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welcher jetzt noch sehr mangelhaft ist. Die Anwendung zweckmäßiger Förderungsmaschinen, Stollen zu Ablei­tung des Wassers, Grubenbahnen an die Eisenbahn rc., wird die Ausbeute gleichfalls noch im Preise verrin­gern, so daß jene sich auf das Doppelte und Dreifache und mehr erhöhen dürfte. Auf dem Westerwald und seiner Umgebung werden jetzt ungefähr 100,000 Zain consumirt. Man kann annehmen, daß durch eine Ei­senbahn außerdem noch 2 bis 300,000 Zain ausge- führt werden würden. Rechnet man hinzu nun die Einfuhr oder Rückfracht auf den Westerwald an Gyps und Kalk zum Düngen, welche jetzt der Gegend wegen des theuren Transports fehlten, und zur Verbesserung des Ackerbaues ungemein viel beitragen wird, dann Salz, Steinkohlen für die Schmiede, Getreide und Colonialwaaren, so muß sich diese Eisenbahn über den Westerwald allein durch den eignen Verkehr der Ge­gend rentiren. Für die Aktionäre wird dieje Renta­bilität daher gerade ein Grund sein, diesen Schienen­weg jedem andern vorzuziehen, und das pekuniäre In­teresse des Unternehmens ist somit mit dem des Lan­des identisch.

Schließlich wollen wir noch bemerken, daß auf der Limburger Versammlung zu unserm Bedauern die Dar­stellung über die Rentabilität der Lahnbahn, mit ihren 9 Ueberbrückunge», mehreren Tunnels hhü vielen Ein­schnitten, kein glänzendes Resultat geliefert hat. Es wurde hier die ganze Produktion der Bergwerke als auf der Eisenbahn verführbar, angenommen, welches keineswegs der Fall sein kann, indem der wohlfeilere Transport zu Wasser stets vorgezogen werden wird, und nur ausnahmsweise in dringenden Fällen die Eisenbahn benutzt werden dürfte.

Daß die Coblenzer sich entschieden gegen die Wester- wälder Bahn erklärt haben, versteht sich von selbst, obgleich sic zugeben, daß es die vortheilhafteste sei. Sie haben sich daher an ihre Regierung gewendet um unserm Projekt cntgegcnzutreten. Wir verüble» den Coblenzern keineswegs diesen Schritt, wohl aber, daß sich ein Theil der Lahnbewohner mit ihnen zu alliiren scheint, gegen ihr eigenes Interesse und das unseres Landes. Solches ist in der That ein Beginnen wel­ches man nicht auffallend genug finden kann.

Deutschlau K.

$ Wiesbaden, 5. Februar. In dem 4ten Wahl­kreis hat man Herrn Wirth nach Erfurt gewählt. Herr Wirth verdient gewiß sehr diese Auszeichnung und bei seinen merkwürdig großartigen Anlagen zum Präsidiren ist es leicht möglich, daß er, anstatt des edlen Heinrich, zum Präsidenten in der Augustinerkirche gewählt wird. Herr Wirth hat eine glänzende Laufbahn vor sich: denn die vor wie nach an der Frankfurter Verfassung festhaltende» Pauliner sind dermalen nicht zu fürchten und die Erfurter Augusti­ner sind im Stande, ihre Männer schnell in die Höhe zu heben. Die nassauische Kammer wird aber sicher in Sack und Asche trauern, wenn sie durch den Er­furter Verein öfters des Präsidiums des Herrn Wirth beraubt werden 'sollte.

F. Wiesbaden, 5. Februar. Am 10 l. M. findet nach Beendigung des Gottesdienstes der hiesigen freien christlichen Gemeinde eine Gemeinde­versammlung statt. Tagesordnung ist die Wahl eines Abgeordneten zur Synode nach Darmstadt, welche am 28. l. M. stattfindet. Da diese Wahl von ganz außerordentlicher Wichtigkeit ist, Gemeindever­sammlungen aber in der Regel sehr spärlich besucht werden, wenigstens bisher besucht worden sind, so finde ich es für nöthig , alle stimmberechtigten Gemeinde­glieder zu recht eifriger Theilnahme eiuzuladen, damit der zu wählende Abgeordnete nicht wieder der Man­datar einiger Wenigen ist, die ihn durch Acclama- tion, diese höchst einschüchternde Wahlart, dazu er­nennen. Die Gemeindeversammlung muß dafür

