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ft, welche wirkliche Stürme erregen, weßhalb man dem Schiffe beinahe alle Formen eines für die hohe See bestimmten Fahrzeugs geben mußte. Es wird von den nordamenkanischen Staaten aus in Stücken von 350 Pfd. nach Lima trausportirt und von da auf Maulthieren an seinen Bestimmungsort gebracht. Am Ufer des Sees, 11,000 Fuß über der Meeres- fläche, wird das Schiff von Arbeitern zusammengesetzt, die er für diesen Zweck besonders angestellt hat, wie er sich auch zur Lieferung der Vorrathsstücke, der Werkzeuge für alle möglichen Reparaturen und sogar einer Feldschmiede verpflichtete.

Asfisenverhandlungen zu Wiesbaden.

Vierzehnter Proceß.

Anklage gegen Christian Jakob Kaufmann von Hochheim, wegen Tödtung.

H Wiesbaden, 5. Febr. Der Angeklagte Christian Jacob Kaufmann von Hochheim, ein 14 jähriger Knabe, ist beschuldigt, am 7. November v. I. in einem Weinberge bei Hochheim den Johann Diefenbusch, 17 Jahre alt, in den Unterleib gestochen zu haben, in Folge dessen der Tod des letzten, erfolgte.

Nach dem Anklageact ist die Sache folgende: Diefenbusch und Kaufmann geriethen im Wein­berge in Streit, nach dem sie sich gegenseitig schon am Morgen geschimpft und geneckt hatten. Diefenbusch war Moch der Urheber des Streites. Er warf dem Kaufmann vor, er habe am Hochheimer Märkte einem Comödianten einen Hund gestohlen und sei ein Hnndcdieb," nannte ihn auch einenEntenmakler." Kaufmann nannte ihn hierauf einen Lausbuben und Püttchen" ( Dieft ubsschs Spitznamen ) Dieses ge­schah noch in Hochheim. Im Weinberge drohte Die­fenbusch dem Angeklagten beim Essen bekäme er seineFänge." Dieser hielt sich deshalb ferne von ihm und setzte sich zu den Leserinnen. Beim Trauben­lesen kamen später Beide ziemlich nahe zusammen. Diefenbusch sprang auf K a u fm a n n los, packte ihn an der Kehle, so daß dieser ganz außer Athem kam und ganz beteubt wurde (wie der Angeklagte angibt) Dieser suchte sich so viel wie möglich zu wehren und so kam es, daß er sein Messer seinem Gegner in den Leib stieß. Der Verwundete schrie:Herr Jesus, ich bin gestochen!" Die Winzer eilten herbei und unter­suchten ihn. Der in der Nähe weilende practische Arzt, £r. Dr. Gerlach von Mainz kam auch dazu und ließ den Verwundeten nach Hause bringen. Dort wurde dieser verbunden rc. Er starb jedoch nach drei Tagen. Der Angeklagte weiß nicht, wie er den Stich beigebracht habe, er sei ganz ohne Besinnung gewesen.

(Schluß folgt.)

Eine Szene aus dem ungarischen Freiheits­kriege.

Kossuths Schwester war die Oberaufseheriu der Hospitäler, unter ihrem Commando standen die 600 Jungfrauen, die Pesth noch im Monat August 1848 verlassen hatten, um, bei den Compagnien vertheilt, das schwierige Geschäft der Krankenwärterinnen zu übernehmen. Es waren edle hochbeherzte Jungfrauen aus den besten Häusern; in Nichts standen sie dem Eifer der Jünglinge nach, die der guten Sache der Freiheit dienten; ihr das Leben weihten; Haus und Hof verließeu sie, entsagten allen Bequemlichkeiten, unterzogen sich den größten Mühseligkeiten, setzten sich jedem Ungemache aus, um zum Wenigsten dadurch zu dienen, daß sie dem vom Schlachtselde heimgebrachten verwundeten Krieger die Wunde verbanden, ihn pfleg­ten und mit schwesterlicher Liebe seiner warteten. Und unter solcher Pflege, wo der sonst nur in aller Unter-

