Febr. (Hornisse.) Die neueste Kleiderjagd geht im Schwarzwald los gegen die ro­then Westen und rothen Röcke der Bauern. Die­sesblutrothe Republikanergesindel" hat, glaub' ich, noch vom Bauernkrieg diese Mordfarbe am Leibe. In Offenburg sind zur Veränderung 'mal die Schuhe verboten; nämlich die Holzschiihe, weil sie so rebellisch "klappern. DieCarlsruherin" hat endlich eine Ge­meinde entdeckt, aus der nicht eine Person sich an der Revolution beteiligt hat. Dieser weiße yiabe heißt Söllingen. Und wer hat dieses Wunder ge­than! Das hat der fromme Pastor von Sollingen gethan. Geyet hin und thut desgleichen! Außerdem bringt die Standrechtsgrisette nichts als Foliobogen voll Erkenntnisse wegen Hochverraths, voll Steckbriefe und Vermögensconfiscationen , woraus zu ersehen ist, daß dasrepublikanische Gesindel" doch manch' schönes Haus- und Hofgut besessen hat. Wer da hat, dem wird genommen! Jetzt bekommen auch die reak- Uonären Damen preuß. Orden. Die Königin schickt dem Frauenverein preuß. Medaillen zum A n d e n k e n.

Breslau, 2. Februar. (N. O.-Z.) Die Verfassung wird beschworen und die Constitutionellen jubeln, wie wir's vorher gesagt, dennPreußen sagt die Con- stitutionelle Zeitung tritt nunmehr definitiv in die Reihe der constitutionellen Staaten ein." Die Ver­fassung wird beschworen mit der Gleichheit der Staats­bürger und mit der Bevorzugung etlicher Familien;

mit der Aufhebung der Censur und mit der Unter­drückung der Preßfreiheit; mit der den Kammern zu- stehenden gesetzgebenden Macht und mit dem Rechte des Ministeriums, Gesetze allein zu geben; mit dem Verbote, Fideicommiße zu stiften, und mit dem Vor­behalte Fideicommisse zu stiften. Die Vorlage in Be­treff der Familien-Fideicommiffe ist von den Kammern zurückgewiesen worden; im Sinne dieser Vorlage aber wird ein Gesetz erlassen werden, hoffentlich nach §. 105. Kurz die Verfassung wird beschworen mit allen ihren Widersprüchen; vom 6. Februar abdrängt sich zwi­schen unsern Herr Gott im Himmel und dieses Land ein beschriebenes Blatt ein, gleichsam als eine zweite Vorsehung, um nns mit seinen Paragraphen zu regie­ren und durch sie die alte, heilige Treue zu ersetzen."

Berlin, 3. Februar. (Hornisse) Freude ist im Himmel und auf Erden! Wir sind glückliche konsti­tutionelle Staatsbürger geworden! Mittwoch, den 6. Februar, wird der König die Verfassung be­schwören, Ruhe und Frieden wird einziehen in das müde Land, Handel und Gewerbe werden blühen und die Ordnung wird ihre schützenden Arme über die zu­friedenen Bürger ausbreiten! Welche schöne Zukunft! Schon stößt dieKonstitutionelle" einen kurzen Schrei des Entzückens aus, dem bald jubelnde Dankhymnen mit voller Orchesterbegleitung folgen werden. Ja, Preußen hat jetzt eine Verfassung, und eine Verfassung, die sich gewaschen hat; gestern Abend ist sie durch den Staatsanzeiger publizirt worden, und wem haben wir sie zu danken? der Aufopferung der Konstitu­tionellen und dem Patriotismus des Ministeriums Manteuffel!! Gewiß ist der rasche Entschluß, einen Eid zu leisten aufdas Blatt Papier, das sich zwischen den König und sein Volk drängt", nur gefaßt worden, um den Kammern eine kleine Freude für ihre so glän­zende Ergebenheit zu machen. Diejenigen übrigens, die in obiger Weise frohlocken, und d.e jetzt auf den Knieen zum Schlosse rutschen, um dein Herrscher für seine Gnade zu danken, irren sich gewaltig, wenn sie denken, daß jetzt bei uns der konstitutionelle Schwindel beginnen werde, der Frankreich fast ganz zu Grunde gerichtet hatte. Dahin läßt es gewiß keine von den entgegengesetzten Parteien kommen. Der Ablolu- tismus wird die jetzige Verfassung als ein blosesBlatt Papier" betrachten und sich so wenig an die konstitutionellen Kammern als an die einzelnen Pa­ragraphen derCharte Waldeck" denn das ist auch das jetzige Machwerk immer noch in den Augen der Hofschranzen kehren; der radikalen Partei aber ist es ganz gleichgültig, ob der Absolutismus wieder in seiner nackten Scheußlichkeit dasteht, oder ob er in einer papiernen Düte steckt. Darnm ist wahrhaftig der Kampf in der Nacht vom 18. zum 19. März nicht geschlagen worden, daß man uns eines schönen Tages mit die­ser Verfassung beglücken sollte! Damit sind nur die Con- stitutionellen zufrieden, die damals hinter dem Ofen saßen. Das Volk in seiner Masse verlangt mehr, ver­langt die volle Freiheit, und es wird sie erringen, wenn auch in jedem Dorfe Deutschlands ein Duodez- Landgraf mit seiner Leibgarde säße! Darum hat die die deutsche Jugend ihr Blut nicht vergossen, daß eine blasirte Aristokratie und eine verfaulte konstitutionelle Clique nach Belieben über den Kern des Volkes ver­fügen könnte!

