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befürchtenden Ausbruch von Unruhen in Süddeutsch­land ein Ziel setzt. Dieses Corps dürfte eine Stärke von mehr als 35,000 Mann haben, wovon beiläufig die Hälfte in Vorarlberg, die andere Halste im Inn- thale bis Schwaz dislocirt ist. Cun großer Theil der Truppen, besonders im Vorarlberg, ist cafmuft oder verpflegt sich wenigstens selbst, wodurch die Last für daS Landvolk minder drückend wird, während anderer­seits die große Menge Geldes, die daS Corps ver­ausgabt, und der dadurch entstehende Arbeitsverdienst dem Lande wieder zu Gute kommt. Böhmische Trup­pen bilden den Hauptbestandtheil des Corps, allein auch zwei ungarische und ein italienisches Regiment befinden sich darunter alles wahre Kern truppen, die bereits in den letzten italienischen und ungarischen Kämpfen sich glänzend bewährt haben und in bester Eintracht mit den Landbewohnern leben. Insbesondere find auch die Cavallerie -Pferde und die Bespannung der zahlreichen Artillerie in einem trefflichen Zustande. Commandant des Corps ist nun Feldmarschall-LikU- tenaiit Legeditsch, schon durch sein humanes, kräftiges und kluges Benehmen in Galizien sehr Vortheilhaft bekannt. Ihm zur Seite stehen nebst einem glänzenden Stabe die Generale Roßbach in Tirol nur unter dem NamenVater Roßbach" als Führer der Landes- vertheidlger im Jahr 1848 bekannt und Zobel in Bregen;, Nobili und Blomberg in Imst , Colleri in Neutte und Görgcr in Innsbruck. (A. Z.)

Schwerin, 31. Januar. Der" Erlaß der provi­sorischen Bundescommission vom 11. Januar d. J. an das Mecklenburg-schwerin'sche Gesammtministerium ist dem Verwaltungsrathe zu Berlin zugestcllt worden, und hat derselbe in Folge der Anträge des Mecklenburg - schwerin'schen Bevollmächtigten und nach stattgehabter Prüfung dieser Angelegenheit durch eine von ihm hierzu medergejetzte Kommission in seiner 76. Sitzung unterm 29. Januar d. J. beschloßen:

1) daß der vorliegende Fall nach der Ansicht des Verwaltungsrathes allerdings dazu geeignet sei, vor einer Verfügung der Bundescommission, nach Maß­gabe der von der preußischen Regierung unterm 8. Oktober v. J. ertheilten Zusage, zur Kenntniß und Beurtheilung des Verwaltungsrathes gebracht zu werden;

2) daß in dem Ersuchen der Bundescommission um eine Gegenäußerung noch nicht die Erklärung liege, daß sich dieselbe zur Entscheidung über die An­wendbarkeit der Verordnung vom 28. November 1817 kompetent erachte, und daß es selbstverstanden sei, daß über die von der Großherzogl. Mecklenburg - schwerin'- schen Regierung vorzubringenden Einwendungen gegen diese Anwendbarkeit vor weiterem Vorschreiten der Bundescommission durch richterliches Urtheil entschieden werden müsse;

3) daß in dem Erlasie der Bundescommission vom 11. d. M. kein eigentliches mandatum inhibi- torium, sondern nur eine Abmahnung erblickt werden könne;

4) der preußischen Regierung die gegenwärtige Ver­handlung mit dem Ersuchen um Erwägung bei der den Bundescommissarien zu ertheilenden Instruktion mit- zutheilen. (Mcckl. Z.)

Breslau, 1. Februar. (Mz. Ztg.) Zur Charak­teristik der nach Erfurt Wählenden diene folgender Passus aus einer Rede des Rittmeisters v. Rheinbaben in einer Wahlmänner-Versammlung:Verlangen Sie nicht, daß ich den Fahnen untreu werde, die von Fehr­bellin bis hierher geführt haben; meinen bescheidenen Namen, den ich von ehrlichen Eltern bekommen, der schon zur Zeit der Mongolenschlacht genannt wurde, will ich ehrlich meinen Kindern überbringen; wenn ich auch spezifischer Preuße bin, so strahlt Germania mir als Meteor entgegen, das nie erlöschen wird" u. s. w. Zum Schluß auf die in Eriurt zu erwartenden Ver­hältnisse, auf die Frage, ob Revision oder nicht Revi­sion, eingehend, erklärt der Redner, seine politische

Ansicht sei:das Alles sei im noch unklar; nur den einen Zweck behalte er im Auge, daß der preußische Aar seine Fittige ausdehne zur Ehre Preußens und Deutschlands" u. s. w.