thänigkeit zur Edelfrau aufblickende Landmann der Knecht seiner Herrschaft war, und jetzt im Kampfe sich von ihr gepflegt sah; unter solchen Umständen mußte er bald wieder genesen und mit erneuerten Kräf­ten das Schlachtfeld aufsuchcnd, für das Land kämp­fen, das solche edle hochherzige Jungfrauen fein nennt; es war ihm nicht bange vor der Kugel des Feindes, er stürzte sich ins Feuer mit dem Bewußtsein, daß, blieb er, er fürs Vaterland gefallen war, und wird er verwundet, welche Pflege wartet seiner!

Windischgrätz hatte die Armee um Godöllo con- centrit und wollte das seinem Oberherrn gegebene Wort lösen, daß, so wie mit Prag und Wiew er nun auch bald mit Ungarn fertig werden wollte, '^"i ter Kurzsichtige, er kannte nicht die Söhne be Haide; hatte keinen Elcctrometer, der ihm die Kraft H.gewo­gen, die Kossuths Worte in seiner Armee hervorbrach- ten. Ihm mußte es fremd geblieben sein, daß eine halbe Million geschworen:Wir schwören, zum nnga- schen Gotte schwören wir, nicht länger Gefangene zu sein."

Die toonne erschien heute bei ihrem Aufgange in einem dunkelrothen Kreise, ein schlimmes Prognostieon, es war der Tag, an dem eine blutige Schlacht zwi­schen den Magyaren und Oesterreichern stattfinden sollte. Die weite Ebene zwischen Gödöllö u n d Gyöngötsch sollte der Schauplatz der kriegerischen Scene sein. Noch war der ganze Kreis der Tageskö­nigin am Firmament nicht sichtbar, als ein furchtbarer Kanonendonner in der Ebene sich hören ließ und die Echo's in den sie umringenden Wäldern mehrfach wi­derhallten. Es war das Signal zum Beginn des fol­genden Schauspieles.

Kampfgerüstbt standen beide Heere sich gegenüber, und trotz der Menge der Oesterreicher, die den Ma­gyaren weit überlegen war, zitterten Letztere doch nicht, die Söhne der Püsta warteten gespannt und ungedul­dig des ersten zum Angriff gegebenen Signals.

In einer geraden Linie foemiete sich die österreichi­sche Armee, während Görgei) in vier Colouncn in ver­schiedenen Richtungen den Angriff pfanirte. Eine halbe Stunde wohl mochten die Oesterreicher ihre Kanonen abfeuern, ohne sonst was anderes dabei zu bezwecken als den Staub in der Ebene aufzuwirbeln, während Görgey's Armee noch keinen Schuß gethan hatte; doch nun fand er es auch für gelegen, die Feuerschlüube seiner Armee spielen zu lassen; er ordnete den Zug. 2000 Mann Honved, freiwillige aber feste kernige Männer, bildeten die Avantgarde; nach dieser zogen 4 Batterien Artillerie mit 28 Kanonen und hinter die­sen bildeten 4000 Mann Szekler die Arrieregarde, so daß die Artillerie vor den Blicken des Feindes ganz entzogen war; diese alle zusammen machten das Cen­trum, während 4 Eocadronen Husaren den linken und rechten Flügel bildeten.

Der Feind machte eine kurze Pause und ließ ruhig die sich ihm Nähernden auf sich zu kommen, die wohl geordnet mehr das Aussehen hatten, als gingen sie einer Festlichkeit entgegen und nicht den Feuerschlünden von 80 Kanonen. Doch nunmehr auf Schußweite entfernt, erscholl das nur den ungarischen Kriegern be­kannte Zeichen der Trompeten ; gleich einem Manne, es war das Werk eines Augenblicks, stürzte die Avant­garde Görgey's Boden und lag platt unbeweglich da, als hätte mit einem Male die Erde sich aufgethan, und sie alle mit sammt verschlungen. Da hoben die Kanonen Görgey's an, ungarisch mit den österreichischen Kanonen zu sprechen; es entstand gegenseitig ein stren­ges Feuern, indem die auf dem Boden liegende Avant­garde auch nicht müßig zusah, denn während die Ka­nonenkugeln über ihren Köpfen hinflogen, hatten sie in liegender Stellung den feindlichen Kanoniren unter die Füße geschossen, und so brav gezielt, daß bald von