sorgen, daß durch geheime Abstimmung, die ja wahr­lich nicht viel Zeit raubt, der Abgeordnete gewählt wird, damit jeder in der Lage ist, ungenirt den Mann zu bezeichnen, dem er sein Vertrauen schenkt. Also vor allen Dingen zahlreiche Theilnahme; ich bin überzeugt, daß die meisten unserer Gemeindegliedcr sich an den Wahlen nach Erfurt nicht beteiligten, von diesen hoffe ich aber auch, daß sie sich im Interesse unserer heiligen Sache an einer Wahl beth tilgen werden, bei welcher es gilt, einen Mann von Herz und Verstand zu einer Versammlung zu wählen, die in ihrer Weise wohl segensreicher wirken wird, als die Erfurter Maskerade.

Koblenz, 2. Febr. Augenzeugen, welche gestern Abend von Oberwesel hier ankamen, erzählen, daß der Stand der Dinge allda immer noch ein fürchterlicher sei. Die Eisdecke stehe noch fest, und das Wasser steige und falle in kurzer Zeit aufeinander. Das viele Eis, welches immerfort im Strome vorhanden, arbeite sich unten durch, da noch gar nicht abzuschen, wie die über den Begriff starke feststehende obere Eismasse fortbewegt werden soll. Leider beklagt man den Ver­lust mehrerer Menschenleben. Wir jehe» den nähern Berichten von da mit Spannung entgegen. Ver­flossene Nacht sowie auch diesen Morgen noch trieb vieles Eis bei unserer Stadt vorbei; indessen wird die Communicatio» der beiden Ufer noch immerfort durch Nachen erhalten. (Rh.- u. Mztg.)

Aus Emmerich meldet man vom 31. Januar, Mittags:Der Rhein hat in diesem Augenblick eine Höhe von 23 F. 2 Z.; in den nahe am Rheine ge­legenen Häusern steht das Wasser 2 bis 3 F. hoch. Das Eis sitzt fest wie eine Mauer, ist aber doch zu morsch, als daß man wagen könnte es zu überschrei­ten. So weit das Auge reicht, ist Alles Wasser und Eis, und Tausende Menschen find mit dem Verluste ihrer Habseligkeiten bedroht." (K. Z.)

Aus Westpreußen, 22. Jan. (Königsb. Z.) Es wird uns aus sicherer Quelle mitgetheilt, daß 5 Artillerieoffiziere der 5. Brigade den Ab­schied verlangt haben, weil sie ihrer Ueber­zeugung nach unter dem gegenwärtigen Gouvernements- Priuzip nicht länger dienen könnten. Nichtsdestowe­niger ist ihnen der Abschied vorcnthaltcn worden, und man spricht sogar davon, daß sie ihrer demokratischen Gesinnung wegen zur Untersuchung gezogen werden sollen.

Berlin, 31. Januar. Zur Verfassungsbe­schwörung werden die Vorbereitungen eifrig be­trieben.

Flensburg, 30. Jan. (O. T.) Privatschreiben aus Kopenhagen sagen, daß dort durch die neuesten Beschlüsse in Frankfurt in Betreff Schleswig-Holsteins sehr große und allgemeine Mißstimmung hervorge­rufen sei.

München, 1. Februar. Der Geseßgebungsausschuß der zweiten Kammer soll am Preßgesetzeutwurfe meh­rere liberale Aenderungen beantragt haben.