Munster, 31. Januar. (Nat.-Ztg.) Der Bürger­meister Bracht zu Recklinghausen, Sohn des würdi­gen Veteranen im Dienste der Volkssache, Regierungs­rath Bracht daselbst, ist vom Disciplinarhof der hiesigen Regierung zur Amtsentsetzung verurtheilt. Das Ver­brechen Brachts bestand hauptsächlich darin, daß er den: Befehle des landräthlichen Kommiffarius, die Abhaltung zweier Volksversammlungen zu verbieten, nicht nachgc- kommen. Die Verhandlungen vor dem Disziplinorhof sollen von höchstem Interesse gewesen sein, besonders behufs Einsicht in das Getriebe der heutigen V^wafz tungSmaschinerie. x_/

Unter den jüngern, noch nicht ctatsmäßig amfestell- ten Juristen des benachbarten AppellationsaerichtS-De- partements Hamm herrscht seit Kurzem große Aufre­gung und Entrüstung. Dort ist nämlich der Anfang in Ausführung einer Ersparnis - Maßregel gemacht, welche das bis jetzt Dagewesene allerdings in jeder Beziehung überbietet. Sämmtliche diütarisch-besoldete richterliche Hülfsarbeiter des Departements sind von ihren Stellen abgerufen und werden durch unbesoldete Assessoren resp. Referendarien ersetzt werden. Die schon jetzt nicht glänzende juristische Karriere wird, wenn, wie anzunehmcu, jene Maßregel allgemein durchgeführt werden soll, wahrhaft trostlos werden. Bis jetzt hatte man nach Absölvirung des 3. Eramens doch noch Aus­sicht binnen Jahresfrist als Hilfsrichter mit Diäten verwendet zu werden, oder konnte, wenn man es vor­zog, wenigstens den Ort seines Aufenthalts und seiner Wirksamkeit als unbesoldeter Arbeiter wählen. Fortan wird man 6 7 Jahre lang beliebig gebraucht und in die ödesten, traurigsten Orte geschickt werden können, ohne einen Pfennig Remuneration.

München, 2. Febr. (N.D.Z.) Es macht einen ganz eigenthümlichen Eindruck, wenn man in Mitte einer ernsten, verhängnißvollen Zeit einen fürstlichen Hof von einem sogenannten Vergnügen zum andern eilen sieht. So der baierischeHof, der gegenwärtig unwill­kürlich an die Tage Kaiser Karls VII. erinnert, von dessen Aufwand und Lurus die heute noch in der Re­sidenz zu sehenden Kaiserzimmer mit dem Kaiserbette, welches allein iy2 Million gekostet hat, zeugen. Also der Hof amüsirt sich ununterbrochen, der König liebt zu seiner Zerstreuung und Erholung von den schweren Sorgen der Regierung Amüsements, und Hof- und Kammerbälle w. folgen sich rasch. Auch ein besonderes Theater ist im Schloße mit einem Kostenaufwand von 25,000 fl. zum besondern erkl. Amüsement der höchsten Personen und ihrer Umgebungen eingerichtet worden, und für das nächste Hofmastenfest hat die Königin eine russische Quadrille anfangs wollte man eine französische aus den Zeiten Heinrichs IV. arran- girt, wozu nach dem Vorschläge der Königin das Co- stüm jeder Tänzerin ohngefähr 250 fL kosten soll.

Während so der Hof eifrig bemüht ist, sich zu amüsiren, sind die Minister eifrig bemüht, den sogen. Rechtsboden, auf den sie sich so gerne stellen, und so­mit ihren eigenen Boden, zu unterwühlen. So aber­mals iu der Sitzung vom 31. Jan., wo es sich um die Frage handelte, ob der in Ruhestand versetzt ge­wesene und jetzt als Professor wieder angestellte Döl­linger sich einer neuen Wahl zu unterwerfen habe oder nicht. Während selbst die reaktionärsten Juristen darüber einig wären, daß nach dem Buchstaben und dem Geiste des Gesetzes Döllinger einer neuen Wahl sich unterwerfen müsse, war das Ministerium gegen eine solche, und die unübertreffliche Kämmermajorität entschied sich in gleichem Sinne. In derselben Sitzung antwortete auch Pfordten auf eine Interpellation Kolbs, Rubens und Krämers mit einem hautain, welches un­willkürlich an das Sprüchwort erinnerte:Hochmuth kommt vor dem Falle.