österreichischer Seite zur Netirade geblasen wurde; doch auch Görgey ließ blasen und jetzt galt es den Husa­ren. Kaum hatten die ungeduldigen Rosse diesen ihnen bekannten Ruf vernommen, als sie schon, ohne von ihren Reitern angespornt zu werden, gleich Pfeilen da­hin flogen und den Feind zu verfolgen begannen, das Gefecht wurde ein hitziges, die Oesterreicher wichen im­mer mehr und die Magyaren folgten: die Sonne stand im Mittag und die Ungarn waren Sieger des Tages; zu derselben Stunde eilte Windischgrätz nach Pesth zu­rück, wie es hieß, aus Gesundheitsrücksichten, weil ihm das Wetter bei Gödöllö zu heiß war.

Das Feld, wo der Kampf stattgefunden hatte, war geräumt, d. h. von den Lebenden, denn die Gefallenen, Verstümmelten und Verwundeten lagen noch immer da, sich in ihrem Blute badend, mit Weh- und Schmerzenö- lauten die Luft erfüllend.

Der Ausdruck Schlachtfeld ist nicht der richtigste, womit wir ein Feld bezeichnen, wo nach geendetem Kampfe Tausende von Verstümmelten den Verlust ih­rer Glieder beklagen. Wer hat ein derartiges Feld nach gelieferter Schlacht besucht? Schon in der Ferne deutet uns der Ruf der Verwundeten, ihr Wehklagen, das die Luft erfüllt, deutlich genug, wo wir uns be­finden, hier einer ohne Hand und Fuß, dort ein Kopf vom Rumpfe getrennt, einer des halben Gefichtes ver­lustig, ein anderer wieder mit der noch ihm übrigen Kraft, die klaffende Wunde mit der Hand zudrückend, durch die all sein Blut ihm entfließt, es ist gräßlich, cs ist schrecklich, das Feld der Verstümmelung der Ort des Jammers und Elends!

Am Abend als der Sieg den Magyaren unter ih­ren zurückgebliebenen Brüdern bekannt wurde, erhoben diese sich und eilten mit den Feldärzten, Krankenwär­tern und barmherzigen Schwestern dem Felde zu. Er­stere, um die Verstümmeltenzu amputiren, Letztere, um die Verwundeten zu pflegen.

Vier und zwanzig junge Damen, die sich diesem Dienste geweiht, begleiteten die Aerzte, sie waren fast alle gleich gekleidet, breite schwarze Hüte, schwarze Sammtleibchen, breite grüne Röcke mit Bändern ein­gefaßt, ein Fäßchen mit Labe- und Stärkungsmitteln an der einen, eine Tasche mit Charpie und Pflaster an der andern Seite, eilten sie den Bedürftigen schnell z» Hülfe. (N.O.Z.)

Berichtigung zu dem Artikel Zur nassauischen Eisenbahnfrage in No. 30 und 31 der Fr. Zeitung.

Wiesbaden, 6. Febr. In der gestrigen Nummer Ihres Blattes haben wir gesagt: der Zain Braun­kohlen koste an der Grube 1 fl. 30 kr., in Limburg 3 fl. 30 kr. Durch die Eisenbahn könne er aber um die Hälfte billiger verführt werden. Der letztere Satz ist undeutlich ausgedrückt, und es konnte daraus gefol­gert werden, als würde der Zain in Limbrg auf 1 fl. 45 kr. zu stehen kommen. Wir wollten ausdrücken, daß der Fuhrlohn um die Hälfte billiger sei und von 2 fl. sich auf 1 fl. reduciern wird. Denn wir rechnen den Transport vom Centner Braunkohlen aus dem Steinkohlenrevier bis an die Lahn, eine Strecke von 4 Meilen, auf 6 kr. den Centner, den Zain also auf 1 fl. Derselbe würde also in Limburg 2 fl. 30 kr. und hier in Wiesbaden 3 fl. 30 kr. kosten. Durch eine ins Große betriebene, mit Maschienen geförderte Ausbeute wird der Ankauf der Kohlen au der Grube noch billiger werden, und wir dürften dieselben in Wies­baden um die Hälfte wohlfeiler erhalten als die Stein­kohlen, indem letztere der Centner 36 kr. kostet, der Centner Braunkohlen aber sich beiläufig auf 18 kr. be­rechnen wurde.