Wien, 30. Januar. Ein außerordentlicher Cour- rier hat gestern von Frankfurt eine sehr wichtige De­pesche gebracht, nämlich eine Denkschrift über die all­gemeine Lage Deutschlands, mit Bemerkungen über die Reorganisation der Buudesarmee und über das Ver­theidigungssystem gegen Westen. Die Arbeit soll von General Schönhals verfaßt sein und den Gegenstand der ministeriellen Berathungen bilden. (A. Z )

Wien. Die Raub- u. Plünderungszüge in Ungarn mehren sich. In der Nähe von Erlau wurde ein Kauf­mann, der vom Debrecziner Markte heimkehrte, seiner ganzen Baarschaft, seines Wagens und seiner Waaren beraubt. Es haben sich ganze Räuberbanden organi- sirt und das gegen sic gesendete Militär vermag Nichts auszurichten; vielmehr werden sie in ihren Nauban- sällen täglich kühner. Auch üben" die Zustände in der serbischen Wojwodina lauten die Berichte sehr kläg­

lich. -..Die Sicherheit des Lebens und Eigenthums ist daselbst gefährdet, Raub und Mord sind an der Tages­ordnung, und der Nationalhaß der Serben gegen die Magyaren kann bei der obrigkeitlichen Gewalt, die jenen ciugeraumt ist, ganz dem angcbornen Triebe fol­gen. Aus Pesth wird geschrieben, daß der Mangel an Scheidemünze so fühlbar ist, daß die Wasserträger beim Eintritt in ein Haus fragen, ob sie mit Scheide­münze oder mit Münzscheinen bezahlt würden, in wel­chem letzter» Falle der Preis der Kufe Wasser um 2 Kreuzer theurer ist.

In der Umgegend von Krakau treiben Räubcr- banden ihr Unwesen, wodurch sich die Regierung be­wogen fand, eine Kompagnie Militär nach dem Markt­flecken Chrzanow zu verlegen und daselbst das Stand­recht verkündigen zu lassen.

Siebenbürgen findet sich durch die mannigfach­sten Plagen heimgesucht^ Unter den Menschen wüthet der Typhus und alle Spitäler sind überfüllt. Das Hornvieh wird von der noch immer herrschenden Seuche hinweggerafft und bei den Pferden hat sich jetzt die Krätze in sehr ansteckender Weise gezeigt.

München, 2 Februar. Heute Morgen ist uns die folgende telegraphische Depesche zugekommen aus Wien, 1- Februar (6 Uhr Abends):Die folgende telegra­phische Nachricht ist aus Athen hier angelangt: Ein wichtiges Ereigniß hat in Athen ftattgefuilden. Der englische Gesandte hat die griechische Regierung aufge­fordert, binnen 24 Stunden alle Reclamationeu zu er­füllen, Die englische Flotte unterstützt diesen Schritt.

Die Intervention der Minister Frankreichs und Rußlands ist, zurückgewiesen. Alle griech. Kriegsschiffe sind gekapert. Wirksamere Maß­regeln stehen unverzüglich bevor. König und Königin sind wohl. Athen ist ruhig. Die griechische Regie­rung hat protestirt." (Leider fehlt in der Depesche aus Wien das Datum der Depesche aus Athen, was übrigens der vollen Richtigkeit der gemeldeten That­sachen im vorliegenden Fall keinen Abbruch thun kann. (N. M. Z.)

* Wiesbaden. Das in hiesiger Stadt vielfach ver­breitete Gerücht, als hätten die wegen des Idsteiner Congreffes Angeklagten ein Gnadengesuch oder ein Ge­such um Niederschlagung des Prozesses eingegeben, kön­nen wir zufolge direkter Versicherungen, als durchaus unwahr und aus der Luft gegriffen be­zeichnen. Es fällt keinem der Angeklagten ein, da Gnade nachzusuchen, wo er in seinem Recht zu sein glaubt; selbst wenn ihr unzweifelhaftes Recht keine An­erkennung finden sollte, werden sie wol nie zu einem Gnadengesuche sich erniedrigen.

Großbritannien.

London, 31. Januar. Die königliche Rede bei Eröffnung der Session lautet wie folgt:Meine Lords und Gentlemen! Wir sind beauftragt von Ihrer Ma­jestät, Ihnen die Versicherung zu geben, daß Ihre Ma­jestät mit großer Befriedigung wieder sich an den Rath und den Beistand ihres Parlaments wendet. Das Hinscheiden Ihrer Majestät der Königin Adelaide hat Ihrer Maj. tiefe Betrübniß verursacht. Die ausneh­mende Mildthätigkeit und die musterhaften Tugenden der verstorbenen Königin werden stets ihr Andenken der Nation werth machen. Ihre Maj. befindet sich glücklicher Weise fortwährend in Frieden und Freund­schaft mit den auswärtigen Mächten. Im Laufe des vorigen Herbstes entstanden Differenzen von ernstem Charakter zwischen den Regierungen von Oesterreich und Rußland einerseits und der hohen Pforte andrer­seits in Bezug auf die Behandlung einer großen An­zahl von Personen, die, nach der Beendigung des Bür­gerkrieges in Ungarn, sich auf das türkische Gebiet ge­flüchtet hatten. Erörterungen, welche zwischen der tür­kischen und den kaiserlichen Regierungen stattfanden, haben glücklicher Weise jede Gefahr für den Frieden Europa's, die aus diesen Differenzen hätte entspringen