Spanien.

In Spanien gibt es 15,640 Schulen, wovon 283, welche 23,449 Schüler haben, zu den höheren Unter­richtsanstalten gehören; 7847 vollständige Elementar­schulen mit 436,941 und 7510 unvollständige mit 103,221 Schülern. Der Unterricht wird daselbst von 6847 Professoren, welche ein Diplom und von 5937, welche kein Diplom haben, und von 1241 Lehrerinnen mit und 1261 ohne Diplom gelehrt. 5740 dieser Pro­fessoren sind genöthigt, ein anderes Handwerk zu trei­ben, ;um leben zu können. In Spanien erhält von 17 Kindern nur ein einziges eine Erziehung.

Wir sahen emanier verwundert an; wir alle hatten in der Schildwawe einen besondern Freund Bobs er­kannt und glaubten also, es müsse ein Mißverständuiß obwalten. Ich sagte der Wache noch einmal, wer wir wären, erhielt aber dieselbe Antwort und Bob ruderte weiter, um wo möglich an der andern Seite des Schiffes besser anzukommen. Es erging uns hier jedoch nicht besser; die Wache drohete, zu schießen, wenn wir uns nicht entfernen würden.

Bob meinte, dahinter stecke der Lieutenant Burke und rielh uns bis zur Ablösung der Wache, d. h. vier Stunden zu warten. Wir mußten und fügen. Als die Wache abgelöst war, ließ man uns ungehindert auf das Schiff hinaufsteigen un* die erste Person, die wir da sahen, war Burke in voller Uniform an der Spitze der Offiziere, die zum Kriegsrathe versammelt zu sein schienen.

Woher kommen Sie?" fragte er uns.

Vom Lande," antwortete ich.

Wer hat Ihnen die Erlaubniß gegeben1*

Sie wissen, daß ich mich in dem Gefolge des Herrn Stanbow befand."

Sie mußten, wie die andern, um zehn Uhr zu­rück sein."

Wir kamen um Mitternacht an, wurden aber vom Schiffe zurückgewiesen. Es gibt ja Umstände, wo die Disciplin minder streng ist."

Haben Sie Erlaubniß vom Capitain?"

Nein."

Sie gehen auf vierzehn Tag ins Gefängniß."

Ich verneigte mich, wartete aber, um zu hören, was über James und Bob beschlossen werden würde.

Und Sie," wendete sich Burke mit seinem höhnischen Lächeln an James,gehörten Sie auch zu dem Gefolge des Capitains?"

Nein; ich versuche gar nicht, mich zu entschuldigen, denn ich war ohne Erlaubniß am Lande. Ich habe Strafe verdient; strafen Sie. mich aiso, aber strafen Sie mich für zwei."

Warum das?"

Weil ich Bob unter meiner Verantwortung mitge­nommen habe."

Sie sind auf einen Mvnat Gefangener und Bob erhält zwanzig Hiebe."

Ich bat, sobald ich dies gehört hatte, den Lieute­nant Burke um eine Unterredung unter vier Singen. Er bewilligte sie; ich bat für die beiden Freunde aber verschlimmerte dadurch ihr Loos, indem die Haft James auf sechs Wochen und die Hiebe Bobs auf dreißig er­höhet wurden. Ich vermochte den Grausamen nicht von seiner Entscheidung abzubringen; er führte das Commando auf dem Schiffe, da der Capitain am Lande geblieben war. Nach einiger Zeit erzählte mir ein Matrose, daß Bob die dreißig Hiebe erhalten und Burke ihm gesagt habe, die letzten Zehn verdanke er mir.

Nun war Burke verloren.

Ich hatte mir fest vorgenommen, die Mannschaft von ihrem Henker zu befreien, aber nicht etwa durch einen Mord. Ich wollte ihn fordern. Tödtete er mich im ehrlichen Zweikampfe, so war es gut; begünstigte dagegen mich das Schicksal, so war meine militärische Laufbahn abgeschlossen.^ Ich nahm mir vor, nach dem Kampfe nach Griechenland zu entfliehen, nach Kleinasien oder Aegypten und im Oriente zu bleiben. Mein Ent­schluß wurde nur noch durch den Gedanken an meine Eltern erschüttert, von denen ich mich auf immer trennen mußte; indessen zweifelte ich nicht, daß mein Vater sobald er die Sache erfahren, mein Benehmen billigen würde.

Die Vorbereitungen wurden in aller Stille getroffen so lange ich mich noch in der Haft befand. Als ich derselben entlassen wurde, gab man mir ein glänzendes Fest. Um demselben nicht beiwohnen zu müssen, begab sich Burke ans Land. Dies konnte sich nicht besser treffen. Ich beredete mich mit Bob, nahm mein ganzes Geld und meine Wechsel auf Smyrna, Malta und Venedig zn mir, steckte ein Paar Pistolen in die Tasche, hing das Portrait meiner Mutter um den Hals und stieg dann hinab ins Boot.

(Fortsetzung folgt.)