Verantwortlicher Redakteur: I. Oppermann.

WekavntmaâAngeu.

w Wichtig für Auswanderer.

7§& Regelmässige Postschifffahrt

zwischen Antwerpen & Xéw-¥ork.

Abfahrt von Antwerpen am 1. und 15. jeden Monats.

Die Schiffe dieser Linie, wie: Luconia, Capitain Hamilton; Hector, Capitain Post; Victoria, Capitain Whatlington; Cotton Planier, Capitain Pratt u. s. w. find alle als vorzügliche amerikanische gekupferte Dreimaster erster Classe bekannt und werden von erfahrenen, menschenfrcnnvlichcn Capitalen geführt.

Denjenigen Auswanderern, welche im Anfang des Frühjahres ihre Reise antreten wollen, diene zur Anzeige, daß die

Luconia, Capitain Hamilton am 1. März und

Hector, Capitain Post am 15. März erpedirt werden, und daß sie zur Sicherung ihrer Plätze sich frühzeitig an die Unterzeichneten und deren Agenten wenden müssen.

Außer obigen Schiffen expediren wir auch mit Beginne des Frühjahres schöne amerika­nische Dreimaster

nach ^Vew - Orleans.

Nähere Auskunft über Preiße und Bedingungen ertheilen

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__!" Mam;_____ in Bingen. __________in Creuznach. in Wiesbaden.

. reust in d-K freie?! christlichen (deutschkatholische!!) Gemeinden.

g oeü 10 Morgens^aib 10 Uhr, in der Gemeinde zu Wies- ' Graf. Nach dem Gottesdienste Gemeindeversammlung c: T me und zu derselben Stunde Gottesdienst in der Gemeinde ech-MosbaM, wobei man sich des evangelischen Gesangbuches Wp eviger: Pfarrer Schröter aus Worms.

' g den 17., Morgens 10 Uhr, in der Gemeinde zu Rüdeè h eim; ^vc/- raf. Die Vorsteher.

(105) Nächsten Sonntag, den 10. d. M., findet in meinem Hause gut besetzte

statt, wozu ergebens! einladet ,

Für Spciß und Trank wird gut gesorgt.

Nassau, 5. Februar 1850. Ta^otlor O«®MßP, Zur Krone.

Bei H. F. Grote in Arnsberg ist erschienen unb in der H. W. Ritter'schen Buchhandlung in Wiesbaden zu haben:

Genndzüge

eines

deutschen <8trasverfahrens.

Von

I. D. H. Temme, Königl. Preuß. Appellations - Gerichts - Director.

(104) Zwei junge Männer wünschen als Einsteher beim MÄtstr einzutreten. Das Nähere in ber Expedition.

(106) Bei Höfbl chbinder Ph. Selen ka kann ein gesitteter junger Mensch in die Lehre treten.

(107) £ei Äastwirth Giebermnnn in Er­benheim sino bis Zum 23 d. 4Ist fl. Vor- mundschaftSgelder gegen doppelte" gerichtliche Sicherheit zum Ausleihen bereit.

Theater zu Wiesbaden.

Donnerstag, den 7. Februar. Mutter und Soh«, Schauspiel in 5 Akten und 2 Abtheilungen. Mit freier Benutzung des Breiner'schen Ro­mans:die Nachbarn" von Birch- Pfeiffer.

Druck und Verlag der C. Ritter'schen Buchdruckerei.