gehen, ist unmöglich; wir können also nur durch dies Fenster entfliehen.,,

Es ist aber wenigstens zwölf Fuß von dem Boden."

Das darf Sie nicht beunruhigen; Sie lassen mich an m mein Gürtel hinunter. Das Schlimmste ist, daß hinter dem Fenster eiserne Stäbe sich be­finden."

Ich werde einen mit meinem Dolche herauszuheben suchen."

So wollen wir rasch ans Werk gehen, denn ich glaube, es ist Zeit."

Ich trat in das anstoßende Cabinet und sah hinter dem Vorhänge von rosa Damast die Eisenstäbe des Kerkers. Als ich auf die Straße hinuntersah, glaubte ich zwei Personen an der Ecke der Straße gegenüber zu erblicken , die da auf etwas zu warten schienen; ich begann ^demungeachtet meine Arbeit, weil ich meinte, jene Leute wären keineswegs da, um uns zu be­obachten.

Der Stein war weich und ich konnte nur wenig auf einmal losbringen. Die junge Griechin sah mir mit der ganzen Neugierde der Hoffnung zu. Meine Rolle hatte sich geändert, ich weiß aber wirklich nicht, ob ich nicht trotz ihrer wunderbaren Schönheit stolzer war, zu ihrem Retter erwählt worden zu sein, als ich es

gewesen sein würde, wenn sie mich zu ihrem Geliebten erkoren hätte.

Ich war in der besten Arbeit und der Eisenstab : fing an, unten nachzugeben, als das Mädchen eine Hand auf meinem Arm legte und die andere nach einem : Geräusche hin ausstreckte, das sie eben gehört hatte. Sie stand so einen Augenblick bewegungslos und lauschend ; da, gleich einer Statue und ohne ein anderes Lebens- ' zeichen zu geben, als daß Sie meinen Arm immer stärker drückte. Ich fühlte, daß der Angstschweiß mir auf die Stirn trat und sie sagte:

Er kommt zurück."

Was soll nun geschehen?"

Die Umstände müssen es lehren; vielleicht kommt er nicht hierher und dann hindert uns seine Rückkehr nicht."

Sie horchte von neuem und sprach dann:er kommt!"

Ich machte eine Bewegung, um in ihr Zimmer zu­rückzutreten und mich dem entgegenzustelleu, der die Thüre öffnen würde.

Kein Wort, keinen Schritt oder Sie sind verloren," sagte sie,und ich bin es mit Ihnen."

Aber ich kann doch nicht hier versteckt bleiben!"

Schweigen Sie " sprach sie, indem sie eine Hand auf meinen Mund legte und mir mit der andern meinen Dolch entriß;schweigen Sie im Namen der heiligen Jungfrau und lassen Sie mich handeln."

Nach diesen Worten eilte sie in ihr Zimmer zurück und versteckte meinen Dolch unter den Kissen, auf welchen sie ruhete als ich ankack. In diesem Augenblicke klopfte man an die andere Thüre.

Wer ist da?" sagte die junge Griechin, indem sie die Kissen wieder ordnete.

Ich," antwortete die Stimme eines Mannes, die zugleich kräftig und sanft war.

Ich werde sogleich meinem Herrn und Gebieter öffnen," entgegnete das Mädchen,denn er ist bei seiner Sclavin willkommen "

Bei diesen Worten kam sie an das Cabinet, ver­schloß die Thüre, und schob den Riegel vor, so daß ich hören, aber nicht sehen konnte, was in dem Neben­zimmer vorging.

(Fortsetzung folgt.)