Bekanntlich hat sich hier ein Veteranen-Verein ge­bildet, dessen Zweck ist: Schutz der Jönigl. Familie und der Residenz. Unter diesem Vereine befinden sich meh­rere subalterne Angestellte, und diese stellten nun jüngst an das Ministerium die Bitte, daß ihnen bei ihrer Pensiouirnng im Civilstaatsdienste die Jahre gleichfalls in Anrechnung gebracht werden möchten, welche sie im Heere dienten. Der sublime Justizminister Kleinschrod eröffnete ihnen: Die Jahre, welche sie im Heere ver­lebt, haben sie im Dienste des Königs, und nicht im Dienste des Staats zugcbracht^ indem das baierische Heer lediglich im Dienste des Königs stehe; daher könne auch ihr Gesuch nicht ein- Ldiigen werden. Diese Erklärung hat viele der 7,treuen Veteranherzen" umgewandelt, oder wenigstens wankelmüthig gemacht.

Das Ministerium befindet sich ganz in den Händen der Ul^a'nontanen; so sehr es bemüht ist, seine Selbst­ständigkeit zu behaupten, oder wenigstens zu zeigen, so klar ist es, daß es zum Werkzeuge des Ultramontanis- mus geworden ist, die Ultramontaneu beherrschen das Ministerium und die Kammer. Sobald sie es für gut finden werden, werden sie denkathegorischen" Mini­sterpräsidenten über Bord werfen.

Dresden , den 2. Februar. Der nach Baku­nin , Röckel und Heubner am meist Gravirte der Mai- revolution: Postsskretär Martin, ist vom Appellations­gericht zu lebenslänglicher Zuchthausstrafe ersten Gra­des verurtheilt worden. Ueber die vielbesprochene und erwartete Amnestie hat die Regierung den Kam­mern folgendes Dekret zugestellt:

Se. königl. Maj. geben den Kammern auf die Landtagsschrift vom 20. v. M. zu erkennen, daß Al- lerhöchstdieselben gemeint sind, nicht blos Einzelnen der Maiangeklagten, sondern, wie den Kammern be­reits mitgetheilt worden ist, ganzen, im Voraus be­stimmten Klassen derselben, ohne vorheriges Ansuchen der Betheiligten, Abolition, also eine, vor der Fällung, des Rechtsspruchs eintretende und somit auch deren staatsbürgerliche Rechte aufrecht erhaltende Begnadi­gung, zu Theil werden zu lassen, daß Dieselben sich aber vorbehalten müssen, darüber, welche der Ange­klagten jenen Classen beizuzählen seien, das Gutachten ihres Justizministeriums zu vernehmen. Da nun aber ein solches Gutachten ohne vorherige Erörterung der Schuld eines Jeden nicht erstattet werden kann, und über diejenigen Angeschuldigten, welche jenen Classen nicht angehören, rechtlich erkannt werden muß, so ha­ben Allerhöchstdieselben sich zu einer auch die Einlei­tung der Untersuchung ausschließenden Amnestie nicht zu entschließen vermocht. Damit es übrigens dem Gutachten des Justizministeriums an einer auf richter­licher Beurtheilung beruhenden Grundlage nicht fehle, ist schon früher angeordnet worden, daß, wenn die betreffenden Untersuchungen so weit vorgeschritten sind, um das Verschulden der einzelnen Betheiligten danach beurtheilen zu können, die Akten mit einem gutachtli- lichen Vortrage des betreffenden Bezirksappellationsge­richts an das Justizministerium eingesendet werden; als wobei es Allerhöchstdieselben bewenden lassen. Dresden, 24. Jan. 1850. Friedrich August. Dr. Ferd. Zschinsky."

Die zweite Kammer hat dasselbe dem vierten Aus­schüsse zur Begutmachung zugewiesen.

Stuttgart, 3. Februar. Wie versichert wird, hat das Ministerium an die vier Kreisregierungen die Wei­sung erlassen, die Presse mit größerer Strenge als bisher zu überwachen. Man will hier wissen, Fick- l e r habe sich in Constanz den badischen Gerichten ge­stellt, sei aber auf kräftige Verwendung nicht nach Ra­statt abgeliefert, sondern in Constanz in Haft behalten worden. (F. I.)

Von der rauhen Alb. Auf welche Weise in Ba­den konservative Wahlen gemacht werden, kann man aus folgendem Beispiele ersehen. In Stetten mußten kürzlich die Urwähler für die bevorstehende Abgeord-

fd'ienen. Endlich gab der Eisenstab nach und ließ so viel Raum frei, daß wir uns Hindurchdrâugeu konnten. Das äußere Geländer fiel bei dem erste» Anstoße hinunter. In demselben Augenblicke trat einer der Männer in die Mitte der Straße und rief mir zu:

»Sind Sie es, Davy»? Brauchen Sie Hilfe? Ich bin da mit Bob, um Sie zu unterstützen."

»James! Bob!" rief ich, indem ich mich nach der jungen Griechin umkehrte, die nicht verstand, was man mir in einer fremder Sprache zurief:nun sind wir gerettet." Nein, antwortete ich den Freunden, »ich brauche keine Hilfe, als einen Strick; habt Ihr einen?"

Wir haben sogar eine Leiter," antwortete James, Bob, komm hierher und stell' Dich an die Wand."

Der Matrose gehorchte; im zweiten Augenblicke stand ihm James auf den Achseln nub reichte mir die beiden Enden einer Strickleiter, welche ich an die eisernen Fensterstäbe befestigte. Dann stieg James wieder hin­unter und befestigte da die Leiter so, daß sie nicht schwankte und meine Gefährtin leichter daranf hinunter steigen konnte. Sie verlor keine Zeit und befand sich bald darauf auf bar Straße zur großen Verwunderung meiner Freunde James und Bob, welche nicht begreifen konnten, was das zu bedeuten habe.

Es ist jetzt feine Zeit, Euch die Geschichte zu er­zählen," sagte ich ihnen,wir haben keine Minute zu

habe. Ich hob sie auf und sagte, da keine Zeit zu ver­lieren war:

Entfernt Euch in des Himmels Namen. Es han­delt sich um Euer und Eurer Tochter Leben. Zögert keinen Augenblick."

Noch ein Lebewohl," sagte die Tochter', indem sie mir die Hand drückte,Gott allein weiß, ob wir einander wiedersehen. Wir suchen Carbikia im Epirus zu erreichen, wo sich die Ueberreste unserer Familie be­finden. Nennen Sie mir Ihren Namen, damit ich alle Tage für den beten kann, der ihn führet."

Ich heiße John Davys und hätte gern mehr für Sie gethan; ich that, was ich vermochte."

Und ich heiße Wasiliki," entgegnete das junge Mädchen,Gott sagt mir, wir werben uns wieder­sehen."

Sie trat bei diesen Worten in die Barke, riß das Jnwelcnbvuauet das sie in dem Haar trug, heraus und sagte:das ist der Lohn, den ich dem Jacob versprochen hab». Ihnen gewähre der Himmel einen, der besser ist, als alle Diamanten der Erde."

Das Bouquet fiel zu meinen Füßen nieder; die , Barke entfernte sich rasch vom Ufer und verschwand im Dunkel.

(Fortsetzung folgt.)

verlieren.Wo erwartet Sie daS Boot?" fragte ich , meine junge Griechin.

Am Thurme von Galata," antwortete sie ; aber ich kann Sie nicht dorthin führen, ich kenne den Weg nicht."

Ich kenne ihn," antwortete ich, während ich ihre Hand ergriff und sie fortzuziehen suchte; aber in diesem Augenblicke bemerkte ich, daß sie barfuß war und mir nicht folgen konnte. Ich machte eine Bewegung , um sie auf meinen Arm zu nehmen, Bob bemerkte es, kam mir zuvor, hob sie auf, wie der Wind eine Feder em- porhcbt und lief mit ihr nach der Küste zu. James gab mir ein paar Pistolen, die er für mich mitgebracht er selbst war and) bewaffnet, und so folgten wir Bob.

Wir trafen auf kein Hinderniß. Es fuhren mehrere Barken auf dem Canale hin und her; eine einzige lag unbeweglich etwa vier Klaftern vom Ufer. Sie schien leer zu sein, als wir jedoch genauer hinsahen , erhob sich darin eine Gestalt.

Meine Mutter!" rief mit halb erstickter Stiymie die Tochter.

Mein Kind! bist Du es?" or ,

Alsbald erschienen vier versteckt gewesene Ruderorp die Barke flog wie eine Schwalbe auf dem Meere her und legte am Ufer an; die beiden Frauen stürzten einander in die Arme; dann stürzte die Mutter vor uns auf die Knie und fragte, welche sie zu umfassen